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Arbeiter-Jugend - 22.1930 (22)

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Bibliographic data

fullscreen: Arbeiter-Jugend - 22.1930 (22)

Periodical

Persistent identifier:
027052486
Title:
Arbeiter-Jugend
Subtitle:
Monatsschrift der Sozialistischen Arbeiterjugend Deutschlands
Document type:
Periodical
Publisher:
Arbeiterjugendverl.
Place of publication:
Berlin
Language:
German
Collection:
Pädagogische Zeitschriften
ZDB-Nummer:
2176472-4
Access restriction:
Siehe Bände

Periodical volume

Persistent identifier:
027052486_0022
Title:
Arbeiter-Jugend - 22.1930
Shelfmark:
02 A 30 ; RF 641 - 647
Document type:
Periodical volume
Publication year:
1930
Collection:
Pädagogische Zeitschriften
Access restriction:
Open Access

Periodical issue

Title:
Heft 4
Document type:
Periodical
Structure type:
Periodical issue
Collection:
Pädagogische Zeitschriften
Access restriction:
Open Access

Article

Title:
Rundschau
Document type:
Periodical
Structure type:
Article
Language:
German
Collection:
Pädagogische Zeitschriften
Link zum Katalog:
BBF0771177
Access restriction:
Open Access

Contents

Table of contents

  • Arbeiter-Jugend
  • Arbeiter-Jugend - 22.1930 (22)
  • Heft 1 (1)
  • Heft 2 (2)
  • Heft 3 (3)
  • Heft 4 (4)
  • Die große Kameradschaft
  • Was ist denn los bei euch?
  • Rundschau
  • Aus der Bewegung
  • Brief aus der Werkstatt
  • Über die Grenzen
  • Die Arbeitsgemeinschaft
  • Kultur und Leben
  • Heft 5 (5)
  • Heft 6 (6)
  • Heft 7 (7)
  • Heft 8 (8)
  • Heft 9 (9)
  • Heft 10 (10)
  • Heft 11 (11)
  • Heft 12 (12)

