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Arbeiter-Jugend - 22.1930 (22)

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Bibliographic data

fullscreen: Arbeiter-Jugend - 22.1930 (22)

Periodical

Persistent identifier:
027052486
Title:
Arbeiter-Jugend
Subtitle:
Monatsschrift der Sozialistischen Arbeiterjugend Deutschlands
Document type:
Periodical
Publisher:
Arbeiterjugendverl.
Place of publication:
Berlin
Language:
German
Collection:
Pädagogische Zeitschriften
ZDB-Nummer:
2176472-4
Access restriction:
Siehe Bände

Periodical volume

Persistent identifier:
027052486_0022
Title:
Arbeiter-Jugend - 22.1930
Shelfmark:
02 A 30 ; RF 641 - 647
Document type:
Periodical volume
Publication year:
1930
Collection:
Pädagogische Zeitschriften
Access restriction:
Open Access

Periodical issue

Title:
Heft 7
Document type:
Periodical
Structure type:
Periodical issue
Collection:
Pädagogische Zeitschriften
Access restriction:
Open Access

Article

Title:
Kampf dem Nationalsozialismus
Author:
Ollenhauer, Erich
Document type:
Periodical
Structure type:
Article
Language:
German
Collection:
Pädagogische Zeitschriften
Link zum Katalog:
BBF0578618
Access restriction:
Open Access

Contents

Table of contents

  • Arbeiter-Jugend
  • Arbeiter-Jugend - 22.1930 (22)
  • Heft 1 (1)
  • Heft 2 (2)
  • Heft 3 (3)
  • Heft 4 (4)
  • Heft 5 (5)
  • Heft 6 (6)
  • Heft 7 (7)
  • Kampf dem Nationalsozialismus
  • SAJ. und Jungordner
  • Hilfe für jugendliche Erwerbslose
  • Rote Falken an Lahn und Rhein
  • Aus der Bewegung
  • Rundschau
  • Brief aus der Werkstatt
  • Die Arbeitsgemeinschaft
  • Kultur und Leben
  • Heft 8 (8)
  • Heft 9 (9)
  • Heft 10 (10)
  • Heft 11 (11)
  • Heft 12 (12)

Full text

 
  
