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Arbeiter-Jugend - 20.1928 (20)

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Bibliographic data

fullscreen: Arbeiter-Jugend - 20.1928 (20)

Periodical

Persistent identifier:
027052486
Title:
Arbeiter-Jugend
Subtitle:
Monatsschrift der Sozialistischen Arbeiterjugend Deutschlands
Document type:
Periodical
Publisher:
Arbeiterjugendverl.
Place of publication:
Berlin
Language:
German
Collection:
Pädagogische Zeitschriften
ZDB-Nummer:
2176472-4
Access restriction:
Siehe Bände

Periodical volume

Persistent identifier:
027052486_0020
Title:
Arbeiter-Jugend - 20.1928
Shelfmark:
02 A 30 ; RF 641 - 647
Document type:
Periodical volume
Publication year:
1928
Collection:
Pädagogische Zeitschriften
Access restriction:
Open Access

Periodical issue

Title:
Heft 11
Document type:
Periodical
Structure type:
Periodical issue
Collection:
Pädagogische Zeitschriften
Access restriction:
Open Access

Article

Title:
Lausebums
Document type:
Periodical
Structure type:
Article
Language:
German
Collection:
Pädagogische Zeitschriften
Link zum Katalog:
BBF0577641
Access restriction:
Open Access

Contents

Table of contents

  • Arbeiter-Jugend
  • Arbeiter-Jugend - 20.1928 (20)
  • Heft 1 (1)
  • Heft 2 (2)
  • Heft 3 (3)
  • Heft 4 (4)
  • Heft 5 (5)
  • Heft 6 (6)
  • Heft 7/8 (7/8)
  • Heft 9 (9)
  • Heft 10 (10)
  • Heft 11 (11)
  • Der rote Novembertag
  • Kampfgemeinschaft der sozialistischen Jugend
  • Arbeitstage in Tännich
  • Lausebums
  • Urlaub für die Jugend
  • Die Arbeitsgemeinschaft
  • Kultur und Leben

Full text

246 
Taujebums. 
|“ auſebums ſuchte eine Stelle als Laufjunge. Da las er 
3y| in der Zeifung ein Geſuch der Jirma Knöterich u. Co. 
Ag „Ou willſt als Lanfjunge einfrefen? Jh brauche eigent- 
lich einen Fräffigeren Jungen“, ſagte Knöterich. 
„ta,“ ſagte Lauſebums, „ich denfe, ich werde es ſchaffen. 
I< habe ſchon alle anderen, die ſich melden wollten, weg- 
ger rügelt!“ 
„Liebſt du die Arbeit?“ fragte Knöterich. 
„Nein!“ ſagte Lauſebums. 
„Gut,“ ſagte Knöterich, „du bekommſt die Ctelle, denn Du 
biit der erſte Laufjunge, der mir keine Lügengeſchichten er- 
zuhlt.“ 
 
