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Deutsches Philologen-Blatt - 23.1915 (23)

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Bibliographic data

fullscreen: Deutsches Philologen-Blatt - 23.1915 (23)

Periodical

Persistent identifier:
027061086
Title:
Deutsches Philologen-Blatt
Subtitle:
Korrespondenz-Blatt für der akademisch gebildeten Lehrerstand
Document type:
Periodical
Place of publication:
Leipzig
Language:
German
Collection:
Pädagogische Zeitschriften
ZDB-Nummer:
2176772-5
Access restriction:
Siehe Bände

Periodical volume

Persistent identifier:
027061086_0023
Title:
Deutsches Philologen-Blatt - 23.1915
Shelfmark:
02 A 1081 ; RF 744 - 764
Document type:
Periodical volume
Publication year:
1915
Collection:
Pädagogische Zeitschriften
Access restriction:
Open Access

Periodical issue

Title:
Heft 10
Document type:
Periodical
Structure type:
Periodical issue
Collection:
Pädagogische Zeitschriften
Access restriction:
Open Access

Article

Title:
Tod, Tragödie und Krieg
Subtitle:
(Auch eine Deutsch-Stunde in Kriegzeit) ; II.
Author:
Biese, Alfred
Document type:
Periodical
Structure type:
Article
Language:
German
Collection:
Pädagogische Zeitschriften
Link zum Katalog:
BBF0560811
Access restriction:
Open Access

Contents

Table of contents

  • Deutsches Philologen-Blatt
  • Deutsches Philologen-Blatt - 23.1915 (23)
  • Heft 1 (1)
  • Heft 2 (2)
  • Heft 3 (3)
  • Heft 4 (4)
  • Heft 5 (5)
  • Heft 6 (6)
  • Heft 7 (7)
  • Heft 8 (8)
  • Heft 9 (9)
  • Heft 10 (10)
  • Tod, Tragödie und Krieg
  • Schulpolitische Jahresschau (1914) aus Bayern
  • Der Kultusetat im preußischen Abgeordnetenhause I.
  • Die "Gold-in-die-Reichsbank!"-Organisation der deutschen Philologen, Lehrer und Geistlichen
  • Kipling
  • Unsere Schüler in der Kriegszeit - und die Kriegsanleihe
  • Mitteilungen und Nachrichten
  • Vereine
  • Bücherbesprechungen
  • Zeitschriftenschau
  • Zeitungsschau
  • Personalnachrichten
  • Heft 11 (11)
  • Heft 12 (12)
  • Heft 13 (13)
  • Heft 14 (14)
  • Heft 15 (15)
  • Heft 16 (16)
  • Heft 17 (17)
  • Heft 18 (18)
  • Heft 19 (19)
  • Heft 20 (20)
  • Heft 21 (21)
  • Heft 22 (22)
  • Heft 23 (23)
  • Heft 24 (24)
  • Heft 25 (25)
  • Heft 26 (26)
  • Heft 27 (27)
  • Heft 28 (28)
  • Heft 29 (29)
  • Heft 30 (30)
  • Heft 31 (31)
  • Heft 32 (32)
  • Heft 33 (33)
  • Heft 34 (34)
  • Heft 35 (35)
  • Heft 36/37 (36/37)
  • Heft 38 (38)
  • Heft 39 (39)
  • Heft 40 (40)
  • Heft 41 (41)
  • Heft 42 (42)
  • Heft 43 (43)
  • Heft 44 (44)
  • Heft 45 (45)
  • Heft 46 (46)
  • Heft 47 (47)
  • Heft 48 (48)

Full text

deutſchesPhilologenBlatt 
Korreſpondenzblatt für den akademiſch gebildeten fehrerſtand 
2<-Herausgegeben vonProfeſſorDrU. Hoofeinberlin --2“" « 
 
