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Die Arbeitsschule - 44,2.1930 (44,2)

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Bibliographic data

fullscreen: Die Arbeitsschule - 44,2.1930 (44,2)

Periodical

Persistent identifier:
025275941
Title:
Die Arbeitsschule
Subtitle:
Zeitschrift für Arbeitserziehung und Werkunterricht
Document type:
Periodical
Publisher:
Quelle & Meyer
Place of publication:
Leipzig
Language:
German
Collection:
Pädagogische Zeitschriften
ZDB-Nummer:
2125630-5
Access restriction:
Siehe Bände

Periodical volume

Persistent identifier:
025275941_0047
Title:
Die Arbeitsschule - 44,2.1930
Shelfmark:
02 A 33 ; RF 523-529
Document type:
Periodical volume
Publication year:
1930
Collection:
Pädagogische Zeitschriften
Access restriction:
Open Access

Periodical issue

Title:
Heft 9
Document type:
Periodical
Structure type:
Periodical issue
Collection:
Pädagogische Zeitschriften
Access restriction:
Open Access

Article

Title:
Kleine Beiträge und Mitteilungen
Document type:
Periodical
Structure type:
Article
Language:
German
Collection:
Pädagogische Zeitschriften
Link zum Katalog:
BBF0526051
Access restriction:
Open Access

Contents

Table of contents

  • Die Arbeitsschule
  • Die Arbeitsschule - 44,2.1930 (44,2)
  • Heft 7/8 (7/8)
  • Heft 9 (9)
  • Zur Einführung
  • Von Augsburgs neuzeitlicher Schule
  • Der Werkunterricht in der Elias-Holl-Schule
  • Die Augsburger Knabenhandarbeitsschule
  • Von Augsburgs Schulgärten
  • Zu Reintsch, Kleisterpapier im Werkunterricht
  • Die Bedeutung des Werkunterrichtes für die Berufsberatung
  • Werkstattarbeit im Dienste des modernen Haushaltes
  • Kleisterpapier im Werkunterricht
  • Arbeitsunterricht mit einfachsten Mitteln
  • Die mathematische Arbeitsgemeinschaft
  • Das geschichtliche Sammelbuch
  • Kleine Beiträge und Mitteilungen
  • Schrifttum
  • Heft 10 (10)

Full text

Kleine Beiträge und Mitteilungen. 
Schullandheime. 
In einem Vortrage, den Magiſtratsoberſhulrat Heyn, der Leiter des höheren Scul- 
weſens der Stadt Berlin, dieſer Tage hielt, machte er intereſſante Mitteilungen über die 
Berliner Schullandheime. 
Zurzeit haben 15 Berliner höhere Schulen ein eigenes Landheim; die Stadt Berlin 
beſißt außer dem Zoſſener Übungslager, das als Heim eingerichtet iſt, 3 Landheime. Jn 
Zoſſen können 8 Häuſer oder Bara>en je 100 Kinder aufnehmen, Kleiner als dieſes große 
Maſſenlandheim ſind die Heime bei Zerpenſchleuſe, Kreis Niederbarnim (150--170 Schüler), 
das vor zwei Jahren neu erbaute Heim in der Dubrow, das 100 Schüler aufnehmen kann, 
und das 80-100 Schüler faſſende Heim in Birkenwerder, das im vorigen Jahre zur Auf- 
nahme von Sonderſchülern erbaut wurde, aber auch von anderen Kindern benußt wird. Die 
Eigenheime der Schulen ſind ganz allgemein geringeren Umfanges, 3 faſſen 50--60 Schüler, 
die anderen 12 können nur je 25--30 Schüler unterbringen. Sie werden meiſt als Er- 
holungsheime betrachtet und ſind feſte Punkte, von denen aus Ausflüge gemacht werden. Dazu 
ſind die einzelnen Klaſſen meiſt nur 14 oder gar nur 8 Tage da, ſelten länger. Das liegt 
daran, daß ja die ganze Schule zum Erwerb de3 betreffenden Heimes beitrug, und daß daher 
der Wunſch beſteht, möglichſt viel Kinder hinauszuſenden, Cin ſolcher kurzfriſtiger Landheim- 
betrieb verzihtet meiſt auf vegelmäßigen Unterricht, weil die Kürze der Zeit die nötige 
Umgeſtaltung des Stundenplanes als nicht lohnende Arbeit erſcheinen läßt, ferner auch, weil 
bei der geringen Belegfähigkeit dieſer Heime oft nur ein Lehrer da iſt, der nur in einer 
kleinen Anzahl von Lehrfächern Unterricht erteilen könnte. Dem pädagogiſchen Gedanken im 
engſten Sinne, dem die Schullandheimbewegung dient, ſind dieſe kleinen Eigenheime daher 
meiſt entzogen; er kommt eher bei den großen Heimen zum Ausdru>, Da ſind mehrere Lehrer 
mit draußen. Ein geordneter Unterrichtöbetrieb, auf den vor allem auch bei den Eltern großer 
Wert gelegt wird, wäre möglich, wenn auch dort vielfach noh der Erholungsgedanke im Vor- 
dergrund ſteht. Immerhin muß aber auch hierbei ſogar der Erholungsgedanke verkümmern, da 
für unſere überbürdete, überreizte Großſtadtjugend mindeſtens 5--6 Wochen zur Erholung nötig 
wären. Das Weſentliche der Schullandheimbewegung liegt in der Arbeit für das Ziel, unſere 
Kinder für einige Zeit dem Großſtadtbetrieb zu entreißen, um ein neues Erziehungsmittel in 
die Hand zu bekommen, das uns ſonſt niht zur Verfügung ſteht; viele Kinder wachſen. ja in 
den Steinkäſten der Großſtadt auf, ohne das eigene unmittelbare Erleben der Natur kennenzu- 
lernen. Die Kinder ſollten alle einmal für einige Zeit von dem, was das tägliche Leben 
der Großſtadt ausma<ht (au<h von dem äußeren Komfort des Lebens), ausgeſchaltet werden, 
um ohne deren Haſt und Heße zu leben. Aus der Überzeugung, daß unerſeßli<e Er- 
ziehung8elemente in der Verbundenheit mit der Natur ſte>en, könnte dur< die Schulland- 
Heime den Kindern die Grundlage einer Weltauffaſſung gegeben werden, die von den 
Schladen der Großſtadt nicht berührt iſt. Allerdings müßte der Schüler dazu ein Viertel- 
jahr draußen leben, Zwei Forderungen ſind zu erheben: Erſtens muß für die Schullandheime 
regelrechter Unterricht gewährleiſtet werden, der die Ausbildung nicht zurü&wirft; zweitens 
müßten die Heime ſol<hen Umfang haben, daß mindeſtens zwei bis drei Klaſſen gleichzeitig 
betreut werden können, Leider hat die ſtädtiſche Verwaltung in dieſer Bewegung einen anderen 
Weg eingeſchlagen: Sie ſchafft größere Schullandheime, die bald dieſer, bald jener Schule 
zur Verfügung geſtellt werden. Manches erzieheriſme Moment des Eigenheims geht dadurch 
verloren: Die Schüler fühlen ſim, ſoweit ſie gut erzogen ſind, als unintereſſierte Gäſte, 
andernfalls als vorübergehende Beſucher, die ſich mehr geſtatten als im eigenen Haus; es 
490
	        

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