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Arbeiter-Jugend - 19.1927 (19)

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Bibliographic data

fullscreen: Arbeiter-Jugend - 19.1927 (19)

Periodical

Persistent identifier:
027052486
Title:
Arbeiter-Jugend
Subtitle:
Monatsschrift der Sozialistischen Arbeiterjugend Deutschlands
Document type:
Periodical
Publisher:
Arbeiterjugendverl.
Place of publication:
Berlin
Language:
German
Collection:
Pädagogische Zeitschriften
ZDB-Nummer:
2176472-4
Access restriction:
Siehe Bände

Periodical volume

Persistent identifier:
027052486_0019
Title:
Arbeiter-Jugend - 19.1927
Shelfmark:
02 A 30 ; RF 641 - 647
Document type:
Periodical volume
Publication year:
1927
Collection:
Pädagogische Zeitschriften
Access restriction:
Open Access

Periodical issue

Title:
Heft 6
Document type:
Periodical
Structure type:
Periodical issue
Collection:
Pädagogische Zeitschriften
Access restriction:
Open Access

Article

Title:
Vom Gegner
Document type:
Periodical
Structure type:
Article
Language:
German
Collection:
Pädagogische Zeitschriften
Link zum Katalog:
BBF0772225
Access restriction:
Open Access

Contents

Table of contents

  • Arbeiter-Jugend
  • Arbeiter-Jugend - 19.1927 (19)
  • Heft 1 (1)
  • Heft 2 (2)
  • Heft 3 (3)
  • Heft 4 (4)
  • Heft 5 (5)
  • Heft 6 (6)
  • "Wieviel leichter habt doch ihr's..."
  • Zwanzig Jahre Kölner Arbeiterjugend
  • Unter der Herrschaft der Pickelhaube
  • Aus der Bewegung
  • Die Jugend in der Gesetzgebung
  • Vom Gegner
  • Was der Tag bringt
  • Die Arbeitsgemeinschaft
  • Kultur und Leben
  • Heft 7 (7)
  • Heft 8 (8)
  • Heft 9 (9)
  • Heft 10 (10)
  • Heft 11 (11)
  • Heft 12 (12)

