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Rheinischer Schulmann - 7.1889 (7)

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Bibliographic data

fullscreen: Rheinischer Schulmann - 7.1889 (7)

Periodical

Persistent identifier:
1002762790
Title:
Rheinischer Schulmann
Subtitle:
evangelische Zeitschrift für Erziehung und Unterricht in Schule und Haus
Document type:
Periodical
Publication year:
1883
Place of publication:
Neuwied {[u.a.]
Language:
German
Collection:
Religionspädagogische Zeitschriften
ZDB-Nummer:
2555164-4
Access restriction:
OPENACCESS

Periodical volume

Persistent identifier:
1002762790_07
Title:
Rheinischer Schulmann - 7.1889
Document type:
Periodical volume
Publisher:
Heuser
Publication year:
1889
Collection:
Religionspädagogische Zeitschriften
Access restriction:
OPENACCESS

Periodical issue

Title:
Heft VII
Document type:
Periodical
Structure type:
Periodical issue
Collection:
Religionspädagogische Zeitschriften
Access restriction:
OPENACCESS

Article

Title:
Die unterrichtliche Behandlung der Lehre vom Eide
Author:
Stucke, G.
Person in original:
von G. Stucke in Homburg v. d. H.
Document type:
Periodical
Structure type:
Article
Collection:
Religionspädagogische Zeitschriften
Link zum Katalog:
1002762790-07-1328716109940-56
Access restriction:
OPENACCESS

Contents

Table of contents

  • Rheinischer Schulmann
  • Rheinischer Schulmann - 7.1889 (7)
  • Title page
  • Title page
  • Inhalt des siebenten Jahrganges
  • Heft I (1)
  • Heft II (2)
  • Heft III (3)
  • Heft IV (4)
  • Heft V (5)
  • Heft VI (6)
  • Heft VII (7)
  • Beiträge zur Geschichte der Volksschul-Liederbücher
  • I. Verzeichnis der erwähnten Schulliederbücher
  • II. Verzeichnis der beliebtesten Volksschullieder aus der ersten Hälfte dieses Jahrhundert mit Angabe der Sammlung, in welcher dieselben zuerst aufgenommen worden sind
  • Die unterrichtliche Behandlung der Lehre vom Eide
  • Friedrich Wilhelm Marpurg, ein deutscher Gesanglehrer des vorigen Jahrhunderts
  • Eine Schulfeier am Gedenktage Kaiser Friedrichs III. (30. Juni 1888)
  • Nachrichten und Vermischtes
  • Beurteilung neuer Schriften
  • Briefkasten
  • Heft VIII (8)
  • Heft IX (9)
  • Heft X (10)
  • Heft XI (11)
  • Heft XII (12)

Full text

215 
sprechung der Erzählung mit der 
Oberstufe. Überleitung zu dem An 
hang des 2. Gebotes: „Der Herr wird 
den nicht ungestraft lassen, der seinen 
Namen mißbraucht." Anwendung dieser 
Drohung auf falsches Schwören: Der 
Herr wird den nicht ungestraft lassen, 
der einen falschen Eid schwört. Warum 
wird der Herr den Meineidigen strafen? 
Weil der Meineid eine schwere Sünde 
ist gegen Gott, die Obrigkeit und den 
Nächsten. Über die Strafen, die der 
Meineidige zu gewärtigen hat. Daß 
das Schwören nicht nur erlaubt, son 
dern auch notwendig sei und zwar 
a) auf Grund der Bibel, b) weil es 
die Obrigkeit fordert, e) weil es zur 
Erforschung der Wahrheit notwendig 
ist. Weiteres konnte nicht verhandelt 
werden. Auch konnte in der nächsten 
Stunde das Thema nur wiederholt, 
nicht fortgesetzt werden. Die Kinder 
mußten also manches entbehren, was 
ihnen nützlich und heilsam wäre zu 
wissen. Allein das glaube ich erreicht 
zu haben, daß der Bauersmann mit 
den zerquetschten Fingern mahnend und 
warnend vor den Geist jener Kinder 
hintritt, falls sie je vor die Schranken 
des Gerichts gefordert werden, um 
einen Eid zu schwören. 
Bevor wir nun die Feder beiseite 
legen, möchten wir noch kurz darauf 
aufmerksam machen, wie die Lehre vom 
Eide nicht blos unterrichtlich, sondern 
auch vorbildlich durch den Lehrer 
behandelt werden muß. Den meisten 
Kindern der Oberstufe ist es schon be 
kannt, daß auch der Lehrer einen 
Amtseid geschworen hat, daß er bei 
Gott, dem Allwissenden und Gerechten 
gelobt hat, sein Amt gewissenhaft zu 
führen. Und wenn es ihnen nicht be 
kannt sein sollte, so dürften denkende 
Kinder bei der Besprechung des Amts 
eides von selbst daraus kommen. Wie 
aber, wenn sich der Lehrer vielleicht 
selbst Schritt für Schritt im Schulleben 
als ein Meineidiger zeigt durch grobe 
oder feine Verletzung seiner amtlichen 
Pflichten? Oder es kann der Fall 
eintreten, daß der Lehrer selbst, viel 
leicht gar im Beisein von Schulkindern, 
vor den Schranken des Gerichts schwö 
ren muß, und wie dann, wenn er viel 
leicht in gleichgiltiger Weise diesen 
heiligen Akt vollzieht? Würde ein sol 
cher Lehrer durch sein Vorbild nicht 
zerstören, was er durch seinen Unter 
richt auferbaut? O gewiß kann das 
Lehrer-Vorbild auch in dieser Bezie 
hung nicht genug betont werden. Ist 
der Lehrer ein wahrhaftiger Mann, 
liebt er die Wahrhaftigkeit und lebt 
er sie den Kindern vor, haßt er selbst 
die Lüge, zeugt er durch Wort und 
That, daß er Lügenhaftigkeit verab 
scheut und gibt er diese Eigenschaft in 
besonders hohem Grade bezüglich des 
Eides zu erkennen, dann wird sich sein 
Vorbild dem Kindesherzen tief ein 
prägen. Ein gewissenhafter und bis 
ins Kleinste hinein treuer Lehrer wird 
auch ohne viel Worte gewaltig zu dem 
Kinde reden, und wenn das Kind im 
späteren Leben je in Versuchung kom 
men sollte, zu einem Meineide die 
Hand zu erheben, dann tritt vielleicht 
das Bild des Lehrers mahnend, war 
nend und liebreich rufend vor seinen 
Geist hin, — es überwindet die Ver- 
suchuug und Dan. 12, 3. 
III. 
Friedrich Wilhelm Marpurg, ein deutscher Gesanglehrer 
des vorigen Jahrhunderts. 
Von Karl Roeder in Trier. 
„Wesentlich neues wurde nicht ge 
boten" — wie häufig hat man doch 
Gelegenheit, dieser Redewendung als 
kennzeichnendem Merkmal moderner 
Kritiken über Werke der Kunst oder 
Wisienschaft zu begegnen. Neues, 
immer neues, noch nie dagewesenes 
verlangt unser alles kritisierender Zeit 
geist, wenn er sich obigen Tadels ent 
halten soll. Als ob der Geistesfort 
is*
	        

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