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Arbeiter-Jugend - 19.1927 (19)

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Bibliographic data

fullscreen: Arbeiter-Jugend - 19.1927 (19)

Periodical

Persistent identifier:
027052486
Title:
Arbeiter-Jugend
Subtitle:
Monatsschrift der Sozialistischen Arbeiterjugend Deutschlands
Document type:
Periodical
Publisher:
Arbeiterjugendverl.
Place of publication:
Berlin
Language:
German
Collection:
Pädagogische Zeitschriften
ZDB-Nummer:
2176472-4
Access restriction:
Siehe Bände

Periodical volume

Persistent identifier:
027052486_0019
Title:
Arbeiter-Jugend - 19.1927
Shelfmark:
02 A 30 ; RF 641 - 647
Document type:
Periodical volume
Publication year:
1927
Collection:
Pädagogische Zeitschriften
Access restriction:
Open Access

Periodical issue

Title:
Heft 4
Document type:
Periodical
Structure type:
Periodical issue
Collection:
Pädagogische Zeitschriften
Access restriction:
Open Access

Article

Title:
Aus der Internationale
Document type:
Periodical
Structure type:
Article
Language:
German
Collection:
Pädagogische Zeitschriften
Link zum Katalog:
BBF0772214
Access restriction:
Open Access

Contents

Table of contents

  • Arbeiter-Jugend
  • Arbeiter-Jugend - 19.1927 (19)
  • Heft 1 (1)
  • Heft 2 (2)
  • Heft 3 (3)
  • Heft 4 (4)
  • Was willst du werden?
  • Wieder einmal: Jugendschutz
  • Die Sache ist erledigt
  • Die Sozialistische Arbeiterjugend im Jahre 1926
  • Aus der Internationale
  • Jugend in der Gesetzgebung
  • Aus der Bewegung
  • Was der Tag bringt
  • Die Arbeitsgemeinschaft
  • Kultur und Leben
  • Heft 5 (5)
  • Heft 6 (6)
  • Heft 7 (7)
  • Heft 8 (8)
  • Heft 9 (9)
  • Heft 10 (10)
  • Heft 11 (11)
  • Heft 12 (12)

