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Deutsche Blätter für erziehenden Unterricht - 21.1894 (21)

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Bibliographic data

fullscreen: Deutsche Blätter für erziehenden Unterricht - 21.1894 (21)

Periodical

Persistent identifier:
027110176
Title:
Deutsche Blätter für erziehenden Unterricht
Document type:
Periodical
Publisher:
Beyer
Place of publication:
Langensalza
Language:
German
Collection:
Pädagogische Zeitschriften
ZDB-Nummer:
2178082-1
Access restriction:
Siehe Bände

Periodical volume

Persistent identifier:
027110176_0021
Title:
Deutsche Blätter für erziehenden Unterricht - 21.1894
Shelfmark:
02 A 0177 ; RF 696, 697
Document type:
Periodical volume
Publication year:
1894
Collection:
Pädagogische Zeitschriften
Access restriction:
Open Access

Periodical issue

Title:
Heft 52
Document type:
Periodical
Structure type:
Periodical issue
Collection:
Pädagogische Zeitschriften
Access restriction:
Open Access

Article

Title:
Spracheinheit und Sprachreinigung
Subtitle:
(Schluss)
Author:
Kluge, Friedrich
Document type:
Periodical
Structure type:
Article
Language:
German
Collection:
Pädagogische Zeitschriften
Link zum Katalog:
BBF0777242
Access restriction:
Open Access

Contents

Table of contents

  • Deutsche Blätter für erziehenden Unterricht
  • Deutsche Blätter für erziehenden Unterricht - 21.1894 (21)
  • Heft 1 (1)
  • Heft 2 (2)
  • Heft 3 (3)
  • Heft 4 (4)
  • Heft 5 (5)
  • Heft 6 (6)
  • Heft 7 (7)
  • Heft 8 (8)
  • Heft 9 (9)
  • Heft 10 (10)
  • Heft 11 (11)
  • Heft 12 (12)
  • Heft 13 (13)
  • Heft 14 (14)
  • Heft 15 (15)
  • Heft 16 (16)
  • Heft 17 (17)
  • Heft 18 (18)
  • Heft 19 (19)
  • Heft 20 (20)
  • Heft 21 (21)
  • Heft 22 (22)
  • Heft 23 (23)
  • Heft 24 (24)
  • Heft 25 (25)
  • Heft 26 (26)
  • Heft 27 (27)
  • Heft 28 (28)
  • Heft 29 (29)
  • Heft 30 (30)
  • Heft 31 (31)
  • Heft 32 (32)
  • Heft 33 (33)
  • Heft 34 (34)
  • Heft 35 (35)
  • Heft 36 (36)
  • Heft 37 (37)
  • Heft 38 (38)
  • Heft 39 (39)
  • Heft 40 (40)
  • Heft 41 (41)
  • Heft 42 (42)
  • Heft 43 (43)
  • Heft 44 (44)
  • Heft 45 (45)
  • Heft 46 (46)
  • Heft 47 (47)
  • Heft 48 (48)
  • Heft 49 (49)
  • Heft 50 (50)
  • Heft 51 (51)
  • Heft 52 (52)
  • Spracheinheit und Sprachreinigung

Full text

 
 
ERZIEHEN DEN UN TERRICHT. 
Vöchentlich erscheint eine Nummer. 
Preis: vierteljährlich 1,60 M. 
Anzeigen: 30 Pf. für die 3gesp. Petitzeile. 
HERAUSGEGEBEN VON 
FRIEDRICH MANN. 
Zu beziehen durch jede Buchhandlung 
und Postanstalt. 
No. der Postzeitungsliste: 1599- 
 
XXL Jahrgang. | malt: 
Sprachreinheit und Spraohreinlgung. 
Von Prof. Friedrich Kluge. 
(Schluſs.) 
1894. No. 52. 
 
