ScriptaPaedagogica Logo Full screen
  • First image
  • Previous image
  • Next image
  • Last image
  • Show double pages
Use the mouse to select the image area you want to share.
Please select which information should be copied to the clipboard by clicking on the link:
  • Link to the viewer page with highlighted frame
  • Link to IIIF image fragment

Arbeiter-Jugend - 20.1928 (20)

Access restriction

Copyright

The copyright and related rights status of this record has not been evaluated or is not clear. Please refer to the organization that has made the Item available for more information.

Bibliographic data

fullscreen: Arbeiter-Jugend - 20.1928 (20)

Periodical

Persistent identifier:
027052486
Title:
Arbeiter-Jugend
Subtitle:
Monatsschrift der Sozialistischen Arbeiterjugend Deutschlands
Document type:
Periodical
Publisher:
Arbeiterjugendverl.
Place of publication:
Berlin
Language:
German
Collection:
Pädagogische Zeitschriften
ZDB-Nummer:
2176472-4
Access restriction:
Siehe Bände

Periodical volume

Persistent identifier:
027052486_0020
Title:
Arbeiter-Jugend - 20.1928
Shelfmark:
02 A 30 ; RF 641 - 647
Document type:
Periodical volume
Publication year:
1928
Collection:
Pädagogische Zeitschriften
Access restriction:
Open Access

Periodical issue

Title:
Heft 10
Document type:
Periodical
Structure type:
Periodical issue
Collection:
Pädagogische Zeitschriften
Access restriction:
Open Access

Article

Title:
Die Arbeitsgemeinschaft
Subtitle:
1. Beilage der "Arbeiter-Jugend"
Document type:
Periodical
Structure type:
Article
Language:
German
Collection:
Pädagogische Zeitschriften
Link zum Katalog:
BBF0577635
Access restriction:
Open Access

Contents

Table of contents

  • Arbeiter-Jugend
  • Arbeiter-Jugend - 20.1928 (20)
  • Heft 1 (1)
  • Heft 2 (2)
  • Heft 3 (3)
  • Heft 4 (4)
  • Heft 5 (5)
  • Heft 6 (6)
  • Heft 7/8 (7/8)
  • Heft 9 (9)
  • Heft 10 (10)
  • Wir wollen wecken, wir wollen werben!
  • Wl. Daniloff: Der Kampf der kommunistischen Jugend gegen den Militarismus
  • Zwei neue Ferienheime unseres Verbandes
  • Dortmund in der öffentlichen Meinung
  • Rundschau
  • Aus der Bewegung
  • Die Arbeitsgemeinschaft
  • Kultur und Leben
  • Heft 11 (11)

