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Der Säemann : Monatsschrift für pädagogische Reform - 6.1912 ([N.S.]3)

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Bibliographic data

fullscreen: Der Säemann : Monatsschrift für pädagogische Reform - 6.1912 ([N.S.]3)

Periodical

Persistent identifier:
025857193
Title:
Der Säemann
Subtitle:
Monatsschrift für pädagogische Reform
Document type:
Periodical
Publisher:
Teubner
Place of publication:
Leipzig
Language:
German
Collection:
Pädagogische Zeitschriften
ZDB-Nummer:
2142586-3
Access restriction:
Siehe Bände

Periodical volume

Persistent identifier:
025857193_0006
Title:
Der Säemann : Monatsschrift für pädagogische Reform - 6.1912
Shelfmark:
02 A 1158 ; RF 537
Document type:
Periodical volume
Publication year:
1912
Collection:
Pädagogische Zeitschriften
Access restriction:
Open Access

Periodical issue

Title:
Heft 8
Document type:
Periodical
Structure type:
Periodical issue
Collection:
Pädagogische Zeitschriften
Access restriction:
Open Access

Article

Title:
Stimmen des Tages
Document type:
Periodical
Structure type:
Article
Language:
German
Collection:
Pädagogische Zeitschriften
Link zum Katalog:
BBF0735606
Access restriction:
Open Access

Contents

Table of contents

  • Der Säemann
  • Der Säemann : Monatsschrift für pädagogische Reform - 6.1912 ([N.S.]3)
  • Heft 1 (1)
  • Heft 2 (2)
  • Heft 3 (3)
  • Heft 4 (4)
  • Heft 5 (5)
  • Heft 6 (6)
  • Heft 7 (7)
  • Heft 8 (8)
  • Zum IV. internationalen Kongress für Kunstunterricht, Zeichnen und angewandte Kunst
  • Religion und Dichtung
  • Der Deutsche Germanisten-Verband
  • Die Reformbewegung im naturwissenschaftlichen und mathematischen Unterricht und die Lehrbildungsanstalten
  • Das Problem der Auslese und die höheren Schulen
  • Mitteilungen
  • Stimmen des Tages
  • Rückblick und Ausblick
  • Zeitschriften
  • Heft 9 (9)
  • Heft 10 (10)
  • Heft 11 (11)
  • Heft 12 (12)

Full text

 
380 
STIMMEN DES TAGES 
 
Bonnot verleugnen. Können Sie Sich wirk- 
lich einbilden, daß der Staat den Pädago- 
gen feiern kann, der SyStematisch das 
Kind den Familien- und RasSeeinflüs- 
Sen entzog? Wollen Sie den Mann feiern, 
der als Prinzip aufstellte, daß die Soziale 
Ordnung eine künstliche und auf Konventi- 
onen aufgebaute ist, daß Selbst die Familie 
Sich nur dank Konventionen forterhält und 
der daraus für jeden von uns das Recht fol- 
gert, die Gesgellschaft nach eigener Laune 
umzugestalten ? Wir wiSssen alle, daß die Ge- 
Sellschaft noch nicht das Werk der reinen 
Vernunft ist, daß Sie nicht einen „Kontrakt“ 
zum Ursprung hat, Sondern viel gebheimnis- 
vollere Einflüsse, die außerhalb jeder indi- 
viduellen Vernunft die Familie, die Gesell- 
Schaft und jede MensSchheitsordnung forter- 
halten. Nicht im Augenblick, wo Sich in allen 
Parteien der franzöSiSchen Jugend eine kräf- 
tige Arbeit vollzieht, deren Früchte man Schon 
Sieht, um alle Formen der Anarchie zu be- 
kämpfen, dürfen wir den bedeutenden 
Aposztel und das Prinzip aller Anar- 
chien glorifizieren ... Sollten Sie dem 
Heiligen der Revolution die Ehrung nicht zu 
verweigern wagen? Ich Stimme gegen die 
Kredite. Mögen andereihre Bibel aus „Emile“, 
„DiScours Sur Vinegalite“ und „Contrat SO- 
cial“ machen. Ich höre RousSeau nur als 
einen Zauberer in Seinen großen Sympho- 
nien, aber Lebensratschläge verlange ich nicht 
von diesem extravaganten Mugiker.“ 
Viviani, der Berichterstatter des AusSchuS- 
Ses, iSt ein Redner von anderem Tempera- 
ment als der müde und kränkliche Barres. 
Der ehemalige revolutionäre und heute „re- 
publikanische“ Sozialist, dem ein MinisSter- 
portefeuille Mäßigung angewöhnte, versi- 
cherte, daß auch er nicht alle Sozialen Theorien 
RousSeaus annehme. „Aber kennt Barres 
viele Männer der Literatur und PhiloSophie, 
die Seine grausame Analyse vertragen wür- 
den? Reichen die Streitigkeiten der Stunde 
nicht aus? Können wir uns nicht wenigstens 
verSöhnen, wenn wir uns der Vergangenheit 
zuwenden und unserer großen Männer ge- 
 