Full text

78 - | Arbeiter-IJIJugend 
 
 
x Aus der Internationale * 
 
 
Maiaufruf der Internationale. 
Iugendgenoſſen! Iugendgenoſſinnen! 
In wenigen Wodjen vereinigt ſich die internationale 
ſozialiſtiſche Arbeiterſchaft wieder zu den Kundgebungen ihres 
Weltfeiertags für Sozialismus und Dölkerfrieden. 
Der erſte Wai 1927 ſieht die internationale ſozialiſtiſc<2 
Arbeiterbewegung im ſchweren Kampf mit den Mäüdcten des 
politiſ<en und ſozialen Rückſchritts und des nimmerſatten 
Imperialismus. Der Faſchismus hat in dem hinter uns 
liegenden Iahr neue Gebiete erobert und ſein Gewaltregiment 
gegen alle demokratiſchen und ſozialiſtiſchen Element2 ver- 
ſ<ärft. Die Anar<ie der kapitaliſtiſ<en Wiri- 
ſ<h<aftsordnung hält unvermindert an, UVlillionen und 
aber Millionen arbeitswilliger Hände ſind zum Uichtstun g2- 
zwungen, ihre Uot iſt das Druckmittel der Unternehmer für 
eine weitere Derſchle<hterung der Arbeits- und LebensS- 
bedingungen der Arbeiterſchaft. Dazu iſt die Welt beunruhigt 
dur< neue ernſte Rriegsgefahren in Amerika, Kſien 
und auch in Europa. Sozialiſtiſ<e Arbeiter-Internationale . 
und Internationaler Gewerkſ<aftsbund führen einen zähen 
und unermüdlichen Kampf gegen dieſe Gefahren, und die Ulai- 
feiern dieſes Jahres werden eine Generälmuſterung der 
Kräfte des Friedens und des Fortſ<ritts, des Sozialismus 
und der Dölkerbefreiung von eigener und ſremder Unter- - 
drückung ſein. 
Die ſozialiſtiſche Iugend ſteht an der Seite der Arbeiterſchafi, 
Denn die Uot der arbeitenden Klaſſe iſt ihre Uot, der Kampf 
der arbeitenden Klaſſe iſt ihr Kampf. Der Faſ<ismus 
hat die ſozialiſtiſqe Iugend in Italien drangſaliert und ver- 
folgt, hat ihrer Bewegung das Cebensre<ht aberkannt, er kat 
ihr in Ungarn und Litauen die Arbeitsmögli<Rkeit genommen, 
u7:d er wird überall da, wo es ihm gelingt, jein blutbefle>tes 
Banner aufzurichten, brutal und rückſichtsbos gegen die 
Organiſationen vorgehen, die es ſi zum Ziel geſezt haben, 
die Iugend zum Sozialismus und zur internationalen Soli- 
darität zu führen. 
Die ſoziale Reaktion richtet ſi<h mit aller Sc<ärje 
gegen die arbeitende Iugend. Tauſendfach iſt ſie heute der 
bitteren Uot der AKrbeitsloſigkeit ausgeliefert, ungezählte - 
junge Arbeiter und Arbeiterinnen verkümmern und verdorren 
in der Fron eines vielſtündigen Arbeitstages, im Elend der 
Unterentlohnung und der Wohnungsnot. 
Die Kriegsgefahr jteht dräuend über den Häuptern 
des arbeitenden Iungvolks, denn die Iugend wird die erſten 
Sturmbataillone des MilitarisSmus füllen müſſen, wenn der 
Kriegsbrand erneut die Dölker überzieht. Schon jekt wird in 
den ſtehenden Beeren der imperialiſtiſchen Staaton das Selbſt- 
bewußtſein des jungen Soldaten geknebelt und die friedens- 
willige Iugend vorfolgt und unterdrückt. | | 
Do<h dieſe Gefahren ſtählen unſeren Willen. Der Anſturm 
der Gegner ſteigert unſeren Kampfesmut. Die internationale 
ſozialiſtiſQmg Iugendbewegung ſteht Heute einiger und ge- 
fhloſſener da denn je. Die Maifeicrn werden es bekunden. 
n Dis ſozialiſtiſc<e Jugend iſt bereit! 
Wir worden den Parolen der Sozialiſtiſchen Arbeiter-Inter- 
nationales im Kampf gegen Faſchizmus und Kriegsgefahr. 
Folge leiſten. Wir werden mit der erwachſenen Arbeiterſ<aft > 
Proletariats. . 
- Wir ſtehen in gemeinſamer Front mit dom Internationalen 
Gewerkſ<haftsbund und der Sozialiſtiſchen Arbeiter-Inter- 
nationale für unſere Forderungen ſür Jugendſ<uß und 
Jugendreht. Bier iſt der Kampf auf der ganzen Linie auf- 
genommen. Die gefamte internationabe ſozialiſtiſqe Arbeiter- 
bewegung hat ſi< vereinigt in dem ernſten Willen, dem 
gemeinſam unſere. Pflimt erfüllen im Befreiungskampf des 
jungen Proletariat Shuß und Recht im Wirtſ<aftsleben zu 
Ur. 4 
ſchaffen, ihm- den Weg frei zu ma<en zu einem Leben des 
freudigen Ringens um eine neue Geſellſhaftsordnung. 
Die Maifeiern diefes Iahres müſſen uns Gelöbnis ſein, auch 
in dor Zukunft nicht in dem Beſtreben na<zulaſſen, Gefahren 
abzuwehren und der Arbeiterbewegung neue Fortſchritte er- 
kämpfen zu helfen. Dor allem wollen wir den Bli auf die - 
Aufgabe richten, die Maſſen der jungen Arbeiter- 
ſ<aft in unſeren Reihen zu organiſieren. | 
Millionen müſſen unter unſeren roten Jahnen marſchieren! 
Indifferente, Irregeleitets, Müde und Derzweifelte müſſen 
wir zu gewinnen ſuchen für die hohen Siele unſeror Bewe- 
gung, denn das ganze Proletariat muß es ſein, wenn wir 
ſiegen wollen. | 
In dioſem Sinne: Auf zu den Maiſeiern! 
Es lebe die internationale ſozialiſtiſche Iugendbewegung!" 
Das Bureau der Sozialiſtiſhen IJugend- 
Internationale: | = 
Karl Heinz-Wien, Joſef de Graeve-Gent, Eri? Ollen- 
hauser- Berlin, Ernſt Paul-Prag, Richard Lindſtröm - 
Sto>holm, Koos Dorrink-Amſterdam. 
 
