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Kinderland (Januar 1904) (1904)

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Bibliographic data

fullscreen: Kinderland (Januar 1904) (1904)

Periodical

Persistent identifier:
025299433
Title:
Kinderland
Subtitle:
Blätter für ethische Jugenderziehung
Document type:
Periodical
Place of publication:
Berlin
Language:
German
Collection:
Pädagogische Zeitschriften
ZDB-Nummer:
2126434-X
Fußnote/Bemerkung:
Beil. zu: Ethische Kultur
Access restriction:
Siehe Bände

Periodical volume

Persistent identifier:
025299433_0004
Title:
Kinderland (Januar 1904)
Shelfmark:
02 A 760 ; RF 620 - 631
Document type:
Periodical volume
Publication year:
1904
Language:
German
Collection:
Pädagogische Zeitschriften
Access restriction:
Open Access

Periodical issue

Title:
Heft 2
Document type:
Periodical
Structure type:
Periodical issue
Collection:
Pädagogische Zeitschriften
Access restriction:
Open Access

Article

Title:
Zur Psychologie und Pädagogik der Arbeit
Author:
Foerster, Friedrich Wilhelm
Document type:
Periodical
Structure type:
Article
Language:
German
Collection:
Pädagogische Zeitschriften
Link zum Katalog:
BBF0533970
Access restriction:
Open Access

Contents

Table of contents

  • Kinderland
  • Kinderland (Januar 1904) (1904)
  • Heft 1 (1)
  • Heft 2 (2)
  • Zur Psychologie und Pädagogik der Arbeit
  • Dämme bauen!
  • Blumenblüte und Mädchenblüte
  • Das Samenkorn
  • Zwischen den Dornen und am Wege
  • Eingegangene Bücher
  • Heft 3 (3)
  • Heft 4 (4)
  • Heft 5 (5)
  • Heft 6 (6)
  • Heft 7 (7)
  • Heft 8 (8)
  • Heft 9 (9)
  • Heft 10 (10)
  • Heft 11 (11)
  • Heft 12 (12)

Full text

 
 
Februar 1904, ee 
 
Herausgegeben von Dr. R. Penzig. 
INonatsbeilage zu „Ethiſche Kultur.“ 
 
   
(Y 
; 
 
 
! 
 
 
 
Inhalt: 
Zur Pſychologie und Pädagogik der Arbeit, Von Dr. F. W, Foerſter. 
Dämme baten! Von Lilli Jannaſch, 
Blumenblüte und Mädc<henblüte. Von Fr. W. Foerſter. 
Das Samenkorn. Von Bruno Wille, 
Zwiſchen den Dornen und am Wege: 
Bogelſchuß und Kinderſchut. 
Mütter können mehr als Frauen. 
Cingegangene Bücher. 
 
(0 Zur Pſychologie und Fädagogik 
vs der Arbeit. 
ew - 
Von Dr. F. W. Foerſter. 
1. 
Die Darſtellung der Kückwirfkung all unſeres Tuns 
auf uns jelb?t hat eine ganz bejondere pädagogiiche Bedeu 
iung dort, wo es ſich um die Anregung zu Arbeiten han- 
delt, die zu wenig Reiz in ſich ſelber tragen und deren 
Zweek zu unſcheinbar oder fernliegend Ut, als daß fie ge= 
wiſſenhaft und beharrlich geleiſtet werden könnten ohne die 
Mitwirkung von Vorſtellungen, die den innerſten Menſchen 
berühren und anrufen, indem ſie die betreſſende Arbeits- 
leiſtung in eine deutliche Beziehung zu beſtummten höheren 
Lebensgütern und Lebenszwecken jezen: Mean lernt 3. B. 
arbeiten „zur Chre Gottes“, „um Chriqti willen“ oder für 
die eigne Vervollkommnung in Geduld und Selbſtverleug- 
nung, in Willensſtärke und Genauigkeit. Es gibt Menſchen, 
denen das bloße abſtrakte Jdeal der Pflichterfüllung genügt, 
um ihnen die Kraft zur gewiſſenhafteſien Vollbringung täg= 
licher mühſamer und langweiliger Arbeit zu geben; es gibt 
andere Menſchen, für welche der Ehrgeiz oder die Liebe zur 
Famnlie ein Sporn iſt, der ſie zu den größten Anſtrengungen 
befähigt -- aber daneben aibt es auch zahlreiche Menſchen, 
für deren geiſtige Organiſation jene jozialen Moiwe nicht 
Hinreichen und die durchaus eine Bezichung der ÜUrbeit zu 
ihrem perſönlichem Innenleben brauchen. Im Sinne dieſer 
Aufgabe hat das Chriſtentuinn gerade für die menſchliche 
Arbeit Unvergleichliches geleiſtet, troß jeiner icheinbaren 
Gleichgiltgkeit, ja Feindſeligkeit ihr gegenüber = indem es 
nämlich Jdeale perſönlicher Vervollfommnung gab und For- 
derungen der Selbſtüberwindung und Geduld auſſtellte, 
welche den Menſchen die Bedeutung der Arbeit in einem 
ganz neuen Licht zeigte, nämlich als ein Mittel moraliſcher 
Selbſieniwiclung = ſo daß man ſich gerade unter dem 
Einfluß des Chriſtentums mit einer in der Antike nie er- 
reichten Intenſität der Arbeit zuwandte, ja mit Vorliebe 
gerade der mühſeligſten und erniedrigendſten, weil in ihr 
 
