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Rheinischer Schulmann - 7.1889 (7)

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Bibliographic data

fullscreen: Rheinischer Schulmann - 7.1889 (7)

Periodical

Persistent identifier:
1002762790
Title:
Rheinischer Schulmann
Subtitle:
evangelische Zeitschrift für Erziehung und Unterricht in Schule und Haus
Document type:
Periodical
Publication year:
1883
Place of publication:
Neuwied {[u.a.]
Language:
German
Collection:
Religionspädagogische Zeitschriften
ZDB-Nummer:
2555164-4
Access restriction:
OPENACCESS

Periodical volume

Persistent identifier:
1002762790_07
Title:
Rheinischer Schulmann - 7.1889
Document type:
Periodical volume
Publisher:
Heuser
Publication year:
1889
Collection:
Religionspädagogische Zeitschriften
Access restriction:
OPENACCESS

Periodical issue

Title:
Heft XI
Document type:
Periodical
Structure type:
Periodical issue
Collection:
Religionspädagogische Zeitschriften
Access restriction:
OPENACCESS

Article

Title:
Die Mutter
Subtitle:
wie sie von einigen Dichtern dargestellt ist ; (Schluß)
Author:
Offe, K.
Person in original:
von Offe
Document type:
Periodical
Structure type:
Article
Collection:
Religionspädagogische Zeitschriften
Link zum Katalog:
1002762790-07-1328716110081-87
Access restriction:
OPENACCESS

Contents

Table of contents

  • Rheinischer Schulmann
  • Rheinischer Schulmann - 7.1889 (7)
  • Title page
  • Title page
  • Inhalt des siebenten Jahrganges
  • Heft I (1)
  • Heft II (2)
  • Heft III (3)
  • Heft IV (4)
  • Heft V (5)
  • Heft VI (6)
  • Heft VII (7)
  • Heft VIII (8)
  • Heft IX (9)
  • Heft X (10)
  • Heft XI (11)
  • Die Mutter
  • Die Lehre vom Gebrauch der großen Anfangsbuchstaben in den Anweisungen für die neuhochdeutsche Rechtschreibung
  • Vorzüge der einklassigen von der mehrklassigen Volksschule
  • Nachrichten und Vermischtes
  • Beurteilung neuer Schriften
  • Briefkasten
  • Heft XII (12)

Full text

I. 
Die Mutter 
iie sie von einigen 
Von Offe. 
(Schluß). 
Nicht ohne Interesse sind Hedwigs, 
Wilhelm Teils Gattin, Muttersorgen 
und Mutterfreuden. Bedenklich den 
Kopf schüttelnd, sieht sie den ernsten 
Spielen zu, bei denen der Heldenvater 
die Knaben anleitet, und im leisen 
Vorwurf sagt sie zu Tell: „Die Knaben 
fangen zeitig an zu schießen." Sie 
ahnt Unheil, fügt sich aber dem un 
beugsamen Entschlüsse des Mannes und 
fleht ihn schmeichelnd: 
„Mußt du, so geh, doch lasse mir den Knaben!" 
Der Vater muß gehen und der Knabe 
ihn begleiten. Da kommt die Unglücks 
kunde; zagende Freude und ungewisse 
Sorge begrüßen ihn mit den Worten: 
„Jst's auch gewiß, bist du mir unverletzt?" 
Als sie kaum die Kunde von der 
nahen Wiederkehr des Vaters empfan 
gen hat, erfüllt Jubel Herz und Haus. 
Freudig und stolzen Herzens ruft sie 
den Knaben zu: 
„Heut kommt der Vater, Kinder liebe Kinder; 
Er lebt, ist frei, und wir sind frei und alles! 
Und euer Vater ist's, der's Land gerettet!" 
Nun wird es Zeit, daß der Knabe 
in die Schule geht. Was sagt ihm 
die Mutter bei seinem ersten Schul 
gange? 
„Da gehst du nun — es ist der erste Schritt 
In deine Welt! Es öffnen sich die Thüren 
Des Wissens dir; — o nimm den Segen mit 
Der Mutter, die dich ferner nicht kann führen! 
Ich hieß dich gehn; still löst sich auf das Band, 
Das dich an Mutterhand so süß geschlossen. 
So steht die Mutter wohl am Meeresrand 
Und sieht des Sohnes Kahn vom Ufer stoßen. 
Von nun an — o wie manches Meisters 
Hand 
Wirst du ergreifen, wie hindurch dich schlagen 
Durch Schul' um Schule, bis dein Schifflein 
Land 
Gefunden, und die Antwort deine Fragen! 
O daß in eines Meisters Schule nur 
Ich dich am Ende deiner Schulen finde! 
Sein ist der Wahrheit Reich — auf seiner 
Spur 
Wird Sohn und Mutter wieder froh zum Kinde.— 
Dichtern dargestellt ist. 
Von seinen froh hereintanzenden 
Schwestern, Mädchen wie Milch und 
Blut, begleitet, wankt auf Krücken ein 
armes, unglückliches Kind in die Stube. 
„Achtjährig scheint es achtzig alt." Und 
doch: Die Mutter hat für jene weder 
Gruß, noch Antwort auf ihre Bitten. 
Aber ihres „einzigen Buben, ihres 
süßen Herzens" Schmerzen möchte sie 
tragen, mindestens lindern; ihn allein 
schaut sie an, und wenn er lächelt, 
strahlt ihr Auge in Lust. Diese Mutter 
liebe ist es, die der Dichter im Auge 
hat, wenn er sagt: 
„Das ist, was ewig wunderbar: 
Schlägt die Natur die Wunden nur, 
Giebt jederzeit auch immerdar 
Ersatz und Balsam die Natur." 
Das ist jene gottgeweihte Liebe, welche 
die Mutter bei Zedlitz die Himmels 
speise, den Leib des Herrn, in der 
„Dorfkirche" mit dem Säugling teilen 
läßt. Wie du vertrauet, fromme Mut 
ter, so sei es erhöret. Dem Kinde 
blühe Glück und Heil! Diese Mutter 
liebe kann dem Kinde das Gift der 
Natter aus der Wunde saugen. — In 
zwei Gedichten steht das Kind zwischen 
Mutter und Vater. In beiden Fällen 
handelt der Vater miserabel;sder eine 
hat seine Frau böswillig auf Nimmer 
wiedersehen verlassen, der andere ist 
ein Trunkenbold. Hier macht sich die 
Mutter den zweifelhaften Spaß, ihr 
Kind, in Wahrheit ihre Katze, in das 
Wasser zu werfen, um dadurch ihren 
Gatten, wie sie ihm längst gedroht hat, 
von seiner Leidenschaft zu heilen. Dort 
beschließt die Mutter, sich und ihr schlum 
merndes Kind in den tiefen See §u 
stürzen, dann sei Gram und Weh vor 
über. 
„Da öffnet das Kind die Augen, 
Blickt freundlich auf und lacht; 
Die Mutter schluchzt und preßt es 
An ihre Brust mit Macht. 
32
	        

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