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Deutsche Blätter für erziehenden Unterricht - 21.1894 (21)

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Bibliographic data

fullscreen: Deutsche Blätter für erziehenden Unterricht - 21.1894 (21)

Periodical

Persistent identifier:
027110176
Title:
Deutsche Blätter für erziehenden Unterricht
Document type:
Periodical
Publisher:
Beyer
Place of publication:
Langensalza
Language:
German
Collection:
Pädagogische Zeitschriften
ZDB-Nummer:
2178082-1
Access restriction:
Siehe Bände

Periodical volume

Persistent identifier:
027110176_0021
Title:
Deutsche Blätter für erziehenden Unterricht - 21.1894
Shelfmark:
02 A 0177 ; RF 696, 697
Document type:
Periodical volume
Publication year:
1894
Collection:
Pädagogische Zeitschriften
Access restriction:
Open Access

Periodical issue

Title:
Heft 9
Document type:
Periodical
Structure type:
Periodical issue
Collection:
Pädagogische Zeitschriften
Access restriction:
Open Access

Article

Title:
Der Philosoph Johann Friedrich Herbart
Author:
Steinthal, H.
Document type:
Periodical
Structure type:
Article
Language:
German
Collection:
Pädagogische Zeitschriften
Link zum Katalog:
BBF0776694
Access restriction:
Open Access

Contents

Table of contents

  • Deutsche Blätter für erziehenden Unterricht
  • Deutsche Blätter für erziehenden Unterricht - 21.1894 (21)
  • Heft 1 (1)
  • Heft 2 (2)
  • Heft 3 (3)
  • Heft 4 (4)
  • Heft 5 (5)
  • Heft 6 (6)
  • Heft 7 (7)
  • Heft 8 (8)
  • Heft 9 (9)
  • Der Philosoph Johann Friedrich Herbart
  • Lose Blätter
  • Zeitgeschichtliche Mitteilungen
  • Heft 10 (10)
  • Heft 11 (11)
  • Heft 12 (12)
  • Heft 13 (13)
  • Heft 14 (14)
  • Heft 15 (15)
  • Heft 16 (16)
  • Heft 17 (17)
  • Heft 18 (18)
  • Heft 19 (19)
  • Heft 20 (20)
  • Heft 21 (21)
  • Heft 22 (22)
  • Heft 23 (23)
  • Heft 24 (24)
  • Heft 25 (25)
  • Heft 26 (26)
  • Heft 27 (27)
  • Heft 28 (28)
  • Heft 29 (29)
  • Heft 30 (30)
  • Heft 31 (31)
  • Heft 32 (32)
  • Heft 33 (33)
  • Heft 34 (34)
  • Heft 35 (35)
  • Heft 36 (36)
  • Heft 37 (37)
  • Heft 38 (38)
  • Heft 39 (39)
  • Heft 40 (40)
  • Heft 41 (41)
  • Heft 42 (42)
  • Heft 43 (43)
  • Heft 44 (44)
  • Heft 45 (45)
  • Heft 46 (46)
  • Heft 47 (47)
  • Heft 48 (48)
  • Heft 49 (49)
  • Heft 50 (50)
  • Heft 51 (51)
  • Heft 52 (52)

Full text

 
EUTSCHE 
ERZIEHENDEN 
HERAUSGEGEBEN VON 
FRIEDRICH MANN. 
Wöchentlich erScheint eine Nummer. 
Preis: vierteljährlich 1,60 M. 
Anzeigen: 30 Pf. für die 3gesp. Petitzeile. 
LÄTTER 
FE 
UNTERRICHT. 
Zu beziehen durch jede Buchhandlung 
und Postanstalt. 
No. der Postzeitungsliste: 1599. 
 
XXL Jahrgang. Inhalt: 
| 
Der Philosoph Johann Friedrich Herbart. Von Dr. H. Steinthal. -- Lose | 
Blätter: Mitteilungen des Vereins der Freunde Herbartischer Pädagogik in 
Thüringen. Erster Deutscher Kongreſs für Jugend- und Volkgspiele. 
Zeitgeschichtliehe Mitteilungen. 
1894. No. 9. 
13. -- 
 