X 
Qauſebums ging eines Tages in einen Zigarrenladen und 
bci um die Erlaubnis, den Jernſprecher benußen zu dürfen. 
Dann tätigte er folgendes Geſpräch: „Bitte, Zentrum 1096. 
It dort Knöterich u. Co.? Herr Knöterich, ich höre, daß Gie 
einen Laufjungen ſuchen . .. Sie haben ſchon einen Jungen?“ 
... Sind Sie denn mit ihm zufrieden? = -- Ja? Ja, dann 
iſt es gut. Danke beſtens. Guten Tag.“ 
„Guchſt du eine Stellung als Laufjunge?“ fragte der 
Zigarrengeſchäftsinhaber. „Hier iſt gerade eine Stelle frei.“ 
„Nein, danfe,“ ſagte Lauſebums, „ich arbeite ja bei Kns- 
ferich, aber ich wollte mal rausfriegen, ob ich bei ihm 
Chancen für eine Lohnerhöhung habe.“ 
*k 
Es war, als Lauſebums für Knöterich u. Co. in der Stadt 
NReklamezektel in die Brieffäſten aller Wohnungen werfen 
ſollte, 50 000 Stüc>. Da ſagte Frau Müller, eine Itachbarin 
von Lauſebums Eltern, zu Frau Lehmann: „TJT< ſebe jeßt 
immer, wie der junge Lauſebums im Hinterhof Papiere ver- 
brennf. Wozu macht er denn das?“ 
„Ach,“ ſagte Frau Lehmann, „ich glaube, er iſt jeßt als 
Zeffelverfeiler angeſtellt.“ 
Qauſebums wurde mit eiligen Briefen zur Poſt geſchickt - 
mf der Anweiſung, ſie freizumachen und in den Kaſten neben 
dem ÖOchalter zu werfen. 
„Nanu,“ ſagte bei ſeiner Nücrfehr der Buchhalter, „warum 
bringſt du denn das Geld für die Brieſmarken wieder?“ 
„Ja,“ antwortete Cauſebums friumphierend, „der GcHhal- 
ferbeamtfe guckte gerade nicht, und da habe ich ſie ſchnell jo 
eingeworfen.“ | 
* 
Der Herrn Knöterich gegenüber wohnende berühmte Pro- - 
feſſor Pintereit feierte unfer zahlreichen Chrungen ſeinen 
70. Geburtsfag. Auch Knöterich möchte als treuer Nachbar 
nicht verſäumen, wenigſtens durch ein GCfadtfelegramm ſeinen 
Glückwunſch und alle Berehrung kundzutun. | 
Er beauftragt Lauſebums, das Telegramm zur Poſt zu 
bringen. Den Wortlaut des Telegramms lieſt er ihm laut 
vor, für den Fall, daß der Poſtbeamte Knöterichs flüchtige 
Handſchrift nicht würde leſen können. 
Dann gibt er ihm zehn Mark, in der Annahme, Lauſe- 
bums wiſje ſelbſtverſtändlich, daß er davon die Lelegramm- 
gebühr zu bezahlen habe. 
Lauſebums begibt ſich auf den Weg, geht in die Wohnung 
des Jubilars, ſchlängelt ſich vdurc< die Reihe der Gratulan- 
fen, lieſt mif laufer Gfimme das Telegramm vor (allerdings 
w1rde es arg dabei verſtümmelt) und zählt dem erſtaunten 
Gelehrfen zehn Mark auf den Liſch. 
X 
Cauſebums wird zur Poſt geſchickt mit dem Auftrage, ein 
Verzeichnis der Poſtſche>funden, eine felegrapbhij<e *Zabl- 
farte, zwei Weltpoſtkarken mit Rückantwort, zehn Paket- 
adreſſen, zwanzig Fenſterbriefe und zehn Empfangsgzettel für 
Einſchreibebriefe mitzubringen. Cr wiederholf unterwegs 
ſeinen Auftrag eifrig und verlangf dann am Schalter: Zwei 
IBeltpoſtfenſter, zehn Poſtkarten mit Rücktrittbremſe, eine 
Arbetiter-Jugend 
dieſen auf Grund 
Ur. 11 
phlegmatiſche Zahlfartfe, zehn Einſchreibebriefe für Cmp- 
fangsdamen und zwanzig Poſtſche>funden. mit Paketadreſje. 
| X 
Bei Knöterich u. Co. erſcheint ein wütender Kunde, der 
eine nicht ganz einwandfreie Warenlieferung erhalten Hatte. 
Cauſebums iſt der erſte, der dem AWütferich in den Weg lauf. 
„Wer iſt denn hier der Verantwortliche in der Firma?“ 
ſchreif der Erboſte. „Wer verantwortlich iſt, weiß ich nicht,“ 
- 
“ 
jagte Laujebums, „die Keile Friege ich“ 
Urlaub für bie Jugend. 
IDF acdem der Hamburger Gewerkſhaftskongreß eine 
3 Cntjmließung für die Freizeitſjorderungen der Jugond 
-D :S angenommen hat (wir haben ſie in Ur. 10 der „Ar- 
beiter-Jugend“ abgedruckt), hat die BundeSleitung des 
Allgemeinen Deutſichen Gewerkſc<aftsSbundes an den Rei<hS- 
arbeitsminiſter gin längeres Sdreiben gerichtet, daß eine 
beſondere und beſ<leuniagte Regelung der Ur- 
[aubsverhältniſſe der Lehrlings und jugendlichen 
Arbeiter fordert. Der Brief iſt auh bem ReidHSinnen- 
miniſter, Genoſſen Severing, mit dem. Erſuchen zugeſchi>t 
worden, ſich im Intereſſe der IJIugenderziehung und der 
Jugendpflege dafür einzuſetzen, daß im Arbeitsſ<hußgeſes den 
Urlavbsforderungen für die Jugend entſpro<en wird. Wir 
Injjen einige entſ<eidende Stellen aus dem Screiben folgen: 
„Seit Jahren haben die geſamten deutſchen Iugendver- 
bände, die Wohlfahrtz5organiſjfationen ſowie die Jachveoreine 
der Pädagogen, Hygieniker uſw. die urſprünglich nur von den 
Geoweorkſ<aſten und den ſozialiſtiſc<Gen Dartzien erhobene 
Forderung na<h geſeßli<er Sicherung genügender Freizeit für 
die erwerbstätigen Jugendlicen zu der ihrigen gemadht. 
Wiederholt iſt von den Dertrotern der vergangenen Reihs- 
regierungen die Erfüllung dieſer Forderungen zugeſagt wor- 
den. Hingewiejen wurde dabei häufiger auf das im Entwurf 
bereits vorliegende Berufsausbilbungsgeoſeß, das „ging teil- 
weiſe Erfüllung der Freizeitforderungen: enthalten ſoll. Wir 
mödten Sie, Herr Uliniſter, hiermit bitten, Ihre beſondere 
Aufmerkſamkeit darauf zu richten, daß der Entwurf des 
Berufsausbildungsgeſeges -- entgegen den gelegentlichen 
offiziellen Aeußerungen --- vine ſol<&<g Erfüllung weder ganz 
nod) zum Teil bringt. Der Geſezentwurf gibt den Iugondlichen 
Keinerlei Anjprud) auf Urlaub, ſondern ſieht nur vor, daß die 
geſeßlichen Berufsvertretungen, die auf der Grundla? und im - 
Rahmen der Beſchlüſſe beſonderer paritätiſ<er Ausſ<üſſe das 
Goſoeß auszuführen hätten, „Anordnungen über Form und In- 
halt der Tehrverträge, vor allem über das den Lehrlingen zu 
gewäührende Entgelt, über Urlaub und FTerien treffen“ 
können. Damit wird nicht nur kein UrlaubSanſpru< goe- 
ſhaffen, ſondern es wird au< die Möglichkeit der genannten 
Körperſhaften, Urlaubsbeſtimmungen zu treffen, auf die 
Cohrlinge begrenzt, die ungelernten Jugenöd- 
 
