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Arbeiter-Jugend - 18.1926 (18)

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Bibliographic data

fullscreen: Arbeiter-Jugend - 18.1926 (18)

Periodical

Persistent identifier:
027052486
Title:
Arbeiter-Jugend
Subtitle:
Monatsschrift der Sozialistischen Arbeiterjugend Deutschlands
Document type:
Periodical
Publisher:
Arbeiterjugendverl.
Place of publication:
Berlin
Language:
German
Collection:
Pädagogische Zeitschriften
ZDB-Nummer:
2176472-4
Access restriction:
Siehe Bände

Periodical volume

Persistent identifier:
027052486_0018
Title:
Arbeiter-Jugend - 18.1926
Shelfmark:
02 A 30 ; RF 641 - 647
Document type:
Periodical volume
Publication year:
1926
Collection:
Pädagogische Zeitschriften
Access restriction:
Open Access

Periodical issue

Title:
Heft 10
Document type:
Periodical
Structure type:
Periodical issue
Collection:
Pädagogische Zeitschriften
Access restriction:
Open Access

Article

Title:
Das proletarische Klassenbewußtsein im Spiegel der sozialen Dichtung
Document type:
Periodical
Structure type:
Article
Language:
German
Collection:
Pädagogische Zeitschriften
Link zum Katalog:
BBF0772019
Access restriction:
Open Access

Contents

Table of contents

  • Arbeiter-Jugend
  • Arbeiter-Jugend - 18.1926 (18)
  • Heft 1 (1)
  • Heft 2 (2)
  • Heft 3 (3)
  • Heft 4 (4)
  • Heft 5 (5)
  • Heft 6 (6)
  • Heft 7 (7)
  • Heft 8 (8)
  • Heft 9 (9)
  • Heft 10 (10)
  • Eine wichtige Tagung
  • Arbeiter-Jugend
  • Der junge Engels
  • Was ist Transfer?
  • Das proletarische Klassenbewußtsein im Spiegel der sozialen Dichtung
  • Gegen den Alkohol!
  • Herbsttage in Thüringen
  • Die Arbeiterjugendbewegung und ihre Stellung zum Wandern und zu den Jugendherbergen
  • Jugendferien in Oesterreich - ein Vorbild für Deutschland
  • Warum du?
  • Das Lösegeld des Roten Hauptmanns
  • Das Weimarlied
  • Als ich zur Arbeiterjugend kam
  • Unter uns
  • Heft 11 (11)
  • Heft 12 (12)

Full text

za Arbeiter-Jugend. = 801 
erſtiden?" Das war es Ja, was die Empörung weckte und die Gemüter auſpeitſchte, 
Daß“ eine geringe Oberſchicht in allen Wollüſten des Lebens ſchwelgte, während die - 
große: Maſſe des Volkes buchſtäblich dem Hungertod nahe war.. Und von dieſer Zeit 
an werden die Dichter und Menſchenfreunde nicht müde, das Thema von den zwei 
Nationen im Volk immer wieder zu behandeln. Sei es, daß ſie das Bild gebrauchen 
von den Günſtlingen des Glücs, die auf der Sonnenſeite des Lebens. wandeln, 
während die Stiefkinder des Schiſals in den Niederungen des Elends dahintrotten, 
fei es, daß ſie wie Hein e dichten: „Es gibt zwei Sorten von Ratten, die hungrigen 
und die ſatten!“, ſei es, daß ſie die Menſchen einteilen in ſolche, die mit Sporen zur 
Welt kommen, und ſolche, die mit Sätteln geboren werden, =- immer und immer 
dreht es ſich um den Gegenſaß zwiſchen bergeshohem Reichtum und abgrundtiefer 
Armut. Die himmelſchreiende Ungerechtigkeit der tapitaliſtiſchen Geſellſchaft, die die 
faulen Drohnen amäſtet und die fleißigen Arbeitsbienen darben läßt, preßt dem 
Dichter die Frage ab: 
'„Warum ſchleppt ſich blutend, elend, 
Unter Kreuzlaſt der Gerechte, | 
Während glücklich, als ein Sieger 
Trabt auf hohem Roß der Schlechte?“ | 
Aber er wußte keine Antwort, ob der Herrgott oder der Teufel dabei ſeine Hand 
im Spiele habe, und mit bitterem Hohn wies er darauf hin, daß der Tod zuletzt mit 
einer Handvoll Erde den ungeduldig Fragenden die Mäuler ſtopft. Und doch ließ 
ihm die Ungerechtigkeit keine Ruhe mehr, und mit grimmer Satire ſchildert er den 
Lauf der Welt: 
Hat man viel, ſo wird man bald 
Noch viel mehr dazu bekommen, 
Wer nur wenig hat, dem wird 
Auch das wenige genommen. 
Wenn du aber gar nichts haſt, 
2<h, ſo laſſe dich begraben, 
Denn ein Recht zum Leben, Lump, 
Haben nur, die etwas haben. 
Hier ſehen wir die kapitaliſtiſche Gerechtigkeit in Reinkultur, und hier verſtehen 
wir auch den bitteren Groll des ſozial empfindenden Menſchen über das ſchreiende 
Unrecht, das den Arbeitern angetan wird. 
 
 
Gegen den Alfohol! 
Aus den hinterlaſſenen Papieren eines Arztes. 
zz, egeiſtert zitieren wir Schillers ſtolzes Wort: „Der Menſch iſt frei geboren, iſt 
5-3 ſrei!“ ---, wenn aber ein Kellner mit etwas ſpöttiſchem Lächeln uns mitteilt: 
47 „Bitte, hier iſt Weinzwang“, dann ſind wir jofort wieder Sklaven, laſſen 
uns Wein (oft was für Wein!) aufzwingen, ſtatt demonſtrativ das Lokal zu verlaſſen. 
Wenn man einem Patienten rät, den Alkohol zu meiden, bekennt er kleinlaut 
3a, ich möchte ſchon, aber das geht nicht, da uzen einen ja die anderen und 
lachen einen aus.“ . 
Idc) antworte ihm: „Wenn einer Ihrer guten Freunde käme mit einer Flaſche 
voll Schwefelſäure und ginge in Ihre gute Stube und begöſſe Ihnen ider Reihe 
nach Ihre beſten Möbel, das Sofa, die Polſterſtühle =“, was würden Sie machen 
mit dem guten Freund? Ihn am Geni> faſſen und vor die Tür jeßen, nicht wahr? 
Wenn aber derſelbe gute Freund Ihnen zumutet, daß Sie Ihren Magen, Ihre 
Leber, Ihre Nieren mit einem zerſtörenden Gift begießen, dann tun Sie's ohne 

	        

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