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Arbeiter-Jugend - 22.1930 (22)

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Bibliographic data

fullscreen: Arbeiter-Jugend - 22.1930 (22)

Periodical

Persistent identifier:
027052486
Title:
Arbeiter-Jugend
Subtitle:
Monatsschrift der Sozialistischen Arbeiterjugend Deutschlands
Document type:
Periodical
Publisher:
Arbeiterjugendverl.
Place of publication:
Berlin
Language:
German
Collection:
Pädagogische Zeitschriften
ZDB-Nummer:
2176472-4
Access restriction:
Siehe Bände

Periodical volume

Persistent identifier:
027052486_0022
Title:
Arbeiter-Jugend - 22.1930
Shelfmark:
02 A 30 ; RF 641 - 647
Document type:
Periodical volume
Publication year:
1930
Collection:
Pädagogische Zeitschriften
Access restriction:
Open Access

Periodical issue

Title:
Heft 6
Document type:
Periodical
Structure type:
Periodical issue
Collection:
Pädagogische Zeitschriften
Access restriction:
Open Access

Article

Title:
Vom Gegner
Document type:
Periodical
Structure type:
Article
Language:
German
Collection:
Pädagogische Zeitschriften
Link zum Katalog:
BBF0771194
Access restriction:
Open Access

Contents

Table of contents

  • Arbeiter-Jugend
  • Arbeiter-Jugend - 22.1930 (22)
  • Heft 1 (1)
  • Heft 2 (2)
  • Heft 3 (3)
  • Heft 4 (4)
  • Heft 5 (5)
  • Heft 6 (6)
  • Mißbrauch an der Jugend
  • Die Jugend bei den Maifeiern
  • Das Ergebnis unseres Photowettbewerbes
  • Jugendschutz und Jugendrecht
  • Jugend in Not!
  • Vom Gegner
  • Unsere Internationale
  • Aus der Bewegung
  • Die Arbeitsgemeinschaft
  • Kultur und Leben
  • Heft 7 (7)
  • Heft 8 (8)
  • Heft 9 (9)
  • Heft 10 (10)
  • Heft 11 (11)
  • Heft 12 (12)

Full text

 
VOM GEGNER " 
 
