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Arbeiter-Jugend - 18.1926 (18)

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Bibliographic data

fullscreen: Arbeiter-Jugend - 18.1926 (18)

Periodical

Persistent identifier:
027052486
Title:
Arbeiter-Jugend
Subtitle:
Monatsschrift der Sozialistischen Arbeiterjugend Deutschlands
Document type:
Periodical
Publisher:
Arbeiterjugendverl.
Place of publication:
Berlin
Language:
German
Collection:
Pädagogische Zeitschriften
ZDB-Nummer:
2176472-4
Access restriction:
Siehe Bände

Periodical volume

Persistent identifier:
027052486_0018
Title:
Arbeiter-Jugend - 18.1926
Shelfmark:
02 A 30 ; RF 641 - 647
Document type:
Periodical volume
Publication year:
1926
Collection:
Pädagogische Zeitschriften
Access restriction:
Open Access

Periodical issue

Title:
Heft 10
Document type:
Periodical
Structure type:
Periodical issue
Collection:
Pädagogische Zeitschriften
Access restriction:
Open Access

Article

Title:
Als ich zur Arbeiterjugend kam
Document type:
Periodical
Structure type:
Article
Language:
German
Collection:
Pädagogische Zeitschriften
Link zum Katalog:
BBF0772059
Access restriction:
Open Access

Contents

Table of contents

  • Arbeiter-Jugend
  • Arbeiter-Jugend - 18.1926 (18)
  • Heft 1 (1)
  • Heft 2 (2)
  • Heft 3 (3)
  • Heft 4 (4)
  • Heft 5 (5)
  • Heft 6 (6)
  • Heft 7 (7)
  • Heft 8 (8)
  • Heft 9 (9)
  • Heft 10 (10)
  • Eine wichtige Tagung
  • Arbeiter-Jugend
  • Der junge Engels
  • Was ist Transfer?
  • Das proletarische Klassenbewußtsein im Spiegel der sozialen Dichtung
  • Gegen den Alkohol!
  • Herbsttage in Thüringen
  • Die Arbeiterjugendbewegung und ihre Stellung zum Wandern und zu den Jugendherbergen
  • Jugendferien in Oesterreich - ein Vorbild für Deutschland
  • Warum du?
  • Das Lösegeld des Roten Hauptmanns
  • Das Weimarlied
  • Als ich zur Arbeiterjugend kam
  • Unter uns
  • Heft 11 (11)
  • Heft 12 (12)