 
Die im ersten Teile dieger Zeitschrift enthaltenen Abhandlungen verbleiben Eigentum der Verlagshandlung. 
Der Philogoph Johann Friedrich Herbart. ') 
Von Prof. Dr. H. Steinthal in Berlin. 
Ja wohl, für einen Philosophen, der vor nunmehr 
590 Jahren, den 14. August 1841, aus der Zeitlichkeit ge- 
Schieden Ist, wage ich es, die Aufmerksamkeit des Lesers 
in Änspruch zu nehmen. Ich weils es, wie ungünstig 
gegenwärtig die Stimmung der deutschen Gelehrten gegen 
die Philosophie der ersten Hälfte unseres Jahrhunderts ist; 
wie diegelbe teils verachtet, teils gehaſst wird. Vielleicht 
aber haben diejenigen recht, welche im deutschen National- 
geist Schon Zeichen eines Umschwunges zu erkennen 
glauben, und welche eine Neubelebung des deutschen 
Tdealisemus als nahe bevorstehend erwarten. 
Als meine Meinung oder Hoffnung aber, oder als 
meinen Wunsch will ich gleich am Anfang aussprechen, 
daſs, wenn die erwartete Sinnegänderung eintreten wird, | 
dann nicht wieder die nächste Vergangenheit völlig ver- 
leugnet und dafür eine entgegengesetzte ältere Ansgchauungs- 
weise gepflegt, Sondern die wahrhaften Ergebnisse früherer 
und Späterer Zeiten zusammengefalst und fortentwickelt 
werden mögen ; daſs die Jugend nicht wieder in- üblicher 
Unart kurzweg Spreche: nicht 80, wie ungere Eltern, 8on- 
dern entgegengegetzt; dals 8sie vielmehr in gründlicher 
Kritik den Grundsatz bethätige: Prüfet alles und behaltet 
das Begte, d. h. nicht das Beste von allem, Sondern das 
Beste in allem; behaltet alles, ingofern Gutes darin ist. 
Und in Zerbart ist viel Gutes. Sein gröſstes Verdienst, 
das ich voranstellen muſs, ist dies, daſs er die Psycho- 
logie begründet hat. Wenn hiermit allerdings behauptet 
wird, dals man in den früheren Jahrhunderten eine WisSen- 
Schaft, welche den Namen Psychologie verdient hätte, 
noch gar nicht gekannt habe, daſs Sich nur hier und da 
und nicht gerade immer bei den berühmtesten Denkern 
einzelne glückliche psychologische Lichtstrahlen finden: 80 
dürfte ich hiergegen kaum Widerspruch zu fürchten haben. 
1) Mit ausdrücklicher Genehmigung des Herrn VerfasSers, der 
Redaktion und der Verlagshandlung abgedruckt aus dem »Zeitgeigst«, 
feuilletonische Monatsbeilage des »Berliner Tageblattes«. Wir würden 
es bedauern, wenn diesg wertvolle Abhandlung in pädagogischen 
Kreisen nicht die ibr gebührende Beachtung fände. 
 
Eher dürfte bestritten werden, daſs Zerbart wirklich der 
Schöpfer der Psychologie Sei. 
Dieser Zweig der Wissgenschaft gehörte früher zur 
Philogophie; und wie nun jeder Philosoph oder jede philo- 
Sophische Schule ihre Metaphysik, ihre Ethik u. s. w. 
hatte, 80 hatte Sie auch ihre Psychologie, welche von den 
andern Schulen nicht anerkannt werden konnte. Was dies 
begagen will, kann man Sich leicht vorstellen. Kein Phy- 
Siker oder Mathematiker Schafft und lehrt Seine Physik, 
Seine Mathematik, Sondern er arbeitet an der Physik, 
d. h. an der Physik aller, an der einzigen, welche Aufgabe 
des menschlichen Erkennens ist, und deren Sätze, wenn 
Sie richtig Sind, oder ingofern Sie deren Autor dafür galten, 
auch von allen anderen Phygikern dafür anerkannt werden 
Sollen und müssen. -- Erst dann ist eine Disziplin ge- 
boren, wenn gie dahin gediehen ist, daſs ein Grundstock 
von Lehrsätzen, welche Sie aufstellt, von allen angenommen 
wird, die Sich um gie bemühen, und wenn diese Männer 
im Eifer ihre Wisgenschaft zu fördern, einander in die 
Hände arbeiten, 80 dals der eine da beginnen kann, wo 
der andere aufgehört hat; wenn also der glückliche Fund 
des einen von allen als glücklich gepriesen wird. 
Gerade 80 aber verhält es Sich mit der Psychologie, 
Seitdem Herbart ihr die Grundlage gegeben hat. Er hat 
diese geschaffen nicht für Sich und Seine Schule; Sondern 
wer auch immer diese Wigsenschaft betreibt oder in Zu- 
kunft betreiben wird, muſs Sich auf den Boden Stellen, 
den FHerbart dergelben bereitet hat, und ist dann Sicher, 
daſs Sein Anbau nach den Grundsätzen geprüft werde, 
nach denen er gelbst verfahren ist. Wie also jemand, der 
von der Mathematik eines Pythagoras oder Thales be- 
richtet, ewig geltende Wahrheit darlegt, wie weit Sich 
auch geit jenen Männern Mathematik und Astronomie ent- 
wickelt haben mögen: 80 legt auch, wer von Herbarts 
Psychologie berichtet, die unumstöſslichen Prinzipien der 
Psychologie dar. 
Von allem was geworden ist, gilt, daſs es nicht aus 
nichts, Sondern aus etwas geworden ist, aber aus etwas 
9
	        

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