 
Nr. 10 
Tod, Tragödie und Krieg. 
(Auch eine Deutſch-Stunde in Kriegezzeit.) 
IL.1) | 
„Der Tod hat eine reinigende Kraft.“ Er vermag, „in 
ſeinem unvergänglichen Palaſte zu echter Tugend reinem 
Diamant das Sterbliche zu läutern und die Fleden der 
mangelhaften Menſchheit zu verzehren“. Das Bild des 
Lebenden wird ſo leicht durch Eiferſucht und Neid, Lüge 
oder Schmeichelei entſtellt; der Tod nimmt die Sc<atten 
hinweg; die Fehler und Schwächen zergehen vor der ver- 
geſſenden und vergebenden Milde; das Bild verklärt ſich; 
„alle Zorne3flammen löſchen aus“ vor dieſem mädtigen 
Vermittler und Verſöhner. Auf dem Schlachtſelde liegen 
friedlich nebeneinander, die tödliche Wunden einander ſ<lu- 
gen, und das eingeborene Geſez der Menſchlichkeit gebietet, 
im Toten nur den Menſchen zu ſehen und in ihm den 
Bruder zu ehren. Ja, Tod und Leben werten ſich um im 
Kriege. Die Vernichtung wird zur Verherrlichung, Leid 
und Trauer zu Stolz, das Gedenken zum Rühmen. Der 
Tod verliert ſeinen Stachel, das Sterben wird zum „Leben“ 
im höchſten Sinne. Und das Leben!? Es wird im Kriege 
von Antinomien durc<wogt noch mehr als ſonſt. Wie 
wenig bedeutet da der einzelne, und doch auch wieder wie 
viel! Wie wenig iſt ein Gefallener unter der Majſe! 
Eine verſunkene Welle im mächtigen Strom, ein Blatt, das 
der Herbſtwind von dem Walde gelöſt hat. Und wie viel! 
Jeder iſt an ſeinem Plaze eine Kraft, in der Kette ein not- 
wendiges Glied, alle Möglichkeiten des Wertes und der 
Bedeutung in ſich tragend : an ihm kann der Sieg hängen, 
ein Wort, eine Tat kann entſcheiden; ein Lebenskreis 
ſank mit ihm. 
Sag nicht: nur einer... Er auch war ein Held 
und hat ſein ganzes Daſein hingegeben 
Wo tauſend fallen, ſterben tauſend Leben; 
wo einer ſtürzt, ſtürzt mit ihm eine Welt, 
ſtürzt jene Welt, die andern heilig ſchien; 
und irgendwo weint -.irgendwer um ihn. 
Und am Abend, wenn die Geſchüße ſchweigen, wenn die 
Nacht heraufzieht mit ihren Sternen, dann wird in der 
Stille ein Grab geſchaufelt, ein kurzes Gebet geſprochen 
unter dem Himmel38dom, ein ſchlichtes Kreuz wird gejeßt =- 
und weiter rollt die Zeit, rollt das Leben, der Krieg, der 
Tod, unerbittlich in der Frühe ſein Werk aufs neue be- 
ginnend. Und doc< welche Erhabenheit liegt in jolcher 
Schlichtheit und inneren Wahrheit, die fern von jedem 
1) Vergl. S. 89ff. d. Bl. 
Leipzig, den 10. März 1945 | | 
 
153 
23. Jahrgang 
wieiebäieheh ild 
Schein und Trug! Man meſſe daran das prunkvolle Be- 
gräbni8 der „Großen“ in einer Großſtadt! -- 
Tod und Krieg ſind erhaben, wie das Meer, wie der 
Nachthimmel, das Gebirge, der Sturm: | u 
Das Erhabene, in deſſen Welt der Tod für das 
Einzelleben, die Tragödie für die Kunſt und der Krieg 
für das Völkerleben die Gipfel bilden, bezeichnet einen 
Miſchbegriff, aus Unluſt und Luſt, aus niederdrückenden 
und erhebenden Momenten gewoben. In unſerer menjc<- 
lichen Pſyche kann ja nur die Abſtraktion, und oft nur .ge- 
waltſam und willkürlich, das Ineinanderſpielende, ſich 
wechſelſeitig Bedingende und Durchdringende der Gefühls- 
vorgänge voneinander löſen und ſcheiden. Ganz reine, 
wirklich tiefe Gefühle gibt e8 ja kaum. Iſt nicht oft Haß 
irregeleitete Liebe und Liebe verſöhnter Haß ? Jede heftige 
Gemüts8bewegung trägt ihr Gegenteil in ſich. Selbſt in der 
Jreude können wir ein leiſes Mitſchwingen von Leid, von 
Unluſt ſpüren, von jenem Bangen, es könn e das Glück ent- 
ſchwinden, ja von der Gewißheit: e3 'muß vergehen! Und 
gibt e3 ein Leid ohne ein gewiſſes Luſtgefühl, ohne eine 
Wonne der Wehmut, und ſei dieſe auch nur die Erinne- 
rung, die jubelt: „Ich beſaß es doc<h einmal, was jo köſtlich 
iſt 12? Und wenn Nicarda Huch die dem Tode geweihte 
Jahre8zeit, den Herbſt, in ſich erlebt, genießt, jo froh- 
lo>t ſie, von der Vergänglichkeit dur<ſc<auert, doch noh. 
über das „Leben“, das ſie -in fich jpürt: 
Nicht Stürme ſind'3, die in den Wipfeln haujen, 
E3 iſt der Tod, er wirft das Laub hernieder, - 
Und auf und ab die bangen Äſte ſauſen, 
Wie nächt'ger Vögel ſchattendes Gefieder. 
De>t mich nur wie ein Grab, ihr Blätter, zu, 
Noc<h ſchaukelt lind euch die lebend'ge Bruſt. | 
Trink Luft und Sonne, Herz, bis daß auch du 
Vom ſc<hönen Stamm des Lebens laſſen mußt. 
Wa3 wir erhaben nennen, läßt eine doppelte Deutung 
zu : es iſt von überragender und daher teils niederbeugen- 
„der, teils zu ſich emporziehender Größe. Wir können es 
in der Geſchichte der Völker verfolgen, wie das Gefühl für 
das Wild=Romantiſche in der Natur erſt allmählich erwachte 
und ſich ausbildete*), ſo daß Entſezen und Grauſen, die das 
Gewaltige zunächſt auslöſt, einem Luſtgefühl wichen. Die 
Luſt an Erhabenem liegt darin, daß ſich unſere Seele dem 
Ungewöhnlichen öffnet, ſich dem Großen anpaßt; wir gehen 
auf in Kraft= und Machtgefühl; der Geiſt -weitet ſich - 
zu ungeahnter Höhe, das Empfinden ſteigert ſich in dem 
Genuß de38 Unendlichen, und wir entde>en in uns etwas 
2) Vergl. „VP 
Büdagogif und Poeſie“ 1? S. 273f: Die romantiſche 
Poeſie de8 Gebirges. | .
	        

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