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Die Arbeitsschule - 44,2.1930 (44,2)

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Bibliographic data

fullscreen: Die Arbeitsschule - 44,2.1930 (44,2)

Periodical

Persistent identifier:
025275941
Title:
Die Arbeitsschule
Subtitle:
Zeitschrift für Arbeitserziehung und Werkunterricht
Document type:
Periodical
Publisher:
Quelle & Meyer
Place of publication:
Leipzig
Language:
German
Collection:
Pädagogische Zeitschriften
ZDB-Nummer:
2125630-5
Access restriction:
Siehe Bände

Periodical volume

Persistent identifier:
025275941_0047
Title:
Die Arbeitsschule - 44,2.1930
Shelfmark:
02 A 33 ; RF 523-529
Document type:
Periodical volume
Publication year:
1930
Collection:
Pädagogische Zeitschriften
Access restriction:
Open Access

Periodical issue

Title:
Heft 7/8
Document type:
Periodical
Structure type:
Periodical issue
Collection:
Pädagogische Zeitschriften
Access restriction:
Open Access

Article

Title:
Der Schulgarten im Dienste des Tagesheims für berufliche Erziehung
Author:
Böttger, Albert
Document type:
Periodical
Structure type:
Article
Language:
German
Collection:
Pädagogische Zeitschriften
Link zum Katalog:
BBF0526004
Access restriction:
Open Access

Contents

Table of contents

  • Die Arbeitsschule
  • Die Arbeitsschule - 44,2.1930 (44,2)
  • Heft 7/8 (7/8)
  • Inhalt
  • Der Schulgarten als Weg zur größeren Gemeinschaft
  • Die örtliche Erholungsfürsorge im Schulgarten
  • Der Schulgarten auf dem Lande
  • Schulgarten und Hilfsschule
  • Der Berufsschulgarten
  • Der Schulgarten im Dienste des Tagesheims für berufliche Erziehung
  • Planschbecken im Schulgarten
  • Beobachtungsunterricht in der Gartenarbeitsschule
  • Raumlehre im Schulgarten
  • Kleine Beiträge und Mitteilungen
  • Schrifttum
  • Heft 9 (9)
  • Heft 10 (10)

Full text

Der Schulgarten | 
im Dienſte des Tagesheims für berufliche Erziehung, 
Von Albert Böttger. | 
Über die Notwendigkeit der Schulgärten im Plane der neuzeitlichen Schule 
braucht heute -- ſo denke ich =- kein Wort mehr verloren zu werden. Das ſchöne 
ſtolze Wort „Wiſſen iſt Macht“, das auf der Fahne der alten Schule jtand und 
womit und wodurch unſere Vorfahren die Kriege gewannen und ſich ihren Plaß 
an der Sonne erobert haben, iſt verblaßt im Wirbel der Geſchehniſſe, und andere 
Anſchauungen haben unter dem Drucke der Verhältniſſe Plaß gegriffen. Nicht 
mehr das Wiſſen iſt Ziel unſeres Lebens, ſondern das Können. Eine ſcharfe 
Beobachtungsgabe, ein ſchnelles Auffaſſen und Erfaſſen der wechſelnden Situa- 
tionen, ein wendiger Geiſt ſind heute die Eigenſchaften, die der Menſch braucht, um 
ſich im Leben behaupten zu können. Darum erblicken wir heute die Hauptaufgabe 
der Schule in der Schulung der Sinnesorgane, insbeſondere des Auges und der 
Hand, in der Erziehung zum ſchnellen und exakten Erfaſſen der Außendinge und 
des Weltgeſchehens, nicht mehr in der formalen Schulung des Geiſtes an längſt2 
vergangenen Dingen durch Vortrag und das Buch. Das alte Wort: Nichts iſt 
beſtändiger als der Wechſel, früher nur eine Erkenntnis der Philoſophen, wird 
heute allen Menſchen ſo eindringlich vor Augen geführt, daß demjenigen, der nicht 
aus den alten Anſchauungen heraus kann, das heutige Weltgetriebe zu einer großen 
Sinnloſigkeit werden muß. Darum brauchen wir Menſchen von heute vor allem 
eine beſinnliche, innere Ruhe, Gemütstiefe und Charakterſtärke. Die ſtarken Wur- 
zeln unſerer inneren Kraft und Stärke liegen aber in der innigen Naturverbunden- 
heit. Darum gilt das alte Mahnwort Rouſſeaus: Zurück zur Natur! heute mehr 
denn je. Da aber für uns Großſtädter, insbeſondere für die Großſtadtkinder, die 
Natur in weiter Ferne liegt, ſo iſt es eine pädagogiſche Notwendigkeit, den Kin- 
dern die Natur durch den Schulgarten zu erſchließen und näher zu bringen. 
Wir wiſſen ferner, daß die Geiſtesarbeit und die Geiſtesbildung auf den Be- 
griffen ruht; die Begriffe aber erhalten wir durch das Begreifen. Dieſes Be- 
greifen aber iſt am Anfang aller Begriffsbildung und ausſchlaggebend für das 
richtige Erfaſſen der Außenwelt ein wirkliches Be- oder Angreifen oder Be- 
taſten der Dinge. Der Taſtſinn iſt für die Nichtigkeit oder Wahrheit des begrifſ- 
lichen Erfaſſens der Außenwelt von weit größerer Bedeutung als der Gehör- 
und Geſichtsſinn. -- 
Bei dieſer Grundeinſtellung war es ganz ſelbſtverſtändlich, daß wir in dem 
Schulgarten die Urzelle des organiſchen Aufbaues einer beruflichen Ausbildungs- 
anſtalt für geiſtig und körperlich Minderbegabte, die wir 1924 ins Leben riefen, 
erbli>kten. Es ſollte ein Tagesheim werden, das die Aufgabe haben ſollte, alle 
Jugendlichen, die wegen geiſtiger oder körperlicher Mängel keine Stellung im 
Berufs- oder Wirtſchaftsleben finden, berufs- und lebenstüchtig zu machen. Mit 
5000 qm Land und 18 Jugendlichen begannen wir Oſtern 1924 unſer Werk. 
Das Tagesgheim für berufliche Erziehung hat ſich in den ſechs Jahren ſeines 
Beſtehens aus dieſem kleinen Anfange außerordentlich günſtig entwickelt. Noch 
347
	        

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