Full text

*- 
  
Das Reichstrefſen der kommuniſtiſchen Iugend. 
Eigentlic< dürfte man vieje Ueberſchrift nicht anwenden, 
da es na< meinen Beobachtungen alles andere war als ein 
Jugendtreffen. Wo war die innere Begeiſterung, die Lam- 
burg beim ReihSijugendtag der SAT. 1925 durchzog. Selbit 
die Gegenden, in denen beſtimmt in überwiegender Mehrzahl 
kommuniſtiſ;e Anhänger wohnen, zeigten ſehr wenig 
Straßenſmmud und rote Fahnen. | 
Am erjten Oſtertag hatte im? Dienſt in unſerem Hamburger 
SehrlingSheim und freute mi daher, den Demonſtrations- 
zug auf dem Uarſ< zum Stadtpark vorbeiziehen zu ſehen. 
Das Bild, das ſich mir bot, war bis auf einige AuSnahmen, 
geradezu erſhütternd. Jugend, die aus ſic< heraus neue 
Formen verwirklichen und geſtalten will, zieht hinter oiner 
öden, faden Militärmuſik her. Im ganzen Zug zirka zehn 
Klampfen und Geigen. Die Rheinländer und ein paar Ham- 
burger Gruppen madctenw eine Ausnahme. Sie ſtachen mit 
ihren buntfarbenen Kleidern und Kitteln vom Zug ab, hoben 
das ganze Bild ein wenig. Und die übrigen? Rot-Front, ob 
- Ylädel, ob Jungen! 
Ein S<ild imponierte mir: „Gegen die Jlilitariſierung der 
Jugend!“ Eber a<H, kaum 350 Meter hinterher erſchien mit 
allem militäriſchen Klimbim Rot-Front-Iugend. 
Ueben den Jungen, Wlädeln und Uindern bildeten er- 
wachſene Hamburger Kommuniſten wohl den Hauptteil des 
Zuges. Zu dieſen gehörte auch eine Gruppe des Frauen- und 
Mäddenbundes. Wer dieſe 50 Frauen ſah, dem mußte ſich 
das. Herz im Ceibe umdrehen. Mit ausgemergeltem Körper, 
der: ſein ganzes Leben nichts anderes kennenlernte als 
Arbeit, Arbeit und no<mmal Arbeit, ſ<li<en ſie dahin, als 
ob ſie ihr bißhen Elend zu Grabe tragen wollten. Dieſen 
Frauen zolle ih meine hö<ſte Adhtung, aber was Td) nicht ver- 
itohen kann, iſt, daß dieſelben Frauen, die mit allen anderen 
vor 10 und 12 Jahren den Krieg, der ihnen Vlänner und 
Söhne nahm oder verſtümmelt zurükgab, verdammten, heute 
in Uniform und Müße den Wahnſinn mitmaden, der ſie 
damals ins Derderben führte. Sollten ſie -alle das Elend 
vergeſſen haben? 
Gehört denn das zu einem TIugendtag, werden manche von 
eu< fragen? Id ſelbſt habe mi au< gefragt, warum 
demonſtriert die Jugend niht allein? Wenn wir nach dem 
Grund ſuchen, müſſen wir gleich no<h einen Schritt weiter 
gehen und fragen: War es ein Jugendtag der kommuniſtiſchen 
Jugend oder war es ein Treffen des Rot-Frontkämpfer- 
Bundes? IH mödte das leßtere bejahen. Warum? Weil 
von den 5000 Jugendlihen und Rindern nur ungefähr 500 
als Iugend anzuſprechen war, alles andere war Rot-Front. 
Ein weiterer Beweis war die Abſhlußveranitaltung im Stadt- 
park. Don %6 Uhr bis ziemli? %8 Uhr wurden Reden 
gehalten. Da ſprachen KAusSländer, jogar ein revolutionärer 
Chineſe, Jugendführer und auch Thälmann. Was geredet 
wurde, war nict zu verſtehen, da iQ zu weit von der 
Tribüne abſtand und am Rande der Zuhörerſ<aft die Worte 
vom Cärm verſchlungen wurden. ES fanden neben den Reden 
allerlei ſportliche Deranſtaltungen ſtatt, Gruppen ſonderten 
fich ab, die gemeinſam jangen, Rinder, die „revolutionäre“ 
Kinderſpiele veranſtalteten, und das Würdigſte von allem, 
Gruppen, die ſich in der unflätigſten Weiſe am Boden rekelten, 
Sigaretten rauchend uſw. 
Ja, ja, ſo ein Jugendtag iſt dom nicht ganz ſo einfa, 
wie es auf dem Programm ausſieht. Tine Heerſchau der 
Mitglieder ſol doM immerhin die Gunlität einer Bewegung 
zeigen. XUimts von alledem! BiS auf die 500 Jungen und 
Mädel ſollen die Kommuniſten getroſt nod) einmal von vorn 
beginnen. Denn wer ſiQM der Jugend als Mitſtreiter an- 
ſchließt, muß wiſſen, daß dieſer Rampf um Uevues verpflichtet, 
Anforderungen an den Iugendlichen ſtellt, die nicht von jedem 
erfüllt werden Können. Den Kampf mit ſic? ſelbjit um des 
Uieuen willen, muß jeder ſelbſt beginnen! 
Wo war bei dieſer Deranſtaltung das große allgemein 
bindende Abſhiedswort, das alle «uſs neue mit dem zu- 
verſichtlichſten, bejahenden Gedanken „es wird“ erfüllt? Kein 
Abſchluß, kein großes gemeinſames Erlebnis, leer gingen 
ſie und fie waren doh ſo hungrig gekommen. Hoffen wir, 
daß die Jungen und Ylädel wenigſtens die Erkenntnis mit- 
genommen haben, daß mit ſolc&em „JIugendtag“ die Jugend 
nicht gewonnen werden kann. K. Meyer, zurzeit Berlin. 
Arbeiter-JIJugend 
Es geht 
 
 
  
 
 
WAS DER TAG BRINGTZ 
ZIMKSER SI MESIRETM N 
 
 
djon 10s! Die Prüfungsausſ<üſſe, die das Geſeß 
zur Wahrung der Jugend vor Sqhund- und Sc<hmußſdriſten 
dur<führen jollen, ſind noHQ nicht einmal gebildet; aber ſchon 
ijt die erſte Denunzierung zu verzeichnen. Das Organ des 
 
