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Arbeiter-Jugend - 19.1927 (19)

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Bibliographic data

fullscreen: Arbeiter-Jugend - 19.1927 (19)

Periodical

Persistent identifier:
027052486
Title:
Arbeiter-Jugend
Subtitle:
Monatsschrift der Sozialistischen Arbeiterjugend Deutschlands
Document type:
Periodical
Publisher:
Arbeiterjugendverl.
Place of publication:
Berlin
Language:
German
Collection:
Pädagogische Zeitschriften
ZDB-Nummer:
2176472-4
Access restriction:
Siehe Bände

Periodical volume

Persistent identifier:
027052486_0019
Title:
Arbeiter-Jugend - 19.1927
Shelfmark:
02 A 30 ; RF 641 - 647
Document type:
Periodical volume
Publication year:
1927
Collection:
Pädagogische Zeitschriften
Access restriction:
Open Access

Periodical issue

Title:
Heft 11
Document type:
Periodical
Structure type:
Periodical issue
Collection:
Pädagogische Zeitschriften
Access restriction:
Open Access

Article

Title:
Jugendtage in Ost und West
Document type:
Periodical
Structure type:
Article
Language:
German
Collection:
Pädagogische Zeitschriften
Link zum Katalog:
BBF0577242
Access restriction:
Open Access

Contents

Table of contents

  • Arbeiter-Jugend
  • Arbeiter-Jugend - 19.1927 (19)
  • Heft 1 (1)
  • Heft 2 (2)
  • Heft 3 (3)
  • Heft 4 (4)
  • Heft 5 (5)
  • Heft 6 (6)
  • Heft 7 (7)
  • Heft 8 (8)
  • Heft 9 (9)
  • Heft 10 (10)
  • Heft 11 (11)
  • Rot und Schwarz-Rot-Gold!
  • Max Westphal: Unsere Jugendschutzpolitik
  • Jugend voran in der Werbewoche der Partei!
  • Jugendtage in Ost und West
  • Unsere Internationale
  • Die Jugend in der Gesetzgebung
  • Rundschau
  • Vom Gegner
  • Die Arbeitsgemeinschaft
  • Kultur und Leben
  • Heft 12 (12)

Full text

246 
UnS ein Ständchen. Uac<h dem Frühſtück wanderten wir ge- 
meinſam durd) die alte Feſtungsſtadt. Em Rathaus fand die 
Morgenkundgebung ſtatt. Don der Treppe des Rathaujes 
wehten unſere roten Fahnen. Hier, an dieſer Stelle, wo no< 
vor wonigen Jahren vine Iugendkundgobung verboten wurte 
und die Jugendlichen mit verhaltenem Ingrimm dulden 
mußten, daß man dem Redner das vorgeſehene Referat unter- 
ſagte, hier ſtand inmitten all der roten Fahnen unſer alter 
Genoſſe, Landrat Shluhtmann. Warm und hHerzli? jpradh 
er zu uns. Nlächtig und begeiſtert erklang das Hod) auf die 
deutſche Republik. 
Unter Abſingung der Internationale ordneten wir uns 
zum Demonſtrationszuge. Hinaus vor die Stadt gings, wo 
ſich alt und jung auf der Wieſe tummelten. Sd<nell ver- 
gingen die Stunden und bald mußten wir die Heimfahrt an- 
treten. 
Der Weſeler Iugendtag wird von großer Bedeutung für 
unſere Iugendbewegung ſein. Wir haben an dieſem Tage den 
reaktionären Bürgern von Weſel gezeigt, daß wir mit aller 
Madt eintreten für unſere Ziele, für den SozialisSmus. Wir 
Haben uns in Weſel geſchworen, weiter zu ſ<affen an dem 
Werk, zu dem unſere Däter den Grundſtein legten. 
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Die internationalen Kundgebungen im Kusland. 
Die Aufrufe unſeres internationalen Exekutivkomitees, den 
Tag des zwanzigjährigen Beſtehens der Sozialiſtiſchen 
Jugend-Internationale au< in den einzelnen Derbänden ſeſt- 
lic; zu begehen, haben einen ſtarken Widerhall geſunden. 
Uober die Stuttgarter Deranſtaltung haben wir ausführlich 
berichtet. Außerdem haben 
Parallel kundgebungen ſtattgefunden. 
In Wien fand eine große internationale Kundgebung 
ſtatt; hier ſpra< der Dorſißende der Sozialiſtiſcen Iugend- 
Internationale, Genoſſe Karl Heinz. 
Im Amſterdam traf ſi) die ſozialiſtiſce Iugend im 
Üüberfüllton Stadttheater zu einer internationalen Kund- 
gebung. Klaas Too rnſtra und Ian Oudvo geeſt ſprachen 
Über die Bedeutung der internationalen Zuſammenarbeit. 
In Frankregeid fanden Kundgebungen in allen Teilen 
des Candes ſtatt, vor allem in Paris, Bordeaux und im 
Marne-Departement. 
In England wurden ebenfalls örtlic<e internationale 
Feiern dur<geführt. Berichte über Einzelheiten liegen nod) 
niht vor. 
In Spanien organiſierte die Landeszentrales Der- 
anſtaltungen über das ganze Land. Es wurde ein beſonderes 
Flugblatt herauSgegeben, das in 25000 Exemplaren ver- 
breitet wurde. 
In Belgien fanden ebenfalls zahlreiche Einzelveranſtal- 
tungen ſtatt, die beſonders in den Dienſt der antimitlitariſti- 
ſ<en Arbeit des belgiſchen Derbandes geſtellt waren. . 
Inder Tſ<edmoflowakei wurden ſowohl von der deut- 
ſen als au<* von der tichehiſhen Organifation internatio- 
nale Deranſtaltungen dur<geführt; zum Teil kam es zu 9ge- 
meinſamen Deranſftaltungen. Im Rieſengebirge fand ein 
intornationales Treffen zwiſchen deutſ<er, deutſ<böhmiſc<er 
und tj<e<hiſher Iugend ſtatt. 
Die polniſ<-e Organiſation hat die internationalen Der- 
anſtaltungen im Zuſammenhang mit dem Werbetag dur<- 
geführt, der Anfang Oktober abgehalten wurde. 
Au< in den ſkandinaviſ<cn Ländern haben zahl- 
reiße internationale Dernnſtaltungen ſtattgeſunden, jo daß 
wir mit autem Recht ſagen können, daß Ende Kuguſt und An- 
 
