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Arbeiter-Jugend - 10.1918 (10)

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Bibliographic data

fullscreen: Arbeiter-Jugend - 10.1918 (10)

Periodical

Persistent identifier:
027052486
Title:
Arbeiter-Jugend
Subtitle:
Monatsschrift der Sozialistischen Arbeiterjugend Deutschlands
Document type:
Periodical
Publisher:
Arbeiterjugendverl.
Place of publication:
Berlin
Language:
German
Collection:
Pädagogische Zeitschriften
ZDB-Nummer:
2176472-4
Access restriction:
Siehe Bände

Periodical volume

Persistent identifier:
027052486_0010
Title:
Arbeiter-Jugend - 10.1918
Shelfmark:
02 A 30 ; RF 641 - 647
Document type:
Periodical volume
Publication year:
1918
Collection:
Pädagogische Zeitschriften
Access restriction:
Open Access

Periodical issue

Title:
Heft 16
Document type:
Periodical
Structure type:
Periodical issue
Collection:
Pädagogische Zeitschriften
Access restriction:
Open Access

Article

Title:
Worauf es ankommt
Document type:
Periodical
Structure type:
Article
Language:
German
Collection:
Pädagogische Zeitschriften
Link zum Katalog:
BBF0573720
Access restriction:
Open Access

Contents

Table of contents

  • Arbeiter-Jugend
  • Arbeiter-Jugend - 10.1918 (10)
  • Heft 1 (1)
  • Heft 2 (2)
  • Heft 3/4 (3/4)
  • Heft 5 (5)
  • Heft 6 (6)
  • Heft 7 (7)
  • Heft 8 (8)
  • Heft 9 (9)
  • Heft 10 (10)
  • Heft 11 (11)
  • Heft 12 (12)
  • Heft 13 (13)
  • Heft 14 (14)
  • Heft 15 (15)
  • Heft 16 (16)
  • Worauf es ankommt
  • Ueber den Schlaf
  • Der Schimmel und die Wildsau
  • Auf dem Staffelberg
  • Das Tagebuch
  • Bücher für die Jugend
  • Aus der Jugendbewegung
  • Fremdwörter
  • Heft 17 (17)
  • Heft 18 (18)
  • Heft 19 (19)
  • Heft 20 (20)
  • Heft 21 (21)
  • Heft 22 (22)
  • Heft 23 (23)
  • Heft 24 (24)
  • Heft 25 (25)
  • Heft 26 (26)