 
x Jugend in der Geſeßgebung X 
 
 
Die Jugend und das Luſtbarkeitsgeſeß. | 
Der ReihsauSsſ<uß der deutſ<en JIugend- 
verbände hat an den Reichstag folgende Eingabe gerichtet: 
„Der Reichsausſ<huß der deutſchen Iugendverbände erklärt 
zu dem Entwurf eines Geſetzes über den Schuß der Iugend bei 
Cuſtbarkeiten, daß er geſeßliche Maßnahmen zum Sduß der 
Jugend für wünſc<enswert hält bei Deranſjtaltungen wie 
Rummelplägen, Tanzdielen, Kabaretts, ſoweit dieſe geeignet 
ſind, die Iugend geiſtig, ſittlic und Körperlid) zu geſährden. 
Der Rei<Sausſhuß iſt der Meinung, daß die Fajſung ein2s 
ſold;en Geſeßes eindeutig die Möglimkeiten ausſ<hließen muß, 
es zu Beſchränkungen des politiſ<en, geiſtigen und kultu- 
rollon Oebens unſeres Dolkes anzuwenden, die nur formal mit 
der ZugendſHußaufga“e des Geſezes begründet werden können. 
Der Reihsausſ<uß der deutſchen Iugendverbände erſucht 
* daher, in der jezt vorliegenden Faſſung des Geſezes die im 
S 1, Abſ. 3 enthaltenen Worte: „als ſolder“ zu ſtreichen, 
forner erſucht der ReichsSausſhuß, dem 8 i nod einen nouen 
Abſaß 3a mit folgendem Wortlaut einzufüge: 
„Don dem Geſeze werden nicht betroffen kKünſtleriſc<e und 
wiſſenſ<sftlihe Deranſtaltungen und Sdauſtellungen, 
-Kunſtausſtellungen, ſowie die Deranſtaltungen der DolkS- 
bildungsorganiſationen, Iugend- und Sportverbände.“ 
Der Reichsausſ<uß der deutſchen Iugendverbände iſt ferner 
doer Auffaſſung, daß der durc; das geſamte Gejeß erſtrebte 
Sdquß der Jugend nur Hilfsmittel ſein kann. Wertvoller und 
wichtiger iſt die tatkräftige und ausreichende ſtaatliche Unter- 
ſtüzung uad Fördzrung der öffentlichen Einrictungen und 
freion Organiſationen, die der IJugenderziehung dienen und 
ſich. die Heranbildung eines körperlidh, geiſtig und ſeeliſch ge- 
ſunden Uachwucſes zum Siel geſeßt haben. -- 
* Die Arbeitsloſenverſicherung. 
Gegenwärtig wird im Reichstag das Geſez über „Arbeits- 
loſenverſiherung“ beraten. Dana< ſollen au< alle jugend- 
lichen Arbeiter und Arbeiterinnen, die auf Grund der ReiMS- 
verſiherungsordnung oder des ReidsknappſdhaſtsSgejeges 
krankenverſicherungspflichtig ſind, Beiträge für die ArbeitsS- 
loſenverſicherung zahlen. Derſicherungsfrei ſollen dagegen 
die Lehrlinge bleiben, ſofern ſie auf Grund eines Lehr- 
vertrages von mindeſtens zweijähriger. Dauer beſchäftigt - 
werden. Die Derſicherungsfreiheit ſoll ſe<s Ylonate vor 
Beendigung des Cehrverhältniſſes ihr Ende erreichen. 
Für Arbeitsloſe unter 21 Jahren Jjoll die Gewährung einer 
Unterſtüzung von einer Krbeitsleiſtung abhängig gemacht 
wevden. Für Mehraufwendungen, die den Arbeitslofen bei 
gewiſſenhafter Erledigung der ihnen zugewieſenen Arbeiten 
entſtehen, ſollen ſie angemeſſen entſ<ädigt werden.
	        

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