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Arbeiter-Jugend - 18.1926 (18)

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Bibliographic data

fullscreen: Arbeiter-Jugend - 18.1926 (18)

Periodical

Persistent identifier:
027052486
Title:
Arbeiter-Jugend
Subtitle:
Monatsschrift der Sozialistischen Arbeiterjugend Deutschlands
Document type:
Periodical
Publisher:
Arbeiterjugendverl.
Place of publication:
Berlin
Language:
German
Collection:
Pädagogische Zeitschriften
ZDB-Nummer:
2176472-4
Access restriction:
Siehe Bände

Periodical volume

Persistent identifier:
027052486_0018
Title:
Arbeiter-Jugend - 18.1926
Shelfmark:
02 A 30 ; RF 641 - 647
Document type:
Periodical volume
Publication year:
1926
Collection:
Pädagogische Zeitschriften
Access restriction:
Open Access

Periodical issue

Title:
Heft 12
Document type:
Periodical
Structure type:
Periodical issue
Collection:
Pädagogische Zeitschriften
Access restriction:
Open Access

Article

Title:
Gebt uns mehr Freizeit!
Author:
Suderow, ...
Document type:
Periodical
Structure type:
Article
Language:
German
Collection:
Pädagogische Zeitschriften
Link zum Katalog:
BBF0576978
Access restriction:
Open Access

Contents

Table of contents

  • Arbeiter-Jugend
  • Arbeiter-Jugend - 18.1926 (18)
  • Heft 1 (1)
  • Heft 2 (2)
  • Heft 3 (3)
  • Heft 4 (4)
  • Heft 5 (5)
  • Heft 6 (6)
  • Heft 7 (7)
  • Heft 8 (8)
  • Heft 9 (9)
  • Heft 10 (10)
  • Heft 11 (11)
  • Heft 12 (12)
  • Arbeiter-Jugend
  • Die dritte Generation
  • Lebenskunst
  • Neues von Fridericus Rex
  • Kriegsschäden in der Vergangenheit
  • Gebt uns mehr Freizeit!
  • Ein Rundgang durch Bremen
  • Die Entstehung des Weihnachtsfestes
  • Vom Pelzjäger, der Weihnachten überspringen wollte
  • Der Fritze
  • Freude an der eigenen Arbeit
  • Die zugedeckte Stimme
  • Wollmieze
  • Zwei Welten
  • Das Lösegeld des Roten Häuptlings
  • Bücher für die Jugend

Full text

364 Arbeiter-Jugend 
Gebt uns mehr Freizeik! 
Von Jugendpfarret SuUderow. 
8 Wer Grundſaß des Reichsgeſetzes für Jugendwohlfahrt: „Jedes deutſche Kind hat ein 
8 F* Recht auf Erziehung zur leiblichen, ſeeliſchen und ge jellſchaftlichen Tüchtigkeit“ darf 
 