Full text

226 
wird allgemein. Luch 'die Gemeindewahlen führen in Berlin 
zu großen Erfolgen. Die Fachgenoſſenſ<haftsbewegung breitet 
ſic ſ<nell aus. Da und dort entſtehen wieder Arbeiterblätter. 
Am Ende des Sozialiſtengeſezes verfügt die Sozialdemokratie 
über 20 000 organiſierte Gewerkſchafter und über 60 politiſche 
Blätter. 
Die politiſchen Erfolge der Partei erzwingen die ſoziale 
DerſicerungsSgageſeß gebung. Am 17. Uovember 1881 
kündet die „Kaiſerliche Botſ<aft“ eine umfaſſende Arbeiter- 
verſiherungsgeſeß gebung an. Die Regierung betont mit 
größtem Uahdruk die Uotwendigkeit der poſitiven Be- 
kämpfung der Sozialdemokratie. Die Arbeiterverſicerung 
ſelbſt wird zu einem Propagandamittel der Partei, deren 
agitatoriſche Fortſchritte immer mehr fühlbar und greiſbar 
werden. 
- Der zweite Geheimkongreß, der am 29. März 1883 in Kopen-. 
hagen zuſammentrat, zeigte dann auh eine ſtarke Feſtigung 
der Geheimorganiſationen und eine Dervierfa<mung der Abon- 
nenten des „Sozialdemokrat“. Der Kongreß forderte von der 
Partei einen rückſi<tsloſen Kampf gegen ihre Gegner, ſprad) 
den herrſchenden Klaſſen jede Fähigkeit zu einer tiefgreifenden 
Sozialreform ab und gebot den Genoſſen ein feſtes, prinzipien- 
treues Derhalten. Die Sdreibweije des „Sozialdemokrat“ 
wurde, wie dur<weg auf den Eeheimkongreſſen, gebilligt. 
Der Kongreß beſ<loß dann wieder ein energiſhes Cintreteten 
der Partei für die Wahlen. 
Und wahrli<, die Reſultate der Reichstagswahlen des 
Jahres 1884 bewieſen den ſchönen Eifer und die Opferfreude 
der Parteigenoſſen bei diejen Wahlen. Die Sozialdemokratie 
brachte es auf 549 990 Stimmen. Dem Reidhstag unter- 
breitete die Reichstagsfraktion einen großzügigen Arbeiter- 
ſ<hutzgeſezentwurf. Der Meinungskampf in der Partei über 
die ſtaatliche Unterſtüzung beſtimmter Dampferlinien tobte 
zwar ſehr heftig, rüttelte jedo< keineSwegs an der Einheit 
und NAktionsfähigkeit der Partei. 
Mitten in ihren heftigſten Kämpfen mit dem Bismarckſ<en 
Regime ſuchte die Sozialdemokratie die wiſſenſ<haftlichen 
Grundlagen ihrer Parteibeſtrebungen auszubauen und zu 
feſtigen. Im Ianuar 1883 gab Karl Kautsky im 
Derlag I. H. W. Dieß die „Ueue Zeit“ heraus. Im Anſchluß 
an dieſe erſchien ſpäter die „Internationale Bibliothek“. Die 
ſoziologiſmen Kenntniſſe der Partei vertiefte die S<rift 
Friedrich Engels* „Der Urſprung der Familie, des Privat- 
eigentums und des Staates“. Eine politiſcqs Shulung der 
Parteigenoſſen faßte auc<> zu gleicher Zeit die ſozialdemo- 
kratiſqe Dolksbudihandlung in Beottingen-Sürim& ins Luge. 
In der von ihr herausgegebenen „Sozialdemokratiſhen 
Bibliothek“ erſchienen grundlegende Arbeiten von YWiarx, 
Engels, Laſſalle, Wolff, Schweißer, Liebknecht, Dießgen, 
CTafargue uſw. 
In den Jahren 1883 bis 1884 befolgte die Reichsregierung 
bei der Handhabung des Sozialiſtengeſeßes die ſogenannte 
„milde Praxis“, d. 1., ſie hielt ſich ſtrenger als bisSher an 
den Geiſt und den Buchſtaben des Sozialiſtengeſeßes. Sie 
modte wohl auf die Berausbildung einer ſozialreſormeriſchen 
Richtung in der Sozialdemokratie gereInet haben, als ſie 
wieder die Betätigung der Partei in der breiten Oeffentlich- 
keit zuließ. Icdo<h 'die Sozialdemokratie blieb, was jie war: 
eine in ihrem Weſen revolutionäre Partei. Da trat denn 
ein ſchneller Kurswedhſel in der Regierungspolitik ein. Im 
Sommer 1885 wütete in Frankfurt a. M. der Polizeiſäbel 
brutal unter dem Leichengefolge des Sozialdemokraten Hiller. 
Ende 1885 führte ſim der Rriminalſ<ußmann Ihring als 
Mechaniker Mahlow in einen Berliner ArbeiterbezirksSverein 
des Oſtens ein und ſuchte dort einen revolutionären Klub 
zu gründen. Er ſpra< über die Berſtellung von Dynamit und 
empfahl in ſchärfſter Form eine Gewaltpolitik, die ja nur 
allein zum Siele führen könnte. Ihring-Mahlow wurde als 
Polizeiſpißel entlarvt, und der Reic<hstagsabgeordnete Singer 
trug im Reichstag die Tatſachen vor, die das Subjekt als 
ganz gefährlichen agent-provocateur (Lomſpitel) <arakteri- 
Arbeiter-Iugend 
Geffentlihkeit bewegenden politiſchen WMaſſenpartei 
Ur. 10 
ſierten. Darauf verfügte der Berliner Polizeipräſident die 
Ausweiſung Singers und der Zeugen, die dur<& ihre LAUS- 
jagen den Ihring-Mahlow ſc<wer belaſtet hatten. 
Am 11. Spril 1886 erſchien der berüchtigte Streikerlaß 
des preuZiſc<en Innenminiſters Puttkamer, der hinter 
jedem Streik die „Bydra der Anarchie und Unordnung“ 
lauern ſah. Einen Ylonat ſpäter veröffentlihte Duttkamer 
einen zweiten Erlaß, der die Handhabung des „Kleinen Be- 
lagerungszuſtandes“ weſentli verſchärfte. Und nun ſauſte 
das JFallhoil des Sozialiſtengeſeßes mit ganzer Sqhärfe auf 
die Berliner Arbeiterbewegung nieder. Es wurden aufgelöſt: 
der Fachverein der Maurer, die Preßkommiſſion der Bau- 
handwerker, drei Arbeiterinnenvereine und die Arbeiter- 
bezirksvereine. Die Führer der Berliner Bauarbeiterbewegung: 
Keßler, Behrend, Wilke warf der Ausweiſungsparagraph aus 
Berlin hinaus. Ueppig gingen zugleich die Geheimbund- 
prozeſſe auf. Das Freiberger Landgericht verurteilte am 
4. Auguſt 1886 die Delegierten des Ropenhagener Kongreſſes: 
Auer, Bebel, Frohme, Ulrich, Diere>, Dollmar, Dieß, Beinzel 
und Müller zur Geſamtſtrafe von 72 Monaten Gefängnis. 
Und nun folgte Prozeß auf Prozeß. Don Anſang Kuguſt 1886 
bis Ende Ianuar 1889 ſtrengten die Geric<te 55 Geheimbund- 
prozeſſe an. Don dieſen ſ<loſſen 33 mit der Derurteilung von 
236 Perſonen ab. Der Genoſſe Kükelhahn in Eltona erhielt 
in einem ſolhen Prozeß wegen Derbreitung des „Sozial- 
demokrat“ 3% Jahre Gefängnis! | 
Mit einer derartigen drakoniſchen Derurteilung tätiger 
Sozialdemokraten gab ſi? BiSsmarck aber noh niht zu- 
frieden. Er ließ dem Reidstag das ſogenannte „Ex- 
vatrijerunagsgeſeß“ vorlegen, das die Strafen des Sozialijten- 
goſeßes weſentlich verſhärfte und mit der AuSweiſung 
aus dem Rei<sgebiet vor allem die in den Geheim- 
bünden tätigen Sozialdemokraten bedrohte. Mit dieſer Strafe 
ſollten auch alle beda<t werden, die im Qusland an Der- 
ſammlungen zur Förderung der Sozialdemokratie teil- 
nahmen! Bismar& wollte mit dieſem Paragraph die im 
Ausland tagenden Kongreſſe der Sozialdemokratie unmöglid) 
maden. Er war nümlich aufs beftigſie über das Gelingen 
d2s dritten Kongreſſes der Sozialdemokratie in 
St. Gallen (2. bis 6. Oktober 1887) empört. Dieſer hatte 
eine ſ<harfe Kriegserklärung der Sozialdemokratie gegen 
die Bismarkſ<e Wirtſ<afts- und Sozialpolitik gebra<t. Im 
übrigen rehnete der St. Galler Parteitag ter SozialdemG- 
kratie ſcharf mit der anarchiſtiſchen Gewaltpolitik ab. 
Die Reidstagsverhamdlungen über das Expatriierungs- 
geſes ſpielten ſich ho<dramatiſc<> ab. Singer legte am 
27. Januar 1888 dem Reidstag2 zwei von den ſchweizeriſ<en 
Behörden beglaubigte Dokumente vor, na< denen der 
Polizeiagent Schröder die „Freiheit“ von WMoſt unterhalten 
und im engſten Bund mit den anarchiſtiſchen Mördern Stell- 
macher und Kammerer geſtanden hatte. Bebel entlarvte den 
Bauptmann Ehrenberg, der die Sozialdemokratie in eine 
Candes- und Hodpwerratszaffäre verwi>eln wollte, als 
agent-provocateur. Ueberdies veröffentlichte der „Sozial- 
demokrat“ faſt gleichzeitig eine die Polizei ſchwer Rompro- 
mittierende Liſte, in der zwölf Polizeiſpizel namhaft gemacht 
wurden. Aus Rade betrieb nun BisSmark mit der ihm 
eigenen Leidenſ<aft die Ausweiſung des Stabs des „Soziat- 
demokrat“, und zwar mit Erfolg; Bernſtein, Wotteler (der 
rote Poſtmeiſter), Schlüter und Tauſcher mußten die S<weiz 
verlaſſen. 
Die Sozialdemokratie war inzwiſchen zu einer ſic in der 
ge- 
worden. Am 21. Februar 1887 hatte ſie auf ihre KRandi- 
daten 763 128 Stimmen: vereinigt, und aus der Reichstags- 
wahl vom 20. Februar 1890 ging ſie mit 1 427 298 Stimmen 
als die ſtärkſte politiſh<e Partei des Reiches Hervor. | 
PDergeblich war die Liebesmühe Wilhelms II. geweſen, die 
Sozialdemokratie „geiſtig“, mit Hilfe der Kirc<e und Sdule, 
zu bekämpfen, und reſultatlos war au< ſeine ſoziale Der- 
ſöhnungspolitik verlaufen, die in ſeinen Februarerlaſſen des 
Jahres 1890 gipfelte. 
. vd
	        

