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Arbeiter-Jugend - 20.1928 (20)

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Bibliographic data

fullscreen: Arbeiter-Jugend - 20.1928 (20)

Periodical

Persistent identifier:
027052486
Title:
Arbeiter-Jugend
Subtitle:
Monatsschrift der Sozialistischen Arbeiterjugend Deutschlands
Document type:
Periodical
Publisher:
Arbeiterjugendverl.
Place of publication:
Berlin
Language:
German
Collection:
Pädagogische Zeitschriften
ZDB-Nummer:
2176472-4
Access restriction:
Siehe Bände

Periodical volume

Persistent identifier:
027052486_0020
Title:
Arbeiter-Jugend - 20.1928
Shelfmark:
02 A 30 ; RF 641 - 647
Document type:
Periodical volume
Publication year:
1928
Collection:
Pädagogische Zeitschriften
Access restriction:
Open Access

Periodical issue

Title:
Heft 9
Document type:
Periodical
Structure type:
Periodical issue
Collection:
Pädagogische Zeitschriften
Access restriction:
Open Access

Article

Title:
Rundschau
Document type:
Periodical
Structure type:
Article
Language:
German
Collection:
Pädagogische Zeitschriften
Link zum Katalog:
BBF1102497
Access restriction:
Open Access

Contents

Table of contents

  • Arbeiter-Jugend
  • Arbeiter-Jugend - 20.1928 (20)
  • Heft 1 (1)
  • Heft 2 (2)
  • Heft 3 (3)
  • Heft 4 (4)
  • Heft 5 (5)
  • Heft 6 (6)
  • Heft 7/8 (7/8)
  • Heft 9 (9)
  • Wir Jungen wollen rote Fahnen tragen!
  • Der Tag der roten Jugend
  • Rundschau
  • Aus der Bewegung
  • Die Arbeitsgemeinschaft
  • Kultur und Leben
  • Heft 10 (10)
  • Heft 11 (11)