  
fang September in der ganzen internationalen ſozialiſtiſchen 
Jugendbewegung eindrucksSvolle und geſchloſſene Rundgebun- 
gen für die Ideen unſerer Sozialiſtiſchen Iugend-Internatio- 
nale dur<geführt wurden. 
Bodenſeearbeitsgemeinſc<haft der Sozialiſtiſchen Iugend. 
Em 24. und 25. September tagte in Konſtanz eine Konferenz 
der ſozialiſtiſmen Iugend in den Bodenſeeuferſtaaten. Wohl 
120 bis 150 Genoſſen waren aus Oeſterreich, der Schweiz und 
von den deutſchen SKI.-Gruppen zum Treffen gekommen. 
Samstag abend fand im Burghofſaal eine Iugendwerbeſeier 
Arbeiter-TIugend 
in: vielen deutſchen Städten 
Ur. 11 
ſtatt. Im Rahmen des reichhaltigen, dur<aus befriedigenden 
Programms jpra; der Kreisleiter, Genoſje Wilke-Singen. 
Für die Konſtanzer Sozialdemokratiſ<e Partei ſprach Land- 
tagsabgeordneter Genoſfe Großhans. LQSm Sonntag morgen 
fand im Waldheim der Arbeiterturner eine Führerausſpra<e 
über die Sd<haffung viner Bodenſecarbeitsgemeinj<haft der 
fjozialiſtiſchon: Ingend ſtatt. Die Ausſprache, die vom Genoſfen 
Mayer-Konftanz geleitet wurde, endete in voller Einmütig- 
keit. Es wurde ein QArbeiteausi<uß beſtellt und Richtlinien 
für die Arbeit geſchaffen. Die Arbeit bewegt fim im Rahmen 
der Beſchlüſſe der Sozialiſtiſchen Iugend-Internationale. Ueu- 
jahr 1928 findet in der S<weiz bei St. Gallen eine Arbeits- 
tagung ſtatt. WW 
in Zeitdokument. 
Die Firma Shwarßkopff in Wildau bei Königswuſterhaujen 
hat an den Dater eines Lehrlings, der als Ylitglied der 
Sozialiſtiſc<en Arbeiterjugend an dem Ivgendtag des BezirRs 
Brandenburg-Grenzmark teilgenommen hat, folgenden Brief 
geſärieben : 
Bertiner Viaſchinenbau-Kktien-Geſeltſ<aft 
vormals €. S<warßkopff. | 
Sie erbaten Urlaub für Ihren Sohn zum Zwetde der 
Teilnahme desſelben an einer Dereinsveranſtaltung und « 
wir erhielten daher erſtmalig davon Kenntnis, daß Ihr : 
Sohn einer Dereinigung angehört, ohne daß dazu pflit- 
gemäß unſere Zuſtimmung eingeholt worden iſt. 
Unter Hinweis auf 8 4, Abſaz 7, des Lehrvertrages 
ſtellen wir hierdurd< feſt, daß Sie bzw. Ihr Sohn eine Dilimt 
verna<Hläſſigt haben, die der Lehrvertrag auSsdrü>lih vor- 
ſchreibt und die gewiſſenhaft zu erfüllen Sie ſim? durd 
Unterſchrift verpflichteten. 
Wir laſſen Ihnen wiſſen, daß wir dieſe Unterlaſſung 
nicht ohne weiteres als unbeachtet gelten laſſen, da Sie mit 
