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Arbeiter-Jugend - 22.1930 (22)

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Bibliographic data

fullscreen: Arbeiter-Jugend - 22.1930 (22)

Periodical

Persistent identifier:
027052486
Title:
Arbeiter-Jugend
Subtitle:
Monatsschrift der Sozialistischen Arbeiterjugend Deutschlands
Document type:
Periodical
Publisher:
Arbeiterjugendverl.
Place of publication:
Berlin
Language:
German
Collection:
Pädagogische Zeitschriften
ZDB-Nummer:
2176472-4
Access restriction:
Siehe Bände

Periodical volume

Persistent identifier:
027052486_0022
Title:
Arbeiter-Jugend - 22.1930
Shelfmark:
02 A 30 ; RF 641 - 647
Document type:
Periodical volume
Publication year:
1930
Collection:
Pädagogische Zeitschriften
Access restriction:
Open Access

Periodical issue

Title:
Heft 11
Document type:
Periodical
Structure type:
Periodical issue
Collection:
Pädagogische Zeitschriften
Access restriction:
Open Access

Article

Title:
Kultur und Leben
Subtitle:
2. Beilage der "Arbeiter-Jugend"
Document type:
Periodical
Structure type:
Article
Language:
German
Collection:
Pädagogische Zeitschriften
Link zum Katalog:
BBF0578709
Access restriction:
Open Access

Contents

Table of contents

  • Arbeiter-Jugend
  • Arbeiter-Jugend - 22.1930 (22)
  • Heft 1 (1)
  • Heft 2 (2)
  • Heft 3 (3)
  • Heft 4 (4)
  • Heft 5 (5)
  • Heft 6 (6)
  • Heft 7 (7)
  • Heft 8 (8)
  • Heft 9 (9)
  • Heft 10 (10)
  • Heft 11 (11)
  • Zweierlei Aktivität der Jugend
  • Wir wecken und werben!
  • Rundschau
  • Vom Gegner
  • Brief aus der Werkstatt
  • Die Arbeitsgemeinschaft
  • Kultur und Leben
  • Heft 12 (12)

Full text

 
 
 
 
 
 
 
Ich habe einen Tonfilm geschrieben. „Pony boy“ heißt 
er. Er handelt nämlich von einem kleinen Jungen, der hängt 
So furchtbar an dem Pony, das ihm Sein Großvater ge“ 
Schenkt hat, und die Geschichte ist Schrecklich rührend. 
Kirchweihnudeln und Filme werden mit Schmalz gebacken, 
wenigstens Steht das So im Hollywooder Kochbuch. Für 
deutsche. Mägen ist Sogar viel zuviel Schmalz in dieser 
Hollywooder Kost, aber wir kennen doch den Nüchel, was 
aus dem Ausland Kommt, das frißt er begeistert. Und da 
hab ich halt meinen Film auch nach diesem Rezept ge 
backen. 
Sowas Ergreifendes war überhaupt noch nicht da! Erst 
wird das Pony krank, dann wird der Boy krank, dann wird 
der Vater krank, dann wird der Großvater krank, dann wird 
die FilmgesSellschaft krank, dann werden die Vorführungs- 
theater krank, und bei jeder Krankheit wird das Lied „Pony 
boy“ gesungen, Schluchzend, Schmelzend. Die Leute im 
Parkett werden die RegenSchirme aufspannen müssen, damit 
ihnen die Tränen des Rangpublikums nicht die Frisur zer“ 
tröpfeln. In meinem „Pony boy“ wird Soviel geheult wer» 
den, daß wir nach Filmschluß den BeSuchern das GesSicht 
mit Föhn abtrocknen müssSen, und die Eintrittskarten werden 
auf LöSchpapier gedruckt, zum Tränen-Abtupfen. Bei der 
Aufnahme mußte die Filmdiva den rechten Schuh ausziehen, 
weil Sich Sogar ihr Hühnerauge mit Iränen gefüllt hatte. 
Natürlich lasse ich das Lied vom „Pony boy“ auf Englisch 
Singen, denn wenn kein Mensch ein Wort vom Text versteht, 
dann iSt es noch viel erschütternder. 
„Wirkt es nicht ergreifend?“ fragte ich meinen Freund 
Fritzl, als ich ihm das Manuskript vorgelesen hatte. 
„Ergreifend ist gar kein Ausdruck!“ wimmerte er. „Sogar 
fluchtergreifend!“ 
 
