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Rheinischer Schulmann - 7.1889 (7)

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Bibliographic data

fullscreen: Rheinischer Schulmann - 7.1889 (7)

Periodical

Persistent identifier:
1002762790
Title:
Rheinischer Schulmann
Subtitle:
evangelische Zeitschrift für Erziehung und Unterricht in Schule und Haus
Document type:
Periodical
Publication year:
1883
Place of publication:
Neuwied {[u.a.]
Language:
German
Collection:
Religionspädagogische Zeitschriften
ZDB-Nummer:
2555164-4
Access restriction:
OPENACCESS

Periodical volume

Persistent identifier:
1002762790_07
Title:
Rheinischer Schulmann - 7.1889
Document type:
Periodical volume
Publisher:
Heuser
Publication year:
1889
Collection:
Religionspädagogische Zeitschriften
Access restriction:
OPENACCESS

Periodical issue

Title:
Heft VIII
Document type:
Periodical
Structure type:
Periodical issue
Collection:
Religionspädagogische Zeitschriften
Access restriction:
OPENACCESS

Article

Title:
Die Individualität des Menschen und die Bildung des Gedankenkreises
Author:
Emme, W.
Person in original:
von Lehrer W. Emme in Homburg
Document type:
Periodical
Structure type:
Article
Collection:
Religionspädagogische Zeitschriften
Link zum Katalog:
1002762790-07-1328716109977-62
Access restriction:
OPENACCESS

Contents

Table of contents

  • Rheinischer Schulmann
  • Rheinischer Schulmann - 7.1889 (7)
  • Title page
  • Title page
  • Inhalt des siebenten Jahrganges
  • Heft I (1)
  • Heft II (2)
  • Heft III (3)
  • Heft IV (4)
  • Heft V (5)
  • Heft VI (6)
  • Heft VII (7)
  • Heft VIII (8)
  • Die Individualität des Menschen und die Bildung des Gedankenkreises
  • Die Lehre vom Gebrauch der großen Anfangsbuchstaben in den Anweisungen für die hochdeutsche Rechtschreibung
  • Zur Frage der Schulorganisation
  • Reiheschulen und Reihetische besonders in Ostfriesland und in der Altmark
  • Nachrichten und Vermischtes
  • Beurteilung neuer Schriften
  • Neuigkeiten der pädagogischen Litteratur
  • Kaiser Wilhelms Standbild
  • Briefkasten
  • Anzeigen
  • Heft IX (9)
  • Heft X (10)
  • Heft XI (11)
  • Heft XII (12)

Full text

244 
wir uns gar nicht ohne einen tieferen 
Herzenszustand denken. Zu dem Ge 
fühl und Interesse nun kommt als 
drittes der Geschmack hinzu, der aber 
nur bestimmte Vorstellungen begleitet, 
nämlich die Vorstellungen, die das Ge 
biet des Schönen und Sittlichen um 
fassen. Wer sich einen Gegenstand der 
Natur, z. B. einen Baum in seiner 
Blütenpracht, eine schöne Landschaft rc., 
oder der Kunst, z. B. ein Gemälde, 
ein Musikstück rc. recht klar und ruhig 
als Anschauung vorstellt, betrachtend 
bei ihm verweilt, dessen Urteil wird 
rege und äußert sich in Wohlgefallen, 
wenn der Gegenstand wirklich schön 
ist; im Gegenteil empfindet er Miß 
fallen. Aber wir werden erkennen, 
daß auch die Vorstellungen, welche 
Willensverhältnisse und Gesinnungen 
der Menschen in uns nachbilden, ein 
bestimmtes Geschmacksurteil in uns 
erregen können. Einer solchen Vor 
stellung von der Gesinnung und That 
einer Ruth wird unser Wohlgefallen 
bei klarem Anschauen ebenso folgen, 
wie es in bestimmter Weise bei dem 
Anblick einer schönen Gegend geschieht; 
ebenso mißfällt das Verhalten eines 
Absalom. Diese Vorstellungen von 
Willens- und Gesinnungsverhältnissen 
beziehen sich also aufs Wollen und 
Handeln. Indem sie dem Geschmack 
vorgelegt werden, beurteilt er sie: er 
spricht sein Gefallen oder Mißfallen 
aus. Dies Gefallen und Mißfallen 
des Geschmacks tritt in und mit dem 
klaren Vorstellen jener Verhältnisse 
I auf; es könnte aber auch fehlen, so 
daß nur die rein theoretische Vorstel 
lung bliebe, wie das thatsächlich bei 
vielen Menschen vorkommt. Dies 
wird davon abhängen, wie der innere 
Gehalt eines Menschen beschaffen, den 
er einer solchen Vorstellung entgegen 
bringt. 
Damit wir erkennen, was wir an 
den Vorstellungen allein haben und 
was als ihre Begleitung auftreten 
kann, haben wir beides geschieden und 
einzeln vorgelegt. Die Vorstellungen 
an sich sind weiter nichts als das 
reine Bild einer Sache, sie haben weiter 
keine Realität als eben dieses Bild 
vermögen; sie bestehen für sich in der 
Seele und können von neuem repro 
duziert werden, nachdem sie längst ver 
dunkelt waren, und ihre Gegenstände 
gar nicht mehr wirklich sind. Das, 
was die Vorstellungen begleitet, haben 
wir als ein dreifaches gefunden: das 
Gefühl, das Interesse und den Ge 
schmack. Von diesen dreien ist das 
Gefühl das Allgemeine und Tiefer 
liegende, das bei den andern beiden 
mitspielt; doch haben die beiden letzten 
etwas Eigenes, das sie von dem All 
gemeinen des Gefühls unterscheidet; 
der Geschmack zumal begleitet nur ganz 
bestimmte Vorstellungen oder Vorstel 
lungsverhältnisse. Aber diese sind für 
die sittliche Bildung von der größten 
Wichtigkeit; denn sie geben einen Ge 
dankenkreis, der geeignet ist, auf das 
Herz zu wirken und von da aus den 
Willen zu bestimmen. 
II. 
Die Lchrc uom Gebrauch der große» Anfangsbuchstaben 
in den Aniucisungcn für die hochdeutsche Rechtschreibung. 
Aus den Quellen zusammengestellt von P. Tesch. 
In dem Gebrauch der großen An- - I. Sechzehntes Jahrhundert, 
fangsbuchstaben (Majuskeln) weicht die 
deutsche Rechtschreibung von der aller „Alle Schrift war ursprünglich Mä 
andern Sprachen ab. Ich will im juskel, wie sie in Stein gehauen wurde, 
folgenden versuchen, die Entstehung für das schnelle Schreiben auf Papyrus 
und Entwickelung dieser unserer Eigen- und Pergament verband und ver- 
art ausführlich darzulegen. kleinerte man die Buchstaben, wodurch
	        

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