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Arbeiter-Jugend - 22.1930 (22)

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Bibliographic data

fullscreen: Arbeiter-Jugend - 22.1930 (22)

Periodical

Persistent identifier:
027052486
Title:
Arbeiter-Jugend
Subtitle:
Monatsschrift der Sozialistischen Arbeiterjugend Deutschlands
Document type:
Periodical
Publisher:
Arbeiterjugendverl.
Place of publication:
Berlin
Language:
German
Collection:
Pädagogische Zeitschriften
ZDB-Nummer:
2176472-4
Access restriction:
Siehe Bände

Periodical volume

Persistent identifier:
027052486_0022
Title:
Arbeiter-Jugend - 22.1930
Shelfmark:
02 A 30 ; RF 641 - 647
Document type:
Periodical volume
Publication year:
1930
Collection:
Pädagogische Zeitschriften
Access restriction:
Open Access

Periodical issue

Title:
Heft 5
Document type:
Periodical
Structure type:
Periodical issue
Collection:
Pädagogische Zeitschriften
Access restriction:
Open Access

Article

Title:
Kultur und Leben
Subtitle:
2. Beilage der "Arbeiter-Jugend"
Document type:
Periodical
Structure type:
Article
Language:
German
Collection:
Pädagogische Zeitschriften
Link zum Katalog:
BBF0578608
Access restriction:
Open Access

Contents

Table of contents

  • Arbeiter-Jugend
  • Arbeiter-Jugend - 22.1930 (22)
  • Heft 1 (1)
  • Heft 2 (2)
  • Heft 3 (3)
  • Heft 4 (4)
  • Heft 5 (5)
  • Vierzig Jahre Maifeier
  • Die Arbeiterjugend im Kampf
  • Der Verlauf der Reichskonferenz
  • Rundschau
  • Aus der Bewegung
  • Die Arbeitsgemeinschaft
  • Kultur und Leben
  • Heft 6 (6)
  • Heft 7 (7)
  • Heft 8 (8)
  • Heft 9 (9)
  • Heft 10 (10)
  • Heft 11 (11)
  • Heft 12 (12)

Full text

120 
ARBEITER-JUGEND NR. 5 
Abzüge des Textes herstellen. 
Na, die haben Schön geflucht! 
Denn, da die Texte noch am 
Selben Abend zur ersten Uebung 
gebraucht wurden, mußten s:e 
Sich Sehr beeilen. „Schlimmer 
als Akkordarbeit“ Stellten Sie 
nachher fest, doch unser „Bos- 
hafter“ erklärte einfach: „hr 
Seid bloß det Arbeiten nich 
mehr jewöhnt.“ 
„Kalli“ aber trat am Abend 
in Funktion. Er hatte nämlich 
die Aufgabe, in Verbindung 
mit dem Genossen Walter das 
Chorwerk einzuüben. Na, das 
war 'ne Schwierige Sache, die 
ganze „Bande“ zur Rune zu 
bringen, denn als jeder Seinen 
Text in der Hand hatte, fingen 
gleich einige an laut zu dekla» 
mieren. Und als Einteilang in Männer« und Frauen», 
hohe und tiefe Stimmen vorgenommen wurde, Degann 
der Krach wieder von neuem und währte Solange, DiS 
feder Seinen neuen Platz gefunden hatte. Doch endlich 
konnte man mit dem Sprechen beginnen. Aber, oh Schreck! 
Das war zuerst mehr Volksgemurmel (Rabarba, Rabarba) 
als Chorsprechen. Im Laufe des Abends wurde das Schon 
 
„Das war zuerst mehr Yoiksgemurmel als Chorsprechen . . .' 
 