2 
die größten Möglichkeiten der Selbiwerleugnung lagen. In 
dem alſo das Chrifienum jene innerlichen Güter über alles 
eimporhob und demgegenüber den Wert der bloßen Ge= 
Ichäftigkeit und Betriebſamkeit herabſegzte, ja darin ſogar 
eine Gefahr für die Seele des Menſchen jah =- gab es 
doch wieder gerade der Arbeitſamfeit neue und unerſchöp?= 
liche Inſpirationen, nämlich derjenigen Arbeityamfeit, die 
aus Liebe ! 
2 N 
zu jenem Hüßberen ent!ipringt, ihm zi 
dienen ſirebt und ſich ihm jederzeit unzerordner] Die un= 
übertroffene Sorgfalt und zFeinheit der mittelalterlichon 
Arbeit, die unmittelbar aus dem <ritlichen Gerte ent!'prang, 
von ihm inſpirirt wurde und ihm diente, Ut genug Zeuguts 
dafür... C3 iſt <harafteriſwe, daß Joter de Matiſtre und 
nach ihm auch der Phyſiologe Dubois Reymond in ganz 
ähnlichem Sime Bbehaupten durfte, daß 1ogar di? 
Arbeit der modernen Wiſſenſchaft auf dem Chrinenunmne 
ruhe, weil erſt das Chriſtentum dieien Geitt der 1elbiver- 
leugnenden Geduld und Sorgſalt im Kleiniten geſchaffen 
habe, welcher die mühtamen Unterſuchungen und die Prä- 
ziſtonStechmt der exafien Wiſſenſchaft möglich gemacht dav. 
Man wird die Richtigkeit dietes GeſichtSspunfres um 19 mebr 
begreifen, wenn man fich 3. B. auch daran erinnert, dar 
Frauen -- eben wegen 1ihrer tiefern Geduld und Sorg'al 
- auf dem Gebiete der PKräzimonstechmt fte 
! 
1 tet W9y 
ters betondees 
leiſtungsfählg waren: die Leiſtung des Chrifientums be= 
ſtand eben darin, daß es dieſe mütterlichen Eigenſchaften 
durch die huüchſten Heiligungen in den Vordergrund aum 
der Erziehung des Mannes rückte und fie dem unruhige: 
und ungeduldigen Menſcyen einprägte und ihn deShald um 
uche 
der Vervollkommnung willen gerade ſolche Arbeit ful 
ließ, welche jene Eigenſchaften der ſrillen Selbſworleugnunsg 
vorausſckte und zu entwickeln geeiauet war. 
SS dt anerade für den Rädauugodu id ſpeziell für deit 
Cs iſt gerade für den Pädagogen und ſpeziell für D 
Schulmann von größter Bedeutung, ſich dieie Zuamimens= 
hänge, betreffend die Pſychologie und Rädagogit der menich= 
lichen Arbait klar zu machen. OÖ 
- 
Schon Robert Owen hart 
darauf hingewieſen, wieviel Sorgfalt und Studium mai 
aufwende, um eine Maſchine richtig in GangIJ zu halten, 
und wie ſtümperhaft man im VBergleich damit die kompli= 
zierteſte aller Maſchinen, den Menſchen behandle. Das gilt 
aber auch ganz beſonders für die Pſychologie der menſch- 
lichen Arbeitsieiſtung, für die Lehre von Qualität und Ju= 
tenſität der ſeeliſchen Inſpirationen, welche für die ver- 
fchiedenen menſchlichen Naturen nötig ſind, um fic zur 
größten und ſolideſten Arbeitsleiſtung zu bringen. Da 
meint man, es ſet ganz gleichgitig, ob in breiten Volks- 
ſchichten die alten Inſpirationen ſchwinden und an deren 
Stelle überhaupt nichts anderes oder nur der Trieb nach 
größtmöglichem Gewinn trete, der gewiß Wunder der Pro-
	        

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