denken? Wir wenden alle Sehr gern unsere: 
Blicke von dem Schändlichen Lob ab, das. 
BosSuet der Widerrufung des Edikts von 
Nantes zollte, um Sie nur auf Seine „Oraisons 
funebres“ zu richten. Wir vergessen alle die 
brutale und beinahe blutige Reaktion, an der 
zu Beginn des 19. Jahrhunderts Chateaubriand, 
dieser Sohn RousSeaus, gegen die liberalen 
Ideen mitwirkte, um nur hinter dem gering- 
wertigen Minister Ludwigs XVII. den un- 
Sterblichen Schriftsteller zu Sehen. Wahr- 
haftig wir müssen Sie fragen, warum Sie 
IhrerSeits weniger für RousSeau tun können. 
Das alles wird aber nicht verhindern, daß 
von unsgerem Sektierertum geredet wird.“ 
Viviani kennzeichnete dann RoussSeaus Ein- 
fluß auf die Revolution. „Er besaß als erster 
die Kühnheit, dem Begriff Sozialer Nützlich- 
keit, der die BasSis des KonSeryvativismus iSt. 
den Begriff Sozialer Gerechtigkeit, der die: 
Basis der Demokratie ist, gegenüberzustel- 
len. . . RousSeau half zur Bildung der mo- 
dernen Gesgellschaft durch Seinen Appell an 
die Gerechtigkeit. Ich frage Barres, ob er 
es ruhig mit angehen würde, wenn am 28.Juni 
die Regierung der Denkmaleinweihung Rous- 
Seaus fernbliebe, wo man Sich an diesgem 
Tage anSchickt, in Deutschland, in der 
Schweiz. . .“ -- ZwiSchenruf des Nationalisten 
Massabuau: „Ja, RouSSeau war ein 
Schweizer. Er war kein FranzoSse!“ 
--“ Yiviani: „Ich jahre fort, wo ich unfterbro- 
chen wurde: . . . da in Deutschland und der 
Schweiz die fremden Regierungsyvertreter Sich. 
dem Fest zugesellen werden, nur zu froh. 
aus ungeren Schwachen Händen das ruhm- 
reiche Erbe zu übernehmen, das wir in der 
BarresSchen Gefolgschaft fallen ließen.“ Stür- 
misScher Beifall unterbrach oft Vivianis Rede. 
Unterrichtsminister Guist'haus Erwiderung 
war beißender: „Weil Barres aus dieser Frei- 
heit, die er RousSeau vorwirft, den Vorteit 
zieht und das Regierungsprojekt zum Schei- 
tern bringen will, mag es mir gegtattet Sein, 
namens der Regierung der Kammer zu Sagen, 
daß wir das Gedächtnis des Mannes ehren 
wollen, der als erster das Prinzip der na
	        

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