Full text

Ur. 9 
Arbeiter-Jugend 
199 
 
 
Lieb' Vaterland maaſt ruhig ſein . . . 
Die BiSmardkjugend der Deutſhnationalen Dolkspartei 
hielt vom 27. bis 30. Juli ihr Reichstreffen in Hamburg ad. 
Viit vielem Geräuſch und großem Tamtam wurden die Dor- 
bereitungen getroffen. Für das Treffen gab es natürlich auh 
einen Ehrenausſhuß; der erſte Mann war „Seine Exzellenz“ 
Generalfeldmarſ<all von Mackenſen. Unter den Ehrengäſten 
befand ſid „Seine Königliche Hoheit“ Prinz OsSkar von 
Preußen. Die Ozeanflieger Röhl und von Hünefeld wurden 
eingeladen. Am Grabe BiSsmar&s ſollte Deutſ<lands kKaijer- 
treue Jugend zu Tauſenden einen neuen Eid auf Kaiſer und 
Reih ſ<wören. Aber -- der Berr Reichsführer Sieveking rief 
und Keiner kam. 
Hören wir, was in der rehtsbürgerlichen Zeitſchrift für 
Jugendbewegung, „Der Zwieſpruc<h“, Cornelius v. d. korſt über 
das Reihstreffen der BiSmärker ſ<reibt: „Das Reichstrefien 
der BiSmark&jugend, die nad) amtlic<en Berichten 42 0060 Ulit- 
glieder in etwa 800 Ortsgruppen vereinigt, ſollte den Ulaiſjen- 
aufmarſ< monardiſtiſher deutſcher Iugend jehen. Ulan jah in 
IriedrichsSruh (Grabſtelle BiSmarRs. D.R.) die Pleite 
einiger Roynlijten, die einen bunten Haufen Indifſfe- 
renter vor Prinz und General defilieren ließen. Die propa- 
gandiſtiſm<e Dorbereitung der Tagung ließ die Erwartungen ſo 
vho< jchrauben, daß man ſelbſt bei Inbetrahtziehung un- 
z günſtiger Umſtände, ſQlehter Fahrtverhältniſſe uſw. auf eine 
der angegebenen Stärke und angeblichen Schlagkraft der BiS- 
mark-Jugend entſprehende Kundgebung rechnen durſte. Uun 
jind 520 marſc<ierende Menſ<hen, die mit 'Stahlhelmern und 
Schülern durdſezt ſind und von alten Soldaten geführt werden, 
gerade kein hoher Beweis für die Leiſtungsſähigkeit einer 
Organiſation, nom? von der Begeiſterungsfähigkeit breiter 
Maſſen für die Sache der Hohenzollern-Monardie. 
Und ſo ſtellte ſich zu dem Gefühl, daß hier hinter den 
großen Worten nichts weiter ſtand als die Armſelig8o2it 
einerverfalleniden Sade, die Frage, wo der Grund 
für die Bedeutungsloſigkeit dieſer Kundgebung zu ſuchen ſei. 
Lag er in mangelhafter Dorbereitung, lag er in der Un- 
geeignetheit des Reichsführers, der es ni<t verſ<mähtie, ſich 
in der Kundgebung gebührend anfeiern und huldigen zu laſjen, 
oder lag er zutiefſt begründet in der Tatſache, daß eine Pelt, 
eine Tdee, die in entſcheidender Stunde nit das Geſeß des 
Bandelns begriff, auf Grund überkommener Drivilegien allein 
niht mehr die Hinneigung der Jugend für ſi hat. Aus dem 
Menſ<enmaterial der Reihstagung Rüdſ<lüſſe auf die ZU- 
ſammenſeßung und geiſtige Struktur der Deutji<hnationalen 
Polkspartei zu ziehen, würde uns als Böswilligkeit ausgelegt 
werden. Wir wollen nict über menſ<liche Unzulänglichkeiten 
rechten, aber es muß dod) wohl geſagt werden, daß eine JTdee 
auc<h würdig repräſentiert werden muß, ſoll ſie Überzeugend 
und anziehend wirken. 
Auf dem freien Plaß vor dem Mauſoleum in IFriedrichsruh 
fand ein Feldgottesdienſt ſtatt, an dem ſich außer den Jung- 
Bhiannen noch ungefähr 300 Wädchen beteiligten. Einer Predigt 
des Pfarrers Kiekbuſch ſchloß ſich ein? Anſprache des Rei,HS- 
führers Siepeking an, der im Geiſte BiSmar>s die ver- 
ſammelte Iugend, die er zu Dertretern der geſamten deutſ<en 
Jugend ernannte, aufs neue für die Hohenzollern verpflichtete 
und ſich ſelbſt erbot, die Ewigkeitswerte der Hohenzollern in 
die deutſche Zukunft hinüberzuretten. Die Rei<Sführung legte 
darauf im Mauſoleum einen Kranz nieder mit der Kufſchrift: 
„Dem Hüter der Kaiſerkrone.“ 
Die Monard<ie iſt tot. Beſonders für die Jugend. Die Ham- 
burger Pleite der ſGmwarzweißroten BiSmark-Jugend iſt ein 
weiterer Beweis zu vielen anderen. 
Kommuniſtiſd&Ge Moxralprediger. 
Unſer gewaltiger Auſmarſ<) in Dortmund hat bei Freund 
und Feind ſehr viel Beachtung gefunden. Am ſtärkſten waren 
wohl die Kommuniſten intereſſiert. Sie haben ſi die erdenk- 
lichſte Arbeit für unſeren Iugendtag gemadct. Ihre Begzoiſte- 
rung ging ſogar ſoweit, daß ſie mit Extrazügen in Dortmund 
anrücken wollten. Leider iſt nimts daraus geworden. Wegen 
„NMangel an Maſſe“ mußten dieſe Züge bei der Rei<sbahn 
