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Arbeiter-Jugend - 18.1926 (18)

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Bibliographic data

fullscreen: Arbeiter-Jugend - 18.1926 (18)

Periodical

Persistent identifier:
027052486
Title:
Arbeiter-Jugend
Subtitle:
Monatsschrift der Sozialistischen Arbeiterjugend Deutschlands
Document type:
Periodical
Publisher:
Arbeiterjugendverl.
Place of publication:
Berlin
Language:
German
Collection:
Pädagogische Zeitschriften
ZDB-Nummer:
2176472-4
Access restriction:
Siehe Bände

Periodical volume

Persistent identifier:
027052486_0018
Title:
Arbeiter-Jugend - 18.1926
Shelfmark:
02 A 30 ; RF 641 - 647
Document type:
Periodical volume
Publication year:
1926
Collection:
Pädagogische Zeitschriften
Access restriction:
Open Access

Periodical issue

Title:
Heft 12
Document type:
Periodical
Structure type:
Periodical issue
Collection:
Pädagogische Zeitschriften
Access restriction:
Open Access

Article

Title:
Zwei Welten
Subtitle:
Zweigespräch ehemaliger Schulfreunde
Author:
Dehmel, Walter
Document type:
Periodical
Structure type:
Article
Language:
German
Collection:
Pädagogische Zeitschriften
Link zum Katalog:
BBF0576983
Access restriction:
Open Access

Contents

Table of contents

  • Arbeiter-Jugend
  • Arbeiter-Jugend - 18.1926 (18)
  • Heft 1 (1)
  • Heft 2 (2)
  • Heft 3 (3)
  • Heft 4 (4)
  • Heft 5 (5)
  • Heft 6 (6)
  • Heft 7 (7)
  • Heft 8 (8)
  • Heft 9 (9)
  • Heft 10 (10)
  • Heft 11 (11)
  • Heft 12 (12)
  • Arbeiter-Jugend
  • Die dritte Generation
  • Lebenskunst
  • Neues von Fridericus Rex
  • Kriegsschäden in der Vergangenheit
  • Gebt uns mehr Freizeit!
  • Ein Rundgang durch Bremen
  • Die Entstehung des Weihnachtsfestes
  • Vom Pelzjäger, der Weihnachten überspringen wollte
  • Der Fritze
  • Freude an der eigenen Arbeit
  • Die zugedeckte Stimme
  • Wollmieze
  • Zwei Welten
  • Das Lösegeld des Roten Häuptlings
  • Bücher für die Jugend

Full text

380 Arbeiter-Jugend 
„Ov, ſolltet ihr nicht mehr vom Leben verlangen? Seht ihr denn auch manchmal in ein 
gutes Theater?“ - 
„Ach, Theater! Solch langweiliger Quark!“ 
„Oder hört ihr wenigſtens gute Muſik?“ . 
„Jawohl, durch's Radio, die allerneueſten Sachen.“ 
„Lieſt du nicht auch mitunter ein Buch?“ 
„Auch das, ich bin Mitglied einer Leihbibliothek1" 
„Einer Leihbibliothek ?“ 
„Run ja, bei uns im Hauſe iſt doch ſolch kleiner Buchladen, die haben eine kleine 
Bibliothek; das Buch koſtet zwanzig Pfennig zu leihen. Viel Auswahl haben ſie ja nicht da, 
aber es iſt ſchön bequem!“ 
„Varum benutzt du nicht eine der großen ſtädtiſchen oder Volksbibliotheken, die doc) eine 
ganz andere Auswahl an guten Büchern haben? Zudem iſt die Leihgebühr aud) viel niedriger.“ 
„Nein, das iſt mir zu umſtändlich. Hier, darf ich dir 'ne Zigarette anbieten? Was, 'du 
biſt Nichtraucher? Lutſchſt wohl noch Bonbons, was? Denn biſt du wohl auch Abſtinenzler? 
Trinkſt du immer Limonade oder Selter, wenn die andern Vier trinken?“ 
„Id) gehe nicht in Kneipen oder Tanzlokale, brauche alſo auch keine Limonade, wenn 
andere Bier trinken.“ | 
„Ja, was machſt du denn in deiner Freizeit? Ho>ſt du immer zu Hauſe?“ 
„Ein paar Abende bringe ich allerdings zu Hauſe mit dem Lejen guter Bücher zu, die 
Übrigen verbringe ich im Jugendheim.“ 
„Jugendheim? Davon habe ich ja noch gar nichts gehört. Was macht ihr denn da?“ 
„Nun, wir hören Vorträge oder diskutieren über natur: und gejellſchaftswiſſenſchaftliche 
Themen; mitunter ſpielen wir Schach und andere Brettſpiele.“ 
„Das ijt mir unverſtändlich, abends könnte ich keine Sammlung aufbringen für ſolche 
Dinge. Nein, da will ich mich erholen und zerſtreuen. Und was machſt du Sonntags?“ 
„Da mache ich meiſt Wanderungen oder gehe in eine billige Theater-Volksvorſtellung.“ 
„Du biſt mir ein Rätſel, lieber Otto! Was du mir da erzählſt, iſt eine ganz fremde Welt. 
Rein, da bleibe ich ſchon lieber bei meiner Art zu leben und zu genießen. Man hat ſowieſo 
Ichon eine ganze Menge verſäumt durch die efelhaft lange Lehrzeit, =- Laß man, Ditto, wir 
verſtehen uns doch nicht! Auf Wiederſehen, meine Braut wartet!“ 
 
 
Das Löſegeld des Roten Häuptlings. 
Amerikaniſche Humoreske von OD. Henry. (Schluß.) 
Mit Zeichnungen von Jacobus Belſen. 
d) ſpazierte nach Pappelloch hinüber, ſaß eine Weite im Poſtamt und Kaufladen herum 
"Yen ichwatzte mit den Bauerntölpeln, die in Geſchäften hereinfamen. Ein Badcenbart 
jagte, er hätte gehört, daß Gipfelburg außer ſich ſei, weil der Sohn des Aelteſten 
Cbenezer Darſet geſtohlen wurde oder verloren ging. Das war alles, was ich wiſſen wollte. 
Ich kaufte etwas Rauchtabak, fragte beiläufig nach dem Preis jſchwarzgefle>ter Bohnen, gab 
heimlich meinen Brieſ auf und drü>te mich. Der Poſtmeiſter ſagte, in einer Stunde würde 
der Brieſträger vorbeikommen, um die Poſt nach Gipfelburg zu befördern. 
Uls ich zur Höhle zurückkam, waren Bill und der Junge nicht zu finden. Ich durchſuchte 
die Umgebung der Höhle und riskierte einen oder zwei Jodler, aber es kam keine Antwort. 
So zündete ich meine Pſeiſe an und ſetzte mich auf einen mooſigen Fle>, um die weitere 
Entwicklung der Dinge abzuwarten. 
„Nach zirka einer halben Stunde hörte ich die Büſche rauſchen, und Bill wankte auf die 
kleine Lichtung vor der Höhle. Hinter ihm kam der Bengel, behutſam ſchleichend wie ein 
Späher und mit einem breiten Grinſen auf dem Geſicht. Bill blieb ſtehn, nahm den Hut 
ab und wiſchte ſich das Geſicht mit einem roten Taſchentuch. Das Kindchen machte ungefähr 
acht Schritte hinter ihm halt. 
„Sam,“ jagte Bill, „vermutlich wirſt du denken, daß ich ein Renegat bin; aber ich konnte 
nicht anders. Ich bin ein erwachſener Menſch mit männlichen Neigungen und Inſtinkten
	        

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