Recht ja au< von uns verlangen, daß wir unjeren Der- 
tragspflichten Ihnen gegenüber gewiſſenhaft nachkommen. 
Wenn wir Ihrem Sohne den Urlaub bewilligten, jo geſchah 
dies nur aus beſonderen Erwägungen ausnahmsweiſe, 
jedom machen wir Sie na<drückli<ſt darauf auſmerkſam, 
daß wir zukünftig in keinem Falle wieder Ihrem Sohne 
Urlaub wegen DereinsSveranſtaltungen bewilligen werden, 
da die Dorbedingungen nicht erfüllt worden ſind. 
Sollte Ihr Sohn uns bezügli<h Derhalten oder Fleiß 
Deranlaſſung zur Unzufriedenheit geben, jo würden wir 
unbedingt verlangen, daß er ſofort aus der in Rede ſtehen- 
den Dereinigung austritt. BiS auf weiteres wollen wir 
die Angelegenheit auf ſich beruhen laſſen. 
Bohadchtungsvoll 
Berliner Dlaſhinenbau QA.-G. 
vormals €. Shwarßkopff. 
Werk Wildau. 
Doeppner. I. A. Ullmann. 
Die Firma S<hwarßkopff ſ<eint nicht zu wiſſen, daß wir 
ſeit 9 Jahren in einer Republik leben, die in ihrer Derfajſung 
jedem StaatsSbürger die volle Dereinigungsfreiheit ſiHerſtellt. 
Dieſes Recht wird auch dur< Privatverträge, die die Firma 
Sd<warßkopff veranlaßt, nicht berührt. Ihre Drohung iſt des5- 
halb dur<aus unangebradt; es iſt beſſer, ſie nimmt vor der 
Abfaſſung weiterer derartiger Brieſe von Gerichtzurteilen, wie 
dem nachſtehenden Renntnis: 
„In Berlin-Lichtenberg wurde von der Firma Oſenberg ein 
18Sjähriger LCehrling entlaſſen, weil er Mitglied des ReiS- 
banners Schwarz-Rot-Gold iſt. Der Arbeitgeber verbot ſeinen 
Lehrlingen überhaupt jede politiſ<e Betätigung in politiſchen 
Dereinen. Um die Uöglickeit zur ſportlichen Uebung zu 
geben, hatte die Firma einen „neutralen“ Sportverein ins 
Ceben gerufen. Die Erklärungen des Arbeitgebers genügten 
dem Gewerbegericht nicht als Begründung der Entlaſjung und 
es verurteilte Herrn Oſenberg zur Fortſezung des 
Cehrverhältnifſſes oder Zahlung einer Entſchädigung von 
1600 Mk. an den Kläger. Die ReidSverfaſjung jagt im 
Artikel 159 folgendes: „Die Dereinigungsfreiheit zur Wah- 
rung und Förderung der Arbeits- und Wirtſ<haftsbedingungen 
iſt für jedermann und für alle Berufe gewährleiſtet. LQlle 
Abreden und Maßnahmen, weldhe dieſe Freiheit einzuſ<rän- 
ken oder zu verhindern juen, ſind rechtswidrig.“ Mit dieſem - 

	        

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