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Rheinischer Schulmann - 7.1889 (7)

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Bibliographic data

fullscreen: Rheinischer Schulmann - 7.1889 (7)

Periodical

Persistent identifier:
1002762790
Title:
Rheinischer Schulmann
Subtitle:
evangelische Zeitschrift für Erziehung und Unterricht in Schule und Haus
Document type:
Periodical
Publication year:
1883
Place of publication:
Neuwied {[u.a.]
Language:
German
Collection:
Religionspädagogische Zeitschriften
ZDB-Nummer:
2555164-4
Access restriction:
OPENACCESS

Periodical volume

Persistent identifier:
1002762790_07
Title:
Rheinischer Schulmann - 7.1889
Document type:
Periodical volume
Publisher:
Heuser
Publication year:
1889
Collection:
Religionspädagogische Zeitschriften
Access restriction:
OPENACCESS

Periodical issue

Title:
Heft XI
Document type:
Periodical
Structure type:
Periodical issue
Collection:
Religionspädagogische Zeitschriften
Access restriction:
OPENACCESS

Article

Title:
Die Mutter
Subtitle:
wie sie von einigen Dichtern dargestellt ist ; (Schluß)
Author:
Offe, K.
Person in original:
von Offe
Document type:
Periodical
Structure type:
Article
Collection:
Religionspädagogische Zeitschriften
Link zum Katalog:
1002762790-07-1328716110081-87
Access restriction:
OPENACCESS

Contents

Table of contents

  • Rheinischer Schulmann
  • Rheinischer Schulmann - 7.1889 (7)
  • Title page
  • Title page
  • Inhalt des siebenten Jahrganges
  • Heft I (1)
  • Heft II (2)
  • Von der Anschauung zum Begriff
  • Die Sprache des Lehrers und der Schüler in der Schule
  • Aus der Praxis für die Praxis
  • "Wodurch wird die Kollegialität unter den Lehrern bedingt?"
  • Beurteilung neuer Schriften
  • Briefkasten
  • Heft III (3)
  • Heft IV (4)
  • Heft V (5)
  • Heft VI (6)
  • Heft VII (7)
  • Heft VIII (8)
  • Heft IX (9)
  • Heft X (10)
  • Heft XI (11)
  • Heft XII (12)