/ teine Phraſe bleiben; er muß endlich zur Tat werden. Denn je mehr infolge der 
Mechaniſierung der Arbeit dem Beruf die Seele zu entſchwinden droht und er lediglich zum 
Erwerb wird, um ſo mehr iſt die Bildung des ſeeliſchen Menſchen aus anderen Quellen 
zu fördern. 
Es iſt das Bekenntnis all er Führer der deutſchen Jugend, daß ohne eine * ausreichende 
Sreizeit für die Jugend alles, was Jugendpflege und Jugendbewegung zum Heil der Jugend 
au erreichen vermag, nicht zur vollen Auswirkung gelangen kann und ſchließlich verkümmern 
muß. Daher hat der Reichsausſchuß der deutſchen Jugendverbände, in dem 70 Reichsjugend» 
verbände mit über 3:2 Millionen Mitgliedern vertreten ſind, einſtimmig erklärt, daß die 
gegenwärtige Regelung der Arbeitszeitfrage (nach der für die Lehrlinge, 
die jugendlichen Arbeiter und Angeſtellten eine mehr als zehnſtündige Tagesarbeit außer den 
Arbeitspaujen und der Zeit für den Weg von und zu der Arbeitsſtätte in Frage kommt) für 
die Jugend mit Rückſicht auf ihre körperlich-geiſtige Entwieklung und ihre geſamten Lebens- 
notwendigkeiten untragbar iſt. Er hat den baldigen Erlaß eines die Bedürfniſſe der 
Lehrlinge und jugendlichen Arbeiter und Angeſtellten gebührend berücſichtigenden Arbeits- 
zeitgeſeizes als dringend notwendig bezeichnet und unter anderem die Feſtſetzung einer Arbeits» 
wocdye von höchſtens 48 Stunden für erforderlich erachtet. Der Reichsausſchuß der deutſchen 
Jugendverbände hat ferner die geſetzliche Einführung von Ferien für die erwerbstätigen 
Jugendlichen als eine dringende Notwendigkeit bezeichnet und hat die Reichsregierung erſucht, 
jo ſchnell wie möglich eine Geſetzesvorlage einzubringen, die dr ei Wochen vegahlte Ferien 
jür erwerbstätige Jugendliche unter 16 Jahren und z wei Wochen bezahlte Ferien für 
erwerbstätige Jugendliche zwiſchen 16 und 18 Jahren gewährt. Er iſt überzeugt, daß, wenn 
nicht die Regelung der Arbeits- und Freizeit der erwerbstätigen Jugend von der Geſezgebung 
vald erfüllt wird, die geſundheitliche, geiſtige und wirtſchaftliche Volkskraft größten, dauernden 
GHaden erleiden muß. 
Der Reichsausſchuß der deutſchen Jugendverbände hat die Freude gehabt, daß rich ſeinen 
wohlbegründeten und einſtimmigen Forderungen ſämtliche großen Wohlfahrtsorgoni» 
ſationen, die Fachverbände der Aerzte, Verufsſchullehrer, die Organiſationen der Frauen- 
bewegung, der ſozialen Reform und der Jugendwohlfahrt angeſchloſſen, und daß auch Landes» 
jugendämter, unter anderen auch das Landesjugendamt Berlin, ihr zugeſtimmt haben. Der 
Reichsausſchuß erwartet von den Trägern des wirtſchaftlichen Lebens, daß ſie 'die Volks- 
notwendigteit dieſer Forderungen nicht verkennen und ihrer Durchführung keine Hinderniſſe 
entgegenſtellen. Hierbei ſind die konfeſſionellen Jugendverbände mit der ſozialiſtiſchen Arbeiter- 
jugend, die Jugendgruppen der Gewerkſchaften und Berufsorganiſationen, die Jugendgruppen 
der deutſchen Turnerſchaſt und aller politiſchen Richtungen, ſowie die Fülle der Jugendbünde 
der Jugendbewegung vollſtändig einig -- und es wird unmöglich ſein, dieſe einheitliche Front 
eines jugendlichen Willens zu durchbrechen. Alle Jugendverbände und auch andere Jugend- 
wohlfahrtsorganijationen haben auch ſchon Einrichtungen in Hülle und Fülle geſchaffen, um 
der Jugend, die ihren Urlaub förderſam verleben will, Jugendburgen und ſonſtige Freizeite- 
ſtätten zur Verfügung zu ſtellen; zum Teil aber weiſen dieſe Stätten jetzt noch einen kümmer» 
lien Beſuch auf, weil der Jugend leider die Zeit fehlt, dieſe Stätten aufzuſuchen, zu denen 
Jie brennend gern kommen mödcte und die ihr wahre Jungbronnen werden könnten. 
Es wäre eine Volksunglück, wenn die deutſche Jugend ſich ein Recht auf Freizeit durch 
Tariffämpfe erobern müßte, wenn Streik und Ausſperrung die Waffen in dem Ringen für 
eine ausreichende Freizeit ſür die deutſche Jugend würden. Nein, hier hat der Kamp! der 
Parteien kein Recht; hier kann nur ein Reichsgeſetß helfen, das die Frage der Freizeit 
für das ganze Reich) nach den Wünſchen der deutſchen Jugend regelt, Dieſes Geſetz müßte ein 
Geſchent des deutſchen Volkes an ſeine Jugend ſein. Auf dieſes Geſe wartet die deutſche 
Jugend, diejes Geſetz fordert die deutſ<e Ingend. Wer es ihr vorenthält, verſündigt ſich an ihx.
	        

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