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Arbeiter-Jugend - 22.1930 (22)

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Bibliographic data

fullscreen: Arbeiter-Jugend - 22.1930 (22)

Periodical

Persistent identifier:
027052486
Title:
Arbeiter-Jugend
Subtitle:
Monatsschrift der Sozialistischen Arbeiterjugend Deutschlands
Document type:
Periodical
Publisher:
Arbeiterjugendverl.
Place of publication:
Berlin
Language:
German
Collection:
Pädagogische Zeitschriften
ZDB-Nummer:
2176472-4
Access restriction:
Siehe Bände

Periodical volume

Persistent identifier:
027052486_0022
Title:
Arbeiter-Jugend - 22.1930
Shelfmark:
02 A 30 ; RF 641 - 647
Document type:
Periodical volume
Publication year:
1930
Collection:
Pädagogische Zeitschriften
Access restriction:
Open Access

Periodical issue

Title:
Heft 6
Document type:
Periodical
Structure type:
Periodical issue
Collection:
Pädagogische Zeitschriften
Access restriction:
Open Access

Article

Title:
Kultur und Leben
Subtitle:
2. Beilage der "Arbeiter-Jugend"
Document type:
Periodical
Structure type:
Article
Language:
German
Collection:
Pädagogische Zeitschriften
Link zum Katalog:
BBF0578615
Access restriction:
Open Access

Contents

Table of contents

  • Arbeiter-Jugend
  • Arbeiter-Jugend - 22.1930 (22)
  • Heft 1 (1)
  • Heft 2 (2)
  • Heft 3 (3)
  • Heft 4 (4)
  • Heft 5 (5)
  • Heft 6 (6)
  • Mißbrauch an der Jugend
  • Die Jugend bei den Maifeiern
  • Das Ergebnis unseres Photowettbewerbes
  • Jugendschutz und Jugendrecht
  • Jugend in Not!
  • Vom Gegner
  • Unsere Internationale
  • Aus der Bewegung
  • Die Arbeitsgemeinschaft
  • Kultur und Leben
  • Heft 7 (7)
  • Heft 8 (8)
  • Heft 9 (9)
  • Heft 10 (10)
  • Heft 11 (11)
  • Heft 12 (12)

Full text

 
 
22. JAHRG. 
Im indischen Dschungeli 
Nachfoigend eine Leseprobe aus dem Sveben- 
im Verlag des „Bücherkreises“ erschienenen 
Roman „Das Dorf im Dschungel , 
L. J. Woolf. | 
Man kann einen ganzen lag auf den verschlungenen 
Pfaden des Dschungels marsSchieren, ohne ein lebendes 
Wesen zu Sehen; es iSt So lautlos und Still, daß man ihn 
für ausgestorben halten könnte. Sehr früh am Morgen hört 
man vielleicht das Irompeten und Quieken einer Elefanten- 
herde, den Schrecklaut eines AxiShirSches oder eines Sam- 
burs, den gellenden Ruf eines Pfaus. Später am Tag aber, 
wenn die Hitze unter die Bäume gedrungen ist, vernimmt 
man keinen Laut mehr als das Rauschen des Windes in den 
Wipfeln und das Knarren trockener Aeste. Und doch Sind 
die Schatten von Wesen belebt, die Schattengleich zwiSchen 
den Bäumen hinhusSchen, Sich unter die Sträucher ducken 
und angstvoll durch das Gezweig Spähen. 
Denn vor allem anderen herrscht im Dschungel die Angst 
und dann Hunger und Durst. Angst Steckt in allem: in der 
regungslosen Stille und den Schrillen Alarmrufen, in dem 
Rascheln der Blätter und dem Knacken der Zweige, in den 
lauernden, Schleichenden, flüchtigen Tieren. Und hinter der 
Angst Stehen immer Hunger und Durst, hinter Hunger und 
Durst wieder die Angst. Die Hirsche müssen hinab zum 
Wasserloch, zur Tränke. Sie kommen, von ihrem Durst 
getrieben, lautlos durch die tiefen Schatten der Bäume an 
das Wasser, das Silbern im 
Mondschein liegt. Wie Schatten 
gleiten Sie aus dem Schatten 
ins Helle, zögern, treten hin 
und ber, werfen die Köpfe aut 
und äugen in das Dunkel, 
prallen zurück, nur um wieder 
von ihrem Durst vorwärts- 
gepeitscht zu werden; di? 
Lauscher zucken hin und her, 
um einen Laut zu erbaschen, 
die Nasen zittern, um eine 
Witterung aufzufangen. Nur 
einen Augenblick tauchen die 
Schwarzen Mäuler in das 
Wasser, Schon Jagt das Rudel 
in 1odeSsSchrecken wieder in 
den Dschungel zurück. Hinter 
dem Rudel kommt der Leopard 
durch das Unterholz geschlichen. 
Wen hätte er wobl zu fürchten? 
*Und doch Sitzt die Angst in 
Seinen Lichtern und in den 
Samtenen Pfoten, Angst in den 
gespitzten Lauschern, Angst in 
dem Satz, mit dem er beim ge- 
ringsten verdächtigen Laut in 
den Schatten verschwindet. 
KO - 4: 
: * 
DiedJakkini, 
-- Solange: Punchi Menika und 
Hinnihami noch Sehr Klein 
2. BEILAGE DER ARBEITER-JUGEND- 
Von- 
 
