ScriptaPaedagogica Logo Full screen
  • First image
  • Previous image
  • Next image
  • Last image
  • Show double pages
Use the mouse to select the image area you want to share.
Please select which information should be copied to the clipboard by clicking on the link:
  • Link to the viewer page with highlighted frame
  • Link to IIIF image fragment

Kinderland (Januar 1911) (1911)

Access restriction

Copyright

The copyright and related rights status of this record has not been evaluated or is not clear. Please refer to the organization that has made the Item available for more information.

Bibliographic data

fullscreen: Kinderland (Januar 1911) (1911)

Periodical

Persistent identifier:
025299433
Title:
Kinderland
Subtitle:
Blätter für ethische Jugenderziehung
Document type:
Periodical
Place of publication:
Berlin
Language:
German
Collection:
Pädagogische Zeitschriften
ZDB-Nummer:
2126434-X
Fußnote/Bemerkung:
Beil. zu: Ethische Kultur
Access restriction:
Siehe Bände

Periodical volume

Persistent identifier:
025299433_0011
Title:
Kinderland (Januar 1911)
Shelfmark:
02 A 760 ; RF 620 - 631
Document type:
Periodical volume
Publication year:
1911
Language:
German
Collection:
Pädagogische Zeitschriften
Access restriction:
Open Access

Periodical issue

Title:
Heft 5
Document type:
Periodical
Structure type:
Periodical issue
Collection:
Pädagogische Zeitschriften
Access restriction:
Open Access

Article

Title:
Warum sind unsere Bilder lieb?
Author:
Schoenflies, Dora
Document type:
Periodical
Structure type:
Article
Language:
German
Collection:
Pädagogische Zeitschriften
Link zum Katalog:
BBF0499462
Access restriction:
Open Access

Contents

Table of contents

  • Kinderland
  • Kinderland (Januar 1911) (1911)
  • Heft 1 (1)
  • Heft 2 (2)
  • Heft 3 (3)
  • Heft 4 (4)
  • Heft 5 (5)
  • Kinderkunst
  • Warum sind unsere Bilder lieb?
  • Zwischen den Dornen und am Wege
  • Heft 6 (6)
  • Heft 7 (7)
  • Heft 8 (8)
  • Heft 9 (9)
  • Heft 10 (10)
  • Heft 11 (11)
  • Heft 12 (12)

Full text

man die EGichbäume, das Kornfeld, das Bächlein, oder was 
es ſonſt ſei, ſieht ; weil man das überhaupt nicht zu jeder 
Jahres8zeit zu ſehen vermag. Das Bild gibt uns eine Er= 
innerung daran. | 
Za, damit habi ihr Recht. 
Aber wenn ihr ganz lebhaft einer Landſchaft, jo wie 
fie in der Wirklichkeit und wie ſie auf dem Bilde iſt, euch. 
erinnert, fällt euch no€ Anderes auf. 
Ihr bemerkt Unterſchiede. 
Auf dem Bilde wird man vom Anſchauen des EGich- 
haume8 oder des Kornfeldes, oder des Bächleins mit ſeinen 
Wieſenufern viel weniger abgelenkt als in der Wirklichkeit. 
Draußen auf der Wieſe befindet ſich dicht neben dem 
mächtigen Eichbaum ein niedriges ſehr blätterreiches Gebüſch; 
das ſieht rund und vergnüglich aus, aber es ſtört uns, den 
Eindruck von der ſtolzen Kraft des Baumes recht auf uns 
wirken zu laſſen. Jm Bächlein ſ<hwimmen Enten, und mit 
ihren Schwimmfurdhen verhindern ſie jenen gleichmäßigen 
Verlauf der Plätſcherwellchen, der erſt in uns recht lebhaft 
die Vorſtellung von einer heimeligen, unabläſſigen Melodie 
erweden würde (ihr wißt ja, daß wir dieſe Plätſc<ermelodie 
ſchon in uns empfinden, wenn wir die Wellen garnicht 
hören können, ſondern ſie nur ſehen). 
Aber auf jenen Bildern mit den 
dem Bach fehlen Gebüſch und Enten. | 
Ihr könnt ſolche Vergleiche zwiſchen der Wirklichkeit 
und den Bildern ſelbſt weiter fortführen. Und dabei werdet 
ihr no< etwas anderes bemerken. Der Eindruck iſt nicht 
nur ſo ſtark, weil allerlei fortgelaſſen bleibt, was ihn ſiören 
würde, ſondern weil noch beſonders ſtark hervorgehoben wird, 
was wir als eigenartig und als wirkung8voll an den einzelnen 
Dingen bezeichnen müſſen: am Eichbaum die knorrigen 
RAu3swüchſe, an den Rehen die zierlichen Bewegung der 
feinen Beine und des Halſes, an den fliegenden Vögeln 
die kräftige Umrißlinie ihrer großen Flügel. 
Wenn ich alſo vorhin ſagte, daß ein Bild in uns ein 
lebhaftes beſtimmtes Gefühl erwec>t, ſo verſteht ihr jeßt, 
was ich vamit meine. Es iſt die beſtimmie Stimmung 
de38 Bildes, die auf uns wirkt. 
Beim Eichbaum und beim Kornfelde haben wir ſie 
ſchon benannt. Bei dem Rehbilde wird es Freude am 
Lieblichen ſein, vor der Darſtellung der ziehenden Vögel 
eine Empfindung der Sehnſucht durch ihren ſtürmiſchen 
Jlug in unermeßliche Luftiweiten. Das Bild der liebenden 
Eichbäumen und mit 
Mutter mit ihrem Kinde erwe>t in uns ein Gefühl der 
Innigleit. 
Und die Porträt8? Einmal ſind es Perſonen mit 
ernſten bleichen Mienen, ſtarrer Haltung und in düſterer 
Kleidung; den Eindru> der Strenge und Herbheit, den das 
Bild dadurch macht, übertragen wir auf ihren Charakter; 
uns wird ernſt und beklommen vor dieſen Bildern. Ein 
anderes Mal wieder haben die dargeſtellten Leute rundliche, 
friſche Geſichtsformen und vergnügte Mienen; an ihrer 
hellen, reichen Kleidung ſind allerlei luſtige Bänder und 
Schmutcſtü>e angebracht; und die Haltung ihres Kopfes 
und Körpers iſt bewegt und anmutig. Solche Porträts 
ſtimmen uns heiter. 
Nur Ausdauer, nur Liebe zum Bilde braucht ihr, um 
alle3 Mögliche darauf zu finden. Und nun iſt euch das 
Bild lieb, in deſſen Darſtellung ſoviel hineingeheimniſt iſt 
an ſtarkem Gefühl, das in euch, in uns allen wiederklingt. 
Immer beſſer verſteht ihr, warum die Erwachſenen ihrer 
Bilder ſich freuen: Vieles, was wir an ſtarken und be- 
glücdkenden Gefühlen in uns hegen, wird aus der Vergeſſen- 
heit, in welche die notwendige Werktagsbeſchäftigung es 
verſinken ließ, gerade durch das Anſchauen eines ſchönen 
Bildes wieder gewect. 
 
