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Deutsches Philologen-Blatt - 23.1915 (23)

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Bibliographic data

fullscreen: Deutsches Philologen-Blatt - 23.1915 (23)

Periodical

Persistent identifier:
027061086
Title:
Deutsches Philologen-Blatt
Subtitle:
Korrespondenz-Blatt für der akademisch gebildeten Lehrerstand
Document type:
Periodical
Place of publication:
Leipzig
Language:
German
Collection:
Pädagogische Zeitschriften
ZDB-Nummer:
2176772-5
Access restriction:
Siehe Bände

Periodical volume

Persistent identifier:
027061086_0023
Title:
Deutsches Philologen-Blatt - 23.1915
Shelfmark:
02 A 1081 ; RF 744 - 764
Document type:
Periodical volume
Publication year:
1915
Collection:
Pädagogische Zeitschriften
Access restriction:
Open Access

Periodical issue

Title:
Heft 48
Document type:
Periodical
Structure type:
Periodical issue
Collection:
Pädagogische Zeitschriften
Access restriction:
Open Access

Article

Title:
Wie Caesar bei Cicero speiste
Subtitle:
ein Intermezzo aus der Zeit der römischen Bürgerkriege
Author:
Birt, Th.
Document type:
Periodical
Structure type:
Article
Language:
German
Collection:
Pädagogische Zeitschriften
Link zum Katalog:
BBF0564718
Access restriction:
Open Access

Contents

Table of contents

  • Deutsches Philologen-Blatt
  • Deutsches Philologen-Blatt - 23.1915 (23)
  • Heft 1 (1)
  • Heft 2 (2)
  • Heft 3 (3)
  • Heft 4 (4)
  • Heft 5 (5)
  • Heft 6 (6)
  • Heft 7 (7)
  • Heft 8 (8)
  • Heft 9 (9)
  • Heft 10 (10)
  • Heft 11 (11)
  • Heft 12 (12)
  • Heft 13 (13)
  • Heft 14 (14)
  • Heft 15 (15)
  • Heft 16 (16)
  • Heft 17 (17)
  • Heft 18 (18)
  • Heft 19 (19)
  • Heft 20 (20)
  • Heft 21 (21)
  • Heft 22 (22)
  • Heft 23 (23)
  • Heft 24 (24)
  • Heft 25 (25)
  • Heft 26 (26)
  • Heft 27 (27)
  • Heft 28 (28)
  • Heft 29 (29)
  • Heft 30 (30)
  • Heft 31 (31)
  • Heft 32 (32)
  • Heft 33 (33)
  • Heft 34 (34)
  • Heft 35 (35)
  • Heft 36/37 (36/37)
  • Heft 38 (38)
  • Heft 39 (39)
  • Heft 40 (40)
  • Heft 41 (41)
  • Heft 42 (42)
  • Heft 43 (43)
  • Heft 44 (44)
  • Heft 45 (45)
  • Heft 46 (46)
  • Heft 47 (47)
  • Heft 48 (48)
  • Ernst Meumann zum Gedächtnis
  • Kriegsjahresberichte 1914/15 der bayerischen gymnasialen Anstalten
  • Dienstanweisung für das Lehrerkollegium der Allgemeinen Deutschen Schule zu Antwerpen, im Lichte der preußischen Dienstanweisung vom 12. Dezember 1910
  • Die Organsiation des Lichtbilderwesens für die höheren Schulen
  • Mitteilungen und Nachrichten
  • Vereine
  • Bücherbesprechungen
  • Zeitschriftenschau
  • Zeitungsschau
  • Personalnachrichten
  • Fortuit
  • Wie Caesar bei Cicero speiste

