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Arbeiter-Jugend - 19.1927 (19)

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Bibliographic data

fullscreen: Arbeiter-Jugend - 19.1927 (19)

Periodical

Persistent identifier:
027052486
Title:
Arbeiter-Jugend
Subtitle:
Monatsschrift der Sozialistischen Arbeiterjugend Deutschlands
Document type:
Periodical
Publisher:
Arbeiterjugendverl.
Place of publication:
Berlin
Language:
German
Collection:
Pädagogische Zeitschriften
ZDB-Nummer:
2176472-4
Access restriction:
Siehe Bände

Periodical volume

Persistent identifier:
027052486_0019
Title:
Arbeiter-Jugend - 19.1927
Shelfmark:
02 A 30 ; RF 641 - 647
Document type:
Periodical volume
Publication year:
1927
Collection:
Pädagogische Zeitschriften
Access restriction:
Open Access

Periodical issue

Title:
Heft 4
Document type:
Periodical
Structure type:
Periodical issue
Collection:
Pädagogische Zeitschriften
Access restriction:
Open Access

Article

Title:
Kultur und Leben
Subtitle:
2. Beilage der "Arbeiter-Jugend"
Document type:
Periodical
Structure type:
Article
Language:
German
Collection:
Pädagogische Zeitschriften
Link zum Katalog:
BBF0577057
Access restriction:
Open Access

Contents

Table of contents

  • Arbeiter-Jugend
  • Arbeiter-Jugend - 19.1927 (19)
  • Heft 1 (1)
  • Heft 2 (2)
  • Heft 3 (3)
  • Heft 4 (4)
  • Was willst du werden?
  • Wieder einmal: Jugendschutz
  • Die Sache ist erledigt
  • Die Sozialistische Arbeiterjugend im Jahre 1926
  • Aus der Internationale
  • Jugend in der Gesetzgebung
  • Aus der Bewegung
  • Was der Tag bringt
  • Die Arbeitsgemeinschaft
  • Kultur und Leben
  • Heft 5 (5)
  • Heft 6 (6)
  • Heft 7 (7)
  • Heft 8 (8)
  • Heft 9 (9)
  • Heft 10 (10)
  • Heft 11 (11)
  • Heft 12 (12)

Full text

 
   
   
. PEUacht auf Wald und Flur ſenken, flammen in den 
Dörfern. des EiQ<Msfelds die Oſterfeuer auf. Eine 
Oſterfeuer in 
ganz beſondere Bedeutung hatte das 
meinem HeimatSsort Bo>kenhagen, das Lings von Bergen: 
umſchloſſen hart am Fuße des Südharzes liegt. Düſterer 
Tannenwald reicht bis an die erſten. Häuſer des Dorfes. 
Andere Berge, die das Tal umſchließen, ſind mit herrlichen 
'Buchenwäldern bedeckt, wie ſie eben nur in Thüringen an- 
getvoſfen Werden. .- SEE | 
Eine Bergkette aber, der erſte und zweite Wunderberg, 
ſchiebt ſich ins Dorf hinein, dergeſtalt, daß gerade in der Nlitte 
des Dorfes ihr leßter Ausläufer, der Oſterkopf, als Halb- 
kegel ſich) ſteil erhebt. Hier wird das Oſterfeuer abgebrannt. 
Woher die Uamen Wunderberg und Oſterkopf ſtammen, weiß. 
ich nicht, habe bis jezt auc) no<H niht dana; aeforſ<t. Ob 
unſere Dorfahren. in der grauen Dörzeit auf“ dieſer Bergkuppel 
der Göttin Oſtara huldigten und Brandopfer darbrachten? 
Feierten ſie die Auferſtehung -der Uatur zu neuem Leben aus 
langem Winterſ<laf,- den Sieg des. Frühlings über den böjen 
Winter, und. wollten ſie mit dieſem Feuer alles Schlechte und 
Widerwärtige vernichten? WMögli<! . Iedenfalls aber haite 
dieſes Oſterfeuer eine beſondere Bedeutung, war uralte Ueber- 
lieferung. Weithin ins Eichsfeld und in Hannoverſ<es Tand 
war es ſichtbar, und man kann annehmen, daß ſie) hier bei 
wichtigen Anläſſen Stammesgenoſſen zujammenfanden. 
- Die Ueberlieferung legte die | 
Perantwortung für das Auſ- 
ſ<ichten des Jeuers in die 
Band des beſten “Schülers. Da 
es nur eine Schule gab, war 
er ja der erſte Schüler -des 
aanzen Dorfes. Ihm zur Seite 
ſtand ſeine JIahresklaſſe, die 
mit ihm im nächſten Jahr die 
Schule verließ; die Konfirman- 
den ſchieden aus. Vlan kann 
ſich denken, wie ſtolz der Iunge 
auf dieſes Amt var. = 
: -Mo< - war. man tief im 
Winter. Der SäHnee knirſdcte.-. 
unter den Füßen bei jedem 
Schritt. Dodh- unter den“ Iun- 
gen -der Schule rührte es ſich. 
Der Führer rief ſeine Ge- 
noſſen zuſammen. - ES galt, - 
Anjtalten zu . treffen. . „Ans 
Werk!“ Jautete die Parole. 
Sollte -do<h in -dieſem Jahr ein 
Oſterfeuer brennen wie nie 
zuvor. DeShalb anfaſſen! - 
' Und nun gings hinaus in 
:Watd und Wieſe, Sonntags 
und “ Werktags, wie: es die 
Schüle, wie es Dater und 
Mutter erlaubten, .um Holz. 
Zuſammenzutragen. Wer kennt - 
nit die alten, hohlen Weiden- 
bäume an den Gräben der 
Wieſen? Sie wurden umge- 
riſſen, mit Schlitten oder ge-- 
tragen den ſteilen Berg hin- 
aufgeſc<hafft. QLKlle Dornen- 
hecken, die erreic<bar waren, 
„gingen . denſelben . Weg. Zu- . 
Teßt wurde auf den Ritter- 
Wilhelm Pfeifenbring / Oſterfeuer. 
Hs Oſter-Sonnabend, wenn fie< die erſten "Satter der“ 
haupt zählte ſeine Söhne. 
 
