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Kinderland (Januar 1911) (1911)

Access restriction

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Bibliographic data

fullscreen: Kinderland (Januar 1911) (1911)

Periodical

Persistent identifier:
025299433
Title:
Kinderland
Subtitle:
Blätter für ethische Jugenderziehung
Document type:
Periodical
Place of publication:
Berlin
Language:
German
Collection:
Pädagogische Zeitschriften
ZDB-Nummer:
2126434-X
Fußnote/Bemerkung:
Beil. zu: Ethische Kultur
Access restriction:
Siehe Bände

Periodical volume

Persistent identifier:
025299433_0011
Title:
Kinderland (Januar 1911)
Shelfmark:
02 A 760 ; RF 620 - 631
Document type:
Periodical volume
Publication year:
1911
Language:
German
Collection:
Pädagogische Zeitschriften
Access restriction:
Open Access

Periodical issue

Title:
Heft 1
Document type:
Periodical
Structure type:
Periodical issue
Collection:
Pädagogische Zeitschriften
Access restriction:
Open Access

Article

Title:
Leiden
Author:
Berg, Ingeborg
Document type:
Periodical
Structure type:
Article
Language:
German
Collection:
Pädagogische Zeitschriften
Link zum Katalog:
BBF0499426
Access restriction:
Open Access

Contents

Table of contents

  • Kinderland
  • Kinderland (Januar 1911) (1911)
  • Heft 1 (1)
  • Neujahrswünsche
  • Neujahrsmärchen
  • Leiden
  • Ein Märchen von ewiger Liebe
  • Heft 2 (2)
  • Heft 3 (3)
  • Heft 4 (4)
  • Heft 5 (5)
  • Heft 6 (6)
  • Heft 7 (7)
  • Heft 8 (8)
  • Heft 9 (9)
  • Heft 10 (10)
  • Heft 11 (11)
  • Heft 12 (12)

Full text

fich nicht8 aus Schweſterhens Tod! Und nun Ernſichen, 
ihr Spielgefährte, ihr kleiner Kamerad! Nie würde jie ihn 
wiederſehn, -- e8 war alles ganz hart und dumpf in ihr, 
aber weinen konnte ſie nicht; nein -- ſie lächelte ſpäter [o= 
gar, als Großmama rief und es ihnen ſagte. Die Schweſtern 
weinten und ſahen Ellen verächtlich von der Seite an, daß 
ſie lächelte, als Großmutter ſagte: „Klein Grnſt iſt bei Gott.“ 
Als der Frühling kam, tollten die Geſchwiſter herum, 
aber Ellen konnte noch nicht ſpielen und ſich freuen; ſie ging 
ällein umher und ſuchte ihren toten Spielgefährten. 
Ein Märchen von ewiger Liebe. 
Vor vielen tauſend Jahren türmte ſich auf dem ge- 
waltigen Gebirge der Rieſen, hoch über den Wolken, eine 
mächtige, prächtige Burg, in der die himmliſchen Götter 
wohnten. Die ſiebenfarbene Brücke des Regenbogens ſchwebte 
aus den Tälern der Erde zu ihr empor. Aber nur die 
Jüße der Götter vermochten die ſhwingende Brücke zu be= 
ſchreiten. Vor Menſchenfüßen zerfloß ihr farbiges Lichtband 
und zerging in den enteilenden Wolken. Inmitten der 
granitenen meilenlangen Mauer, die mit Zinnen und Türmen 
befeſtigt war, lagen zwölf einzelne Burgen, recten ihre 
Quaderwände in unermeßliche Höhen, und auf ihren ragen- 
den Steinwipfeln ruhten nachts die ſilbernen Sterne. Zwiſchen 
den Burgen dufteten die Fruchtbaumgärten, |prangen flare 
Waſſerquellen, leuchtete der Wald Glaſix mit dem goldenen 
Laub. Bunte tönende Vögel wiegten und ſchwangen ſich 
auf ſeinen Zweigen, daß die Blätter klangen. Hirſche und 
Auerochſen, Bären und borſtige Schweine hauſten in ſeinen 
Höhlen und Gründen. 
Die größte und herrlichſte Burg war Wuotans Burg. 
Unter ihrem grünen Dache dehnte ſich der zwölfe>ige Saal 
Walhalla, der ganz von Golde glänzte. Jünfhundertvierzig 
Türen führten zur Walhalla. Speere, Schilde Schwerter 
und allerhand Gewaffen zierten die Wände. Bärenfelle und 
Ruhebänke bede>ten den Boden des Saals. Eine ewige 
Freude feierte in Walhalla köſtliche Feſte. Die geſtorbenen 
Kämpfer und Helden der Erde lebten hier ein neues Leben. 
Die Walküren, die die Erſchlagenen von den Totenfeldern 
ver Schlachten zur Walhalla trugen, belohnten die Tapferen 
mit ergebenen Dienſten, mit Speiſe und Trank und reichten 
ihnen die goldenen Aepfel, die den Fröhlichen ewige Jugend 
ſchenkten. | 
Gott Wuotan war gewaltiger und herrlicher als alle 
Götter und Helden. Auf ſeinem blauen Mantel funkelten 
Sie Sterne. Sein Haar ſchien heller als Schnee und Eis. 
Mit ſeinem einen großen brennenden Auge ſah er alle Dinge 
ver Welt. Seine Finger hüteten das Licht der Erde, in 
ſeinen Händen ruhte die lebendige Sonne. 
EGine38 Tages wurde er müde, das Licht, das über den 
Menſchentälern auf= und niederging, zu entzünden und 
wieder mit Nacht zu bede>en. Da ſah er ganz zufällig, 
wie ein junger Held und eine ſchöne Walküre, die ſeinem 
Sitze naheſtanden, lange und wortlos und voll Liebe ein- 
ander in die blauen Augen blickten. Die beiden mögen 
geſchit ſein zu meinem Gewerke, dachte Woutan und winkte 
ſie zu fich. + 
„Wie heißt Du, mein Held?“ fragte er den Jüngling 
mit dem -rotfunkelnden Haar und den klarbli>enden Augen. 
„Morgenrot nenne ich mich", ſprach der Strahlende. 
„Und wie klingt Dein Name?" wandte ſich der Gott 
zur Walküre. 
„Abendröte bin ich, Walvater“, flüſterte die Jungfrau 
und neigte ſich tief zu den Füßen des Gottes. Blauſchwarze 
Häare beglänzten ihr liebliches Geſicht, und auf ihrer ſeiden- 
zarten Wangen ſtand ein roſiger Hauch wie von ſommer- 
lichen Roſen. 
 
