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Zeitschrift für Kinderforschung - 45.1936 (Referate) (45)

Access restriction

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Bibliographic data

fullscreen: Zeitschrift für Kinderforschung - 45.1936 (Referate) (45)

Periodical

Persistent identifier:
024493198
Title:
Zeitschrift für Kinderforschung
Subtitle:
Organ der Gesellschaft für Heilpädagogik und des Deutschen Vereins zur Fürsorge für Jugendliche Psychopathen
Document type:
Periodical
Publisher:
Beyer
Place of publication:
Langensalza
Language:
German
Collection:
Pädagogische Zeitschriften
ZDB-Nummer:
2105911-1
Access restriction:
Siehe Bände

Periodical volume

Persistent identifier:
024493198_0057
Title:
Zeitschrift für Kinderforschung - 45.1936 (Referate)
Shelfmark:
02 A 1744 ; RF 496 - 511
Document type:
Periodical volume
Publication year:
1936
Collection:
Pädagogische Zeitschriften
Access restriction:
Open Access

Periodical issue

Title:
Heft 1
Document type:
Periodical
Structure type:
Periodical issue
Collection:
Pädagogische Zeitschriften
Access restriction:
Open Access

Article

Title:
Heilpädagogik und Anomalen-Fürsorge
Document type:
Periodical
Structure type:
Article
Language:
German
Collection:
Pädagogische Zeitschriften
Link zum Katalog:
BBF0495740
Access restriction:
Open Access

Contents

Table of contents

  • Zeitschrift für Kinderforschung
  • Zeitschrift für Kinderforschung - 45.1936 (Referate) (45)
  • Heft 1 (1)
  • Titel
  • Inhaltsverzeichnis
  • Zwillingsforschung
  • Aus der erbpathologischen Literatur
  • Taubstummenwesen
  • Aus der logopädisch-phoniatrischen Literatur (34. Bericht)
  • Normale und pathologische Anatomie und Physiologie
  • Biologie, Konstitution, Rasse, Vererbung
  • Psychologie
  • Psychopathologie und Psychiatrie
  • Krankheiten des Kindesalters
  • Normale Pädagogik
  • Heilpädagogik und Anomalen-Fürsorge
  • Jugendwohlfahrt, Verwahrlosung
  • Gesetzgebung
  • Ärzte, Erzieher, Fürsorger, Ausbildungsfragen
  • Heft 2 (2)
  • Heft 3 (3)
  • Heft 4/5 (4/5)