etwas besser. Bei der Auswah]l 
der Einzelzprecher aber kam es 
dann zu einer neuen Scnhwie- 
rigkeit: unsere Mädels hatten 
vor lauter Chorsprechen ver- 
gessen, daß man auch hoch 
allein Sprechen kann. Niemand 
hatte den Mut, Sich als Einzel- 
Sprecherin zu versuchen. Doch 
„Kalli“ wußte Rat. Er ließ ein“ 
fach alle Mädchen nacheinander 
die fragliche Stelle aus dem 
Sprechchor Sprechen und kam 
SO auch zum Ziel. -- Die Schwie- 
rigkeiten wurden mit Hilfe des 
Genossen Walter glücklich über- 
wunden und unser armer Vor“ 
Sitzender, dem bei der Kunde, 
wir Sollen die Maifeier auSsge- 
: Stalten, der Schreck in die Glie- 
der gefahren war, Konnte wieder 
ruhig Schlafen. Wenn nun die Veranstaltung ein voller Erfolg 
wird, dann Sollt ihr mal Sehen, wie er Sich in die Brust 
„Schmeißt“ und Stolz erhobenen Hauptes einhermarschiert. 
Die ganze Aufregung aber hätte er Sich sparen Können, wenn 
er Seinen Antrag von Änfang an gleich ernst genommen hätte. 
Die Moral von der GesSchicht: Ihr lieben Funktionäre, 
Stellt keineDemonsStrationsanträgel k.b. 
Wir bekommen einen Spielmannszug 
Unsere Falkengruppen waren gegründet, und eines Abends 
gingen wir, vier Sturmfalken der Horde „Matteotti“, nach 
Hause. Nach einer kleinen Diskussion über unsere Arbeit, 
kamen wir auch auf die Idee, einen Spielmannszug zu 
gründen. Die Anregung dazu gab uns der Internationale 
Jugendtag in Wien, an dem So viele Gruppen mit Spiel» 
mannszügen aufmarschiert waren. Unseren Gedanken 
“wollten wir in der nächsten ParlamentsSitzung zur Sprache 
bringen. Wir teilten es unserem Zentralvorstand mit, und 
dieSer Setzte es auf die TageSsordnung der ParlamentsSitzung. 
Nach einigen Wochen war die erste Sitzung des Falken» 
parlaments. Eifrig legten wir vier Sturmfalken den Zweck 
des Spielmannszuges dar und verteidigten ihn gegenüber 
den älteren Genossen. Nach unserer Diskussion hatten wir 
alle Sturmfalken begeistert, und SO mußte das Parlament 
unserem Vorschlag Schon zustimmen. Wir brachten dann 
einen Beschluß zustande, einen Ausschuß für den Spiel“ 
mannszug zu gründen. 
Etliche Sitzungen des Ausschusses folgten und endlich 
kam die entscheidende Funktionärsitzung. Der Vorsitzende 
des Ausschusses gab einen kurzen Bericht über die bisherige 
Tätigkeit und verlas dann die Namen der Teilnehmer. Jetzt 
folgte eine Scharfe Diskussion zwiSchen den Sturmfalken, 
die ihren Spielmannszug verteidigten, und dem Zentralvor«“ 
Stand mit den anderen Funktionären, die uns den Beweis 
bringen wollten, daß es vorläufig nichts würde. Aber nicht 
nur zum Spaß tragen wir ungeren Namen „Sturmſfalgen , wir 
„bestürmten“ die Zweifler So, daß Sie es endlich aufgaben, 
gegen den Spielmannszug zu reden und mit für die Grün» 
dung, wenn auch mit einigen Bedenken, Stimmten. Wir, die 
Sturmfalken, forderten nun eine Beschleunigung des Be- 
SchlusSes. Drei Tage darauf berief der Ausschuß eine 
Sitzung ein, zu der er den Zentralvorstand, die Teilnehmer 
und den Leiter einlud. Die finanzielle Frage, an der es baid 
gescheitert wäre, wurde So geregelt, daB die Instrumente aus 
der Orisgruppenkasse gekauft werden Sollen und von den 
Mitgliedern in Raten zurückgezahlt werden. Eine Beschleunt» 
gung führten wir herbei, so daß die Instrumente am nächsten 
Tage bestellt wurden. . - 
Bald werden wir Sturmfalken, an der Spitze einen gut- 
geschulten Spielmannszug, durch die Straßen marSchieren. 
Unser Gedanke ist zur Wirklichkeit geworden, und Stolz 
blicken wir Falken auf unger begonnenes und bald vollen» 
detes Werk. Freundschaft! 
W. G., Vertrauvensmann des Spielmannszuges 
der Erfurter Roten Falken. *% 
Schnitzeljagd | 
Neulich war Schnitzeljagd und dazu das richtige Jagd- 
wetter. Nach acht Uhr ging es los. Das Ziel war der Aus- 
Sichtsturm. Am Resgtaurant Waldeslust fanden wir die 
ersten Schnitzel. Gleich ging es der Spur nach, aber kaum 
waren die Jäger auf der Spur, als es eine zweite gab. Wir 
'waren Überzeugt, daß es eine Falschspur war, aber trotz 
dem mußte ihr nachgespürt werden. Es kam wie voraus“ 
gesagt, die Spur endigte in einem Dickicht und ging nicht 
mehr weiter. Also zurück zur ersten und den änderen nachl 
Die Spur ging nach Büchenbronn. Vor Büchenbronn 
zweigte wieder eine Spur ab. quer über die Felder. Dies- 
mal war es viel leichter festzustellen, ob es eine Fehlspur 
war, denn man konnte den Fußabdrücken folgen. Dem- 
nach waren also zwei abgezweigt. Zwei der Spur nach, 
hieß es, die andern weiter. Hundert Meter weiter oben 
ging wieder eine Spur ab. Am Ortseingang gingen auch 
Spuren übers Feld. Wir Kamen an den Wald. Hier lieten 
alle drei Spuren zusammen. Aber jetzt still, die Schnitzel- 
Streuer können nicht mehr weit weg Sein. 
Wir gingen immer Schneller der Spur nach, Jeder wolite 
der erste Sein, der die Verfolgten entdeckte. Aber So Schnell 
ging das Entdecken nicht. Das Jagdwild Schlug uns So 
manches Schnippchen. Manchmal ging es einen Abhang 
hinunter, dann wieder zurück, oder Seitwärts und So fort. 
Auf einmal hörten die Schnitzel ganz auf, nur die Spuren 
gingen welter. 
Am Aussichtsturm fanden wir das Jagdwild beim 
Schmaus. Aber auch wir hatten uns rechtschaffen hungrig 
gelaufen. Wir fragten, warum Sie nicht weitergegangen 
wären und erhielten die Antwort, die Schnitzel Seien Schon 
längst alle. An einem Sonnigen Platz Setzten wir uns auf 
Reisigbündel und futterten. Danach machten wir Pfand 
Spiele. Als die Sonne niedersank, traten wir den Heimweg 
an. Ein herzliches „Freundschaft“ trennte uns. 
Erich Karsgzeh.
	        

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