Full text

152 = 
"Arbeiter-Iugend ia 
 
großes Konzert bloß für qlle veranſtaltet werden kann =- da3 ſind 
doh bloß äußerliche Geſichtspunkie, die das Weſen der Sache nicht 
berühren. 
Was alſo Genoſſe Schulz fordert, iſt prinzipiell längſt als richtig 
erfannt, und neu iſt höchſtens an ſeinen danken3werten AusSfüh- 
rungen, daß er einige fruchtbare -Konſequenzen des Prinzips für 
die Prarti3 unjerer* Bewegung darlegt, wohlgemerkt unter den 
Vorbehalten, die jetzt wirklich für alle, die hören wollen, genügend 
auseimandergeſeßt ſind. 
Wer aber befürchtet, der Geiſt unſerer proletariſ<en Bewe- 
gung könne darunter leiden, wenn wir in den engen Grenzen, wie 
es Heinrich Schulz andeutet, mit Andersgeſinnten in Berührung 
fommen, der beweiſt nur, wie wenig er von dieſem Geiſt dur<- 
drungen fein muß, um ihm, vielmehr ſeinem Bewußtſein, ein 
ſolc<e3 Armutszeugnis auszuſtellen. Jdeale und Ueberzeugungen, 
dic hermetiſch verſchloſſen werden müſſen, um nicht ramponiert zu 
werden, wenn ſie der friſchen Luft ausgeſjetzt werden, wären nicht 
wert, daß man irgendwie Weſens von ihnen macht. Daß aber 
der Schulung und Stärkung unſeres ſozialiſtiſchen Zufunftswillens 
unſere ganze Kraft und Freudigkeit gehören ſoll, darauf dürfen wir 
doc< auch "mit jenen! Jugendgenoſſen aus dem Berliner Norden 
Handſchlag wechſeln! 
Nun nod) ein Wort vom Kampf. Unjer Freund Jürgen 
Brand hat einmal die treffende Formel geprägt, unſere Abſicht 
ſei nicht die Aufforderung zum politiſchen Handeln, jondern die 
Erziehung zum politiſchen Denken. In der Tat, das 
Denken iſt die Vorbedingung zum Handeln, ſchon in der beſcheiden- 
ſten privaten Hantierung, und erſt rec<t in dem verwickelten Ge- 
triebe der Politik. Zum Fenſtereinſhmeißen bedarf e8 freilich 
nicht der Spur gedanklicher, geſchweige denn politiſcher Ueber- 
legung =- aber für uns, die wir uns in der Schule der modernen 
Arbeiterbewegung unſere Sporen verdienen, iſt es längſt aus- 
gemacht, daß der SozialiSmus etwas Ernſteres iſt als Kinderſpiel. 
Wenn darum ein anderes, von gegneriſcher Seite ſtammendes 
Wort unſere Bewegung als die Rekrutenſchule der Sozialdento- 
kratie <harakteriſiert, jo wollen wir ſtets eingedenk. jein, daß der 
Kampf an der politiſchen Front unter den Fahnen der 
Partei ausgefohten wird. 
EF 
Die Menſchen werden durch Geſinnungen vereinigt, durch Meinungen 
getrennt. Jene ſind ein Einfaches, in dem wir uns zuſammenfinden, dieſe 
ein Mannigfaltiges, in das wir uns zerſtreuen. Die Freundſchaften "der 
Jugend gründen ſich aufs erſte; an den Spaltungen des Alters haben die 
letzteren Schuld. Würde man dieſes früher gewahr, fo würde man viel 
verträglicher ſein und würde durch Geſinnung das wieder zu ſammeln 
ſuchen, was die Meinung zerſplittert hat. Goetue. 
Ueber den Schlaf. 
und ein Dritteil unſerer Leben3zeit, wahrſcheinlich ſogar 
etwas mehr, verbringen wir ſchlafend. Grund genug, nad 
; dem Weſen, der Urſache und dem Zwe> des Schlafes zu 
ragen! -- | 
Solange e8 denkende Menſ<en gibt, wurde denn auch tat- 
ſächlich danac< gefragt. Die alten Religionen ſchufen ſich ihre 
Götter des Schlafs, die mit dem Niedergang der Sonne-mild über 
die Lande fliegen und den Menſchen erquickenden Schlummer 
ſpenden; die Philoſophie erklügelte Deutungen für jenen ſonder- 
baren Bewußtſeinszuſtand, ſchrieb Bücher darüber und ge- 
langte do<h mit all ihren Grübeleien nicht an8 Ziel. Die Natur»- 
wiſſenſchaft kam ſchrittweiſe vorwärt3, und ſie ſoll aud) un3, wie 
ſo manche8 Mal, Wegweiſerin ſein zur Erkenntnis. Freilich, anm 
Ende des Erkennen3 iſt auch ſie noh lange nicht angelangt. 
Schlaf iſt ein in mehr oder weniger regelmäßigen Zeitabſtän- 
den ſtet3 von neuem wiederkehrender Zuſtand herabgeſeß- 
ter Leben3äußerungen irgendeines Lebeweſen35. Unter. 
den LebensSäußerungen, die vom Schlaf betroffen werden, ſtehen 
obenan die ſeeliſchen, die ihren Si im Gehirn haben; ſie Ic<heinen 
im tiefſten Schlaf faſt vollkommen zu ruhen; aber aud) andere 
Junktionen unſeres Körper38 werden durch den Schlaf verändert, 
wie wir ſehen werden. 
Solche regelmäßig ſich wiederholenden Zuſtände verminderter 
Lebensenergie, wie wir wohl ſagen dürfen, kennen wir ſ<on aus 
dem Pflanzenrei<. Um nur an das Allerbekannteſte zu er- 
innern: jedermann weiß, daß eine große Zahl von Blüten ſich 
mit Sonnenuntergang ſchließen, um ſich am nächſten Morgen der 
jungen Sonne wieder zu öffnen. Bei einer kleineren Zahl nehmen, 
wie man ſich leicht überzeugen kann, auch Blätter und Stengel mit 
Einbruch der Dunkelheit eine andere Stellung ein als am Tage. 
Und die Pflanzenkundigen haben noch eine ganze Reihe von Ver- 
änderungen feſtgeſtellt, die ſich gleichzeitig im Innern der Pflan- 
zen, im ihrem Stoffwechſel, wie man ſagt, abſpielen. 
Sclafende Tiere kennen wir alle. Und wir alle wiſſen, daß 
e3 Tiere gibt, die, entgegen menſchlicher Gewohnheit, am Tage 
ſ<lafen und des Nacht3 munter werden. Die Maus und der 
Löwe, der Nachtfalter und die Eule ſuchen nacht3 ihren LebenZ3- 
unterhalt und ruhen am Tag; einzelne Tiere, wie Kaze und Hund, 
ſchlafen bei Tag und bei Nacht, je naß Gelegenheit, aber meiſt 
nur furze Zeit auf einmal... Nod einen andern Schlaf kennen wir 
aus dem Tierreich: den Winterſchlaf. Das iſt ein ſchlafähnlicher 
Zuſtand, der monatelang andauert, eben über die ganze Zeit, 
während welcher die Tiere durch die Witterung38verhältmiſſe ge- 
hindert ſind, ihren Leben8unterhalt zu beſchaffen; er tritt um- 
gekehrt bei manchen Tierarten, namentlic in heißen Ländern, als 
Sommerſc<laf auf, während welcher Zeit die Tiere ohne dieſes 
Schutzmittel der Gefahr der Austro>knung ausgeſeßt wären. Bei 
'uns halten Fröſche und Infekten, Regenwürmer und Schneden, 
Igel und Murmeltiere und viele andere ihren Winterſchlaf. 
 