Full text

83 
auf die Gesamtsgumme der nicht unerheblichen Leistungen der Krüppel nicht ver- 
zichten. -- Demnächst ist ein Neubau der Krüppelfürsorge 80wie eine reichsgegetz- 
liche Regelung zu erwarten. Eine Schwere Verantwortung liegt besonders den Organen 
ob, die über das Berufsschickgal zu entscheiden haben. Jede Arbeit trägt eimen dop- 
pelten Wert in Sich, den, der von dem Arbeitenden selbst empfunden wird und den, 
der ihm von der Gegamtheit zugemessen wird. Beide decken Sich nicht immer. Daraus 
entstehen die Nöte des Daseins. Die daraus Sich ergebenden Spannungen haben Berufs- 
beratung und Berufserziehung zu begeitigen. Die im letzten Jahrzehnt Sehr entwickelte 
Arbeitswisgenschaſt stellt in ihren Forschungsergebnissen praktisch brauchbare syste- 
matische Zusammenfassungen in der Form von Arbeitsbeschreibungen zur Verfügung. 
Die Beachtung der in einer Solchen Beschreibung gegebenen Regeln läßt eine Voraus- 
Sage über die Höhe des zu erwartenden Berufserfolges offen. Gerade die Erfahrung 
mit Krüppeln lehrt, daß die Funktionsminderung nicht allein entscheidend 1st für 
den Grad der Leistungshöhe oder der Leistungsminderung. Selbst Leistungen von 
Krüppein auf sportlichem Gebiet Sind zu verzeichnen. So leisten Krüppel mit Schwer- 
Sten körperlichen Gebrechen oft Erstaunliches. In einer Arbeit über „Psychische 
Entwicklung und Krüppeltum“ weist Herbert Winkler auf Zusammenhänge hin, 
die zwichen Körpergebrechen, bestimmt umschriebenen Krüppelleiden und ihren 
Spezifischen psychischen Äußerungsformen bestehen. Zum Ausgangspunkt wird daher 
nicht der Funktiongausfall, Sondern die Gegamtstruktur des Behinderten, Seine innere 
psYchische Rügstung, das Gerichtetsein auf einen Tätigkeitsbereich, in dem der Berufs- 
anwärter die höchste Entfaltung Seiner Persönlichkeit erleben kann. -- Welche Be- 
rufe kommen für Körperbehinderte im Frage? Generell läßt Sich darauf antworten, 
daß es in der unendlich gegliederten Struktur ungeres Wirtschaſtslebens nur wenige 
Begehäftigungsarten gibt, in denen Krüppel nicht angatzfähi1g wären. In den vornehm- 
lich handwerklichen Berufen, die in Krüppelheimen gelehrt werden, steht uns eine 
zweckmäßige Auswahl zur Verfügung. Etwa 70 Berufsarten verteilen Sich auf die 
verschiedenen Krüppelheime. Nach einer von Dir. Briefs veröffentlichten Unter- 
Suchung (Krüppelführer 1931, H. 1) erwies 8ich die handwerkliche Vollehre als die 
beste Vorbedingung zur Erlangung lohnender Arbeit im Erwerbsleben. Die Ursachen 
der größeren Widerstandskraft der im Heim Ausgebildeten gegenüber den Auswirkun- 
gen der Krise Sind darin zu Suchen, daß durch verantwortungsbewußte und gachkundige 
Berufsberatung und Berufserziehung nicht nur manuelle Fertigkeit vermittelt, 80n- 
dern der ganze Mensch erfaßt wurde, den dann ein Beruſfs- und Arbeitswille auszeich- 
nete, der den Ungelernten oft fehlt. -- Kine hohe ethische Verpflichtung erwächst 
der Volksgemeinschaft gegenüber denjenigen, die gesetzlich unter die SteriliSierungs- 
maßnahmen fallen oder in leichteren Fällen verantwortungsbewußt gegenüber dem 
Volksganzen Sich freiwillig von der Fortpflanzung ausschließen. Solche Opferbereit- 
Schaft iSt anzuerkennen durch einen nicht minderen Opferwillen der Volksgemein- 
Schaft, der Sich durch die Bereitstellung von beruflichen Möglichkeiten äußert. 
Dittmar (Heidelberg). 
Briefs: Wesen und LösSung des Gebrechlichenproblems nach der berufsethischen 
Auffassung. Krüppelführer 7, 163--220 u. 265-328 (1934). 
Die Ausführungen des Verf. Sind eine Abgage an den metaphysischen Humanismus 
und an die zutiefst auf ihn Sich gründende 8o0z1al-biologische Krüppelpädagogik. Ihr 
geistiges Fundament ist die katholische Anschauung über die „Seinstragik“ und ihren 
„Aufgabecharakter“, über „die personale Werthaftigkeit des Individuums“ und die 
Verpflichtung zum Dienst an der Gemeinschaft. Grundsätzlich unterscheidet gich die 
Situation des Gebrechlichen nicht von der des körperlich wohlgestalteten Menschen., 
Deshalb ist auch er verpflichtet zu dem „„ministerium goziale“ des Berufes. Dieger 
objektiven Verpflichtung entspricht das Berufsbewußtsein gebrechlicher Junger 
Menschen. Allerdings bedarf die Weckung, Pflege und Verwirklichung dieses Berufs- 
bewußtseins bei Verkrüppelten infolge der durch ihr Leiden verschärften Seinstragik 
6*
	        

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