-Jungdeutſchen Ordens, „Der TIungdvoutſ<e“ bringt dieſs Be- 
jpreMung des Sprehmorwerkes „Seid geweiht!“ von Bruno 
Sdqyönlank: 
„Es iſt erſchütternd, zu beobachten, wie in dieſem zur Auſ- 
jührung als Chorſpiel beſtimmten Gedicht politiſches Gift 
tropfenweiſe den Herzen deutſcher Kinder eingeträufelt wird. 
Es iſt eine Derſjeuchung der jungen Generation, wie ſie 
ja<limmer nicht gedacht werden kann. Zier hätte das 
Jugendſ<ußgeſeß einmal Gelegenheit zu 
einem ſeſten Zusriff (!) Denn gerade die gelungene 
Kunjtform einiger dieſer Derje mat die in ihnen zum KUS- 
drum gelungende Demagogie immer gefährli<er.“ 
Der Jungdeutſ<e Orden an der Spiße der Mucker und 
Reaktionäre! Ihm gebührt die Palme, denn er hat nidht 
nur Zuerſt die Anwendung des Geſetzes verlangt, er fordert 
jogar gleich einen runden und netten Mißbraud der geſeß- 
lien Beftimmungen, denn Hier geht es nicht gegen Schund 
und S<muß, ſondern gegen die unbequeme Weltanſ<auung. 
Kus der Oſterwerbearbeit. In dieſem Iahr ſind für die 
Werbearbeit verhältnisSmäßig wenig Flugblätter angefordert 
worden. Es wäre aber verfehlt daraus den S<eluß zu ziehen, 
daß die Werbearbeit ungenügend gewefen iſt, denn gegen eine 
jolc<;e Dermutung ſpricht die Tatſache, daß von den Glük- 
wunſ<karten zur Jugendweihe der ADHrbeiter- 
jugend-Derlag allein 25 000 verkauft hat und daß eine ganze 
Reihe großer und kleiner Ortsvereine, auch Bezirke, wie 
Hamburg-Uordweiji, Thüringen und Ilittelelbe, ſich ſelbſt ſolche 
Glükwunf<karten anfertigen ließen. Plan darf alſo wohl 
ſagen, daß während der diesSjährigen Ofterwerbung 40 000 
Glükwunſf<Okarten zur Jugendweihe vow unſeren Gruppen 
verſ<ickt worden ſind. Da dieſe Karten dur<Oweg in die Hände 
von ſ<ulentlaſſenen Iugendlicen gekommen ſind, dürfen wir 
hoffen, daß dur<* dieſe Aktion viele neue Mitſtreiter ge2- 
wonnen wurden. 
Ueues vom Derlag. Das ſ<öne IFrühlingsſpiel 
„Oſterwaſſer“ von Rarl Eichler konnten wir no<h redtzeitig 
zum JTFrühling in einer zweiten Auflage von 3090 Stü (6. bis 
8. Tauſend) in verbeſſerter Ausſtattung neu herausbringen. 
(Preis wie bisher 50 Pf. Kufführungsre<t wird dur< den 
Kauf von 10 Exemplaren erworben.) 
Don unſerem deutſ<-böhmiſ&en Bruderverband kauften 
wir die Reſtauflage und die Derlagsrehte des kleinen ſozia- 
liſtiſ<en Spre<d<Gorſpiels von Ernſt Thöner „Der erijte 
Tag“. Da die Neſtauflage vor kurzem vergriffen war, haben 
wir eine Tenauflage von 3000 Stü, ebenſalls in ver- 
beſſerter Aufmadung, herſtellen laſſen, die in dieſen Tagen 
aus dem Dru erſ<ienen iſt. Der Dreis beträgt 50 Df., das 
Aufführungsre<t wird bei Abnahme von 20 Exemplaren 
erworven. 
Unſer großes neues Sprehdorſpiel zur Iugendwoilbe 
„Seid geweiht“ von Bruno Schönlank Hat in der jozialiſtiſhen 
Dreſſe ſowohl dur< den Inhalt als auc< in der Aufmachung 
eine begeiſterte Aufnahme gefunden. In Mannheim fand 
die Uraufführung dieſes Stückes ſtatt. Wie uns Ulannheimer 
Genoſſen mitteilten und wie dur< Seitungsberihte beſtätigt 
wird, hat die Aufführung eine tiefe na<haltige Wirkung 
ausgeübt, und einen glänzenden Eindruck Hinterlaſſen. JÜr 
mehrere große Städte iſt dieſes Spiel bereits für die nächſten 
Jugendweihen angenommen. So ſoll dieſes Weiheſpiel in den 
aroßen Jugendweihen im Herbſt dieſes Iahres im Großen 
Schauſpielhaus in Berlin zur Aufführung gelangen. 
In dieſem Buche ſind au<h die ſchönen Sc<herenſänitie von 
Hempol ſehr beachtet worden. Wir erteilten inzwiſ<hen die 
Abdrukerlaubnis der Bilder für mande andere Drueſace. 
Der Fahnenſ<winger fand bereits Derwendung für ein großes 
Werbeplakat, ſowie für die Aprilnummer der „Arbeiter- 
Jugend“. Aud unſer Ferienheimproſpekt ſ<hmüdgen zwei 
dieſer Hempelſchen Sqherenſ<nitte. | 
Techniſcher Sdwierigkeiten halber konnte die neue er- 
weiterte LKuflage unſeres umfangreichen Uotenlieder- 
buches „Das Dolkslied für Heim und Wanderung von
	        

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