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Arbeiter-Jugend - 18.1926 (18)

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Bibliographic data

fullscreen: Arbeiter-Jugend - 18.1926 (18)

Periodical

Persistent identifier:
027052486
Title:
Arbeiter-Jugend
Subtitle:
Monatsschrift der Sozialistischen Arbeiterjugend Deutschlands
Document type:
Periodical
Publisher:
Arbeiterjugendverl.
Place of publication:
Berlin
Language:
German
Collection:
Pädagogische Zeitschriften
ZDB-Nummer:
2176472-4
Access restriction:
Siehe Bände

Periodical volume

Persistent identifier:
027052486_0018
Title:
Arbeiter-Jugend - 18.1926
Shelfmark:
02 A 30 ; RF 641 - 647
Document type:
Periodical volume
Publication year:
1926
Collection:
Pädagogische Zeitschriften
Access restriction:
Open Access

Periodical issue

Title:
Heft 12
Document type:
Periodical
Structure type:
Periodical issue
Collection:
Pädagogische Zeitschriften
Access restriction:
Open Access

Article

Title:
Ein Rundgang durch Bremen
Subtitle:
Peter Stoll als Fremdenführer
Author:
Dantz, Karl
Document type:
Periodical
Structure type:
Article
Language:
German
Collection:
Pädagogische Zeitschriften
Link zum Katalog:
BBF0576979
Access restriction:
Open Access

Contents

Table of contents

  • Arbeiter-Jugend
  • Arbeiter-Jugend - 18.1926 (18)
  • Heft 1 (1)
  • Heft 2 (2)
  • Heft 3 (3)
  • Heft 4 (4)
  • Heft 5 (5)
  • Heft 6 (6)
  • Heft 7 (7)
  • Heft 8 (8)
  • Heft 9 (9)
  • Heft 10 (10)
  • Heft 11 (11)
  • Heft 12 (12)
  • Arbeiter-Jugend
  • Die dritte Generation
  • Lebenskunst
  • Neues von Fridericus Rex
  • Kriegsschäden in der Vergangenheit
  • Gebt uns mehr Freizeit!
  • Ein Rundgang durch Bremen
  • Die Entstehung des Weihnachtsfestes
  • Vom Pelzjäger, der Weihnachten überspringen wollte
  • Der Fritze
  • Freude an der eigenen Arbeit
  • Die zugedeckte Stimme
  • Wollmieze
  • Zwei Welten
  • Das Lösegeld des Roten Häuptlings
  • Bücher für die Jugend