" Wera Figner. . 
gütern und bei den Bauern Umſ<au na<h geeignetem Holz 
gehalten. Sie mußten liefern oder -- es wurde einjſad) ge- 
nommen. Immer höher wurde der Holzhaufen, immer größer 
die Freude der Jungen an ihrem Werk. - 
Drei Wochen vor Oſtern begann der Aufbau. Kls Ulittel- 
punkt wurde eine lange Stange aufgerichtet, darüber eine 
Teertonne geſtülpt, die ein Gutsbeſiter jedes Iahr na< altem - 
Brau< hergab. Um die Stange herum gruppierte ſic) der 
-Kufbau -- erſt Stroh, dann die leicht brennbaren Hecken, zu- 
let die alten Weidenbäume, alies ni<t wahllos dur<einander- 
geworfen, . ſondern kunſtgere<t aufgeſchichtet. Luf der einen 
Seite wurde eine Oeffnung gelaſſen, eine Höhle, die in der 
Mitte des Holzſtoßes endete. Dieſe Böhle wurde aut mit Stroh 
ausgefüttert. Hier war. der Plaß des erſten Sqhjülers, an dem 
er bis zum Anbrennen des Feuers verweilte. Cs war ſein 
- Ehrenplaß, hier herrſchte er an dieſem Abend unumſ<ränkt. 
Selten kam eS vor, daß er den Plaß verteidigen mußte. Die 
Angreifer waren dann immer älters Jungen, die ſ<on 
mehrere Jahre aus der Schule entlaſſen waren. Dieſe hätten 
gern den Plaß eingenommen, es gelang jedom? nie, denn das 
duldoten: au< die anderen nict. - 
Aber au<&“ in jeder Familie des Dorfes wurden Dor- 
bereitungen zum Oſterfeuer getroffen. Das JFamilienober- 
Dor Größe nad) teilte er ſie ein, 
denn nach ihrer Größe richtete ſich die Tänge der Fakeln, die 
ſie ſhwingen ſollten. Einen Gang in den nahen Tannenwald, 
und er brachte was er brauc<te, 
Tannen, die ſim als Fackoln 
für ſeine Iungen eigneten. Eine 
Jol<e Tanne wird nun fein ge- 
ſpalten, ſo fein, daß ſie faſt wie 
ein Birkenreiſerbeſen ausſieht. 
Oben, am dünngren Ende, bleibt 
ſie zuſammen, hier Hhobelt ſie 
der Dater ſ<ön glatt. Die 
Tanne war jedoHh noFH grün 
und würde kaum gut brennen. 
' Dom au“ da: kann geholfen 
werden. . Wenn Mutter -Brot 
agoba>en hat und der Backofen 
noh Heiß iſt, gehts mit Ver 
Fackel in den Ofen. Daſür 
ſorat ſ<on die Mutter, aver 
auch die Jungen. In der Hiße 
' -Werg und Harz wird nadge- 
„holfen, und die Fakel iſt fertig. 
- „Endlich. iſt der erſehnte Abend 
da!! Jung und alt, das ganze 
. Dorf. verſammelt jim auf dem 
.Oſterkopf, ums Oſterfeuer. „Der 
Derantwortlice waltet ſeines 
: 'Kmintes. Ein Streichholz glimmt 
' auf, das Stroh, das Holz brennt. 
. Schon kämpfen die Flammen 
- Um Durd<laß. Uun ſtoßen die 
- Knaben ihre Fa&eln in das 
. Feuer, und hellauf lodern die 
Flammen. Wild ſQwingt jeder 
ſeine Fackel. Der ganze Berg 
ſyeint ein 'Flammenmeer zu 
ſein -- ein wundervoller An- 
blick! RinagSum UadHt, nur 
-Hier..das--lodernde „Feuer und 
drehende Flammen. 
wird ſie trocken, mit etwas - 
"zahlloſe, jim ſc<nell im Rreis --
	        

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