 
Die im ersten Teile Wioger Zeitschrift enthultenen Abhandlungen verbleiben Eigentum der Verlagshandlung. 
Sprachreinhneit und Sprachreinigung 
gegohichtlich betrachtet, 
Vortrag, gehalten auf der Eauptveraammlung 4 des. Allgemeinen Deutschen Spröchvereins zu „Koblenz am 19. August. 1894 
SI von 'Prof. Friedrich - Kluge. 
Was die Sprachgeschichte uns lehrt, -ist die gewisse 
Zuvergicht, daſs. die Ausgichten der Premdworto nicht S9 
ängstlich Sind, wie. es im-Streit- der Meinungen wohl dar- 
gegtellt wird. Wir dürfen getrost. die Hoffnung schöpfen, | 
daſs die Lobredner der Fremdworte von der Zuk aunft eines 
Besgern belehrt und verstummen werden. EF 'emdworte 
haben nur .unter fest. bestimmten Gesetzen. ein Janges 
Leben. . Nie gind gie kurzlebiger, als wenn gie trotz. un- 
deutschem Gepräge der Mode eines Zeitalters ihren Ein- 
zug verdanken: Die Masse. jener Fremdlinge, die gich im 
Deutsch des 17. Jahrhunderts S0 wohl gefallen, haben die 
Blütezeit unserer. Litteratur nicht erlebt. Und.im Zeitalter 
Goethes und Campes treffen wir Fremdworte, die gich 
nicht einmal 50 Jahre lang bei uns zu halten. vermocht 
haben. Die Sprache stöſst das Fremdartige immer wieder 
ab, und die Freunde. der Sprachreinigung baben an der 
Sprache gelbst den mächtigsten Bundesgenossen. Durch 
glückliche Bedingungen vor Jener Zerstörung behütet, die 
dem Englischen fast . bis zur Verleugnung .Seiner an- 
geborenen Sprachart widerfahren, hat Sich ungere Mutter- 
Sprache niemals ihrer Selbständigen Erbeigentümlichkeiten - 
entäuſsert. Unger Sprachgefühl ist zu allen Zeiten 80. Sehr 
deutsch gewesen, daſs. die zeitweise Mode es nicht hat 
zerstören können; die angestammten Grundfarben und 
Töne haben Sich nie 80 grell und abstoſsgend“ geändert, 
wie es mit dem Englischen der Fall gewegen. 
Unzer angeborenes Sprachgefühl äuſgert gein Wider- 
Streben gegen Fremdes und Fremdartiges 80 unzweideutig, 
daſs man immer darin -- und mit Recht -- einen wesent- 
lichen Grund gegen das Fremdwort gegehen hat. Ich denke 
an die volksetymologische Umgestaltung und verdeut- 
lichende Umbildung von Fremdworten. In einigen Fall.“ 
die man gern hier angeführt, glaube ich aber die ersten 
Regungen des Einheimischen zu fühlen und die Enistehung 
des Einheimischen zu beobachten. Wir agen: »das agens 
* (Sohluls.) - 
Seines Lebens War Sein Ehrgeize, 
* treibende agens. war Sein Ehrgeiz «, und Schlieſslich -heiſst 
.0s „allgemein: 
 
wir hören dann: * »das 
»das Treibende war. gein Ehrgeiz«. - Auf 
examen folgt „eigentlich naturgemäſs Bxamenspr üfung, 
und Seit 1700 kommt dann Prüfung allein auf, und es 
gewinnt Doch heute vor ungern Augen Breite und Umfang. 
Wenn wir vom treibenden Agens, von Examens- 
prüfungen hören oder legen, 80 dürfen wir.wohl zuver- 
Sichtlich. -hoffen; daſs .die. Todesstunds des. Fremdwortes 
nicht“ Fern ist. | 
wenn man darin Halbbildung, „unfreiwillige Komik und 
Man beurteilt Solche Fälle zu einseitig, 
Geschmacklosig gkeit erkennt. Die reitende Kavallerie, 
die Examensprüfung, der Guerillakrieg und alle 
jene Beispiele, 
mit denen man 80 gern das Fremde als 
überflüssig und häſslich brandmarkt -- man .muls zie 
auch ernst nehmen als die echte und wahre Regung, - das | 
Fremde allwählich ganz abzustreifen. | 
Beweist. die deutsche Sprachgegchichte, daſs die über- 
wiegende Magse der modischen Fremdworte einheimischen ' 
Wortgebilden von Selbst weichen muſs, 80 bleibt noch zu 
ermitteln, was denn von fremdem Sprachgut lebensfähig . 
auf Jeutschem Boden ist. Die Antwort darauf liegt in 
'ungerer bisberigen Betrachtung. Was unserm Sprachgefühl 
widerstrebt, verfällt dem puriztiSchen Zug der Sprache. 
Was mit ungerm Sprachgefühl . Sich verträgt, kann Sich | 
halten und dauernd einbürgern. Wer glaubt, daſs Jedes 
französische, jedes lateinische Wort entlehnbar und daſs 
die Aufnahme von Fremdworten an keine Regeln gebunden 
ist, der hat Sich nicht ernstlich in den Entwickelungs- 
gang ungerer Sprache vertieft. Sn . 
Ich rede vom Deutschen. Das EngliSche, das unter 
andern Lebensbedingungen erwachsen ist, muſs mit anderm 
Maſsstab gemessen werden. Ungere Sprache, die. ihren . 
Erbeharakter nie preisgegeben hat und immer deutsch ge- 
blieben ist, gestattet die Aufnahme und Einbürgerung von 
52
	        

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