Und Gott Wuotan lächelte, als ſich die Schönheit ver 
beiden in ſeinem Auge ſpiegelte. 
„Meine Kinder“, begann er, „iß will Euch ein himm=- 
liſches Amt geben, das ſoll Euer ſein bis die Dämmerung 
des lezten Tage3 über die Erde fällt, denn ich bin des 
ewigen Wechſelſpiel8 von Licht und Schatten müde geworden. 
Ic<h möchte in den goldenen Wald Glaſir reiten und den 
Aueroch8 jagen. I< mödte einmal ohne Mühe und Sorge 
ſein, möchte in Ruhe dampfendes Wildbret eſſen und über- 
fließende Methörner leeren und die kleinen Menſchentäler 
da unten vergeſſen. Gebt nun ac<t. Mein Morgenrot, 
Du ſollſt an jedem Tage die Sonne entzünden und ihrer 
warten bis ihre Strahlenfeuer ſo ſtark geworden ſind, daß 
ſie über die ganze Welt brennen. Sahſt Du, wie ich es tat?" 
„Ja, Walvater“, ſprach der junge Held. | 
„Und Du, liebliche Abendröte, fange an jedem Tage 
alle Lichtfunken ein, alle Farbenſprüher und Alltänzer, über- 
ſchatte mit deinem Haar die ſprudelnden Leuchtquellen und 
hüte das Glänzen der Nacht in Walhalla.“ 
„Ja, Walvater“, verſprach die Jungfrau. 
Und Morgenrot und Abendröte ſahen ſich mit ſeligen 
Blicken an. Da erkannte Wuotan, daß ſie ſi<ß liebten und 
ſegnete in ſeinem Herzen das Amt, das er ihnen verliehen 
' hatte. Dann gab er jedem Zeit und Stunde ſeines Sonne- 
dienſtes, ließ die brüllenden Stierhörner blaſen und ritt mit 
allen Göttern und Helden auf die Jagd in den goldenen 
Wald Glaſir. 
Nun waren die beiden Liebenden allein und gingen. 
jeder zu ſeiner Zeit, in Walhalla und warteten ihres heiligen 
Dienſtes. Aber ſie berührten ſich nicht in ihrer keuſchen 
Liebe, ſondern flohen einander. Sie träumten nur vonein- 
- ander und ſandten ihre roſigen Träume auſ ſelig ſegelnden 
Wolken eins zum andern, zu dem Tag oder zur Nacht. 
Aber in wenigen Nächten des Jahres, da Gott Wuoian 
das Licht der Sonne den Menſchen am längſten ſpendete, 
ſahen ſie ſich und erröteten voreinander und küßten jich mit 
einem einzigen ſüßen, hauchenden Kuſſe. . . 
Nach vielen Jahren kehrte Wuotan mit den Göttern 
und Helden heim nac< Walhalla. Sein Sinn war erfreut 
über die Treue der beiden Sonnewächter . . . und doch be= 
trübte e8 ihn, daß ſie über den heiligen Dienſt ihre ſelige 
Liebe zu einander verbannten. Und er rief ſie vor ſeinen 
herrlichen Sitz. | 
„Meine Kinder“, ſprach er, „Eure Treue mögen die 
Sänger der tiefen grünen Erde preiſen -- -- laßt mich 
Eure erhabene Liebe belohnen. I< will wieder jelber 
das Licht entzünden und .mit Nacht bedeken. Jhr aber ſollt 
Euch die Hände geben und Euch lieben als Mann und Weib.“ 
Da fielen die beiden vor ſeinen Füßen nieder und 
flehten: - 
„Walvater, laß uns das Licht hüten! Walvater, las. 
uns einander lieben mit dieſer ewigen Liebe!“ 
Und Wuotan bli>te fie an und lächelte. Dann hob er 
ſeine Hand und ſprach: „E38 ſoll ſein, wie Jhr bittet. Ihr 
ſollt dieſe Liebe tragen in die Ewigkeit, meine liebſten Kinder.“ 
Und noch bis auf dieſen Tag warten die Liebenden. 
ihres Dienſtes und berühren ſich n'<t in ihrer keuſchen Liebe. 
Sie träumen nur voneinander und ſenden ihre roſigen 
Träume auf ſelig ſegelnden Wolken eins zum andern. Aber 
in wenigen Nächten des Jahres . . zur Mittſommerzeit . . 
ſehen fie ſich und erröten voreinander und küſſen ſich mit 
einem einzigen ſüßen, hauchenden Kuſſe . . « Abendröte und. 
Morgenrot. Robert Walter. 
H. 
vs
	        

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