 
 
 
Der Schimmel und die Wildſau. 
“ Von Karl Bröger. 
er Sanitätsgefreite Johann Frieſer pfeift. Wenn Frieſer pfeift, 
D dann iſt ſicher der Herr Stabsarzt daran ſc<uld, der ihn wieder 
einmal gehörig angehaucht hat. Die führen nämlic) einen Krieg 
im Krieg, der Sanität8gefreite Johann Frieſer und dex Stabsarzt Dr. 
Salmonſohn. Das ganze Regiment weiß das und ergößt ſich weidlich 
über die Berichte, die über dieſen Privatkrieg umlaufen. 
Frieſer iſt fett, faul und frech, drü>t ſich bei jeder Gelegenheit und 
verſchwindet regelmäßig, wenn der Bataillonsſtab einrü>t, um für 
einige Stunden unſichtbar zu bleiben. Exſcheint ex dann wieder auf 
 
. der Bildfläche, iſt zehn gegen eins zu wetten, daß er auf den Beinen 
nicht mehr recht ſicher ſteht und im Umkreis einer Armlänge nach 
Alkohol duftet. Der Stabs8arzt Dr. Salmonſohn behauptet, daß Frieſer 
nod) an ſeinem, des Stab3arztes, Heldentod würde ſchuld werden. 
„Gefreiter Frieſer, wo haben Sie wieder geſte&t? Jett wird mir 
die Geſchichte aber zu dumm. Glauben Sie wirklich, man hat Sie nach 
Frankreich gefahren, damit Sie ſich jeden Tag vollſaufen? 
Sie dem Herrn Regiments3arzt melden. Verſtanden?“ 
Keine Wimper zu>t in dem derben, wie mit einem Zimmermanns3- 
beil zugehauenen Geſicht Frieſers. Die kleinen, immer etwas ver= 
Iniffenen Aeuglein ſchauen geradeaus in die Luft über den kleinen, 
zierlichen Stabsarzt weg, der kurz kehrt macht und in ſeiner Unterkunft 
verſchwindet. - 
Seit dieſem Anpfiff lehnt der Sanitätsgefreite Johann Frieſer 
an der Wand des noc< faſt gang erhaltenen Hauſe8, in dem der 
Bataillonö8ſtab untergebracht iſt, Lehnt dort und pfeift den ſchönen 
Choral: „Wer nur den lieben Gott läßt walten." Frieſer pfeift nämlich 
meiſten3 Kirehenliedex, " 
 
 
I< werde 
- das Pferd beginnt. 
Gine milde Oktoberſonne beſcheint das Dorf A. Blinzelnd gut 
Frieſer über die von hellen Lichtſtreifen durchzogene Straße, reibt ſich 
heftig und nachdenklich das von greulichen Bartſtoppeln beſtandene Kinn 
und ſchwenkt mit einem plößlichem Entſchluß um die Straßene>e. Ein 
halbdunkler Hausflur verſchlingt die ſtämmige Geſtalt. 
* 
Gegen Mittag geht Alarm, Schon den ganzen Vormittag iſt vor 
un3 geſchoſſen worden, doch war deutlich zu hören; daß es ſich dabei nur 
um kleine Patrouillenkämpfe handeln konnte. , 
Wir ſind auf der Dorfſtraße angetreten, Geſicht nach dem Gefechts8- 
lärm. Die Anordnungen und Kommando3 laſſen keinen Zweifel. Wir 
ſollen bald ſcharf ins Feuer kommen. Krankenträger und Hilfskranken- 
träger ſind bereits ausgetreten und um den StabSarzt verſammelt, 
Einer fehlt noch -- der Sanitätsgefreite Johann Frieſer. 
Der StabSsarzt tritt von einem Fuß auf den andern, zerrt wütend 
an ſeinem dunklen Stußbart und zeigt große Luſt, aus der Haut zu 
fahren. 
Das Regiment marſchiert. Wir vom zweiten Bataillon ſind Unter- 
ſtüßung, ſchließen alſo zuleßt auf. Eben kommt der Befehl: „Torniſter 
auf! Gewehr in die Hand!“ da hebt hinter uns cin Poltern und 
Rumpeln an, als ob das Haus einſtürzen wollte, 
Um die Straßened>de ſchiebt ſich langſam ein feldgraues Hinterteil. 
Die Füße mit aller Gewalt eingeſtemmt, ſcheint der Marin aus Leibe3- 
kräften an einem heftig widerſtrebenden Gegenſtand zu zerren, 
„Hundsheiter, franzöſiſcher! Willſt oder willſt net!“ 
Jet ſieht man aud“ da3. hochrote Geſicht des Sanitätsgefreiten 
Frieſer und dicht hinter ihm einen ſtruppigen, ungepflegten Pferdekopf, 
ſo daß wirklich ſchwer zu unterſ<eiden iſt, wo der Menſc< aufhört und 
Mit läſterlihen Schimpf- und Fluchworten reißt 
Frieſer die ſehr ſtörriſche Mähre am Zaum, lößt dazwiſchen einige Loo
	        

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