Full text

Nein, nein, wir wollen leben, 
Wir beide, du und ich! 
Deinem Vater sei vergeben, 
Wie selig macht er mich!" — 
Die Guahibomutter hat mit Mannes 
stärke ihre Fesseln abgerissen und unter 
unsäglichen Qualen die Ihrigen erreicht. 
Sie stürzt sich mit ihren Kindern in 
die Flut; denn: „Die Weißen," läßt 
sie der Dichter sagen, 
„die mich hinweg geführt. 
Sind hart wie Fels und Eisen. 
Die keine Klage rührt." 
Rückerts Vogelmutter läßt sich 
von den Schloßen erschlagen, um nur 
nicht ihre Brut dem Unwetter preiszu 
geben. 
An alles das, was die Mutter dem 
Kinde sein soll, mögen zum Schluß 
I. Sturm und O. von Redwitz 
mahnen: 
„Ihr Mütter, denen Gott es vorbehalten, 
Zu bergen in der Liebe heil'gem Schoße 
Den zarten Keim, aus dem der Zukunft Lose 
Wie Blüten aus den Knospen sich entfalten: 
Wahrt eure Kleinen vor des Sturm's Getose, 
Und laßt sie nicht im Frost der Welt erkalten, 
Und hegt und pfleget sie mit treuen: Walten, 
Mit strenger Zucht und liebendem Gekose! 
Und lehrt sie mit den Händen Gutes schaffen, 
Und rüstet aus sie mit des Geistes Waffen. 
Und macht sie stark, das Unrecht zu befehden! 
Und lehrt ihr Herz zum ew'gen Vater beten, 
Und weckt in ihm den edelsten der Triebe, 
Zum deutschen Vaterland die deutsche Liebe!" 
„0 Mütterlieb', du heilig Amt, 
Vom Herrn der Ewigkeit verliehen, 
Die Seele, die vom Himmel stammt, 
Dem Himmel wieder zu erziehen! 
O Mutterlieb', du strenge Pflicht, 
Der Ewigkeit gehört dein Walten! 
Die Rechenschaft, vergiß sie nicht! 
Laß deinen Eifer nicht erkalten!" 
Auch der Jüngling und die Jung 
frau bringen der Mutter bald Freude, 
bald Leid. Der Mutter in Schwads 
„Thurbrücke bei Bischofszell" werden 
wie einst der Niobe durch einen grauen 
vollen Tod die blühenden Söhne in 
der Fülle der Kraft plötzlich entrissen. 
„Ist einer Mutter der Tod eines Kin 
des an sich schon schmerzensreich, so 
wird die Art und Weise, wie hier der 
Tod das blühende Leben verschlingt, 
zum Entsetzen. Nicht unter der lieben 
den Pflege der Mutter sterben die 
Kinder dahin, sondern in der blinden 
Wut wilder Fluten." Der Kahn, der 
die von der Jagd heimkehrenden Jüng 
linge ans jenseitige Ufer tragen soll, 
schlägt um, und der empörte Strom 
schleudert jene als Leichen ans Land. 
Das Herz der Mutter geht nun nicht 
in fruchtlosen Klagen unter, sondern 
erhebt sich in der Stunde der schmerz 
lichsten Prüfung zu einer Höhe, die es 
von seinem Leiden erlöst. Indem die 
Frau andern Müttern den Schmerz zu 
ersparen sucht, den sie selbst erfahren 
hat — sie läßt nämlich eine Brücke 
über die Thur bauen — wird ihr Leid 
zur Fürsorge, und dies ist ein Zeichen 
sowohl von der Tiefe ihres Schmerzes, 
wie auch davon, daß in ihr noch eine 
andere Liebe wohnt als die, welche 
aus dem Blute stammt. Diese Liebe 
verwandelt den Schmerz in Segen, und 
dieser Segen enthält den besten Balsam 
für das eigene Leid. „So ist sie durch 
die Allgewalt der Liebe im schwersten 
Leid eine zweite Mutter geworden." 
(G ud e). Zum ersten Male soll der 
Sohn heute auf lange Zeit das väter 
liche Haus verlassen. „Jehann un Mut 
ter kümmt ut dat Hus." 
„De Ollsch, de gung un sine Sid, 
De Hand up sine Schüller leggt, 
De blage Schürt vör dat Gesicht: 
„Jehanning, wander nich tau wid, 
Ick heww meindag süs keine Rauh, 
Gah nich ut Meckelborg herut, 
Für di is't grot naug, Jehann Snut; 
Un nimmst Du't Strelitsch noch dortau — 
Herr Je! Wo wullst du denn noch hen? 
Un schriw uns ok mal denn un wenn." 
Un drückt de Schürt sick an dat Og' 
Un rohrt en Stück, doch binnen flog 
Dat Hart so stolz, as't slagen kann, 
Dat s' so en statschen Jungen tog. 
Jehann steiht traurig vör de Smäd' 
Un stemmt den Stock so vör sick hen 
Un drögt 'ne Thran sick denn un wenn 
Un hürt np Muttern ihre Red: 
„Jehanning. heft du ok diu Klock? 
Verlier ok nich den nigen Rock, 
Un gah ok in de Jrst recht sacht, 
Un nimm mit Trinken di in Acht. 
Herr Je! Wat hadd ick bald vergeten! 
Na, ick kam glik, täuw hir en Beten." 
Un löpp't in't Hus un kümmt taurügg: 
„Des' Truppen sünd gaud für de Mag', 
Sei heww'n mi hulpen all mein Dag', 
Stek in de Tasch, verlier ok nich! 
Un grüß min Swester ok in Swaan, 
Un du füllst nu up Reisen gähn,
	        

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