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Die evangelische Volksschule - 7.1863 (7)

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Bibliographic data

fullscreen: Die evangelische Volksschule - 7.1863 (7)

Periodical

Persistent identifier:
1002751985
Title:
Die evangelische Volksschule
Subtitle:
praktisch-theoretisch pädagogische Zeitschrift für das evangelische Volksschulwesen
Document type:
Periodical
Publication year:
1859
Place of publication:
Brandenburg
Language:
German
Collection:
Religionspädagogische Zeitschriften
ZDB-Nummer:
2555099-8
Access restriction:
OPENACCESS

Periodical volume

Persistent identifier:
1002751985_07
Title:
Die evangelische Volksschule - 7.1863
Document type:
Periodical volume
Publisher:
Belser
Publication year:
1863
Collection:
Religionspädagogische Zeitschriften
Access restriction:
OPENACCESS

Periodical issue

Title:
Heft 5/6
Document type:
Periodical
Structure type:
Periodical issue
Collection:
Religionspädagogische Zeitschriften
Access restriction:
OPENACCESS

Article

Title:
Das philanthropistische System in psychologischer, politischer und religiöser Hinsicht verglichen mit dem evangelisch-christlichen Princip
Author:
Haußmann, ...
Person in original:
von Pfarrer Haußmann
Document type:
Periodical
Structure type:
Article
Collection:
Religionspädagogische Zeitschriften
Link zum Katalog:
1002751985-07-1328175597100-68
Access restriction:
OPENACCESS

Contents

Table of contents

  • Die evangelische Volksschule
  • Die evangelische Volksschule - 7.1863 (7)
  • Title page
  • Heft 1/2 (1/2)
  • Heft 3 (3)
  • Heft 4 (4)
  • Heft 5/6 (5/6)
  • Das philanthropistische System in psychologischer, politischer und religiöser Hinsicht verglichen mit dem evangelisch-christlichen Princip
  • Zur Schulfrage
  • Was ist Wahrheit
  • Einige unerledigte Schulfragen in Betreff des Religionsunterrichts in der Volksschule
  • Zergliederung und Worterklärung der fünf Hauptstücke
  • Frühlings Ankunft
  • Auf Scharnhorst's Tod
  • Des Frühlings Walten
  • Noch ein Wort zur deutschen Rechtschreibung
  • Ueber unsere deutsche Kinderchristfeier und die holländische St. Nicolausfeier
  • Grundzüge der deutschen Metrik
  • Ueber den Schutz der Thiere gegen Mißhandlung
  • Die Thesen des Herrn Ballien auf dem Kirchentage zu Brandenburg
  • Mancherlei
  • Lösungen der in Band VII. 3. Heft S. 325 gestellten Aufgaben
  • Aufgaben
  • Allgemeine Verfügungen betreffend das Volksschulwesen in Preußen
  • Recensionen
  • Inhaltsverzeichniß des siebenten Bandes

Full text

450 DaS philanthropistische System, in psychologischer, politischer und 
auch nicht zuerst. Schon Luther hat so gut als Basedow ein Her; 
gehabt für's Allgemein-Menschliche; auch die Spener'sche Schule ist 
von diesem menschenfreundlichen Sinn durchdrungen und erfüllt gewe 
sen, — gleich dem, der'da sprach: „Mich jammert deS armen Volks, 
denn sie sind verschmachtet und zerstreut wie Schafe, die keinen Hir 
ten haben." Aber in Kreisen, wo ein Luther, wo ein Spener nichts 
galt, machte'der Philanthropismus einen Eindruck. Er machte die 
sen zum Theil auch, weil ec Mittel brauchte, die nicht jeder ergreift, 
— marktschreierische Prahlerei und Großthuerei. — Wenn aber der 
Philanthropismus vom Allgemein-Menschlichen redet, als wenn das 
Allgemeinste zugleich das Höchste wäre, so ist das ein großer Irrthum. 
Vielmehr ist eS so, daß daö Besondere reell höher steht als daS All 
gemeine; die logischen Kategorien und Maßstäbe sind hier nicht an 
wendbar. Logisch ist z. B. der Begriff des Organismus höher, d. h. 
weiter, oder umfassender, als der des LebenS; dieser ist höher, weiter, 
allgemeiner, als der des Lebens einzelner Arten, z. B. des Würmer-, 
Vögel-, Säugethier-Lebens; der Begriff der Seele ist umfassender als 
der der vernünftigen, persönlichen Seele. Reell aber ist der lebendige 
Organismus höher, als der Organismus überhaupt, die vernünftige 
und persönliche Seele höher, als die Seele überhaupt. So wird auch 
der einzelne Mensch das Höchste und Beste, was er werden kann, 
nicht dadurch, daß er zum Bewußtsein seines allgemein-menschlichen 
Gattungscharakters kommt, sondern indem er die ihm eigenthümlichen, 
individuellen Gaben, Anlagen und Kräfte als Angehöriger einer be 
stimmten Familie, eines besondern Berufes und Standes, eines be 
stimmten Staates, als Bekenner einer bestimmten Religion und Confession 
bethätigt. — Solchen Zeiten und Richtungen gegenüber, welche daS 
Individuelle und Specielle allein pflegen, ist die Hervorhebung deS 
Generellen ganz berechtigt, und eS ist eine bekannte Erscheinung, daß 
verkannte Wahrheiten gern zu maßlos und einseitig geltend gemacht 
werden. Bei dieser Betonung des allgemein-menschlichen GattungS- 
charakters ist nicht zu verkennen, daß nicht wenige der philanthropi- 
stischen Männer wirklich von edler Menschenliebe erfüllt waren und sie 
mit Rührigkeit übten. Dr. Mager wendet darum in seiner „paeda- 
gogischen Revue", wo er von den Fehlern des philanthropistischen Sy 
stems redet, auf diese philanthropistische Paedagogik nicht unpassend das 
Wort des Herrn an: „Ihr wird viel vergeben werden, denn sie hat 
viel geliebet." Davon wollen wir aber uns nicht blenden lassen und 
nicht das Abstrakte und Allgemeine für'S Höchste, für die reife Frucht 
halten, sondern erkennen, daß ein solches Rivelliren nothwendig der 
plattsten und trivialsten Mittelmäßigkeit zur Alleinherrschaft helfen 
müßte, wenn es durchgeführt werden könnte. Uebrigenö, — es ist 
vom Schöpfer selbst dafür gesorgt, daß solche Nivellirungssysteme un 
durchführbar sind, indem sie nur für die elementaren Anfänge der 
menschlichen Bildung einen Werth haben. — Dies auf die Volks 
schule angewendet, würde sich die Frage nach dem Werth oder Un 
werth des philanthropistischen Lehr- und ErziehungösystemS in die andere 
verwandeln: ob die Volksschule lediglich menschliche Ele-
	        

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