EZ ARBEITER-SUGEND NR.Y117 
EEE 
Natürlich hatte ich zur Bedingung gemacht, daß ich Selbst 
Regie führe. Ich werde mir doch nicht von einem fremden 
RegisSeur meine herrliche Idee verpatzen lassen. Die Film» 
regisseure Sind mir viel zu eigenmächtig, ich kenne das 
doch: Wenn ich vorschreibe „Großaufnahme des Pony 
Schwanzes“, dann Streicht mir's So ein Kafier womöglich, 
und der ganze Aktschluß ist beim Teufel. Nein, Selber iSt 
der Mann. 
Die Hauptsache bei einem Tonfilm ist, daß man recht viel 
Geräusche hineinbringt. Das haben die Kinder So gerne. 
Na, an Geräuschen war bei mir kein Mangel! Im ersten 
Akt ließ ich den Pony boy eine Tüte zerknallen, der Groß- 
vater durfte Sich grundsätzlich nur auf quietschende Stühle 
Setzen, den Intriganten ließ ich im zweiten Akt dem Pony 
eine Knallerbse unter den Schwanz Stecken (riesig Spannend, 
bis die endlich losgeht!), die Großmutter ließ ich am 
Schluckauf leiden, und ans Krankenbett des Pony boy 
Stellte ich einen Papagei, der plötzlich in der Schlußszene 
das Lied von Pony boy zu Singen anfängt. „Wer da nicht 
loSheult Stein und Bein, verdienet nicht ein Mensch zu 
Sein!“ heißt es in der Zauberflöte, oder So ännlich. 
Die Proben unter meiner Regie verliefen glänzend. Die 
Diva fiel nur viermal in Ohnmacht (ihr Mindestmaß ist 
Sonst Sechs), die Komparsen traten nur dreimal in den Streik, 
der Intrigant erklärte nur fünfmal, SO ein Kamel wie ich 
Sei ihm noch nicht vorgekommen (Sonst denkt er das nur, 
aber es war ja ein Sprechfilm), der Pony boy Schoß mir 
mit dem Blasrohr eine Stecknadel in die Nase, der Papagei 
biß mich in den Daumen, das Pony Schlug mir mit dem 
linken Hinterbein ein Andenken in den Leib, Kunst bleibt 
eben Kunst. 
Und dann kam der große Augenblick, da wir den Ton» 
fim im Hauskino der FilmgesSellschaft uns Selbst vorführten, 
erStens, um uns an unserem eigenen Genie zu berauschen, 
und zweitens, um etwaige Längen herauszuschneiden. Für 
das Herausschneiden hat die FilmgeSellschaft einen eigenen 
Fachmann, der drückte mir in der Nitte des Films die Hand 
und Sagte: „Die Ueberschriit und das Personenverzeichnis 
können bleiben!“ 
Nämlich -- nun ja, man Kann nicht an alles denken -- 
Schließlich muß einem doch Sowas gesagt werden -- zumal 
ich ausdrücklich betont hatte, ich lasse mir von niemanden 
hineinreden -- der Aufnahmeraum war nicht ganz Schall 
dicht gewesen. 
Gleich in der ersten Szene, wo der Boy das Pony ge 
Schenkt kriegt und vor Freude in die Hände kKlatscht (ein 
wundervolles Geräusch!) und in Seiner Kindlichen Art das 
Pony fragt: „Wie alt bist du? , ertönte die Antwort: 
„DreiBig -- SechSsunddreißig -- vierzig -- Siebenundvierzig 
 
263
	        

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