(ampf dem 
In der Juninummer der „Arbeiter-Jugend“ hat der Ge 
nosSse Paul Bernstein Ursprung und AbsSichten des National- 
SozialisSmus eingehend dargelegt. Er hat dabei beSsonders auf 
die für uns wichtige TatSsache hingewiesen, daß in der 
NationalsozialistisSchen Partei nach ihren eigenen Angaben 
52 Proz. der Mitglieder zwischen 18 und 25 Jahren alt Sein 
Sollen und daß Sie auch heute noch einen Starken Zulauf aus 
den Kreisen der Jugend hat. Es besteht kein Zweifel, daß 
die gegenwärtige Situation einer nationalsozialistiSchen 
Propaganda auch unter der arbeitenden Jugend günstig iSt. 
Die große Wirtschaftskrise hat die arbeitende Jugend Schwer 
betroffen, und wir kennen aus eigener Erfahrung die große 
Not der Jugendlichen, die nach Beendigung ihrer Lehrzeit 
arbeitslos geworden Sind und nun nicht wieder in Arbeit 
kommen können. Auch die Zahl der jugendlichen Erwerbs- 
loSsen zwiSchen 14 und 18 Jahren ist Seit Ende vorigen Jahres 
Stark im Steigen begriffen. Es bedarf keines BeweiSes, daß 
gerade junge Menschen in einer derartig Schwierigen wirt- 
Schaftlichen Situation leicht einem Schlagwortradikalismus 
erliezen, wie er in der Propaganda der Nationalsozialisten 
üblich iSt. SEESEE 
Unter diesen Umständen erwächst uns als “yzialistiSche 
Jugend im Kampf gegen den Nationalsozialismus eine be 
Sondere Aufgabe. Wir müssen uns überall der national- 
SozialistiSchen Propaganda unter der Jugend entgegenstellen, 
und dazu ist in erster Linie notwendig, daß wir in unSeren 
eigenen Reihen Klarheit Schaffen über Inhalt und Ziel der 
nationalsozialistiSchen Bewegung und vor allem auch über 
die Auswirkungen der nationalsozialistiSchen Politik, die 
nichts anderes Sind als eine Unterstützung der reaktionär“ 
Sten Kreise in unserem Lande. Das beste Beispiel dafür 
bietet die Tätigkeit des Herrn Frick als thüringischer Staats“ 
minister. Wir Sind fest davon überzeugt, daß die groß2 
Mehrheit der arbeitenden Jugend Sehr Schnell begreifen 
wird, daß die NationalSozialisten alles andere als eine 
Arbeiterpartei Sind und daß darum die arbeitende Jugend 
niemals unter roten Hakenkreuzfahnen marschieren Kann. Die 
Verhälinisse werden Sich auch hier wieder Stärker erweisen 
als die PhraSeologie, denn die Nationalisten werden alle 
ihre proletarisSchen Anbänger auf das Schwerste entiäuschen 
müssen in dem Augenblick, in dem Sie vor die Notwendig“ 
keit gestellt werden, ihre Forderungen in die Wirklichkeit 
vmzuSetzen. Nn 
Wenn also die Gefahr, die uns von der Seite der ideo- 
logiSschen -BeeinflusSung der Jugend durch den National 
SO2lalismus droht, nicht allzu hoch eingeschätzt zu werden 
braucht, SO muß auf der anderen Seite mit um go größeiem 
Nachdruck auf die verheerende Wirkung hingewiegen 
werden, die die Kampfesmethoden der Hakenkreuzler 
auf die politische Haltung der Jugend haben mügsen. Die 
Nationalsozialieten haben Sich in ihren Sturmabteilungen 
Formationen geschaffen, die Sich das Wort: „Willst du nicht 
mein Bruder gein, So Schlag ich dir den Schädel cin“, zum 
wieder. zuhauen TmüSgsSen. 
Nationalsozialismus 
ersten Grundsatz ihres Handelns gemacht haben, und da 
die Kommunisten, wie wir ebenfalls in der Juninummer Gdar- 
gelegt haben, ihre politiSchen AusSeinandersetzungen auf der- 
Selben „Höhe“ führen, So erleben wir nun Schon Seit Monaten 
das traurige Schauspiel, daß fast täglich junge MenSschen in 
politiSchen Schlägereien zu Schaden kommen oder gar ge- 
tötet werden. 
Wir Sind die letzten, die es angeSichts dieser Zustände für 
zweckmäßig halten, nur mit Moralpredigten auf die Jugend 
einzuwirken, denn nichts ist begreiflicher als die verzweitelt2 
Auflehnung junger Menschen, die mit großen Erwartungen 
ins Leben gezogen Sind und nun trotz aller Bemühungen 
Monat um Monat zur Arbeitslosigkeit gezwungen Sind, von 
ein paar Notgroschen leben müssen und dabei Keine andere 
Gewißheit zu haben als die Ungewißheit inres zukünftigen 
LebensSschicksals. Diese Stimmung ist der Boden, aut 
dem die Bereitschaft zu derartigen Aktionen wächst, In 
der man glaubt, Sich rüsten zu müssSen für den lag, an dem 
die ganze Geschichte in einer großen gewaltsamen Ausein- 
andersetzung zum Klappen kommen muß. Hotinungesicsig- 
keit führt fast immer zu einem Wunderglauben, und jetzt 
feiert der Wunderglaube an die rohe Gewalt gerade unter 
den politisch ungeschulten Schichten unseres Volkes wahre 
Triumphe. Vom Standpunkt der Jugendorganisation liegt 
hier die größte Gefabr der nationalsozialistiSchen Bewegung. 
Sie führt die Jugend nicht zur Politik, Sondern zum 
politischen Rowdytum, und unser Kampt gegen 
die Nationalsozialisten muß darum in ersSter Linie ein Kampt 
gegen diesen politischen Mißbrauch der Jugend Sein. Wir 
wollen eine volitisch interesSierte und politiSch geSchulte 
Jugend, die zur praktischen Arbeit in der Partei drängt, weil 
Sie teilnehmen will an den großen Auseinanderzetzungen 
unserer Zeit, aber wir wollen keine politischen AchtgroSchen- 
jungens, die in der BrusttaSche Statt guter politischer Lektüre 
Schlagringe und Stinkbomben Spazieren tragen. Unsere Ant- 
wort auf die nationalsozialistisSchen Sturmscharen Kann daher 
nicht in der Gegengründung irgendwelcher roter „Sturm“ 
Scharen“ bestehen, Sondern Sie muß Sein verstärkte 
politischeErziehungsarbeit. 
Es mag manchen unter uns geben, der unter dem Ein 
druck der Provokationen der Hakenkreuzier diese Antwort 
als weich und Schlapp empfindet; Sie werden meinen, daß 
"wir uns nicht mit Propagandareden begnügen dürien, wenn 
die Nationalsozialieten zuhauen, Sondern daß wir dann 
Wir würden den Nationalsozia 
listen einen großen Dienst erweisen, wenn wir uns auf diese 
von ihnen gewählte Ebene des politischen Kampfes begeben 
würden, denn Sie haben nichts mehr zu fürchten als eine 
geistige und Sachliche Auseinandersetzung. Antworten wir 
mit ihren Niiteln der handgreiflichen AuseinanderSetzung, 
dann helfen wir ihnen das politische Leben in der Demo- 
kratie immer weiter zu diskreditieren, bis Schließlich in brei-
	        

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