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Die evangelische Volksschule - 12.1868 (12)

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Bibliographic data

fullscreen: Die evangelische Volksschule - 12.1868 (12)

Periodical

Persistent identifier:
1002751985
Title:
Die evangelische Volksschule
Subtitle:
praktisch-theoretisch pädagogische Zeitschrift für das evangelische Volksschulwesen
Document type:
Periodical
Publication year:
1859
Place of publication:
Brandenburg
Language:
German
Collection:
Religionspädagogische Zeitschriften
ZDB-Nummer:
2555099-8
Access restriction:
OPENACCESS

Periodical volume

Persistent identifier:
1002751985_12
Title:
Die evangelische Volksschule - 12.1868
Document type:
Periodical volume
Publisher:
Selbstverl.
Publication year:
1868
Collection:
Religionspädagogische Zeitschriften
Access restriction:
OPENACCESS

Periodical issue

Title:
Heft 6
Document type:
Periodical
Structure type:
Periodical issue
Collection:
Religionspädagogische Zeitschriften
Access restriction:
OPENACCESS

Article

Title:
Memoiren eines Schillings
Subtitle:
nach Addison
Document type:
Periodical
Structure type:
Article
Collection:
Religionspädagogische Zeitschriften
Link zum Katalog:
1002751985-12-1328175730786-78
Access restriction:
OPENACCESS

Contents

Table of contents

  • Die evangelische Volksschule
  • Die evangelische Volksschule - 12.1868 (12)
  • Title page
  • Heft 1 (1)
  • Heft 2 (2)
  • Heft 3 (3)
  • Heft 4 (4)
  • Heft 5 (5)
  • Heft 6 (6)
  • Die Lehren evangelischer Katechismus-Auslegungen über den Eid
  • Belehrungen und Vermahnungen an Stadtschüler
  • Nothwendigkeit der steten Vorbereitung auf die Unterrichtsgegenstände
  • Wie kann der Lehrer bei der Ausübung seines Berufes auf seine Gesundheit bedacht sein?
  • Stellung der Lehrer in Südrußland
  • Memoiren eines Schillings
  • Der Kirschbaum
  • Ueber die "Disciplin in den Elementarschulen Berlins"
  • Gedanken über die Schullehrerfrage in Nordamerika
  • Der Unterricht in den Sonntagsschulen Nordamerika's
  • Zur Lehrer-Auswanderung
  • Bibliographie
  • Recensionen
  • Anzeigen
  • Uebersichtliche Zusammenstellung der Bände VII. - XII. der evangelischen Volksschule

Full text

Memoiren eines Schillings. 
509 
mit dem Kopfe der Königin Elisabeth, auf der andern mit dem Wappen 
des Landes versehen. So ausgestattet, entdeckte ich plötzlich eine merk 
würdige Lust zum Wandern in mir und besuchte nach und nach alle 
Theile des Reiches, in das man mich gebracht. Das Publikum unter 
stützte meine natürliche Neigung und schob mich so schnell von Hand zu 
Hand, daß ich bald alle Ecken des Landes durchstreift hatte. Zu Anfang 
des sechsten Jahres aber fiel ich zu meinem unaussprechlichen Kummer 
in die Hände eines erbärmlichen alten Burschen, der mich in einen eisernen 
Kasten sperrte, wo ich fünfhundert Meinesgleichen fand, die, wie ich, in 
strengem Verwahrsam gehalten wurden. Die einzige Erholung, die uns 
zu Theil wurde, war die, daß wir jeden Abend und jeden Morgen her 
ausgenommen und durchgezählt wurden. Nachdem diese Einsperrung 
mehrere Jahre gewährt hatte, hörten wir eines Tages Jemanden auf 
den Kasten schlagen und denselben mit einem Hammer aufbrechen. Es 
war, wie wir bald hörten, des alten Mannes Erbe, der, während sein 
Vater im Sterben lag, so gut war, uns zu befreien. Er trennte uns 
noch selbigen Tages von einander. 
„Was aus meinen Gefährten geworden ist, weiß ich nicht zu sagen. 
Ich aber wurde für eine Pinte (— Quart) Sect in einen Apotbekerladen 
geschickt. Der Apotheker gab mich an eine Kräuterfrau, die Kräuterfrau 
einem Schlächter, der Schlächter einem Brauer und der Brauer seiner 
Frau, die mich einem Prediger der Dissenter*) schenkte. Auf diese Weise 
machte ich meinen Weg fröhlich durch die Welt, denn, wie ich schon vor 
hin sagte, wir Schillinge lieben nichts so sehr als das Reisen. Zuwei 
len wurde ich für eine Hammelkeule ausgegeben, zuweilen für ein Komö 
dienbuch, und oft hatte ich das Vergnügen, einen Templer**) in einem 
Zwölf-Penny***)-Speisehause zu tractiren oder ihn mit drei Freunden 
nach Westminster-Hall zu fahren. Inmitten dieser angenehmen Laufbahn, 
die mich von Ort zu Ort führte, wurde ich durch eine abergläubische alte 
Frau aufgehalten, die mich in ihrem schmutzigen Geldbeutel festhielt, weil 
sie gehört hatte, daß es ihr niemals an Geld fehlen würde, wenn sie 
einen Elisabeth-Schilling bei sich führe. Ich blieb hier lange Monate 
gefangen, bis ich endlich gegen 48 Farthings-j-) umgewechselt wurde. 
Jetzt ging es wieder von Tasche zu Tasche bis zum Beginn des 
Bürgerkrieges, wo ich, zu meiner Schande sei's gesagt — dazu diente, 
Soldaten gegen den König in's Feld zu stellen. Nach vielen anderen 
Abenteuern, die zu erzählen zu langweilig wäre, wurde ich an einen 
jungen Lord gesendet, zugleich mit dem letzten Willen seines verstorbenen 
Vaters. Der junge Mann, der, wie ich später erfuhr, ein sehr aus 
*) Bezeichnung einer Religionssekte, welche die Bischöfe nicht anerkannten. 
**) Bezeichnung der Studenten der Rechte. 
***) Bezeichnung einer kupfernen Scheidemünze. Zwölf Pence machen einen 
Schilling. Der jetzige englische Schilling beträgt ungefähr 10 Sgr. Pr. Courant, 
einem Achtgroschenstücke an Werthe gleich. 
4) Bezeichnung einer kleineren Scheidemünze als der Penny, auf den 4 Far- 
things gingen.
	        

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