Full text

78 
 
ARBEITER «JUGEND NR. 4 SSSINERINGEENNNNNS 
  
Gegen den Alkohol! 
Die Arbeitsgemeinschaft Sozialistischer 
Alkoholgegner hielt am 14. März in Berlin ihre 
Jahresversammlung ab. Die Arbeitsgemeinschaft Sieht ihre 
erste Aufgabe darin, Organisationen, die Sich dem Kampt 
gegen den Alkohol widmen, in diesem Kampf ideell und 
materiell zu unterstützen. Dieser Aufgabe ist Sie im Jahre 
1929 gerecht geworden, wie aus dem Geschäitsbericht des 
Genossen Dr. Drucker zu ersehen war. 
Nach dem der programmatischen Arbeit gewidmeien 
ersten Jahr der ASsa war das zweite ein Jahr der praktischen 
Arbeit. Die vornehmste und wichtigste Aufgabe der ASa 
ist und bleibt die Aufklärung der Arbeiterschaft über die ihr 
aus dem Alkohol drohenden Gefahren. 19 Arbeiter-Kultur- 
organiSationen gehören der ASsa an. Auf diese Weise werden 
mehrere tausend Funktionäre aufgeklärt. Die SozialistiSche 
Presse könnte diese Arbeit noch mehr als bisher unter 
Stützen. Für das SchankstättengeSsetz und das Kommende 
eue Strafgesetz hat die Asa ihren Einfluß geltend gemacht. 
In Berlin Sind mit ihrer Förderung zwei alkoholfreie Gast- 
Stätten geschafſen worden. Auch im Reich hat sie die alko“ 
holfreie Bewirtschaftung von Jugend“ und Naturfreunde 
heimen geltördert. 
und Ausstellungen haben gute Dienste getan und Eriolge 
gebracht. In hervorragender Weise wurden Kurse der So 
zialistisSchen Arbeiterjugend unterstützt. 
An den Jahresbericht Schloß Sich eine rege Aussprache an, 
in der vor allem die alkoholtreundliche Einstellung weiter 
Kreisze der Partei und Gewerkschaftsführung kKritigiert 
wurde. In der Wahl wurde der alte Vorstand mit dem Ge 
nossen: Karl Severing als erSten Vorsitzenden, dem GenosSen 
Hermann Tempel als zweiten Vorsitzenden, dem Genossen 
Drucker als Geschäftsführer, und der Genossen Grotjahn, 
Husemann, Kretzschmar, Löwenstein, Sollmann und der Ger 
NOSSIRnRen Juchacz, Wurm und Pfülf als Beisitzer wieder- 
gewählt. Hinzugewählt wurde der neue preußische Kultus 
minister Genosse Grimme. . . 
Abschluß und Höhepunkt der Tagung bildete eine öffent- 
liche Kundgebung im ehemaligen preußiSschen Herrenhaus, 
in der die Genossen Severing, Grimme, Sollmann und die 
Genossin Juchacz Ansprachen hielten. Die Rede des Ge- 
noSSen Severing wurde auf die Deutsche Welle übertragen. 
In einer einstimmig angenommenen Entschließung fordern 
die Teilnehmer der Kundgebung, die Sich in der Hauptsache 
aus Jugendlichen zuSammensetzten, zur 'Eindämmung des- 
Ständig wachsenden Alkoholkonsums vom Staat erziehe- 
riSche und gesetzgeberische Maßnahmen, von der Gemeinde 
Praktische Arbeit durch Schaffung alkoholfreier Sportplätze, 
Versammlungsräume und Volkshäuser, ferner den Ausbau 
Cer Alkoholkrankenfürsorge. Von den Vertretern der Sozia- 
HstiSchen Arbeiterschaft im Reichstag erwarten Sie, daß Sie 
mit größter Entschiedenheit für eine Verbesserung des un 
zureichenden Schankstätten-Gesetzentwurfes eintreten und 
Insbesondere einen wirksamen Schutz der Jugend vor den 
Alkoholgeſahren zu erreichen bestrebt Sein werden, 
Überbündische Stelle der österreichischenJugend 
Schon vor mehreren Jahren wurde der Versuch unter» 
nommen, auch in Oesterreich eine Stelle zu Schaffen, welche 
die Jugendorganisationen der verschiedenen Richtungen zur 
Sammenfaßt, ähnlich dem ReichSausschuß der deutschen 
Jugendverbände, um allgemeine Forderungen der ärbeiten-» 
den Jugend gegenüber den öffentlichen Sieilen gemeinsam 
zu vertreten. ES war dies der Jugendbeirat der Wiener 
Arbeiterkammer. Durch Vorkommnisse politischer Natur 
wurde der Beirat gesprengt. Anfangs Dezember 1929 trat 
der Beirat wieder zusammen und hat in zwei Sitzungen 
verheißungsvolle Arbeit geleistet. Dem Jugendbeirat der 
Wiener Arbeiterkammer gehören an: LehrlingsSsektion des 
Bundes der freien Gewerkschaften, Verband der Sozialisti- 
Schen Arbeiterjugend, Reichsbund der Katholisch-deutschen 
Jugend, Hauptstelle der christlichen Gewerkschaften, Mäd» 
chenvereinigung beim Verband der SozialistisSchen Arbeiter- 
jugend, Reichsverein der Katholischen Mädchenvereine und 