Full text

- Wie Caeſar bei Cicero ſpeiſte. 
Ein Intermezzo aus der Zeit der römiſchen Bürgerkriege. 
Von Th. Birt!). 
In der Vorhalle vor dem Speiſeſaal war e3 himm=- 
lijc<h zu ſiden. Die Natur ſtrahlte. Der Seewind ſächelte. 
Aus Buch8 und Lorbeer und Roſengehängen, aus den 
Feſtons und gefüllten Vaſen wogten narkotiſche Düfte. 
Der Veſuv ragte über dem Hau3dach prangend ii groß- 
artiger Plaſtik empor, mit Rebenwuc<hs und Wald bede>t 
bi3 oben, und alles troff von flimmerndem, unermeßlichem 
Licht, obſchon der glühende Sonnenwagen am Himmel ſich 
ſhon zum blauen Meer zu ſenken begann. 
Da ſaß man auf Stühlen und begann langſam zu 
ſpeijen. Etwas Vorkoſt gab's; die Diener brachten Eier, 
Salat, Auſtern, Krebſe und Languſten zur Aus8wahl. Dazu 
fam der heiße Wein aus Le3bos. Die Scaltiere waren 
mühſam zu eſſen, und man war vollauf beſchäftigt. 
„Cäſar, der Verwöhnte, nahm huldvoll vorlieb. Teren- 
tia bewahrte auch jetzt ihre höflichzmm Formen. „Wirſt du 
bei uns nächtigen, Cäſar ?“ fragte ſie. „Wir haben Raum 
für alle.“ | | 
Er lehnte dankend ab: „Wenn die Dunkelheit kommt, 
muß ich zurüc.“ 
„Wirſt du reiten oder fahren ?“ 
„3< fahre; mein Wagen iſt in eurem Schuppen ein- 
geſtellt.“ 
Sogleich befahl ſie, daß Cäſars Leibkutſch2r: reichlich 
zu beköſtigen und mit Wein zu verſehen ſei; er ſolle in der 
Geſindeküche möglichſt feſtgehalten werden. 
Cäſar wollte auf dieſe troßige Frau do< gern den 
gebührenden Eindru> machen; es gab kaum eine, ob alt, 
vb jung, die ihm widerſtand, und er verſuchte zu plau- 
dern, indem er von Ägypten und den Nilkanälen erzählte, 
die leider halb verſandet ſind. Die Neuregulierung würde 
Unſummen verſchlingen. Terentia gähnte; ſie intereſſierte 
* das nicht. Mamurra aber warf gleich dazwiſchen : „Ägyp- 
ten, Terentia! feine Welt, großes Leben! Das ſollteſt du 
ſehen: fo zwang"o3, erzluſtiz und ſo exotiſc<;! Und alles 
überlebenö8groß! Allein dieſe Nilpferde. Wer in ſolch einen 
Nilpferdrachen hineinſchaut, der meint, er könnte darin 
einen Weinkeller anlegen oder unſer teurer Cicero könnte 
darin ſien, wenn er eine berühmte Rede ſchreibt.“ 
Terentia amüſierte ſich. Cicero aber ſagte gutherzig: 
„I< ziehe denn doch den Weinkeller vor.“ | 
„Und die Nilquellen, lieber Cicero“, ſette Cäſar ernſt- 
haft und nicht ohne Wichtigkeit hinzu. „Das iſt das große 
Problem, das mich bewegt. I< habe eine Stromfahrt 
nilaufwärt8 gemacht, weit über die Katarakte hinaus, 
bis zu den Zwergvölkern. Zwei Ströme ſind's, die aus 
dem Innern. . .“ 
Der vorlaute Mamurra unterbrach ihn mit Lachen. 
„„Da3 war nämlich die Fahrt, wo wir in Phile die Schlüſ- 
ſel zur Tempelkaſſe erbeuteten. Die Prieſter, die Bonzen, 
fütterten gerade igre heiligen Kaßen, und ſie wiſſen gar 
nicht, wieviel ihnen da abhanden gekommen iſt.“ 
* Brutus8 wollte den üblen Eindru>k dieſer Worte ſchnell 
verwiſchen und ſagte treuherzig mit ſeinem klangvollen 
Organ: „Afrika, eine unentdeckte Unendlichkeit! Es iſt 
nichts erhabener al8 die Größe der Welt, und es iſt | 
1) Die3 mitten aus dem römiſchen Leben herausgegrifſene Bild 
findet ſi< in der Novelle „Der Beſuch bei Cicero“, die ebenfalls in 
der prächtigen Sammlung „Novellen und Legenden aus verklungenen 
Zeiten“ enthalten iſt. In ihr wird da3 Bekenntnis des Verfaſſers 
verwirklicht: „Weltgeſchichte zu ſchreiben, genügt nicht, man muß die 
Vergangenheit dichten, erſt dann wird ſie wahr!“ 
 
