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Allgemeine deutsche Lehrerzeitung - 4.1852 (4)

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Bibliographic data

fullscreen: Allgemeine deutsche Lehrerzeitung - 4.1852 (4)

Periodical

Persistent identifier:
020612311
Title:
Allgemeine deutsche Lehrerzeitung
Document type:
Periodical
Place of publication:
Leipzig
Language:
German
Collection:
Pädagogische Zeitschriften
ZDB-Nummer:
2019062-1
Access restriction:
Siehe Bände

Periodical volume

Persistent identifier:
020612311_0004
Title:
Allgemeine deutsche Lehrerzeitung - 4.1852
Shelfmark:
02 A 0832 ; RF 1 - 19
Document type:
Periodical volume
Publication year:
1852
Collection:
Pädagogische Zeitschriften
Access restriction:
Open Access

Periodical issue

Title:
Heft 39/40
Document type:
Periodical
Structure type:
Periodical issue
Collection:
Pädagogische Zeitschriften
Access restriction:
Open Access

Article

Title:
Der gesunde Schullehrer
Author:
Rittinghaus, ...
Document type:
Periodical
Structure type:
Article
Language:
German
Collection:
Pädagogische Zeitschriften
Link zum Katalog:
BBF0443039
Access restriction:
Open Access

Contents

Table of contents

  • Allgemeine deutsche Lehrerzeitung
  • Allgemeine deutsche Lehrerzeitung - 4.1852 (4)
  • Heft 1/2 (1/2)
  • Heft 3/4 (3/4)
  • Heft 5/6 (5/6)
  • Heft 7/8 (7/8)
  • Heft 9/10 (9/10)
  • Heft 11/12 (11/12)
  • Heft 13/14 (13/14)
  • Heft 15/16 (15/16)
  • Heft 17/18 (17/18)
  • Heft 19/20 (19/20)
  • Heft 21/20 (21/20)
  • Heft 23/24 (23/24)
  • Heft 25/26 (25/26)
  • Heft 27/28 (27/28)
  • Heft 29/30 (29/30)
  • Heft 31/32 (31/32)
  • Heft 33/34 (33/34)
  • Heft 35/36 (35/36)
  • Heft 37/38 (37/38)
  • Heft 39/40 (39/40)
  • Der gesunde Schullehrer
  • Bericht über die Gründung eines Pestalozzivereins zur Unterstützung und Erziehung von Lehrerwaisen im Herzogthume Gotha
  • Berichte über Lehrerversammlungen
  • Bücherschau
  • Feuilleton
  • Heft 41/42 (41/42)
  • Heft 43/44 (43/44)
  • Heft 45/46 (45/46)
  • Heft 47/48 (47/48)
  • Heft 49/50 (49/50)
  • Heft 51/52 (51/52)

Full text

Ur. 39 & 40. 
Sonnabend , den 2. Oktober. 
1852. 
 
Allgemeine 
 
Deutſche Lehrerzeitung, 
Im Auftrage herausgegeben von A. Berthelt. 
- Von dieſer Zeitung erſcheint jede 
Woche eine Nummer oder aller 14 Tage eine Doppelnummer zu dem halbjährlichen Preiſe 
von 15 Ngr. -Die Unterzeichnung verpflichtet auf einen hal ben Jahrgang. Alle Buchhandlungen und Poſtanſtalten Deutſch- 
lands nehmen Beſtellungen an. 
Literariſc<e Anzeigen werden für den Raum einer geſpaltenen Zeile mit 14 Ngr, berechnet. 
 