Kommunistisches 
Die Kommunisten erfüllen in unserer ernsten Zeit, in der 
die meisten Menschen nichts zu lachen haben, eine gute 
Mission: Sie Sorgen für Humor; wenn auch unfreiwillig. 
Hier einige Beispiele. Ueber unsere R eichSkonferenz 
in Lüneburg bringt die „Junge Garde“ einen Bericht, 
den Sie mühsam aus den Berichten der Sozialdemokratischen 
Presse zusammengestoppelt und mit Kommunistischen 
Redensarten durchsetzt hat. Das Schönste ist die Aus- 
legung unserer Richtlinien für politische Erziehung. Man 
jese: - 
Und 50 wurde dann besdhlossen: die ..SozialiStizcche“ Erziehungzarbeit 
dar SAJ. hat als Grundlage das Pariciprogramm der SPD. und das 
Ziel, Par ieiangestellte, Gewerkschafisbeamie, 
Staailich und Städtische Anrgestellie zu er- 
ziehen NXadt dem Motiito: „das proleiarisdie, Kklassenbewußie Kind 
von heute ist der Minizter von morgen". wird die SAJ. weiter als Er- 
ziellungsinstiiut für Postenanwärier ausgebaut. 
Da kann man nichts anderes tun, 
jachen. 
Nun noch einiges über 
Keichsjugendtazg, 
als herzlicna 
den KommunistiSchen 
der Ostern in Leipzig Stieg. Es 
iSt Seibsiverständlich, daB alle irgendwie verfügbaren 
Mannen der dutzenderlei „roten“ Organisationen für 
Leipzig aufgeboten wurden. Die jugendlichen Teilnehmer 
trafen zumeist auf Lastautos in Leipzig ein, während die 
„älteren Jugendlichen von Rot-Front mit der Eisenbahn 
heraneilten. Sie waren im Stärksten Maße vertreten, ver“ 
Kleidet oder nicht. Die Kommunisten Scheinen den Begriff 
„Jugend“ dem Alter nach Sehr weit zu fasSsen; vielleicht 
jegen Sie ihn Sogar So aus: Jeder ist jung, Solange er Sich 
jung fühlt. 
Die Angaben über die Teilnehmerzahlen gehen Sehr weit 
aüSeinander. Nach dem Polizeibericht beteiligten Sich am 
Aufmarsch 15000 PerSsonen. Nach der kommunistiSchen 
PresSse waren es Hunderttausend. In der „Roten Fahne“ 
waren es Sogar einmal in der Hitze der Begeisterung 
Hunderttausende geworden. Aus «eigenen Erfahrungen 
wiSSen wir, daß die Zählungen der Polizei bei AufmärsSchen 
Schr genau Sind. Wir können uns die KkommunistiSchen 
Ang aben nur erklären als Wunschträume. Außerdem wer- 
den alle irgenqwie bei den AufmärsSchen Sichtbaren Per- 
Sonen Kurzerhand von den Berichtschreibern zu „Kommu“ 
niStiSchen Demonstranten“ gemacht worden Sein. 
Immerhin, auch die Angaben der Polizei, die für uns 
Sehr viel glaubwürdiger Sind als die immer mit der Wahrheit 
auf Kriegsfuß Stehenden Mitteilungen Kommunistischer 
Zeitungen, lassen erkennen, daß die KommuniSsten immer 
noch Stark genug Sind, eine für ihre Schwache Organi- 
Sation respektable Zahl von Menschen zu einer ReichSsver- 
ansStaltung zusammenzubringen. Es kann also nicht davon 
veredet werden, daß die Kommunisten in nächster Zeit aus- 
Sterben. Die Schwere Soziale Not treibt ihnen immer 
wieder begreiflicherweise verzweifelnde Menschen zu, die 
öfter einmal ihrem bedrückten Herzen in lauten Worten und 
Gewaltakten, die leider viel Proletarierblut kosten, Lufti 
machen möchten. Zwei Lehren ergeben Sich daraus. Einmal 
wird uns die verbrecherische Politik der kommunistiSchen 
Strategen, die Sich immer rechtzeitig in Sicherheit zu 
bringen wiSSen, in Seiner ganzen Schwere klar. Zum 
anderen erseben wir daraus die Bedeutung unsSeres 
Kampfes für Jugendschutz. Eine fühlbare Ver- 
besSerung der Sozialen Lage der Arbeiterjugend, die wir 
dem Kapitalismus abtrotzen müssSen, iSt der Sicherste Wall 
gegen die kommunistische Agitation. 
Cnhristliche Erkenninisse 
In der Mainummer der „Gewerkschaftsjugend“, dem 
Jugendblatt des Gesämtverbandes der christlichen Gewerk“ 
Schaften Deutschlands, finden wir eine kurze Betrachtung 
über eine Maidemonstration der SozialistisSchen Jugend. Es 
Jeißt da: 
Beirachien wir einmal diese Mensdien: Yeuer der Begeisierung, 
Kampfesmut, Opfersinn liegt in ihnen. Sie Sind keine Romanti- 
ker, Sondern Aktivisgien. Junge Kämpfer, gestähblt durei den be- 
zinnenden Lebenskampf. (Niqi alle s0o, denn der größie Teil läufi als 
Masse Sdqireiend mit, aber Masse zählt.) Und diese Mensdien wollen 
alle Beziehungen zur Kirdie lösen, Sol&ie Mensdhien rufen auf zum 
Kirdhenanstriit. Ja, aber woher kommt diese l'tiopie? (Ist nidhits 
FE ARBEITER-JUGEND NR. 6 
Wo liegen die Wurzeln dieses Elends? Seien wir ehrlich. 
anderes!) 
Habenwir Christen nichteingroßes SchuldKkonto 
wirklicdi, wie es das 
viele unfier den 
zu verzeichnen? Leben wir Chrisien 
Christientum will? Yiele unter diesen Demonstranien. 
Freidenkern usw. wären niqmmi zu Soldier VUeberzeugung gekommen. 
wenn die Chrisien nadi dem Grundsaiz des Christeniums jeben und 
handeln würden. Es isi doh 89. Yiele von diesen Mensdien mußien 
irgendeine Entiänschhung erleben. um zu dieser Aniipathie gegen die 
Kirdie zu gelangen. und nodi mehr. Seltbst zum Kirdienausiritt, aufzu- 
rufen. Das ist eine Taisadhe, an der nidhit gerüitielt werden Kann. 
Wenn Schon in christlichen Jugendkreisen die Erkenntnis 
dämmert, daß im Christentum Worte und Taten, Lehre und 
Handlung, Idee und Wirklichkeit recht oft in einem Scharten 
Widerspruch Stehen, dann muß dieser Zustand recht ver 
breitet Sein. 
Im „Führerdienst“, der Rundschau für evangelisSche 
Jugendführung und Jungmännermission, erSchien im Januar“ 
Februar-Heft eine Notiz unter der Ueberschrift „August 
Bebelis letzte Worte . In dieser Notiz wurde behauptet, August 
Bebel hätte Sich ganz kurz vor Seinem Tode noch zu Gott 
gesehnt. Der Sinn der Sache war, man wollte an diesem 
Beispiel zeigen, daß der Mensch in entscheidenden Augen- 
blicken Seines Lebens den Irost Goites Suchi -- auch dann, 
wenn er Sich normalerweise um Gott nicht gekümmert oder 
Sich ganz und öffentlich von ihm loSgesagt hat. Aber die 
Freude an dem reuigen Sünder August Bebel hat nicht 
lange angehalten. In Seiner Mai/Juni-Nummer muß der 
„Führerdienst“ mitteilen, daß eine Nachprüfung der Notiz 
ihre Haltlosigkeit ergeben hat. Ein ganz amüsganter Reinfall. 
UNSERE INTERNATIONALE 
 
