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Monatsblätter für den evangelischen Religionsunterricht - 9.1916 (9)

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Bibliographic data

fullscreen: Monatsblätter für den evangelischen Religionsunterricht - 9.1916 (9)

Periodical

Persistent identifier:
1002753821
Title:
Monatsblätter für den evangelischen Religionsunterricht
Subtitle:
Zeitschrift für Ausbau und Vertiefung des Religionsunterrichts und der religiösen Erziehung in Schule, Kirche und Haus
Document type:
Periodical
Publisher:
Vandenhoeck & Ruprecht
Publication year:
1908
Place of publication:
Göttingen
Language:
German
Collection:
Religionspädagogische Zeitschriften
ZDB-Nummer:
2555109-7
Access restriction:
OPENACCESS

Periodical volume

Persistent identifier:
1002753821_9
Title:
Monatsblätter für den evangelischen Religionsunterricht - 9.1916
Document type:
Periodical volume
Publisher:
Vandenhoeck & Ruprecht
Publication year:
1916
Collection:
Religionspädagogische Zeitschriften
Access restriction:
OPENACCESS

Periodical issue

Title:
April
Document type:
Periodical
Structure type:
Periodical issue
Collection:
Religionspädagogische Zeitschriften
Access restriction:
OPENACCESS

Article

Title:
Kriegsreligionsstunden außer der Reihe
Subtitle:
2. Wie man sich mit dem Tode abfindet ; [Fortsetzung]
Author:
Weiß, Max
Person in original:
ausgearb. von Max Weiß
Document type:
Periodical
Structure type:
Article
Collection:
Religionspädagogische Zeitschriften
Link zum Katalog:
1002753821-9-1373532865341-25
Access restriction:
OPENACCESS

Contents

Table of contents

  • Monatsblätter für den evangelischen Religionsunterricht
  • Monatsblätter für den evangelischen Religionsunterricht - 9.1916 (9)
  • Title page
  • Inhaltsverzeichnis zum neunten Jahrgang 1916
  • Januar ([1])
  • Februar-März ([2])
  • April ([3])
  • Gegensätze, die überwunden werden müssen
  • Kriegslehren zur religiösen Psychologie
  • Glaube und Aberglaube
  • Aus Feldbriefen
  • Osterspruch
  • Während der Schlacht
  • Kriegsreligionsstunden außer der Reihe
  • Religiöse, ethische und praktisch-theologische Probleme der gegenwärtigen Kriegslage
  • Kurze Anzeigen
  • Kriegspredigten
  • Mai ([4])
  • Juni ([5])
  • Juli ([6])
  • August-September ([7])
  • Oktober-November ([8])
  • Dezember ([9])

Full text

Wie man sich mit dem Tode abfindet 
107 
Kenntnissen und pflichtmäßiger Betätigung es ernst zu nehmen, da man 
ja doch früher oder später dem sicheren Tode verfallen muß. 
Daß es geradezu eine Voraussetzung der Lebenstüchtigkeit sei, eine 
klare Einsicht in die Tatsache zu gewinnen, daß wir sterben müssen, spricht 
der 90. Psalm, aus: Herr, lehre uns bedenken, daß wir sterben müssen, 
auf daß wir klug werden. So betrachtet, soll der Tod ein Lehrmeister 
zum Leben werden. 
Ist aber dabei nicht selbstverständlich, daß man den Mut haben 
muß, dem Tode ruhig ins Angesicht zu schauen? Es gibt Leute, welche 
sich mit dem Tode so abzufinden meinen, daß sie jedem Gedanken an den 
selben geflissentlich ausweichen, während sie aber dadurch sich von ihm 
frei zu halten suchen, sind sie im Grunde unter seiner Gewalt. Sie halten 
ihn für ein Unglück, ihre Furcht und Flucht beweist, daß sie vor ihm die 
Waffen strecken. So lernen sie nichts Ersprießliches für das Leben und 
nichts für den Tod. 
Man muß ihnen gegenüber festhalten: je gründlicher wir uns mit 
dem Tode vertraut machen, desto mehr verliert er seine Schrecken. Venn 
man wird einsehen, daß er nicht der unerbittliche Feind ist, als der er 
bei den Zaghaften und Lebenssüchtigen angesehen wird. Bei dieser besinn- 
lichen Gewöhnung braucht man keineswegs so weit zu gehen, daß man 
wie manche Mönchsorden das memento mori zu einer Art von frommem 
Sport übertreibt, Kapellen aus Totenschädeln baut und in Klöstern wohnt, 
die den Eindruck von großen Gräbern machen, wir wollen mit dem Tode 
nicht auf dem Wege der Unnatur fertig werden, indem wir uns gegen ihn 
abtöten und die durchaus berechtigten und notwendigen Empfindungen b*% 
Schmerzes, der Trauer und der Trennung vernichten, ver Kultus der 
Todes beruht auf dem Fehler, daß er den Tod als die Hauptfrage des 
Lebens ansieht, während er nur eine von den Hauptfragen des Lebens ist. 
ver christliche Glaube unterdrückt durchaus nicht das Schmerzliche an 
dem Todesschicksal. Es ist ein Glück, daß wir von Tränen Iesu wissen und 
klare Zeugnisie davon haben, wie er mit dem Tode gerungen und den 
Kampf mit den letzten Leiden in bitteren Stunden durchgekämpft hat. Er 
war nicht in so einseitiger weise lebensfern und erdentrückt, daß er sich 
spielend weggab. wo Liebe ist, da ist auch Schmerz, wo aber wirklicher 
Schmerz ist, da muß auch Kampf sein, wer sich mit dem Tode zurecht 
finden will, darf den Kampf, den inneren Kampf, der allein zur über- 
Windung führt, nicht scheuen, ver Tod wird durch rein theoretische ver- 
standergründe nicht besiegt. 
Gewiß, es gibt schon allerhand Überlegungen, die seinen Stachel ein 
wenig abstumpfen und einigen Trost bringen. Vas große Sterben, dar 
über unser Vaterland hereingebrochen ist, vereinigt hohe und Niedere zu 
gemeinsamem Leid, vie Trauernden wissen sich nicht allein. Ls lag immer 
ein tröstlicher Gedanke in dem allgemeinen, menschlichen Todeslor. ver 
Tod, der große Gleichmacher, räumt mit derselben unbeugsamen Gerechtig 
keit das Leben aus dem Palast wie aus der Hütte fort. Jene reiche Frau, 
die den Tod ihres einzigen Sohnes nicht verwinden konnte und endlich
	        

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Monatsblätter Für Den Evangelischen Religionsunterricht - 9.1916. Vandenhoeck & Ruprecht, 1916.
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