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Arbeiter-Jugend - 18.1926 (18)

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Bibliographic data

fullscreen: Arbeiter-Jugend - 18.1926 (18)

Periodical

Persistent identifier:
027052486
Title:
Arbeiter-Jugend
Subtitle:
Monatsschrift der Sozialistischen Arbeiterjugend Deutschlands
Document type:
Periodical
Publisher:
Arbeiterjugendverl.
Place of publication:
Berlin
Language:
German
Collection:
Pädagogische Zeitschriften
ZDB-Nummer:
2176472-4
Access restriction:
Siehe Bände

Periodical volume

Persistent identifier:
027052486_0018
Title:
Arbeiter-Jugend - 18.1926
Shelfmark:
02 A 30 ; RF 641 - 647
Document type:
Periodical volume
Publication year:
1926
Collection:
Pädagogische Zeitschriften
Access restriction:
Open Access

Periodical issue

Title:
Heft 12
Document type:
Periodical
Structure type:
Periodical issue
Collection:
Pädagogische Zeitschriften
Access restriction:
Open Access

Article

Title:
Der Fritze
Author:
B., E.
Document type:
Periodical
Structure type:
Article
Language:
German
Collection:
Pädagogische Zeitschriften
Link zum Katalog:
BBF0576981
Access restriction:
Open Access

Contents

Table of contents

  • Arbeiter-Jugend
  • Arbeiter-Jugend - 18.1926 (18)
  • Heft 1 (1)
  • Heft 2 (2)
  • Heft 3 (3)
  • Heft 4 (4)
  • Heft 5 (5)
  • Heft 6 (6)
  • Heft 7 (7)
  • Heft 8 (8)
  • Heft 9 (9)
  • Heft 10 (10)
  • Heft 11 (11)
  • Heft 12 (12)
  • Arbeiter-Jugend
  • Die dritte Generation
  • Lebenskunst
  • Neues von Fridericus Rex
  • Kriegsschäden in der Vergangenheit
  • Gebt uns mehr Freizeit!
  • Ein Rundgang durch Bremen
  • Die Entstehung des Weihnachtsfestes
  • Vom Pelzjäger, der Weihnachten überspringen wollte
  • Der Fritze
  • Freude an der eigenen Arbeit
  • Die zugedeckte Stimme
  • Wollmieze
  • Zwei Welten
  • Das Lösegeld des Roten Häuptlings
  • Bücher für die Jugend

Full text

376 Arbeiter-Jugend 
 
 
 
  
 
 
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Freude an der eigenen Arbeifk, 
/ 5 gehört 3u den ſchwerſten BVerſündigungen des Kapitalismus, daß er dem arbeitenden 
3" Menſen jeine Arbeit verleidet, ja, verhaßf gemacht hat. Der Hundwerfer des Mittel- 
Gf gliers freufe ſid über den Fortgang des Werkes, das er in Ruhe und mit allen Zutaten, 
die er für recht hielt, vollenden konnte. Der Maſchinenarbeiter, der jelbſt ein Stüs der Maſchine 
geworden iſt, die ihm immer gleiche Teilarbeit vorſchreibt, der gehezte Akkordarbeiter, der, 
um zu jeinem Geld zu kommen, jedes Stü im Flug fertig machen oder gls Teitarbeit weiter- 
geben muß: ſie alle können ſich der Arbeit, deren Zwe> ihnen oft verborgen bleibt, nicht 
freuen. Und der Flug der Heßjagd, des Lärms, der Erſchütterung macht ihnen ofi genug 
die Arbeit zur Hölle, deren ſie in karger Freizeit mit Abſcheu gedenken. Eins der vornehmſten 
Ziele des Sozialismus iſt, die Arbeit wieder zu adeln, ſie aus dem leidigen Mittel 
geguälten Lohnverdienens zum werkvollſſen Inhalt des Lebens zu machen. 
Inzwiſchen aber iſt es jedem möglich, ſich, als Inhalt ſeiner Freizeit, die eine oder die 
gndere Arbeit zu ſuchen, die ſeiner Neigung gemäß iſt und ihm das Bewußtſein gibt, etwas 
dem eigenen Weſen Entiſprecendes, ohne Zwang von außen, zu ſchaffen. Das kann im 
9eimnen, Schnißen, in Blumenpflege, im Sammeln ſchöner oder bemerkenswerter Gegen- 
ſfände der Natur oder des menſchlichen Schaffens beſtehen. Itom mehr fann eine auf- 
nehmende Tutigfeit jein: planvolles Leſen wertvoller Bücher, Wandern mit Beobachtang der 
Jatur, der geſchichtlichen oder künſtleriſchen Eigenart des Gebiets, und dergleichen mehr. 
Nie aber vergeſſen wir, daß wir nicht für uns allein im Leben fiehen, So guk 
es iſt, die eigene Perſönlichkeit zu entfalten, ſo bleibf ſie dod) in allen Fällen nur Stüc> 
eines Ganzen. Nur inder Gemeinſ<aft kann ſich der einzelne voll entwi>delm. Und 
der Gemeinſchaft joll er wiedergeben, was er in reichem Maße von ihr empfangen hat, Hier 
kann jeder, jei er auc) wenig begabt, eigene Arbeit leiſten. Hier kann er helfen, daß Neues, 
3uſammenhängendes wird, an deſſen Schaffen er Anteil hat. Hier kann und foll er ſic) als 
Yiitempfindender und Mitſhaffender fühlen. Ohne Trägheit, ohne leeren Ehrgeiz vnd klein- 
fiche Redthaberei: aus dem Bewußlſſein, an einer gemeinjamen Sade mitzuarbeiten, der 
Sreude, eigenes Wollen und Streben darin zu verkörpern. So kann jeder eigene Arbeit 
leiſten: Arbeit, die weiterlebt, wenn niemand mehr von ihm weiß. Das iſt dann die echteſte 
Freude am Milſchaſfen und an der Wirkung des Geſ<haffenen, die Freude an der eigenen 
Arbeit. 9. K&, 
CTEE 
 
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FE It ze: 
 
(Fe. r 
LEIER 
 
 
Die zugede&ie Stimme. 
FA in Knabe las in einem Märchenbuch. Doch da es heute nicht mehr ausreicht, nur 
5 I eines zu tun, ſo hatte er ſich außerdem einen Kopfhörer umgelegt und hörte Radio» 
Wf muſik. Wovon er mehr Genuß hatte, ob vom Märchen oder von der Muſik, wer 
wiil es jagen? Doch plötzlich ſchien ihm etwas zu mißſfallen. Im Ohr erklang es ihm: 
„Wir unterbrechen jetzt unſer Konzert und übermitteln Ihnen einen kurzen Tendenzbericht 
der Berliner Vorbörſe.“ 
Das intereſſierte den Knaben weniger als nicht, und er legte den Hörer hin. 
Jin der Erwartung, daß das Konzert bald wieder aufgenommen werden würde, mochte 
er nicht erſt ins Nebenzimmer gehen, um den Apparat abzuſtellen. Aber der Börſenbericht 
erilang jo laut aus dem Hörer, daß es ihn arg ſtörte. So ergriff er denn ein Kiſſen und 
de>te den Hörer zu. Die Stimme erſtarb. --- 
Doch nein! Gerade als er ſie nicht mehr vernahm, kam dem Siebzehnjährigen der 
Wedante: Iſt dieſe Stimme jetzt nicht mehr, nur weil ich ſie nicht höre? 

	        

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