Zwiſchen den Dornen und am Wege. 
Wie Eberhard v. Rochow Sculverbeſſerer 
wurde. Unter Friedrich dem Großen hatte der branden=- 
burgiſche Junker Eberhard v. Rochow als Offizier mit Aus= 
zeichnung gedient, war verwundet worden und zog ſich auf 
ſjein Gut zurück, wo er verſuchte, naß Möglichkeit ſeinen 
Bauern mit Rat und Tat während der langen Jahre der 
Teuerung, des Mißwachſes, der Krankheiten unter Vieh und 
Menſen beizuſtehen. Bei dieſem Bemühen aber machte er 
die traurige Grfahrung, daß ſeine beſten Ratſchläge nicht 
befolgt wurden, daß die Bauern dikköpfig am ſchlechten 
Alten feſthielten und ſtatt des Arztes dem Kurpfuſcher den 
Vorzug gaben. Laſſen wir ihn nun ſelbſi ſprechen? 
„In bitteren Gram verſenkt über dieſe ſ<re>li<en Folgen. 
der Dummheit und der Unwiſſenheit ſaß ich einſtmals (es war 
am 14. Februar 1772) an meinem Screibtiſ<e und zeichnete 
einen Löwen, der in einem Netze verwickelt daliegt. -- So, dachte 
ich, liegt auch die edle kräftige Gottesgabe Vernunfs, die doc< 
jeder Menſc< hat, in ein Gewebe von Vorurteilen und Unſinn. 
Dermaßen verſtrickt, daß ſie ihre Kraft ſo wenig, wie hier der Löwe 
die ſeinige, brauchen kann. Ac<h, wenn doch eine Maus wäre, die: 
einize Maſchen des Netzes zernagte, vielleicht würde dann dieſer 
Löwe ſeine Kraft äußern und ſic lo8machen können! Und nun 
zeichnete ich ebenfalls, als Gedankenſpiel, auc< die Maus hin, die 
ſchon einige Maſchen des Nege3, worin der Löwe verwidelt liegt, 
zernagt hat. Wie ein Blißſtrahl fuhr mir da der Gedanke durc< 
die Sache: Wie, wenn du dieſe Maus würdeſt? Und nun ent- 
hüllte ſich mir die ganze Kette von Urſachen und Wirkungen, 
warum der Landmann 19 ſei, als er iſt: er wächſt auf als ein 
Tier unter Tieren. Sein Unterricht kann nichts Gutes wirken.. 
Der gröbſte Mechanismus herrſcht in ſeinen Schulen. Sein 
Prediger ſpricht ho<=-:und er plattdeutſ<. Beide verſtehen ſid 
nicht. Die Predigt iſt eine zuſammenhängende Rede, die er wie: 
zur Frone hört, weil ſie ihn ermüdet, indem er, an Aufmertlen. 
. und Beriodenbau nicht gewohnt, ihr nicht folgen kann, ja ſelbjt,. 
wenn ſie gut iſt (und wie oft iſt ſie das?) das Bündige derſelben. 
bei ihm nicht Ueberzeugung wirkt. Niemand bemüht ſich, die 
Seelen einer Jugend zu veredeln. . . . 
Gott, dachte ich, muß das denn ſo ſein? Kann der Land-- 
mann, dieſe eigentliche Stärke des Staatskörpers, nicht auch) ver=: 
- hältnigmäßig gebildet und zu allem guten Werke geſchidt gemacht. 
Wieviel tüchtige Menſc<hen hätte 3. B. ic< in dieſen. 
Jahren nicht meinem Vaterlande gerettet, -die jezt ein Raub- 
ihrer entſezlichen Stumpffinnigkeit geworden ſind! Ia! Ich will. 
die Maus8 ſein. Gott helfe mir! Und nun ſc<rieb ic< gleich 
denſelben Morgen die Titel der 13 Kapitel, woraus mein Sc<ul- 
buch für die Lehrer der Landleute ſein ſollte, nieder und zwar 
auf die andere Seite des Blattes, worauf der Löwe, das NeB. 
und die Maus ſtand, welc<es Blatt ich zum Andenken bewahrte." -- 
E3 gibt noch heute Netze genug, in denen ſich der Löwe: 
Volkstum oder gar Menſchheit verſtrickt hat. Wer will mit. 
Maus ſein? 
werden ? 
z 
zB 
Lachen und vergnügt ſein. Wer nicht lachen kann,. 
iſt auch nicht geſund. Lache und ſei vergnügt, joviel wie möglich.. 
Es iſt Dir geſund. Alſo lache, wenn Du nar irgend Grund dazu 
haſt. Dann werden e3 auch die anderen Dir nac<hmaden, und 
es wird Dir wie ihnen gut tun . ... 
In glü&lichen Stunden zu lächeln und vergnügt zu jein iſt. 
feine Kunſt. Aber gerade, wenn Dir etwas Unangenehmes 
paſſiert, Du einen Mißerfolg erlebſt, ſo gib Dich nicht irgendwie 
verbiſſenem Aerger hin. Du machſt die Sache dadurch nicht. 
beſſer, und wenn Du Gegner oder Nebenbuhler haſt, haben ſie 
die größte Freude daran. Nein, überwinde Deine Mißſtimmung, 
überlege wa8 Du falſch gemacht haſt, nimm Dir vor, dieſen 
Fehler abzuſtellen =- und lächle wieder. Gerade die großen. 
Pfadfinder ihres Volkes waren faſt durc<weg gemütliche, luſtige,. 
offenherzige Menſchen. Ein Junge, der nicht die Ehre hat, zum. 
Pfadfinderkorps8 zu gehören, mag ſeufzen und jammern, wenn. 
er einmal bei einer Bergtour, einem langen anſtrengenden Mar/< 
ſchwitzen und durſten muß, Der ſich aber mit Stolz einen Pfad- 
finder nennt, der wird bei allen Mühen lächeln, ein Liedchen. 
pfeiſen und friſch ans Ziel kommen, 
(Au38: „Der Pfadfinder.)
	        

