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Arbeiter-Jugend - 22.1930 (22)

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Bibliographic data

fullscreen: Arbeiter-Jugend - 22.1930 (22)

Periodical

Persistent identifier:
027052486
Title:
Arbeiter-Jugend
Subtitle:
Monatsschrift der Sozialistischen Arbeiterjugend Deutschlands
Document type:
Periodical
Publisher:
Arbeiterjugendverl.
Place of publication:
Berlin
Language:
German
Collection:
Pädagogische Zeitschriften
ZDB-Nummer:
2176472-4
Access restriction:
Siehe Bände

Periodical volume

Persistent identifier:
027052486_0022
Title:
Arbeiter-Jugend - 22.1930
Shelfmark:
02 A 30 ; RF 641 - 647
Document type:
Periodical volume
Publication year:
1930
Collection:
Pädagogische Zeitschriften
Access restriction:
Open Access

Periodical issue

Title:
Heft 3
Document type:
Periodical
Structure type:
Periodical issue
Collection:
Pädagogische Zeitschriften
Access restriction:
Open Access

Article

Title:
Ausbau der staatlichen Jugendpflege
Document type:
Periodical
Structure type:
Article
Language:
German
Collection:
Pädagogische Zeitschriften
Link zum Katalog:
BBF0578565
Access restriction:
Open Access

Contents

Table of contents

  • Arbeiter-Jugend
  • Arbeiter-Jugend - 22.1930 (22)
  • Heft 1 (1)
  • Heft 2 (2)
  • Heft 3 (3)
  • Hinein in die Gewerkschaften!
  • Ausbau der staatlichen Jugendpflege
  • Wann ist der nächste internationale Jugendtag
  • Rundschau
  • Jugendschutz und Jugendrecht
  • Unsere Internationale
  • Aus der Bewegung
  • Brief aus der Werkstatt
  • Vom Gegner
  • Die Arbeitsgemeinschaft
  • Kultur und Leben
  • Heft 4 (4)
  • Heft 5 (5)
  • Heft 6 (6)
  • Heft 7 (7)
  • Heft 8 (8)
  • Heft 9 (9)
  • Heft 10 (10)
  • Heft 11 (11)
  • Heft 12 (12)

Full text

 
ARBEITER-JUGEND NR. 3 
AusPpau Cer staatiichen Jugendpflege 
Bei den Beratungen des HauShalts des Ministeriums für 
Volkswohlfahrt im PreußisSschen Landtag machte 
der Sozialdemokratische Abgeordnete Bauer zum Kapitel 
Jugendpflege folgende Ausführungen: 
Die deutschen Jugendverbände vereinigen in ihren Reihen 
von den in Deutschland lebenden 9,1 Millionen Jugend» 
lichen im Alter von 14 bis 25 Jahren nach Angabe des 
ReichSausschusSSes der deutschen Jugendverbände ungefähr 
4% Villionen in rund 80 Bünden. Im Wobhlfahrtsetat Sind 
insgeSamt 3,9 Nillionen zur Unterstützung der Jugendpflege“ 
arbeiten eingestellt. Wenn wir die Anzahl der in den 
Jugendverkänden organisierten Jugendlichen betrachten und 
der gegenüber die Zahl von 3,9 Mülionen Stellen, dann 
(Abo. 
Vcn der Provinz kommt 
können wir -ermesSen, wie gering diess Summe iSt. 
Pohl, Deutsche Volks»artei: 
auch noch allerhand 
hinzu!) -- Nein, die 
Mittel der Provinz 
werden zum größten 
Teit vom Wohlfabrts- 
ministerium dortibin 
geleitet. Es ist des» 
halb kein Wunder, 
wenn es vorkommt, 
daß in den Kreizen 
einzelnes Jugendor- 
ganisationen Mittel 
in der Höne von 10 
und 20 RM. für ein 
ganzes Jahr bekom» 
men. Wir Sind der 
AuffasSzung, daß in zi . a mee 
Zukunft auf alle Fälle vp zim mn . 185 122 
dahin gestrebt wer» Fe ie R 
den muß, d'e Mittel 
zur UÜnterstützung 
der Jugendpflege 
treibenden Vereine 
zu erköhen. -- Herr 
Leonbardt (Wirt- 
Schaftspartei) war es, 
der hier mit ziem“ 
icher Erregung kund 
tat, daß die Arbeiter- 
jugend Forderungen 
über Forderungen 
aufstelle, die zu weit 
gingen. Er Sagte dem Sinne nach ungefähr: Jetzt fordert die 
Arbeiterjugend ScCgar Schon Ferien, Urlaub! Herr Leonhardt 
weiß offenbar nicht, daß diese Forderungen nicht nur For» 
derungen einer Jugendorganisation Sind, Sondern daß der 
BeichsausSchuß der deutschen Jugendverbände gerade die 
Ferienforderung, das Verlangen nach drei Wochen Urlaub 
für die Jugendlichen, an die Spitze Seiner Forderungen ge 
Stellt hat; denn es heißt in diesen Forderungen: drei Wochen 
bezahlte Ferien für erwerbstätige Jugendliche einschließlich 
der Lehrlinge unter 16 Jahren und zwei Wochen bezahlte 
Ferien für weibliche Jugendliche einschließlich der Lehr» 
linge zwiSchen 16 und 18 Jahren. Wenn die Forderungen der 
SozialistisSchen Arbeiterjugend und die Forderungen der 
Gewerkschaften, die über hunderttausend junge Leute als 
Mitglieder in ihren Reihen haben, noch weitergehend Sind, und 
zwar aus der Erkenntnis heräus, daß die jungen MensSchen, 
die heute in den Fabrikbetrieben tätig Sein müssSen, ganz . 
andere Leistungen zu vollbringen haben und ganz anders 
angespannt werden, als das früher im handwerksmäßigen 
Betriebe der Fall war, So zeigt Sich hier, wie die bürgerlichen 
Kreise entgegen allem Fortschritt gegenüber den Jugend 
lichen und den Lehrlingen eingestellt Sind. Konnte man 
 