Full text

Arbeiter-Jugend oo ooar 
nnd) dem bremiſchen Vorhafen Vegeſa>. Noch intereſſanter wäre es ja, gleich nach dem 
bremiſchen Seehafen Bremerhaven zu fahren, der im nächſten Jahr ſein hundertjähriges 
Beſtehen feiert. Aber das iſt eine Extratour, die mehr Zeit und Geld koſtet, als wir heute 
haben, 
Sür diesmal mag es genug ſein. In ein, zwei Tagen kann man wirklich nicht alles 
jehen. Eigentlich wollte ich euch ja nur das Stü> Bremen zeigen, wo ich zu Hauſe war, 
und ich freue mich, wenn auch ihr Gefallen daran gefunden. habt. Vielleicht weiß einer 
von eu daheim auch ſo eine Gegend, die ihm von Herzen lieb iſt. Wenn ich dann auf 
Tippelei bin und in eure Nachbarſchaft komme, dann will Peter Stoll der erſte ſein, der 
ſic) von euch herumführen läßt. Auf Wiederſehen! 
Die Eniſtehung des Weihnachtsfeſtes. 
4 pus ein anderes Feſt der Chriſtenzeit regt ſo ſehr die Frage nach ſeiner Entſtehung und 
Ws Entwictlung an wie das Weihnachtsfeſt, das eine ganz beſondere und ſelbſtändige Form 
G- Sder Feſtfeier darſtellt. So, wie wir Weihnachten jetzt feiern, tritt es im Rahmen 
der hriſtlichen Religion, der Kirche und ihres Feſtkalenders auf. Es iſt die Geburtstagsſfeier 
des GEtifters des Chriſtentums. Aber gerade durch einen ſolchen Hinweis auf ſeine kirchliche 
Bedeutung würde die Bedeutung des Weihnachtsfeſtes für das Volksleben in keiner Weiſe 
erſchöpft werden. Ja, man darf ſagen, daß gerade nur auf Grund der anderen, außer» 
kirchlichen Einflüſſe jene Volkstümlichkeit zuſtande gekommen iſt. Es iſt die Vereinigung und - 
Verſchlingung ganz verſchiedener Fäden, aus der das eigentümliche Weſen, der ſeltſame, 
unerſchöpfliche Reiz dieſes Feſtes hervorging. 
Mit dem Hinweis alſo auf die Geburtstagsfeier Chriſti iſt weder die volkstümliche 
Anziehungskraft des Weihnachtsfeſtes, noch ſeine Entſtehung und Entwicklung erklärt. Die 
häuslichen und anmutigen Zeremonien dieſer Feier ſind uns ſeit Kindheit ſo vertraut, ſo 
jelbſtverſtändlich geworden, ebenſo wie die <riſtliche Legende, die ſich mit ihnen verwoben hat, 
daß ſie uns in ihrer ſtarken Beſonderheit gar nicht mehr auffallen. Aber wir müſſen das 
bunte Gewebe auseinanderknüpfen. und die einzelnen Fäden, aus denen es ſich zuſammens- 
jezt, bloßlegen, um für die Herkunft des Feſtes und zugleich für die beſondere Geſtalt der 
Seſtfeier, die ſich in ihm verkörpert, eine angemeſſene Erklärung zu finden. 
Erſtens: die <riſtliche Legende von der Geburt Jeſu. Wir leſen ſie in einem leidlichen 
Griechiſch im Anfang des Lukasevangeliums. Ohne Zweiſel iſt dieſe Legende eines der beſten, 
reiſſten Erzeugniſſe der neuteſtamentlichen Erzählerkunſt. Sie zeigt das Gepräge einer guten, 
voltstümlichen Darſtellung und wurzelt jedenfalls in der märchendichtenden Künſtlerkraft 
des Volksgeiſtes. Lieſt man die betreffende Stelle im Lukasevangelium ohne <hriſtlich-kir<liche 
Nebengedanken durch, ſo wird einem ſofort der märchenhafte Zug des Berichtes nach ſeinem 
Inhalt ebenſo ſehr wie nach ſeiner Form deutlich werden. Elemente, die für uralte Märchen- 
und Mythengebilde bei allen Völkern <aratkteriſtiſch find, leben 'hier in ihrer urſprünglichen 
altertümlichen und herzlichen Friſche wieder auf. 'An einem unſcheinbaren, verborgenen 
Orte, in einer Stallhütte, ärmlich und hilflos, ſo wird der fünjtige Erlöſer der Menſchheit 
geboren. Aber ſofort begeben ſich Zeichen und Wunder, die ihr magiſches Zauberlicht in die 
unſcheinbare Geburtsſtätte hineinſtrahlen laſſen. Das iſt der Stil zahlreicher uralter Erlöſer» 
mythen, wie ſie vor allem der antike Orient gedichtet und geglaubt hat. Der Prophet Moſes, 
der Befreier ſeiner Nation, ein mit göttlichen Eigenſchaften ausgeſtatteter Volksheros, wird kurz 
nach ſeiner Geburt in einem Schilfkörbchen ausgeſetzt und treibt, ſcheinbar dem Tode verfallen, 
auf dem Nilſtrom; und dieſe Sage iſt nur 'der Sprößling einer anderen, ungleich älteren, 
wonad) der König Sargon, der Begründer des babyloniſchen Weltreiches, ganz ebenſo in Not 
und Verborgenheit das Licht der Welt erbliäte, die er ſpäter beherrſchen ſollte. --- In dieſer 
typiſchen Form erzählt nun auch das Neue Teſtament das anmutige Märchen von der Geburt 
des Welterlöſers. Sie kennzeichnet das Staunen des naiven Volksgeiſtes über das ewig alte 
und ewig neue Märchenwunder, daß das wärmende und leuchtende Licht des Lebens an 
dunkler, unſcheinbarer Stätte auſgeflammt iſt. 
Dieſe <riſtliche Legende, die aber keineswegs, wie wir ſehen, <rijtlichen Urſprungs iſt, 
mit ihrem bildhaften Zubehör, der Erſcheinung der Engel auf dem Felde, wo die Sjirten des 

	        

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