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Rheinischer Schulmann - 7.1889 (7)

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Bibliographic data

fullscreen: Rheinischer Schulmann - 7.1889 (7)

Periodical

Persistent identifier:
1002762790
Title:
Rheinischer Schulmann
Subtitle:
evangelische Zeitschrift für Erziehung und Unterricht in Schule und Haus
Document type:
Periodical
Publication year:
1883
Place of publication:
Neuwied {[u.a.]
Language:
German
Collection:
Religionspädagogische Zeitschriften
ZDB-Nummer:
2555164-4
Access restriction:
OPENACCESS

Periodical volume

Persistent identifier:
1002762790_07
Title:
Rheinischer Schulmann - 7.1889
Document type:
Periodical volume
Publisher:
Heuser
Publication year:
1889
Collection:
Religionspädagogische Zeitschriften
Access restriction:
OPENACCESS

Periodical issue

Title:
Heft VIII
Document type:
Periodical
Structure type:
Periodical issue
Collection:
Religionspädagogische Zeitschriften
Access restriction:
OPENACCESS

Article

Title:
Die Individualität des Menschen und die Bildung des Gedankenkreises
Author:
Emme, W.
Person in original:
von Lehrer W. Emme in Homburg
Document type:
Periodical
Structure type:
Article
Collection:
Religionspädagogische Zeitschriften
Link zum Katalog:
1002762790-07-1328716109977-62
Access restriction:
OPENACCESS

Contents

Table of contents

  • Rheinischer Schulmann
  • Rheinischer Schulmann - 7.1889 (7)
  • Title page
  • Title page
  • Inhalt des siebenten Jahrganges
  • Heft I (1)
  • Heft II (2)
  • Heft III (3)
  • Heft IV (4)
  • Heft V (5)
  • Heft VI (6)
  • Heft VII (7)
  • Heft VIII (8)
  • Die Individualität des Menschen und die Bildung des Gedankenkreises
  • Die Lehre vom Gebrauch der großen Anfangsbuchstaben in den Anweisungen für die hochdeutsche Rechtschreibung
  • Zur Frage der Schulorganisation
  • Reiheschulen und Reihetische besonders in Ostfriesland und in der Altmark
  • Nachrichten und Vermischtes
  • Beurteilung neuer Schriften
  • Neuigkeiten der pädagogischen Litteratur
  • Kaiser Wilhelms Standbild
  • Briefkasten
  • Anzeigen
  • Heft IX (9)
  • Heft X (10)
  • Heft XI (11)
  • Heft XII (12)

Full text

11. 
Die Jndiliidualität des Menschen nnd die Bildung 
des Gedankenkreises. 
Von Lehrer W. Emme in Homburg. 
Es ist in der pädagogischen Be- 1 
wegung unserer Zeit ein viel umstrit 
tener Punkt, welchen Einfluß der Ge 
dankenkreis oder die Vorstellungen aus 
die Erziehung ausüben, ja man begeg 
net der größten Unklarheit darüber. 
Von der einen Seite sieht man dies 
Verhältnis so an, als ob der Wille 
allein in dem Gedankenkreise wurzele, 
während von der andern Seite diese 
Anschauung entschieden bestritten wird: 
die Ansicht, nach welcher sich das ganze 
Seelenleben aus lauter Vorstellungen 
auserbaue, sei zu verwerfen. Man be 
hauptet im Gegenteil, den Vorstellungen 
liege etwas Tiefes, die Anlage, welche 
in Trieb und Gefühl hervortrete und 
dem Vorstellungsleben die Richtung 
gebe, zu Grunde. Wenn nun Her 
bart lehrt, „daß der Gedankenkreis 
den Vorrat dessen, was durch die Stu 
fen des Interesses zur Begehrung, und 
dann durchs Handeln zum Wollen auf 
steigen kann, enthält," so glaubt die 
letztere Richtung auf Grund solcher 
und ähnlicher Aussprüche sehr im 
Rechte zu sein, wenn sie „den mecha 
nischen Aufbau des Vorstellungslebens" 
mit allem Eifer bekämpft. 
Wenn es wahr wäre, „daß jede 
Willensentscheidung, insonderheit auch 
jeder sittliche Willensentschluß 
nichts anders sei als ein mechani- | 
scher Ausgleich kämpfender Vor 
stellungsmassen, darin bestehend, daß 
die stärkere (in welcher das sittliche 
Wollen seinen Sitz hat), die weniger 
starken Vorstellungen und Begierden 
verdrängt bezw. ein ihr entsprechendes 
Handeln nach sich zieht," dann wäre 
es allerdings etwas zweifelhaft um die 
sittliche Bildung nach Herbart be 
stellt. Bleibt man nur bei dem Me 
chanismus der Vorstellungen stehen 
und übersieht alles andere, wie Her- | 
bart das große Gebiet des Sittlichen 
begründet, welcher Art und Weise 
selbst ein so entschiedener Gegner Her 
barts wie Ed. v. Hartmann seine 
Anerkennung nicht ganz versagen kann, 
so könnte man wohl zu dem Ausspruch 
kommen: „Wäre Herbart mit diesen 
psychologischen Voraussetzungen im 
Recht, so wäre es mit aller Sittlichkeit 
und aller sittlichen Bildung ein für 
allemal vorbei" (S. Rhein. Schulm. 
1888 S. 623 u. 624). Eine Sache 
von solcher Wichtigkeit ist wohl wert, 
daß man ihr näher auf den Grund 
gehe. 
Es ist freilich wahr, daß die Seele 
in der That nicht wollen kann, wovon 
sie keine Vorstellung hat. Des Men 
schen Empfinden, Streben und Handeln 
geht nur so weit, als seine Vorstellun 
gen reichen. Was nie in das bewußte 
Leben des Geistes kommt, kann nicht 
zum Objekt des Begehrens und damit 
auch kein Gegenstand des Thuns wer 
den. Daher reichen die Begehrungen 
so weit als die Vorstellungen; das 
Objekt des Begehrens ist nur ein Ob 
jekt fürs Subjekt, d. h. es muß ein 
Vorgestelltes sein. Ein Ding an sich 
ohne die Vorstellung kann sich nicht so 
unmittelbar mit der Seele verschmelzen. 
Ein Begehren ohne Objekt ist etwas 
völlig Unbestimmtes und nur dunkel 
Gefühltes, das sich nicht zum Willen 
und Handeln erheben kann, also kein 
Moment im bewußten Leben des Geistes 
wird. Im Begehren verfolgt die Vor 
stellung einen Gegenstand, oen sie als 
einen künftigen erreichen will; sie wird 
im Verlauf stärker und dringt zum 
vollen Bewußtsein heran, je näher die 
Befriedigung kommt. 
Aber nicht allein dies, sondern das 
ganze innere Leben des Geistes hat in 
dem Vorhandensein der Vorstellung--
	        

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