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Deutsches Philologen-Blatt - 23.1915 (23)

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Bibliographic data

fullscreen: Deutsches Philologen-Blatt - 23.1915 (23)

Periodical

Persistent identifier:
027061086
Title:
Deutsches Philologen-Blatt
Subtitle:
Korrespondenz-Blatt für der akademisch gebildeten Lehrerstand
Document type:
Periodical
Place of publication:
Leipzig
Language:
German
Collection:
Pädagogische Zeitschriften
ZDB-Nummer:
2176772-5
Access restriction:
Siehe Bände

Periodical volume

Persistent identifier:
027061086_0023
Title:
Deutsches Philologen-Blatt - 23.1915
Shelfmark:
02 A 1081 ; RF 744 - 764
Document type:
Periodical volume
Publication year:
1915
Collection:
Pädagogische Zeitschriften
Access restriction:
Open Access

Periodical issue

Title:
Heft 42
Document type:
Periodical
Structure type:
Periodical issue
Collection:
Pädagogische Zeitschriften
Access restriction:
Open Access

Article

Title:
Ansprachen aus jüngsten Tagen
Author:
Biese, Alfred
Document type:
Periodical
Structure type:
Article
Language:
German
Collection:
Pädagogische Zeitschriften
Link zum Katalog:
BBF0561821
Access restriction:
Open Access

Contents

Table of contents

  • Deutsches Philologen-Blatt
  • Deutsches Philologen-Blatt - 23.1915 (23)
  • Heft 1 (1)
  • Heft 2 (2)
  • Heft 3 (3)
  • Heft 4 (4)
  • Heft 5 (5)
  • Heft 6 (6)
  • Heft 7 (7)
  • Heft 8 (8)
  • Heft 9 (9)
  • Heft 10 (10)
  • Heft 11 (11)
  • Heft 12 (12)
  • Heft 13 (13)
  • Heft 14 (14)
  • Heft 15 (15)
  • Heft 16 (16)
  • Heft 17 (17)
  • Heft 18 (18)
  • Heft 19 (19)
  • Heft 20 (20)
  • Heft 21 (21)
  • Heft 22 (22)
  • Heft 23 (23)
  • Heft 24 (24)
  • Heft 25 (25)
  • Heft 26 (26)
  • Heft 27 (27)
  • Heft 28 (28)
  • Heft 29 (29)
  • Heft 30 (30)
  • Heft 31 (31)
  • Heft 32 (32)
  • Heft 33 (33)
  • Heft 34 (34)
  • Heft 35 (35)
  • Heft 36/37 (36/37)
  • Heft 38 (38)
  • Heft 39 (39)
  • Heft 40 (40)
  • Heft 41 (41)
  • Heft 42 (42)
  • Ansprachen aus jüngsten Tagen
  • Dem Gedächtnis eines Helden
  • Ein neuer Feind
  • Eine alte Vorschrift über schriftliche Arbeiten in den Gelehrtenschulen
  • Aus dem preußischen Abgeordnetenhause VIII.
  • Das Consilium abeundi
  • "Berliner Abend" im Zentralinstitut für Erziehung und Unterricht in Berlin
  • Ministerialerlaß über Geschichtslehrbücher
  • Vermißte Amtsgenossen
  • Mitteilungen und Nachrichten
  • Bücherbesprechungen
  • Zeitschriftenschau
  • Zeitungsschau
  • Personalnachrichten
  • Heft 43 (43)
  • Heft 44 (44)
  • Heft 45 (45)
  • Heft 46 (46)
  • Heft 47 (47)
  • Heft 48 (48)

Full text

MRRIES SAINT IE IE 03 ds n 
deutſc<esPhilologenBlatt 
Korreſpondenzblatt für den akademiſch gebildeten Lehrerſtand 
: H erausgegeben vonProfeſſorDr.Il hoofe inBerlin > 
Nr. 42 
 
Anſprachen aus jüngſten Tagen. 
1. 
Es wird Herbſt. (28. 9. 15.) 
Es wird Herbſt um uns her. Wer kann ſich ſeiner 
ſtillen, ernſten Schönheit entziehen ? Noch einmal entfaliet 
die Mutter Sonne ihren vollen Glanz und ſtrahlt mit einer 
Wärme, die uns wähnen läßt, es ſei immer no< Sommer. 
Und wie klar iſt die Luft, wie weit, weit können wir den 
Bli> von der Höhe ſchweifen laſſen! Stolz und grün ſteht 
no< der Wald mit ſeinen hohen Hallen, ruhig wölben ſich 
die Kronen von Wipfel zu Wipfel. Und doch! Durch alle 
die goldene Majeſtät und die jſtrogende Fülle weht es wie 
ein Hauch des Vergehens und Welkens, ſo daß leiſe Melan- 
<holie jich in unſer Herz ſtiehlt. Der Wald iſt ſtumm; 
kein munterer Vogellaut erſchallt mehr; hier und da ver- 
 