Internationale Veranstaltungen i in Kopenhagen 
Der dänische Sozialdemokratische Jugendverband ijeiert 
in diesem Jahr Sein zehnjähriges Bestehen. Aus diesem An- 
laB findet in der Zeit vom 12. bis 14. Juli in Kopenhagen 
ein STOBes SkandinaviSches Jugendtreitften 
Statt, an dem neben den Jugendlichen der "SkandinaviSchen 
Länder auch Delegationen aus anderen Teilen der Inter- 
nationale (besonders aus Deutschland) teilnehmen werden. 
Das vorläufige Programm Sieht folgende Veranstaltungen vor: 
Sonnabend, den 12. Juli, vormittags 10 Uhr: Eröffnungs- 
feier in der Rathaushalle. Anschließend BesSichugungen. 
Abends 19 Uhr: Internationale Jugendfeier in der Riesen- 
halle „Forum“. Im Anschluß Fackelzug durch die Stadt. 
Sonntag, den 13. Juli, vormittags: BeSichtigung der Stadt. 
2 Uhr nachmittags: DemonstrationSZug durch die Stadt 
nech dem „Sondermarken“ , Dort Jugend- und Volksfest. 
Nach den biSher vorliegenden Mitteilungen ISt MIL einer 
außerordentlich Starken Beteiligung zu rechnen, SO daß der 
Skandinavische Jugendtag eine neue wuchtige Kundgebung 
für die Ideen der SozialiStiSchen Jugend-Iniernationale wer- 
den wird. 
AUS DER BEWEGUNG nn 
 
Wir Sind die Kraft! 
An dieses Wort wird man immerfort erinnert beim Durch» 
blättern des vor kurzem erSchienenen „JahrbucheSder 
deutschen Sozialdemokratie 1929“. Auch nur 
ein Nüchtiger Blick in diesen 520 Seiten Starken Band zeigt 
jedem, der Augen hat zu Sehen, daß in der Sozialdemokratie 
die Partei der 'Geg enwart und der Zukunft wirki, daß Sie in 
ihrer Stolzen Größe und inneren GeschlosSenheit Hort der 
Demokratie und Hoffnung des kommenden SozialisSmus IiSt. 
'Die äußere und inhere Stärke der Partei mit ihren 1021 777 
Mitgliedern in 9544 Ortsgruppen am Jahresschluß 1929 wirkt 
noch mehr, wenn man Sich daneben Stellt die Zertalis- 
eiScheinungen in .den bürgerlichen Parteien; die Deutsch- 
nationalen "befinden Sich in einer Schweren Krisge, der Rest 
der Demokratischen Partei macht krampfhafte Versuche, 
Sich vor dem lod zu retten. 
Die Stärke der Sozialdemokratie Spiegelt Sich aber 
nicht nur in Mitgliederzahlen wider. Sie wurzelt tief 
in allen demokratischen Institutionen der Republik. 
Zählt Sie doch nicht nur 153 Reichstagsabgeordnete 
und in den verschiedenen Landtagen insgesamt 532 Ver- 
treter. Sie zählt außerdem in 1372 Städten 9057 Stadtver- 
ordnete, in 9416 Landgemeinden 37 709 Gemeindevertreter. 
Ferner 947 Bürgermeister, 353 hauptamtliche Stadträte, 
127
	        

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