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Die evangelische Volksschule - 8.1864 (8)

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Bibliographic data

fullscreen: Die evangelische Volksschule - 8.1864 (8)

Periodical

Persistent identifier:
1002751985
Title:
Die evangelische Volksschule
Subtitle:
praktisch-theoretisch pädagogische Zeitschrift für das evangelische Volksschulwesen
Document type:
Periodical
Publication year:
1859
Place of publication:
Brandenburg
Language:
German
Collection:
Religionspädagogische Zeitschriften
ZDB-Nummer:
2555099-8
Access restriction:
OPENACCESS

Periodical volume

Persistent identifier:
1002751985_08
Title:
Die evangelische Volksschule - 8.1864
Document type:
Periodical volume
Publisher:
Selbstverl.
Publication year:
1864
Collection:
Religionspädagogische Zeitschriften
Access restriction:
OPENACCESS

Periodical issue

Title:
Heft 6
Document type:
Periodical
Structure type:
Periodical issue
Collection:
Religionspädagogische Zeitschriften
Access restriction:
OPENACCESS

Article

Title:
Ueber den Schulzwang
Author:
Schäfer, Fr.
Person in original:
von Fr. Schäfer
Document type:
Periodical
Structure type:
Article
Collection:
Religionspädagogische Zeitschriften
Link zum Katalog:
1002751985-08-1328175625209-103
Access restriction:
OPENACCESS

Contents

Table of contents

  • Die evangelische Volksschule
  • Die evangelische Volksschule - 8.1864 (8)
  • Title page
  • Heft 1 (1)
  • Heft 2 (2)
  • Heft 3 (3)
  • Heft 4 (4)
  • Heft 5 (5)
  • Heft 6 (6)
  • Wie ich's treibe
  • Eine Parallele zwischen dem ersten und dritten Hauptstücke des lutherischen Katechismus
  • Grundriß der Lehre von der geschichtlichen Entwickelung des Reiches Gottes auf Erden
  • Die Zeichen des jüngsten Tages
  • Vier Conferenz-Vorträge in Folge des von Königlicher Regierung zu Liegnitz im Jahre 1860 gestellten Thema's
  • Die Erziehung zur Vaterlandsliebe
  • Ueber den Schulzwang
  • Dr. Hermann Ulrici: "Gott und die Natur"
  • Die Einladung
  • Zweimal 17 Aufsätze aus der Volksschule
  • Lösung der Aufgaben von Adolf Schmidt in der Ev. Volksschule Bd. VIII. Heft 4.
  • Algebraische Aufgaben
  • Allgemeine Verordnungen etc.
  • Ordensverleihungen
  • Recensionen
  • Verzeichniß der in Band VIII. recensirten Bücher
  • Inhalts-Verzeichniß des achten Bandes
  • Anzeigen

Full text

586 
Ueber den Schulzwang. 
VII. Ueber den Schulzwang. 
Von Fr. Schäfer in Redekim 
Die ganze Welt schreit nach Freiheit nnd ruft Freiheit; ein großer 
Theil der Schreienden versteht darunter Zügellosigkeit und Entferntsein 
jeglicher Aufsicht, Bestimmung nach dem eigenen Wohlgefallen, gleichviel, 
ob Andere darunter leiden oder nicht. Das Wort ist schon oft falsch 
gedeutet und falsch gebraucht worden, und Mancher hat die falsche Deu 
tung schwer büßen müssen. Als die Bauern zu Luthers Zeiten von sei 
ner Predigt über die christliche Freiheit hörten, seine Bücher wohl selbst 
lasen, da verstanden sie auch das Wort Freiheit nicht, und das Unglück 
folgte diesem Mißverständnisse. Die schrecklichen Bauernaufstände und 
Kriege, Feuer und Schwert, kurz, alles denkbare Ungemach war nur 
die natürliche Folge, daß man das Wort Freiheit falsch verstand oder 
nicht richtig verstehen wollte. Ich könnte noch viele Fälle anführen, wo 
man „Freiheit" auf die Fahne schrieb, könnte an die drei französischen 
Stichwörter während der Revolution erinnern, könnte auf unsere Zeit 
verweisen und würde nie Mangel an Stoff haben. Stets würden wir 
aber darauf zurückkommen, daß Freiheit nur da wohnt, wo bestimmte 
Gesetze, die in jeder Menscheubrust verborgen liegen, die Herrschaft aus 
üben, wo der sittlich gute Mensch sich ungestört bewegen kann, wo dem 
Frevel und der Bosheit Schranken gesetzt' sind. Da nicht jedem Men 
schen so viel Verstand gegeben ist, das Rechte von dem Falschen zu un 
terscheiden, da Viele grundsätzlich diese Unterscheidung nicht machen wollen 
und da endlich Viele aus persönlichen Vortheilen es nicht genau damit 
nehmen, oder wohl ganz ein Auge zudrücken, so ist es nöthig, daß der 
Freiheit solcher Menschen enge Schranken gesetzt werden, um Den bessern 
Theil der Menschheit nicht einzuengen. Die Personen in einem geordneten 
Staate, gleichviel ob hoch oder niedrig, welche die unruhigen Köpfe zur 
Ruhe bringen, welche die in Einseitigkeiten Verfallenen in ein kürzeres 
oder längeres beschauliches Leben führen, natürlich mit Widerstreben dieser, 
thun dies nur deshalb, um den Vernünftigen und Guten die Freiheit 
nicht zu verkümmern. Die sogenannten übelen Subjecte, die für sich die 
schrankenloseste Freiheit beanspruchen, sind eben die größesten Feinde der 
Freiheit, und es ist Pflicht der Vollstrecker der Gesetze, diesen Leuten die 
Freiheit ganz zu entziehen. 
Damit nun die Bewohner eines Landes sich der Freiheit immer mehr 
erfreuen, damit man nicht nöthig hat, Einzelne aus der Menge heraus 
zugreifen und ihre Freiheit zu suspendiren, ist es nöthig, dringend nöthig, 
die Freiheit zu beschränken und Zwang auszuüben. Wir verweisen einfach 
auf das vorhin Gesagte: der Zwang ist nur gegen die Personen nöthig, 
welche das Rechte von dem Falschen nicht unterscheiden können oder nicht 
wollen. Nun ist leider die Zahl dieser Leute nicht klein, sondern sie ist 
Legion; durch diesen Zwang soll aber bewirkt werden, daß die sich ver-
	        

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