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Zeitschrift für Kinderforschung - 28.1923 (28)

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Bibliographic data

fullscreen: Zeitschrift für Kinderforschung - 28.1923 (28)

Periodical

Persistent identifier:
024493198
Title:
Zeitschrift für Kinderforschung
Subtitle:
Organ der Gesellschaft für Heilpädagogik und des Deutschen Vereins zur Fürsorge für Jugendliche Psychopathen
Document type:
Periodical
Publisher:
Beyer
Place of publication:
Langensalza
Language:
German
Collection:
Pädagogische Zeitschriften
ZDB-Nummer:
2105911-1
Access restriction:
Siehe Bände

Periodical volume

Persistent identifier:
024493198_0028
Title:
Zeitschrift für Kinderforschung - 28.1923
Shelfmark:
02 A 1744 ; RF 496 - 511
Document type:
Periodical volume
Publication year:
1923
Collection:
Pädagogische Zeitschriften
Access restriction:
Open Access

Periodical issue

Title:
Heft 1
Document type:
Periodical
Structure type:
Periodical issue
Collection:
Pädagogische Zeitschriften
Access restriction:
Open Access

Article

Title:
Die psychopathische Grundlage zum Tic bei Kindern
Author:
Lyon, Erna
Document type:
Periodical
Structure type:
Article
Language:
German
Collection:
Pädagogische Zeitschriften
Link zum Katalog:
BBF0488020
Access restriction:
Open Access

Contents

Table of contents

  • Zeitschrift für Kinderforschung
  • Zeitschrift für Kinderforschung - 28.1923 (28)
  • Heft 1 (1)
  • Titel
  • Inhaltsverzeichnis
  • Zum Geleit
  • Psychiatrie und Heilpädagogik
  • Die Bedeutung von Milieu und Anlage beim schwererziehbaren Kind
  • Wege und Aufgaben der Psychopathenfürsorge
  • Über zeitgemäße Gestaltung der Fürsorgeerziehungsanstalten
  • Zur krankhaften Charakterabartung bei Kindern nach Encephalitis epidemica
  • Die psychopathische Grundlage zum Tic bei Kindern
  • Somatoskopische und somatometrische Untersuchungen an Knaben des Pubeszenzalters
  • Ausbildungsfragen
  • Heilpädagogische Bestrebungen in Deutschland
  • Ihre Mitarbeit für die Zeitschrift für Kinderforschung haben bisher zugesagt
  • Heft 2 (2)
  • Heft 3 (3)
  • Heft 2 [1/2], Referate (2 [1/2])

Full text

Die psychopathiSche Grundlage zum Tic bei Kindern. 65 
Sensgible Kind«, von Stier als der »passSive Typus« der Psychopathen 
beschrieben worden. Als kennzeichnend haben wir außerdem eine 
auffallende motorische Instabilität gefunden, welche Sich gerade bei 
den an Tic leidenden Vertretern des genannten Typus mit den andern 
Kigenschaften in der Regel kombiniert. 
Die Überempfindlichkeit, welche die vorherrschende Eigenschaft 
dieses Typus ist, besteht darin, daß Reize, die vom Normalen als in- 
different oder ein wenig unangenehm empfunden werden, für diese 
Art von Psychopathen mit einem starken Unlustaffekt belegt Sind; es 
liegt nicht etwa eine HyperSengibilität in dem Sinne vor, daß die 
Reizschwelle herabgesgetzt ist. So Sind alle Stärkeren Reize der Sinnes- 
organe für diese Kinder unlustbetont. Lärm, unangenehme Geräusgche, 
grelle Beleuchtung, hervorstechende Gerüche Sind ihnen zuwider, und 
infolge ihrer Empfindlichkeit auf dem Gebiete des Geschmacks Sind 
SIe recht wählerisch im Essen. Ganz besonders unangenehm werden 
Hautreize von ihnen ewpfunden, daber findet man bei ihnen eine oft 
Sehr lebhafte Abneigung gegen das Tragen wollener Wäsche, Haar- 
Schneiden, Waschen mit kaltem Wasser usw. Perner leiden Sie unter 
Kälte, Hitze und Schlechter Luit. -- Die Folge ist, daß die Kinder 
Sich am wohlsten in einer geordneten, ruhigen und Sauberen Um- 
gebung fühlen. Sie ekeln Sich leicht, verabscheuen Schmutz und 
meist auch Unordnung, nicht Selten in übertriebener und pedantischer 
Weise. 
Neben der Überempfindlichkeit auf genSoriSchem Gebiet besteht 
eine Überempfindlichkeit Affekterlebnissen gegenüber. Sie äußert Sich 
in Leichtverletzlichkeit und Reizbarkeit. Durch die geringfügigsten 
Urgachen Sind Sie verletzt und beleidigt und reagieren Sehr leicht mit 
Weinen und hettigen Affektäußerungen. Kin Strenges Wort von der 
Mutter, eine harmlose Neckerei von Kameraden lögen Tränen und 
Aufregung aus. Ks dauert gewöhnlich auch Sehr lange, bis ein un- 
angenehmer Affekt abklingt, und Sie tragen jede Kränkung lange 
nach. -- Um alles zu vermeiden, was Sie in ihrer empfindlichen Art 
Stören könnte, ziehen Sich die Kinder möglichst von der Außenwelt 
zurück, Sind Scheu und zurückhaltend vor Fremden, dagegen zärtlich 
und anhänglich an die Nächsten. Sie Schließen Sich Schwer an andere 
Kinder an und spielen oft gern allein. Aus der Überempfindlichkeit 
und Abneigung gegen alle Situationen, die ihnen Unannehmlichkeiten 
bereiten können, resultiert eine große Ängstlichkeit. Sie fürchten die 
Schule und den Lehrer, Sind bange vor Hunden, meiden Mengchen, 
von denen Sie einmal rauh angefaßt worden Sind. Außerdem werden 
die Kinder aber auch von einer ganz elementaren, unbestimmten 
Zeitschrift für Kinderforschung. 28. Bd. I
	        

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