Full text

Arbeiker-Jugend 319 
ſolche Sachen, die uns Arbeiter ſpeziell angehen, damit es uns einmal. beſſer . geht. Ich 
Habe ja nun die Schule ſatt, aber ich glaube, in der Arbeiter-Jugend lerne ich gern noch 
mehr. Cin Junge war da, der war höchſtens 15 Jahre alt und hat ſchon tüchtig mit- 
geſprochen. Ob ich das auch bald können werde? - 
Zum Schluß kam das Schönſte: Sonntog wollten alle auf Fahrt gehen, und der Leiter 
ſagte extra zu uns beiden hin, die Neuen ſollten ruhig mitkommen. Wenn ich bloß darf! 
Dann ſagte ich zu Rudi „Auf Wiederſehen!" und ging nac<g Hauſe. Einer von den großen 
Jungen hatte denſelben Weg wie ich, und als er das merkte, ſagte er, er würde mich 
ſchnell ganz nach Hauſe bringen, es ſei beſſer. Ich hatte ja auch Angſt gehabt und freute 
mich nun eigentlich, aber vor ihm hatte ich noch mehr Angſt, denn ich hatte ja noch 
nie mit einem ſo großen Jungen geſprochen. Rudi zählt nicht, der iſt ja auch erſt vierzehn. 
Aber er erzählte ſehr luſtig von den Heimabenden und den Fahrten und fragte auch, 
ob ich Sonntag mitkäme. Bloß, ich konnte ihm immer nicht viel antworten, da ich do nicht 
„Du“ zu ihm ſagen konnte und mich ſchämte, „Sie“ zu ſagen, weil er mich dann ſicher aus- 
gelacht hätte. Und er hatte ja auch recht, und das nächſte mal ſage ich auch „Du“! 
Meine Mutter ſtand vor der Haustür und wartete auf mich. Zuerſt machte ſie ein 
böſes Goſicht, aber der Junge begrüßte ſie gleich, ſagte, daß er mich brav wieder abliefere, 
und bat meine Mutter auch, mich doch Sonntag mit auf Fahrt zu laſſen, ſie würden alle 
auf mich aufpaſſen. Und zum nächſten Heimabend möchte ſie doc ſelbſt mitkommen und ſich 
alles mal anſehen. Ich freute mich ſehr. Dann gab ich ihm die Hand, und er ſagte: „Na, 
dann Frei Heil bis Sonntag!" 
Meine Mutter ſchüttelte dann noch ein wenig den Kopf und ſagte: „Siehſt du, gleich 
den erſten Abend hat man dich nach Hauſe gebracht!“ Aber ſie meinte es nicht ſo, im Gegen- 
feil, ich glaube, ſie war froh, daß ſie mich nun in ſicherer Obhut wußte. Aber einſchlafen 
konnte ich noc lange nicht. Ich erzählte gleich alles, wie es geweſen war, bis meine 
Mutter ſagte, ich ſolle man nicht gleich zu eifrig ſein, ſonſt dürfe ich nicht mehr hin. Da war 
ich ſtill. Aber es war doch alles ſo neu und hatte mir ſo gefallen! Da wird doch nicht ſolch 
Unſinn gemacht, wie die Mädels in der Schule reden, oder wenn wir auf den Rummel gehen 
poder vor der Haustür ſind. Jetzt komm ich mir erſt richtig erwachſen vor! Und Sonntag 
geh ich mit auf Fahrt. Frei Heil! 
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Berlin, den 15. September 1926. 
Diesmal müſſen wir 
die Elberfelder SAI. 
zuerſt nennen. Sie hat 
ſür den Elberfelder 
Rundfunkſender 
unſer Gprechchorwerf 
„Jugendtag“ von Bruno 
Edchönlant zum Vor- 
trag gebracht und, wie 
berichtet wird, mit 
gutem Erfolg. Unſere 
ſozialiſtiſchen DOrganis- 
Jationen müjſen ſich 
einen viel ſtärkeren 
Einfluß auf die Rund»- 
funfprogramme ver- 
ſchaffen. Es herrſcht kein Zweiſel darüber, 
daß wir viel Gutes bieten können, -- nur Mut 
und herangegangen, wo die Vorausſezungen 
für eine Mitwirkung am Rundſunkprogramm 
gegeben ſind! Viele Tauſende Arbeiterſamilien 
ſind Radiohörer, ſie werden ſich freuen, wenn 
 
 
 
Aus der Werkſtaltk. 
ET.) WOH “I EI W. WAH 
Ef |. Si | 
4 ON) M. 3 q Ee 
 
ihnen die Arbeiterjugend öſters gute Leiſtun- 
gen :im Rundfunk bietet. Alſo -- bravo 
Elberfeld! . 
Von einer weiteren guten Sache iſt aus 
Hannover zu berichten. Unter Führung des 
Jugendſekretärs machten in der Zeit vom 19. 
bis 25. Juli einzelne erwerbsloſe Ju- 
gendgendſſen eine Wanderfahrt ins 
Weſerbergland und den Solling-Wald. Das 
Arbeitsamt verzichtete auf den Stempel und 
zahlte auch die Unterſtüzung für die Zeit 
weiter. Die Unkoſten der Wanderung für Ver- 
pflegung, Fahrgeld, Uebernachtung in Ju- 
gendherbergen zahlte die Organiſation. Ein 
Bericht von der Fahrt erzählt, wieviel Freude 
und Belehrung die Fahrtteilnehmer hatten. 
Es waren ein paar auſmunternde Tage für 
junge Menſchen, die das Schi>ſal ſchwer 
drückt. Ueberlegen wir einmal: Könnten wir 
nicht viel mehr ſolcher Fahrten oder ähnlicher 
Veranſtaltungen durchſühren, wenn wir in 
den größeren Ortsgruppen unſeres Verban- 
des nur etwas mehr Unternehmungsgeiſt wir» 
ken ließen? Es ſind bis jezt nur wenige 

	        

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