Der geſunde Schullehrer. 
Alexander von Humboldt wurde am 
14. September d. I. 83 Jahre alt. No< jugendlich 
rüſtig , lieſt er Abends in Geſellſmaft vor. Unwill- 
kürlich fragt man ſich: wie hat es der Mann ange- 
fangen, zu einem ſo hohen, heiteren Alter zu gelangen. 
Zeigt die Wege, nennt die Mittel, gern wird Jeder 
jene gehen, dieſe anwenden. Denn Niemand hat je 
ſein eigen Fleiſch gehaßt, ſondern er nährt und pflegt 
es, wann und wie er kann. 
Vor Jahren war eine allgemeine Klage Über 
die Ungeſundheit der Lehrer, namentlich der jüngeren. 
Jn Zeitſchriften war davon vielfach die Rede, und 
beſondere Broſchüren verdankten dieſem Uebelſtande 
ihr Daſein. Für einſtweilen iſt die allgemeine Klage 
zwar verſtummt, aber der Grund der Klage iſt noc< 
immer wie früher vorhanden. Viele Lehrer kränkeln, 
und ein Großtheil der jüngeren Lehrer ,,fühlt ſich 
nie, wohl.“ 
„Geſunder Mann, reicher Mann“, ein kranker 
Mann, ein armer Mann, aber ein kranker Lehrer iſt 
der ärmſte von Allen. Sich ſelbſt zur Laſt, iſt er 
den Kindern eine unbegreiflihe Plage. Das Lehr- 
geſchäft gedeiht nur in Leibesgeſundheit und Seelen- 
Heiterkeit. 
zu zählen, noc< zu ermeſſen find, 
Muß denn Krankheit und Klage beim Lehrer 
herrſchend ſein? Hat das Siſal ihn zum Leiden- 
träger beſtimmt? Soll er früh hinabſteigen in des 
Grabes grauſige Tiefe? Ac< nein! ,„,Das goldene 
Thor zum großen Saal der Freude iſt auch dem 
Lehrer gaſilich aufgethan.“ „Das Glü> iſt vor ihn 
hingelegt.“ Er ergreife es nur. ,, Dem Greifenden 
iſt meiſt Fortuna hold.“ Der „kühne Griff' beſteht 
in dem Begreifen der Naturgeſeße und in dem feſten 
Vorſaße, ihnen gemäß zu leben. 
Der Menſc< iſt ein Naturprodukt. Sein Leben, 
Denken, Wollen, Handeln, Eſſen, Trinken, Sclafen, 
Wachen, Arbeiten gedeiht in dem Maße, als es mit 
den gegebenen Naturgeſetzen übereinſtimmt. Gegen- 
-4heils wird er im entſprechenden Grade vernichtet. 
Der Naturgang kennt keine Ausnahmen von der 
Regel. Das Geſetz iſt ohne Wahl. Erkennbar ſind 
Feine Gebote: Lebe mäßig, reinlich, leidenſc<haftslos, 
Mit der erſteren fällt auch die lettere. 
Aber mit ihrem Falle erſtehen Nachtheile, die weder 
härte dich ab, gewöhne dich an Ordnung, ſei konſe- 
quent! Unerſchöpflic<h ſind zwei große Naturmittel, 
die die Wohlfahrt deines Lebens in hohem Grade 
bedingen: Luft und Waſſer! „Greif nur zu und 
ſei nicht blöde!“ 
Die Aufſtellung der auf die Geſundheit des 
Lehrers bezüglichen Naturgeſeze, und wie er dieſe 
nac< Maßgabe ſeiner beſonderen Perſönlichkeit und 
der ihn umgebenden Verhältniſſe, in Anwendung zu 
bringen habe, wäre eine theoretiſche Arbeit, vielleicht 
von wenigem Erfolg. Dagegen töne fort, holdes 
Wort: „Zeige mir etwas Gutes, wir folgen gern 
dem edlen Beiſpiele.“ Das Beiſpiel iſt eine Allge- 
walt. Nachhaltig ſei auch dieſes. 
Einen geſunderen, kräftigeren Lehrer, als Herrn 
Bürger zu Linenthal, hat die ganze Gegend nicht 
aufzuweiſen. Keine Konferenz kann in dieſer Bezie- 
hung ihm ein Mitglied an die Seite ſiellen. Aber 
ſo war es nicht immer mit ihm. In den dreißiger 
Jahren ſeines Lebens ſtand er mehrere Male an der 
Schneidelinie zwiſchen Tod und Leben. Schmal und 
ſchlank aufgeſchoſſen, fehlte ihm eine gewölbte Bruſt. 
Gebrümmtes Siken brachte ihm Unterleibsbeſchwerden, 
lautes Sprechen Entzündungen im Kehlkopfe, Keu<h- 
huſten, vieles Leſen beim Lampenlichte ſebte ihm eine 
Brille auf die Naſe. Er war ein langes, bleiches 
Bild , und ſtereotyp war bei ihm das Wort: ,, I< 
| fühle mich nie wohl.“ Die Bruſt zu ſtärken, den 
| Keuchhuſten aufzuheben, trank er wiederholt Shaf- 
| garbenthee ( Achillea millefolium), und preiſet noc< 
jekt allen Bruſtſ<wachen dieſes einfache Heilmittel 
an. Zur Geneſung des Unterleibes vermied er an- 
haltendes Sitzen , legte aber auch eine wollene Leid- 
binde um, was er jedo<h, ihm nachzuthun , Keinem 
anräth. Aber troß vielen Vorſichten wurde ihm ſein 
Zuſtand immer bedenkliher. Sein Leben war nur 
noch ein Vegetiren, Laboriren, Mediciniren. Endlich 
gelangte er an den Wendepunkt zum Beſſern. Eine 
innere Stimme -- die Stimme der Natur -- trieb 
ihn zum Leſen anthropologiſcher Werke, dieſe vermit- 
telten ihm Schriften über Geſundheitskunde, die auf 
Naturgeſeße baſirten. Durch dieſe gelangte er von 
Negation zu Negation ſeiner bisherigen Verhaltungs- 
regeln, bis er hintenan zwei poſitive Größen fand, 
an das große Thor zum goldenen Saal der Freude 
gelangte, deſſen Säulen überſchrieben waren: Luft, 
 
 
 
 
 

	        

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