  
Das DUNGESNAUS HES A/WD.IN DSiln 
doch in den letzten Jahren beobachten, wie Sie Selbst den 
kleinsten Fortschritt, der von den Gewerkschaften in die 
Tarifverträge in Gestalt von Lehrlingsbestimmungen und 
vielleicht auch von »-entschädigungen aufgenommen wurde, 
bekämpften und nicht einmal davor zurückSschreckten, Selbst 
bis an das Arbeitsgericht zu gehen, um Solche Bestimmun- 
gen, die nur eine zeitgemäßere Entlohnung für die Lehr- 
linge vorsahen, möglichst aus der Welt zu Schaffen. (Hört, 
hört! bei den Sozialdemokraten.) 
Wenn ich vorhin hervorhob, daß unsere Jugendpflege 
treibenden Vereine heute ganz anders unterstützt werden 
müSssSen, als es bisher geschah, dann möchte ich im An» 
Schluß daran die Bitte an das Wohlfahrtsministerium 
richten, daß aus den leider nur geringen Mitteln in der 
Zukunft vor allen Dingen größere Beträge zur Schatfung 
vondJugendhei»- 
men Verwendung 
finden. Die Jugend- 
verbände Stehen aut 
dem Standpunkt, daß, 
KIM 
PIE 
4““+ 
wend'g ist, die Ju- 
gendbherbergen weli- 
ter zu fördern, doch 
jetzt das Hauptge- 
wicht auf die Schaf- 
fung von Jugendä- 
heimen gelegt wer» 
den muß, und zwar 
deshalb, weil die ein 
zelnen Jugendver- 
bände zu Schwach 
Sind, als daß Sie Sich 
Selbst Solche Heime 
Schaffen vermöchten. 
(Sehr wahr! bei den 
Sozialdemakraten.) 
Die Kommunen 
haben die Auf- 
7 aD-2, Solche Heime 
zu errichten, und Sie 
können diese Autf- 
gabe natücriich in 
Anbetracht der Ge- 
' ringfügigkKkeit der 
ihnen zur Verfügung 
Stehenden Mittel nur 
dann lögen, wenn gie von Seiten des Wohlfahrtsministeriums 
Unterstützung finden. Ich kabe Schon im Hauptaussc- uß 
darauf hingewieSsen, daß wir eine etwas gerechtere Ver 
teilung der vorhandenen Mittel wünschen, und daß ein 
Ausgleich zwiSchen den einzelnen Regierungsbezirken und 
Provinzen eintreten möge. Wir können es aDSolut nicat 
verstehen, daß nach dem Westen das Fünifache dessen an 
Unterstützungen für diesen Zweck gegeben wird, was bei- 
Spielsweise die Provinz Brandenburg ertält. Auch wenn wir 
den Unterschied in der Bevölkerungsdichtigkeit berück» 
Sichtigen, Scheint uns hier ein Mißverständnis vorhanden 
zu Sein. Wir erkennen ohne weiteres an, daB die Grenz 
gebiete mehr unterstützt werden mußten als andere Gebiete; 
doch jetzt iSt es an der Zeit, einen Ausgleich herbeizuführen. 
Bezeichnend für die AuffasSung der bürgerlichen Kreise 
iSt, daß zwei von uns gestellte Entschließungsanträge, die 
verlangten, daß der Arbeiter-Turn- und -Sportbund Unter- 
Stützung bekommen Soll, im HauptausSchuß abgelehnt wur- 
den. Wenn wir auch wissen, daß durch das Wohlfahrts- 
ministerium wohl einige Beträge ausgeworfen worden Sind, 
So zeigt es Sich doch, daß die ablehnende Haltung der 
bürgerlichen Parteien gegen den Arbeiter-1 urn» und »Sport- 
Wenn 2s auch not»: 
S!
	        

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