nichts heiliger als die -verborgenen Quellen dex großen 
Ströme; denn ſi2 gleichen dem Urſprung der Elemente 
unſres Leben3.“ | 
Cäſar zerkaute eine Krebsſc<hale, daß es knirſchte: 
„Hätte ih nur einen exakten Naturforſcher, einen Era- 
- toſthenes zur Hand, der ſih auf Erdmeſſung verſte9t, ich 
würde ihm ein Geleit von 10000 Mann mitgeben, und er 
ſollte mir in das heiße Land und mir die Nilquellen er- 
ſorſ<en. Man muß den Erdball kennen, den man ver- 
waltet !“ | 
Er fah über alle3 bedeutend aus, als er ſo ſprach. 
Seine ſchwarzen Augen ſtanden unter der hohen Stirn 
wie Kohlen und ſeltſam funkelnd in dem pergamentblaſſen 
Geſicht. Nilquellen, Erdmeſſung, Zeitmeſſung, Kalender- 
weſen : ſein reger Geiſt umfaßte, erfaßte alles. 
Da kam der Koch und gab mit wehender Serviette 
'das Zeichen. Terentia erhob ſich, und man ging in den 
großen Eßfaal, der no<9? hell genug war. Gleichwohl - 
waren im Hintergrund an den Kandelabern die Lampen 
Ichon entzündet. Ein Paar Pilaſter teilten den Saal 
in zwei Hälften. In beiden Hälften ſtanden Speiſ2betten. 
Cäſar ſand ſeinen Mamurca heute doch etwa3 zu dreiſt 
und unbequem ; aber Terentia kam ſeinen Wünſchen zuvor, 
indem ſie über die Tiſchordnung entſchied. Mamurra bekam 
in der anderen Saalhälfte den Ehrenplatz unter den Offi- 
zieren des Geſolges ; dazu kam noch Tiro und der inzwiſchen 
erſchienene HauSarzt, während die eigentlichen Würden- 
träger für ſich blieben. Zwei Speiſelager ſtanden ſich 
gegenüber; auf das eine legte ſich Cäſar neben Brutus 
und Ventidius, auf dem andern nahmen Cicero und 
Terentia Pla. Die Fußſohlen wurden gelöſt, die Hände 
neu geſpült. : " 
Ventidius war der berüchtigte Spediteur und Maul- 
tiertreiber, mit den gedunſenen Lippen und dem ſchlecht aus- 
raſierten Geſicht, den Cäſar unlängſt zum Senator ge=- 
macht hatte: er war dick; Cäſar begünſtigte b2zkanntlich die 
Diken, und auc< inſofern war Ventidius unſc<hädlich, als 
-er nur mit ſeinen Knechten und Tieren deutlich zu jprechen 
verſtand. In Geſellſchaft grunzte er nur laut in ſich 
hinein, wenn ſein Herr und Meiſter etwas Kluges ſagt2?. 
Für Terentia war e3 ein Opfer, mit dieſer Kreatur, die 
nach dem Stall roch, aus derſelben Schüſſel zu langen. 
Da kam eine Wolke von Bratenduſt. Ein vollſtändiger 
Eber wurde auf einem Tiſch ſäuberlich aufgebaut hereinge- 
tragen. Der Vorleger hatte dem Tier die Knochen gebrochen, 
zerlegte jezt das Rücken- und Keulenſfleiſch und häuſte die 
Stückchen ſorglich zuſammen. Und wieder begann ein fleißi- 
ges Schmauſen. Man hatte keine Gabeln und Meſjer und 
mußte ſich die feucht gewordenen Hände immer wieder am 
weichen Brot abwiſchen. Cäſar nahm als. erſter mit langen 
Fingern ein Stü Rücdenſfleiſch, das er ſich von ſeinem 
arabiſchen Leibdiener reichen ließ (denn jeder Gaſt hatte 
ſeinen eigenen Diener hinter ſich ſtehen). „Unſer Cicero iſt 
Jäger geworden“, ſagte Cäſar dabei erheitert. 
„Unſer Cicero hat einen Eber erlegt.“ 
„I< jage ein anderes Wild“, . ſagte Cicero. 
„Welches Wild ?“ 
„I< jage Gedanken.“ 
„Du jagſt Gedanken ?“ = 
„Ja; denn ich habe ſelbſt keine und muß doch von 
ihnen leben ; und ich finde ſie in den Wäldern der Griechen, 
an den Quellen der WeiSheit des Ariſtoteles und Plato.“ 
„Ariſtoteles und Plato“, ſagte Brutus feierlich ; „auch 
das ſind heilige. Quellen, die man anbeten möchte, heilig 
wie die Quellen des Nil.“ : i 
Ventidius grunzte vernehmlich... uſw. -
	        

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