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Der Säemann : Monatsschrift für pädagogische Reform - 6.1912 ([N.S.]3)

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Bibliographic data

fullscreen: Der Säemann : Monatsschrift für pädagogische Reform - 6.1912 ([N.S.]3)

Periodical

Persistent identifier:
025857193
Title:
Der Säemann
Subtitle:
Monatsschrift für pädagogische Reform
Document type:
Periodical
Publisher:
Teubner
Place of publication:
Leipzig
Language:
German
Collection:
Pädagogische Zeitschriften
ZDB-Nummer:
2142586-3
Access restriction:
Siehe Bände

Periodical volume

Persistent identifier:
025857193_0006
Title:
Der Säemann : Monatsschrift für pädagogische Reform - 6.1912
Shelfmark:
02 A 1158 ; RF 537
Document type:
Periodical volume
Publication year:
1912
Collection:
Pädagogische Zeitschriften
Access restriction:
Open Access

Periodical issue

Title:
Heft 5
Document type:
Periodical
Structure type:
Periodical issue
Collection:
Pädagogische Zeitschriften
Access restriction:
Open Access

Article

Title:
Mitteilungen
Document type:
Periodical
Structure type:
Article
Language:
German
Collection:
Pädagogische Zeitschriften
Link zum Katalog:
BBF0735451
Access restriction:
Open Access

Contents

Table of contents

  • Der Säemann
  • Der Säemann : Monatsschrift für pädagogische Reform - 6.1912 ([N.S.]3)
  • Heft 1 (1)
  • Heft 2 (2)
  • Heft 3 (3)
  • Heft 4 (4)
  • Heft 5 (5)
  • Eindrücke von einer Schülerwanderung durch England
  • Die Jugend und die Parteien
  • Eine Neue Basis für den Geschichtsunterricht auf der Mittelstufe höherer Lehranstalten
  • Beobachtungen am Lebenden Tier
  • Schädlichkeit zu strammer Haltung beim Stitzen
  • Versagen und Abschreiben
  • Zur Entwicklung der Zeichenbegabung
  • Mitteilungen
  • Stimmen des Tages
  • Rückblick und Ausblick
  • Bücher
  • Aus Zeitschriften
  • Heft 6 (6)
  • Heft 7 (7)
  • Heft 8 (8)
  • Heft 9 (9)
  • Heft 10 (10)
  • Heft 11 (11)
  • Heft 12 (12)

Full text

 
STIMMEN DES TAGES 
235 
 
befördert werden, der überhaupt für den 
PerSonenverkehr zulässig ist. 
Daß die Schule nicht an den großen und 
Kleinen Fragen der Zeit achtlos vorübergeht, 
Heweisen die Aufsatzstoffe, die dieser Tage 
in der Qbersekunda eines ReformgymnaSiums 
im Westen Berlins zu bearbeiten waren: „Die 
Frau in Haus und Beruf, ein Gang durch 
 
die Ausstellung am Zoologischen Garten““, 
„Die Schundliteratur, ihre Gefahren und ihre 
Bekämpfung“ und „Die Naturschutzbewe- 
gung“. In dersgelben Obersekunda wurde 
unlängst ein Aufsatz über das Kinemato- 
graphentheater geschrieben und in der 
Untertertia Aufsätze „Im Lichtbildtheater“ und 
„Welche Schaufenster ich mir gern ansehe“. 
STIMMEN DES TAGES 
DIE SCHULE UNSERES VOLKES 
In dem Gesetzentwurf für das Volksschul- 
-wesen, der zurzeit in Sachsen beraten wird, 
Spielt die Frage der einheitlichen YVolks- 
:SChulorganiSation eine wesSentliche Rolle. 
Der Staat will es bei dem bisSherigen Zu- 
Stande der StandesSchulen belassSen, die Säch- 
-SiSche LehrerSchafit dagegen fordert die ein- 
heitliche VolkSsSchule, Die LöSung der 
Frage ist von grundsätzlicher Bedeutung für 
das ganze deutsche VolksSchulwesen. 
Ich bekenne von vornherein, die einheit- 
liche VolkSSchule, die von den Kindern aller 
StaatsSbürger ohne Ausnahme besucht wird, 
iSt und bleibt das1deal aller VolkSSchul- 
-OrganiSationen. Nur darf man dabei das 
Kind nicht mit dem Bad ausschütten. Man 
darf nicht die Eltern zwingen wollen, von 
jeglichem Privatunterricht abzuSehen. Was 
gefordert werden muß, ist folgendes: Aus 
ödifentlichen Mitteln darf keine andere Schule 
„errichtet werden als eine Schule, die für alle 
Kinder ohne Ausnahme eingerichtet ist. Daß 
'ein Solcher Zustand des YVolkSSchulwesens 
"möglich und gegSund ist, das beweisen nicht 
nur die Verhältnisse in Bayern, und vor allem 
-in München. Einen ungleich umfangrei- 
-cheren Beweis geben die Schulwesen der 
"großen Städte der Vereinigten Staaten Ameri- 
kas, die keine andere ElementarSchule kennen 
als die für alle Kinder gleichmäßig einge- 
“richtete „public School“. In München Sind 
zurzeit 72000 VolksSchulkinder in den Volks- 
'Schulen eingeschrieben. Außerhalb ihrer 
Mauern werden nach den Akten der Schul- 
"behörden lediglich etwa 300 Kinder im Alter 
 
von 6 bis 10 Jahren unterrichtet, teils im 
Privatunterricht, teils in einer Privatvolks- 
Schule für Kinder, die auf Grund ärztlichen 
Zeugnisszes vom Besuch der öffentlichen 
Volksschule befreit Sind, teils in einigen 
Vorschulen von höheren MädcheninsStituten, 
die noch vor dem Jahre 1896 genehmigt 
worden waren. Gerade der BeSuch diesSer 
Mädchenvorschulen ist ein Schlagender Be- 
weis, wie wenig Bedürfnis nach besonderen 
Standesvolksschulen in München besteht. Denn 
die drei oder vier Mädchenvorschulen, die 
wir Seit etwa 40 Jahren haben, zählten zu- 
Sammen niemals mehr als 80 bis 100 Kinder, 
obwohl zu keiner Zeit irgendwelche Schran- 
ken für die Aufnahme von Kindern in diese 
Schulen gesetzt waren. Natürlich gibt es 
Eltern, namentlich Solche, die aus Norddeutsch- 
land eingewandert Sind, die eigene Standes- 
Schulen für ihre Kinder lieber hätten. Aus 
öffentlichen Mitteln werden Sie aber nicht 
geboten. 
Nun ist es gar kein Zweifel, daß Kinder 
der gebildeten Stände im allgemeinen eine 
größere Reinheit der Sprache und eine grö- 
Bere Sicherheit im hochdeutschen Ausdruck 
mitbringen, wenn Sie in die Elementarklassen 
eintreten. Manche besgitzen auch einen we- 
Sentlich größeren und besSser ausgebauten 
Vorstellungskreis. Aber es iSt ebenso wahr, 
daß gerade die Sogenannten gebildeten 
Stände auch eine große Zahl von Kindern 
in die VolksSchule Schicken, die Sehr zer- 
fahren Sind, Schlechtes Gedächtnis begitzen, 
geringen Fleiß entwickeln“ und wenig am 
Unterricht teilnehmen. Dagegen beobachten
	        

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