 
nimmt man nur das eintönige Klopfen des Spechtes. Und 
I<hon färben jich die zarten Blätter der Birke, und nicht 
lange währt es, dann prangt der Wald in ſeinem bunten 
Mantel und leuchtet in der Abendſonne in tauſend Farben. 
Zu keiner Jahre3zeit hat das Sonnenlicht einen iv 
magiſchen Zauber wie im Herbſt. Im Frühling kämpft 
es mit den Nebeln, und im Sommer webt ſo oft flim- 
mernder Dunſt über den Höhen, aber jeßt iſt das Licht 
von ſchleierloſer Durchſichtigkeit und Reinheit, ein lauteres, 
himmelgeborenes Element. S<harf zeichnen ſich alle For- 
men und Farben in der Ferne ab, die Linien der Hügel 
und der Berge und der Täler; das Auge kann ſich nich: 
erſättigen an dem weiten Rundblick: ſriſc; und herb weht 
uns die Luft der Höhe an, und trunken verſenkt ſich die 
Phantaſie in das luftige Weben und Schweben der Wol- 
ken, die über uns wie lichtumränderte Schiffe im Ozean des 
Äthers dahinziehen oder ſic wie Sonnenburgen aufbauen, 
und andere umringen die güldene Spenderin all der Wärme 
und all der Wonne und geleiten ſie zur Rüſte. „O, daß 
kein Flügel mich vom Boden hebt, Jhr nach und immer 
nach zu ſtreben! ...“ 
E3 iſt der Zauber des Feierlichen gebreitet über ſfol- 
d<jen fonnigen Herbſttag voll leuchtenden Glanzes. Da 
ſingt der Dichter -- es iſt Friedrich Hebbel =: 
Das iſt ein Herbſttag, wie ich keinen ſah, 
Die Luft iſt ſtill, al8 atmete man kaum, 
Und dennoch fallen raſchelnd, ſern und nah, 
Die ſchönſten Früchte ab von jedem Baum. 
OÖ ſtört ſie nicht, die Feier der Natur! 
Dies iſt die Leſe, die ſie ſelber hält, 
Denn heute löſt ſich von den Zweigen nur, 
Was vor dem milden Strahl der Sonne fällt 
619 
Leipzig, den 10. November 1913 
und Sehnſucht. 
und ſtrahlend auf, bald verſinkt die Welt in trüben Ne- 
 
29800535 
23. Jahrgang 
 
Doch in all den Sonnen- und Sarbenglanz miſcht ich 
eine ſüße Wehmut. E5 gibt wohl keinen deutjc<hen Dichter, 
der ihr nicht Ausdruck geliehen hätte. 
So 3. B. Martin Greif: 
Wie ferne Tritte hörſt .du's ſchallen, 
Doch weit umher iſt nicht3 zu ſehn, 
- Al35 wie die Blätter träumend fallen: 
Und rauſchend mit dem Wind verwehn. 
Es dringt hervor wie leiſe Klagen, 
Die immer neuem .Schmerz entſtehn, 
Wie Wehruf aus entſchwundnen . Tagen, 
Wie ſtetes Kommen und Vergehn. 
' Du hörſt, wie -durch der Bäume Gipfel“ SEIEN 
Die Stunden unaufhaltſam gehn, > -- 
Der Nebel regnet in die Wipfel, 
Du weinſt und kannſt es nicht verſtehn. 
Die Poeſie des Herbſtes iſt Glanz und iſt Wehmut 
Bald leuchtet noch ein Sonnentag hell 
bel, in Regenſchleier, oder der Wind ſtürmt wild in 
den Wipfeln und bricht die morſchen Äſte und fegt die 
welken Blätter vor ſich her. 
Gerade in dieſem Herbſt ergreift uns tiefer als je- 
mals dies langſame Sterben der Natur, denn es wird uns 
zum Sinnbiid für die Tauſende unſerer deutſchen Brüder, 
die in Oſt und Weſt und Süd in- den Tod geſunken jind 
für die Größe und die Ehre unſeres Vaterlandes. Sie 
waren auch friſche, grüne Blätter an dem- Stamme unſeres 
Volkes. Der Kriegesſturm riß ſie dahin... . 
Die edlen, tapferen Krieger haben uns die. Sicherheit 
des Heimatlandes erſtritten und gewahrt, ſie litten und 
ſtarben für einen ehrenvollen Frieden. Der Friede leuchtet 
ja durc< alle die furchtbaren Kämpfe hindurch, er winkt 
als Siegespreis, er prangt in unſeren Hoffnungsträumen. 
Und iſt es im Herbſt nicht auch alſo, daß bei aller Weh- 
mut über die Vergänglichkeit, die er atmet, doch die Ge- 
wißheit hindurchſchimmert: Es muß doch wieder Früh.ing 
werden ? 
Die Dichter geben auch dieſem Gedanken und dieſer 
Stimmung lebendigen Aus8dru>. So Theodor Storm :- 
Schon in38 Land der Pyramiden 
Flohn die Störche über8 Meer, 
Schwalbenflug iſt längſt geſchieden, - 
Auch die Lerche ſingt nicht mehr. 
Seufzend in geheimer Klage 
Streift der Wind das lehte Grün, - 
Und die ſüßen Sommertage, 
Ach, ſie ſind dahin, dahin!
	        

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