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Arbeiter-Jugend - 15.1923 (15)

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Bibliographic data

fullscreen: Arbeiter-Jugend - 15.1923 (15)

Periodical

Persistent identifier:
027052486
Title:
Arbeiter-Jugend
Subtitle:
Monatsschrift der Sozialistischen Arbeiterjugend Deutschlands
Document type:
Periodical
Publisher:
Arbeiterjugendverl.
Place of publication:
Berlin
Language:
German
Collection:
Pädagogische Zeitschriften
ZDB-Nummer:
2176472-4
Access restriction:
Siehe Bände

Periodical volume

Persistent identifier:
027052486_0015
Title:
Arbeiter-Jugend - 15.1923
Shelfmark:
02 A 30 ; RF 641 - 647
Document type:
Periodical volume
Publication year:
1923
Collection:
Pädagogische Zeitschriften
Access restriction:
Open Access

Periodical issue

Title:
Heft 4
Document type:
Periodical
Structure type:
Periodical issue
Collection:
Pädagogische Zeitschriften
Access restriction:
Open Access

Article

Title:
Die französische Rheinlegende
Author:
Rausch, Bernhard
Document type:
Periodical
Structure type:
Article
Language:
German
Collection:
Pädagogische Zeitschriften
Link zum Katalog:
BBF0575228
Access restriction:
Open Access

Contents

Table of contents

  • Arbeiter-Jugend
  • Arbeiter-Jugend - 15.1923 (15)
  • Heft 1 (1)
  • Heft 2 (2)
  • Heft 3 (3)
  • Heft 4 (4)
  • Die französische Rheinlegende
  • Im Gebiet des Ruhrkampfes
  • Walter von der Vogelweide
  • Die sozialistische Arbeiterjugendbewegung im Bezirke Ostsachsen
  • Aus der Bewegung
  • Die links von uns
  • Internationales
  • Heft 5 (5)
  • Heft 6 (6)
  • Heft 7 (7)
  • Heft 8 (8)
  • Heft 9 (9)
  • Heft 10 (10)
  • Heft 11 (11)
  • Heft 12 (12)

Full text

AröeifezougEeWB oo 81 
Der Dreißigjährige Krieg brachte Frankreich zwar noch nicht den ganzen Rhein, 
aber weiter große Teile des Elſaß, und der franzöſiſche Staatsmann Richelieu empfahl 
in ſeinem Teſtament, beim weiteren Eindringen nach Deutſchland „mit viel Vorſicht 
und unter ſanfter und verde>ter Haltung zu verfahren“. Als gelehriger Schüler 
Richelieus fiel Ludwig X1V., nachdem ihm die Reunionskammern (die damalige 
Reparationskommiſſion) die Vorwände geliefert hatten, mitten im tlefſten Frieden 
in die Pfalz ein, und nachdem im Jahr 1766 aud) Lothringen beſekzt worden, war 
der Oberrhein in die Hände Frankreichs gelangt. Die Revolution ſchien ihm nun aud) 
ven Niederrhein zu ſichern. Im Jahr 1813 reichte das franzöſiſche Reich vom Ebro 
bis nach Travemünde, und immer nod) ſtarren die Franzoſen wie gebannt auf jene 
Zeit und glauben, daß nach den Tiefpunkten 1815 und 1871 nun ihrs Wiederkehr 
gekommen ſei. - - 
Das ganze neunzehnte Jahrhundert hindurch hat die Sehnſucht nach der Rhein» 
grenze, nie aufgehört. Schon kurze Zeit nach den Befreiungskriegen (1823) lo>te der 
franzöſiſche Dichter und Staatsmann Chateaubriand den Zaren mit den Worten: 
» /8as der Bosporus für Rußland, iſt der Rhein für Frankreich.“ Den Sozialiſt 
Rroudhon erklärte, daß die Rheingrenze ein tief im Volk wurzelndes Ziel der fran- 
zöſiſchen Außzenpolitik ſei, und der Sozialiſt Louis Blanc ſchrieb 1843: „Die rheiniſche 
Frage iſt für Frankreich nicht eine Frage der Gebietserweiterung, ſondern eine Frage 
der nationalen Verteidigung.“ Obwohl Frankreich den Rhein in 400 Jahren nur drei- 
zehn Jahre lang beſeſſen hatte, hat die Glut do) ununterbrochen unter der Aſche 
fortgeglimmt, um bei jedem Luſthauch in hellen Flammen emporzulodern. Jetzt 
haben die Siegesklänge der Clairons*) im franzöſiſchen Maſſendenken den „Genius 
des Rheins“ wieder zu neuem, ſtürmiſchem Leben erweckt, und wir würden uns einer 
geführlichen Täuſchung hingeben, wenn - wir darin nur einen momentanen Stim 
mungsumſchwung der leichtbeweglichen franzöſiſchen Volksſeele erbli>en würden. Bei 
dem Gtreben nach der Rheingrenze handelt es ſich nicht um irgendein dem Wechſel 
unterworfenes politiſches Ziel; es lebt im franzöſiſchen Volk ſchiſalhoft und urge- 
waltig und iſt ix einem Jahrtauſend faſt zu einem ausſchlaggebenden Moment ſeines 
politiſchen Denßens geworden. = 
In einer für die franzöſiſche Rheinpolitik wegweiſenden Kammerrede hat der 
gefeierte Meiſter der franzöſiſchen Kulturpropaganda und glorreiche „Eroberer 
der elſäſſiſchen Seele“, Maurice Barrä&s**), am 30. Auguſt 1919 ausgerufen: 
„Es gibt einen Rheingenius, ein Schatz liegt in den Fluten des Nheins verſun?eon, 
Es ſoll Attilas Schaß ſein, ſagen die Nordlogenden. Wir glauben aber eher, es ſei der 
Schakßz Julius Cäſars und der Legionen. Welche Aufgabe für unſere Hiſtoriker und 
Künſtler!“ 
Für die Eroberung des Rheins ſind die Franzoſen bereit, jedes Opfer zu bringen. 
Mag ihnen auch Lioyd George vorhalten, daß weſtlich des Rheins Millionen Menſchen 
wohnen, die na Abſtammung, Sprache, Sympathien und Kultur unbedingt deutſch 
ſind, und Frankreich vor. den unvermeidlichen Folgen ſeiner Rheinpolitik warnen ---, 
ſie verichließen krampfhaft die Augen davor, daß dig ſpärlich quellende Menſchenkraft 
Grankreichs nicht in der Lage ſein wird, zehn Millionen Fremdſtämmige dauernd. in 
einer Zeit zu beherrſchen, in der der Begriff vom Selbſtbeſtimmmungsrvecht der Völker 
zu einem aktiven Faktor der Politik geworden iſt. Die wenigen beſonnenen Sozia- 
liſten, Pazifiſten und gediegenen Wirtſchaftskenner Frankreichs kommen gegenübor 
dem ſchidfathaften Nationalismus ihres Volkes, das ſein Heil nun einmal einzig in 
Der Rheingrenze erbli>kt, nicht auf. 
*) Sprich etwa: klärong == Horn, Trompete, 
**) Gprich: mohriß barrähß. 

	        

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