lichen werden nicht betroſſfen Praktiſjm geſehen 
bedeutet dieſe Beſtimmung, wenn ſie Geſeß werden ſollte, nur, 
daß die heute ſc&on auf das Drängen der Gewerkſ<aſften von 
verſchiedenen Innungen, Handwerkskammern und anderen 
Arbeitgeberorganiſationen beſchloſſenen Empfehlungen an die 
Cehrmeiſter, den Lehrlingen Ferien in beſtimmtem Ausmaß zu 
geben, dann re<htsvorbindliche Wirkung erhalten könnten. Da 
aber die arößte Zahl der heute bereits Urlaub genießenden 
Iugendlic<en -- wenn au<ß in ungenügendem Ausmaß -- 
tarifportraglicher Beſtimmungen be- 
anſprucßen kann, hätte der angedeutete Fortſ<hritt in Wirk- 
lickeit keine erhebliche Bedeutung. 
Während der lezten zehn Jahre ſind auf dem Gebiet der 
Urlaubsgewährung an erweorbstätige Iugendliche in erſter 
Qinie dur<h tarifliche Regelung, dann aber auch dur< frei- 
willige Gewährung ſo weſentlic<e Fortſ<hriite erzielt worden, 
daß 2Ss jezt dur<aus berechtigt und au<h notwendig iſt, in den 
no< rückſtändig gebliebenen Berufs- und Wirtſ<haftszweigen 
dur< Geſeß gleiche Derhältniſije zu ſ<affen“
	        

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