Verband der kommunistischen Proletarieriugend. Die drei 
Kurse örtlicher Arbeitsgemeinschaften: 
.VorsStand die 
"Glockenläuters ausgeschrieben; verlangt wird für 
erstgenannten Organisationen repräSentieren die ögSter- 
reichiSche Jugend, denn. die christliche Gewerkschaftsjugend 
„iSt zu klein, um in Erscheinung treten zu können, und auch 
die kommunistische Proletarierjugend führt nur ein Schein» 
dasein. An nationalen Jugendorganigationen Sind einige 
Grüppchen vorhanden, die aber keine Bedeutung haben. 
In Aussicht genommen ist ferner die Schaffung eines 
Jugendherbergswerkes in Oesterreich Die 
Jugendherbergen in Oesterreich werden von den einzelnen 
Organisationen oder Körperschaften betrieben, Sind zu 
einem Teil für alle Jugendwanderer zugänglich, zum anderen 
Teil nur für Mitglieder der betreffenden OrganiSationen. 
Allzu günstig Scheinen die AusSichten nicht zu Sein, dieSsen 
Zustand, der unSeren Wanderern nach dem Wiener Jugend“ 
tag unangenehm aufgefallen ist, zu ändern durch die Schaf 
iung eines dem Reichsverband für deutsche Jugendherber- 
gen ähnlichen Jugendherbergswerkes für Oesterreich. 
Amtliche Jugenderziehung in Bayern 
Das humanistisSche Gymnasium einer bayerischen Stadt 
hat Richtlinien für den Tanz der Schüler ausgegeben. 
Zunächst werden die Tanzdamen vom Rektor ausgewählt 
und eingeladen. Die Damen Sind für alle Schüler bestimmt, 
keiner hat eine Spezielle. Engere Beziehungen und Anfreun“ 
dungen zu einer bestimmten Dame haben zu unterbleiben, 
Insbesondere wird angeordnet: 1. Jeder tanzt abwechselnd 
mit allen Teilnehmerinnen. 2.- Es ist verboten, eine bestimmte 
Dame abzuholen oder nach Hause zu begleiten; die Damen 
gehen in Begleitung ihrer Mütter oder deren Beauttragten. 
Gruppenweises Heimgehen ist in Begleitung von Müttern 
erlaubt. 3. Eine Dame, mit der man nicht verwandt ist, darf 
nicht geduzt werden. 4. Es ist verboten, Sich mit einer 
Dame „zuSsammenzubestellen“. 
Wenn da die Sittlichkeit nicht blüht, an der fürsgorglichen 
Schulleitung liegt es nicht. 
Vom Berechtigungsfimmel 
Wenn Lächerlichkeit töten könnte, müßte das Berechti»“ 
gungsunweSsen, das nur nach Examinas und nicht nach 
Qualität die Menschen bewertet, längst tot Sein. Der Ruhm 
vieler Schuster, Schneider, Bäcker, Krämer, nur Lehrlinge 
einstellen zu wollen mit bestandener Reifeprüfung, hat die 
Gemeinde Wenigenau im ITIhüringer Wald vor- Neid nicht 
Schlafen lasSen. Nach Pressemeldungen hat der Gemeinde» 
Stelle des Gemeindedagieners und 
diese Stelle das Abitur. Ein akademischer Glockenläuter -- 
höher geht es nimmer. Da lachen die Hühner! 
Hände weg von Tinz! 
Der thüringische Innenminister, der Nationälsozialist 
Dr. Frick, plant den Abbau der Erwachsenenbildung in 
IThüringen. Dem Abbau Soll auch zum Opfer fallen die 
Heimvolkshochschule Tinz. Gegen diese Pläne im Dienste 
Schwärzester Reaktion, der die Thüringer Erwachsenen» 
bildung und die HeimvolkSshochschule Tinz Schon längst ein 
Dorn im Auge Sind, wendet Sich eine Entschließung, die 
auf der Bezirkskonferenz der SAJ. Großthüringen anger 
nommen wurde. Wir geben den Wortlaut der Entschließung 
nachstehend wieder: . 
„Die Vertreter der SozialistiSchen Arbeiterjugend Groß- 
Thüringens, die am 8. und 9. März in Erfurt tagten, wenden 
Sich gegen den von den Nationalsozialisten geplanten Abbau 
der Volks- und Erwachsenenbildung in Thüringen. 
Die Sozialistische Arbeiterjugend Sieht eine ihrer Haupt- 
aufgaben in der Weiterbildung der SchulentlasSsenen arbei- 
tenden Jugend. Sie fordert die Durchführung der Weimarer 
VerfasSung, die jedem Deutschen, Seinen Begabungen ent- 
Sprechend, ohne Rücksicht auf Seine wirtschaftliche Lage 
volle AusbildungsmöglichKeit verspricht. Die geplanten 
Abbaumaßnahmen aut dem Gebiete der ErwachSenenbildung 
Sind aber geeignet, die AnsSätze einer SyStematischen Weiter- 
bildungsmöglichkeit aus der Zeit der Sozialdemokratischen 
Regierung für die minderbemittelten VolksSschichten wieder 
aufzuheben, 
 
	        

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