 
 
 
NUMMER 6 
waren, Schien der Vater ihr Dasein gar nicht zu bemerken. 
Er kümmerte Sich weder im Haus noch im Hof um Sie und 
Sprach nie von ihnen. Als er nun eines Tages vor der 
Hütte Saß und nach dem Dschungel hinüberstarrte, Kroch 
Punchi Menika zu ihm hin, legte ihre Händchen auf Sein 
Knie und Sah ernsthaft zu inm- auf. Silindu blickte auf das 
Kind hinab, faßte die beiden Händchen und Stellte es 
zwiSchen Seine Knie. Nachdenklich Sah er ihm eine Zeit- 
lang in die Augen und begann dann plötzlich leiSse zu reden: 
„Kleiner FroSch! Warum bist du nicht in deinem Teich 
geblieben? Gibt es dort kein Essen für deinen kleinen 
Bauch? Reis und Kokosnüsse und Mangos und kleine Hirse- 
kuchen? Ist das Bäuchlein So voll, daß du den Teich ver- 
lasSen und in den Dschungel kommen mußtest? Dummer 
kleiner Frosch! Wasser ist gut, Bäume Sind böSe. Da, WI 
du jetzt bist, gibt es nur Gefahren und Teufel. Gestern. 
kleiner Frosch, lag ich, die Flinte in der Hand, an einem 
Wechsel unter einem Dombastrauche und wartete, ob etwas 
käme. Die Teufel im Dschungel Sind Sehr böse, denn es 
Sind jetzt drei Monate her, Seit es geregnet hat. Die WasSer- 
löcher Sind trocken; GräSser und Kräuter Sind braun; die 
Girsche Sind ganz mager, und ihre Kälber brechen vor 
Schwäche zusammen. DeShalb Sind die Teufel hungrig und 
es gibt nichts Schrecklicheres als einen hungrigen Teutel. 
Ich lag also, die Flinte in der Hand, flach auf dem Boden. 
Da Sah ich auf der anderen 
Seite des Pfades unter einem 
Dombabaum eine Lecpardin, 
die ebenfalls auf der Lauer lag. 
Ich legte meine Flinte nieder 
und Sagte: „Schwester, ist der 
Bauch leer?“ Denn ihr Fell 
war räudig und ihr Bauch wie 
vor Schmerz eingezogen. „Takka, 
Teufel!“ antwortete Sie, „in drei 
Tagen habe ich nichts als einen 
mageren, grauen Affen erbeuien 
können und in meiner Höhle 
Sind zwei Katzen, dio gefüttert 
werden müssen!“ „Yakkint, Teu- 
feelin“, Sagte ich, „In meiner 
Hütte Sind zwei Frösche, die 
gefüttert werden müsson. Aber 
ich babe noch eine Handroii 
Hirse in der Kammer, aus deo 
meine Schwester Kuchen backen 
kann. Es ist der Rest von der 
letzten Ernte, und wenn er autf- 
gezehrt ist, habe ich nichts 
wehr. Und dabei drängt der 
Dorfälteste wegen der grei 
Schillinge Kopfsteuer. „Kann 
man da Geld holen“, habe ich 
zu ikm gegagt, „wo nicht ein- 
mal etwas Zu eSSen ist?“ Aber 
ich komme mit der Hirse bis 
zum nächsten Poya-Tag. Dein 
Hunger ist also größer als der
	        

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