Cite and reuse

Cite and reuse

Here you will find download options and citation links to the record and current image.

Periodical volume

METS METS (entire work) MARC XML Dublin Core RIS Mirador ALTO TEI Full text PDF DFG-Viewer OPAC
TOC

Article

PDF RIS

Image

PDF ALTO TEI Full text
Download

Image fragment

Link to the viewer page with highlighted frame Link to IIIF image fragment

Citation links

Citation links

Periodical volume

To quote this record the following variants are available:
URN:
Here you can copy a Goobi viewer own URL:

Article

To quote this structural element, the following variants are available:
Here you can copy a Goobi viewer own URL:

Image

To quote this image the following variants are available:
URN:
URN:
Here you can copy a Goobi viewer own URL:

Citation recommendation

Kinderland (Januar 1911). 1911.
Please check the citation before using it.

Image manipulation tools

Tools not available

Share image region

Use the mouse to select the image area you want to share.
Please select which information should be copied to the clipboard by clicking on the link:
  • Link to the viewer page with highlighted frame
  • Link to IIIF image fragment

Contact

Have you found an error? Do you have any suggestions for making our service even better or any other questions about this page? Please write to us and we'll make sure we get back to you.

What is the fourth digit in the number series 987654321?:

I hereby confirm the use of my personal data within the context of the enquiry made.