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Monatsblätter für den evangelischen Religionsunterricht - 9.1916 (9)

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Bibliographic data

fullscreen: Monatsblätter für den evangelischen Religionsunterricht - 9.1916 (9)

Periodical

Persistent identifier:
1002753821
Title:
Monatsblätter für den evangelischen Religionsunterricht
Subtitle:
Zeitschrift für Ausbau und Vertiefung des Religionsunterrichts und der religiösen Erziehung in Schule, Kirche und Haus
Document type:
Periodical
Publisher:
Vandenhoeck & Ruprecht
Publication year:
1908
Place of publication:
Göttingen
Language:
German
Collection:
Religionspädagogische Zeitschriften
ZDB-Nummer:
2555109-7
Access restriction:
OPENACCESS

Periodical volume

Persistent identifier:
1002753821_9
Title:
Monatsblätter für den evangelischen Religionsunterricht - 9.1916
Document type:
Periodical volume
Publisher:
Vandenhoeck & Ruprecht
Publication year:
1916
Collection:
Religionspädagogische Zeitschriften
Access restriction:
OPENACCESS

Periodical issue

Title:
Mai
Document type:
Periodical
Structure type:
Periodical issue
Collection:
Religionspädagogische Zeitschriften
Access restriction:
OPENACCESS

Review

Title:
Deutsches Geistesleben, deutsche Volksbildung und deutscher Religionsunterricht
Subtitle:
kritische Betrachtungen ; II. ; [Fortsetzung]
Author:
Scherer, Heinrich
Person in original:
von H. Scherer
Document type:
Periodical
Structure type:
Review
Collection:
Religionspädagogische Zeitschriften
Link zum Katalog:
1002753821-9-1373532865385-32
Access restriction:
OPENACCESS

Contents

Table of contents

  • Monatsblätter für den evangelischen Religionsunterricht
  • Monatsblätter für den evangelischen Religionsunterricht - 9.1916 (9)
  • Title page
  • Inhaltsverzeichnis zum neunten Jahrgang 1916
  • Januar ([1])
  • Februar-März ([2])
  • April ([3])
  • Mai ([4])
  • Kriegslehren zur religiösen Psychologie
  • Sollen wir unsere Feinde hassen?
  • Kriegsreligionsstunden außer der Reihe
  • Deutsches Geistesleben, deutsche Volksbildung und deutscher Religionsunterricht
  • Juni ([5])
  • Juli ([6])
  • August-September ([7])
  • Oktober-November ([8])
  • Dezember ([9])

Full text

136 Scherer, Deutsches Geistesleben, deutsche Volksbildung und deutscher R.«U. 
die Bekenntnisse nicht entbehren kann und unsere Zeit „dazu berufen" ist, „ihr 
Verständnis des Evangeliums in einem Bekenntnis zum klusdruck zu bringen", so 
muß sie die Bekenntnisse so hinstellen, was sie, auch nach Pfennigsdorfs Auffassung, 
sind, als „die Marksteine ihrer eigenen Entwicklung", die „das Bewußtsein ihrer 
geschichtlichen Eigenart und klufgabe vermitteln" und in denen „frühere Genera- 
tionen ihre Erfahrungen am Evangelium niedergelegt haben". Sie muß dabei 
wohl beachten, daß die in den Bekenntnissen eingeschlossenen Dogmen die intellek 
tuelle Spiegelung des Gottesgeheimnisses eines anderen Volkes und einer anderen 
Zeit sind; das deutsche Volk der Vergangenheit und der Gegenwart faßt in seinen 
führenden Geistern diese Dottesgeheimnisse anders, nicht mit dem verstand, son 
dern mit dem Gemüt auf. Die Reformation war der erste Schritt zur Befreiung 
des deutschen Christentums von den Fesseln der jüdisch-hellenisch-römischen Dogmen: 
der zweite ist in der Rirche noch nicht gemacht worden. Rann sie sich nun wun 
dern, daß neben der kleinen Zahl der noch wirklich Rechtgläubigen und infolge 
innerer Eingewöhnung in die dogmatische Vorstellungswelt inmitten aller anderen 
Eindrücke der Rirche unerschütterlich treu Bleibenden sich ungleich Zahlreichere 
finden, „die nur einen matten Rest religiöser Empfindungen weiterführen, von 
Gewohnheit beherrscht oder von Verlegenheit bestimmt, die vielleicht nur den Sym 
bolen und Zeremonien treu bleiben, oder die nur bei gewissen, sie tiefer berührten 
Erlebnissen die älteren Religionsvorstellungen vor sich aufleben und sich in die 
selben wieder für den klugenblick hineinziehen lassen" (Münch). Ls ist leicht er 
klärlich, daß so viele von diesen Menschen heute in dem Rampf zwischen dem alten 
Weltbild, das ihnen der konfessionelle Religionsunterricht bietet, und dem neuen, 
das ihnen in Wort und Schrift während und nach der Schulzeit entgegentritt, 
keine feste Stellung gewinnen können und infolgedessen zur religiösen Gleichgültig 
keit, zum kltheismus oder zum materialistischen Monismus kommen, wer trägt 
die Schuld an diesem Zustand? Gering ist nicht die Zahl der Christen, die sich in 
qualvollem inneren Ronflikt befinden und sich nach einer neuen religiösen Welt- 
und Lebensanschauung sehnen, die dem neuen Weltbild, das ihnen überall ent 
gegentritt, entspricht: soll ihre Sehnsucht auch in der neuen Zeit, an deren Schwelle 
wir stehen, unbefriedigt bleiben? Wollen wir die alten Wege in Rirche und 
Schule weiter wandeln? „wenn nicht alles täuscht", sagt Prof. Vr. R. Fischer. 
München (Die deutsche höhere Schule nach dem Weltkriege), „wird dem religiösen 
Bewußtsein nach der utilitaristischen Vergröberung durch die Rot, die jetzt den 
feiner Empfindenden vielfach spürbar ist, aus der Lebenserschütterung durch den 
Rrieg ein mächtiger klufschwung zu teil werden: es ist verfrüht, schon im einzelnen 
ausmalen zu wollen, wie er auf Rirchen und Ronfessionen zurückwirken, in den 
Grundsätzen der Lebensführung sich geltend machen, in Lebensstimmung und Welt 
anschauung sich umsetzen werde, klber eins muß jetzt schon ausgesprochen werden: 
die deutsche Erziehung wird ohne die beste pflege des religiösen Lebens nicht 
möglich sein, wie die Schule sich an dieser beteiligen kann, ist freilich ein schwie 
riges und verwickeltes Problem, da ein bloßer Religionsunterricht auch nach vor 
züglichen Methoden kaum ausreicht, andere Mittel und Wege der religiösen Er- 
ziehung aber schwer in Schuleinrichtungen umgewandelt werden können und die 
Erziehungskompetenzen des Elternhauses berühren müßten. Rber ich hoffe, daß 
mit den Rufgaben auch die schöpferischen Rräfte zu ihrer Lösung kommen, und daß 
wie noch immer in Zeiten des Rufschwungs, religiöse Stimmung und Gesinnung 
auch ohne raffinierte Methodik aus dem vorbildlichen Leben der Erwachsenen in 
die Herzen der Jugend hinüberfließen wird!" Unsere weitere Rufgabe soll es sein, 
zu zeigen, daß auch in der Schule noch ein Weg zu finden ist, der zur Lösung 
dieses schwierigen und verwickelten Problems hinführt. 
Verantwortlicher Schriftleiter: Direktor Spanuth in Hameln.
	        

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