wieder abbeſtellt werden. Aber die einmal entfachte Liebe ließ 
ji; nicht mehr abbeſtellen. Ua<h langem Kopfzerbrechen der 
klugen Herren in der Zentrale fand man ein Dentil, aus dem 
der Dru abgeleitet werden konnte. Plan ſette ſic hin und 
ſhrieb Zeitungsartikel und Flugblätter. Große Cichter ſind 
dieſe Shreiberſeelen nicht geweſen. Mit den verlogenſten kom- 
muniſtiſc<en Argumenten wurden die Seiten gefüllt. Ua<h- 
jtehend ein paar Blüten. 
In einem Flugblatt, das in Dortmund an die Iugendtags- 
ieilnehmer verteilt wurde, wird davon gefaſelt, daß für 
Hauptvorſtand und ReihSausſ<uß der SAI. „der reaktionäre 
Dortmunder Bürgermeiſter ein Feſteſſen auf Koſten der 
Steuerzahler der Stadt Dortmund geſtiftet hat. Im Silber- 
jaale der Weſtfalenhalle ſoll dur<h feſtlichen SHmaus die Der- 
brüberung eurer Führer mit der Bourgeoiſie gefeiert werden.“ 
In der Bauptvorſtandsſigung, die am 6. Kuguſt in Dortmund 
abgehalten wurde, wurde von allen Zauptvorſtand5mitgliedern 
bitter darüber Beſchwerde geführt, daß ſie von dieſem JFeiteſſen 
nicht in Renntnis geſe3t worden ſind. Auf Rückfrage bei dem 
„waktionären Dortmunder Bürgermeiſter“, dem Genoſſen Paul 
Hirſ<, wurde uns die YVlitteilung, daß er von dem Eſſen auc? 
nichts wiſſe. Alſo, die Steuerzahler der Stadt Dortmund mögen 
beruhigt ſein: das Feſteſſen hat nur exiſtiert in der armſeligen 
Dhantaſie der Moskowiten. Und für Phantaſtereien brauchen 
ja andere Leute keine Steuern zahlen. Ua<hgedruRt wird dieſe 
bolſ<ewiſtiſme Ente von der Ur. 22 der „Iungen Garde“. 
Sdqwindeln gehört eben zum kommuniſtiſchen Handwerk. 
Ueberhaupt die „ITunge Garde“. In einem zwei Spalten 
langen Artikel „berichtet“ ſie über unſeren Reihsjugendtuag. 
Zunächſt ein paar Schlagzeilen: „Dortmund, eine neue Ilieder- 
lage der SAI.“, „Die Ulaſſen ſmd ausgeblieben“, „Polizei 
gegen SAI.-Mitglieder“. Ieder bürgerliche Revolverjournaliſt 
wird vor TUeid erblaſſen über ſolche ZSenſationSſ<uſtorgi der 
Jungkommunijten. Solche Zeilen reizen den braven Spießer 
zum Ceſen; dahinter muß do< irgendein Seonſatiönden ſtecken. 
Ein ſolMes wollen wir unſeren Genoſſen mitteilen. In der 
„Jungen Garde“ heißt es unter der Ueberſchrift: „Unſjer2 Kas 
hat Junge“: 
„Am Sonnabend abend fand in der Weſtfalenhalle die Er- 
öffnungskundgsbung für alle Mitglieder ſtatt. Dieſs Kund- 
gebung, die abſolut keinen Kampf<harakter trug, hatte zwar 
gute Muſik uſw., war aber ohne jedes Kampfitimmung. Im 
Anſhluß an die Kundgebung ſollte ein FaRkelzug der 
SAI.-Mitglieder ſtattfinden. Statt des einen Fakelzug2s 
marſ<Hierten davon mehrere Dußend in unregelmäßigen Ab- 
ſtänden an. Mal 5, mal 20, mal 100, mal 2 (ein männ- 
li<des und ein weibliches Mitglied), jo mar- 
ſhierten die SAI.ler dur< die von der Polizei abgeſperrten 
Straßen. Maſſen, die ſie hätte Zurückhalten müſſen, waren 
ebenſo wenig da, wie eine einheitliche Demonſtration der SATI.- 
Mitglieder. Engumſ<lungen, LatſHerlieder ſingend, ſo 
zogen die SAI.ler dur<* die Stadt. Am kampfſreudigjien war 
beſtimmt die Gruppe, die mit dem Lied: „Unſere Katz hat 
Junge, ſieben an der Zahl, drei davon ſind Hunde, iſt das nimt 
fatal...“ anmarſc<hicrten.“ 
Da baben wirs! Oft genug iſt es ſchon von „cehrſamen“ 
Teuten bebauptet. worden, daß die Arbeiterjugend nur ein 
PDouſſierklub ſei. Siles Bettanten werden ſim bekreuzigen beim 
Ceſen dicſes Berichtes. O, dieſe verdorbene Jugend von heute! 
Männlein und Fräulein latſ<men engumſ<lungen ſpät abends 
dur< die Stadt! O, Herr, hilf uns aus dieſem Sändenbabel! 
Und alle Moralprediger vom WittelSbaM bis zur Inſel 
Borkum werden ſic freuen über den neuen Bundesgenoſjen. -- 
Pfui Teufel über ſol< Geſchreibſel, werden alle IugendtaIs- 
teilnehmer rufen, wenn ſie dieſe Seilen genoſſen haben. 
Blinder Baß weiß ſi< nicht anders zu Helfen, als eRelhaſften 
Geifer über eine begeiſternde Tagung 22 000 junger Arbeiter 
und Arbeiterinnen zu ſprizen. Und ſo etwas nennt ſic) auch 
proletariſ<e Iugendorganiſation! 
 
 
 
ZE <Z< Wr ZZ 
 
 
 
VOM 21. BIS 28. OKTOBER 1928. 
JEDER SEI AGITATOR!
	        

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