Cite and reuse

Cite and reuse

Here you will find download options and citation links to the record and current image.

Periodical volume

METS METS (entire work) MARC XML Dublin Core RIS Mirador ALTO TEI Full text PDF DFG-Viewer OPAC
TOC

Article

PDF RIS

Image

PDF ALTO TEI Full text
Download

Image fragment

Link to the viewer page with highlighted frame Link to IIIF image fragment

Citation links

Citation links

Periodical volume

To quote this record the following variants are available:
URN:
Here you can copy a Goobi viewer own URL:

Article

To quote this structural element, the following variants are available:
Here you can copy a Goobi viewer own URL:

Image

To quote this image the following variants are available:
URN:
URN:
Here you can copy a Goobi viewer own URL:

Citation recommendation

Arbeiter-Jugend - 20.1928. 1928.
Please check the citation before using it.

Image manipulation tools

Tools not available

Share image region

Use the mouse to select the image area you want to share.
Please select which information should be copied to the clipboard by clicking on the link:
  • Link to the viewer page with highlighted frame
  • Link to IIIF image fragment

Contact

Have you found an error? Do you have any suggestions for making our service even better or any other questions about this page? Please write to us and we'll make sure we get back to you.

What is the fifth month of the year?:

I hereby confirm the use of my personal data within the context of the enquiry made.