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Rheinischer Schulmann - 7.1889 (7)

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Bibliographic data

fullscreen: Rheinischer Schulmann - 7.1889 (7)

Periodical

Persistent identifier:
1002762790
Title:
Rheinischer Schulmann
Subtitle:
evangelische Zeitschrift für Erziehung und Unterricht in Schule und Haus
Document type:
Periodical
Publication year:
1883
Place of publication:
Neuwied {[u.a.]
Language:
German
Collection:
Religionspädagogische Zeitschriften
ZDB-Nummer:
2555164-4
Access restriction:
OPENACCESS

Periodical volume

Persistent identifier:
1002762790_07
Title:
Rheinischer Schulmann - 7.1889
Document type:
Periodical volume
Publisher:
Heuser
Publication year:
1889
Collection:
Religionspädagogische Zeitschriften
Access restriction:
OPENACCESS

Periodical issue

Title:
Heft II
Document type:
Periodical
Structure type:
Periodical issue
Collection:
Religionspädagogische Zeitschriften
Access restriction:
OPENACCESS

Article

Title:
Die Sprache des Lehrers und der Schüler in der Schule
Subtitle:
ein Konferenz-Vortrag
Author:
Mühlenweg, W.
Person in original:
von W. Mühlenweg, Lehrer in Annen
Document type:
Periodical
Structure type:
Article
Collection:
Religionspädagogische Zeitschriften
Link zum Katalog:
1002762790-07-1328716109548-12
Access restriction:
OPENACCESS

Contents

Table of contents

  • Rheinischer Schulmann
  • Rheinischer Schulmann - 7.1889 (7)
  • Title page
  • Title page
  • Inhalt des siebenten Jahrganges
  • Heft I (1)
  • Heft II (2)
  • Von der Anschauung zum Begriff
  • Die Sprache des Lehrers und der Schüler in der Schule
  • Aus der Praxis für die Praxis
  • "Wodurch wird die Kollegialität unter den Lehrern bedingt?"
  • Beurteilung neuer Schriften
  • Briefkasten
  • Heft III (3)
  • Heft IV (4)
  • Heft V (5)
  • Heft VI (6)
  • Heft VII (7)
  • Heft VIII (8)
  • Heft IX (9)
  • Heft X (10)
  • Heft XI (11)
  • Heft XII (12)

Full text

42 
II. 
Die Sprache des Lehrers und der Schüler i» der Schule. 
Ein Konferenz-Vortrag von W. Mühlenweg, Lehrer in Annen. 
Motto: „Wie Rede und Sprache den Mensche» vom 
Tiere unterscheidet, so giebt es eine Kunst der Sprache 
und Rede, die unter den Menschen selbst vielleicht 
einen so großen Unterschied macht, als die Rede 
zwischen Tieren und Menschen. 
— Glücklich ist das Kind, dem von Jugend auf 
verständliche, menschliche, liebliche Töne ins Ohr 
kamen und seine Zunge, seine Sprache unvermerkt 
bildeten!" Herd er. 
Die Sprache ist der durch das Wort 
vermittelte Gedankenausdruck; sie ist 
das äußere Zeichen des im Menschen 
wohnenden Geistes. Wer spricht, 
denkt. Sprechen ist lautes Denken 
und Denken stilles Sprechen. Um den 
Bildungsgrad des einzelnen Menschen 
kennen zu lernen, muß man auf seinen 
Wortvorrat und seine Ausdrucksweise 
achten. Dasselbe gilt von einem ganzen 
^olfe; denn die Sprache ist das wich 
tigste geistige Verkehrsmittel. 
„Die Sprache ist gleichsam die äußerliche 
Erscheinung des Geistes der Völker; ihre 
Sprache ist ihr Geist und ihr Geist ihre 
Sprache; man kann sie beide nie identisch 
genug denken." (W. v. Humboldt.) 
Sie hat die Macht, Anschauungen 
des Sprechenden mit der vollen Kraft 
des sinnlichen Eindrucks auf den 
Hörenden zu übertragen und die Em 
pfindungen des Sprechenden mit der 
gleichen Stärke des sinnlichen Eindrucks 
in dem Hörenden hervorzurufen. Da 
raus folgt, daß die Sprache ein un 
entbehrliches Unterrichtsmittel 
ist. Sie ist aber auch ein wichtiges 
Erziehungsmittel, da der Er 
zieher durch dieselbe auf den Geist 
des Zöglings einzuwirken vermag. 
„Durch grammatikalische Regeln, 
durch gedankenloses, eintöniges Lesen, 
durch endlose Diktate, durch das An 
schauen toter Buchstaben läßt sich die 
Sprache nicht erlernen." (Kehr.) Und 
seit Pestalozzis Zeit hat sich die Über 
zeugung, daß die Sprache nur durch 
Sprechen erlernt werden kann, „daß 
die natürlichste Sprechpflege der Um 
gang ist," vollständig Bahn gebrochen. 
Darum stellt die moderne Schule mit 
vollem Rechte den Satz auf: „Jede 
Schule sei ein Sprechsaal." (Kehr.) 
Welches ist nun die Sprache des 
Unterrichts? Im deutschen Volke 
machen sich vier von einander unter 
schiedliche Spiachen geltend. Als erste 
nennen wir den „naturwüchsigen 
Dialekt," welchen die Kinder zu 
Hause und auf der Straße pflegen. 
An denselben hat die Schule zwar an 
zuknüpfen, ihn aber nicht zum Mittel 
punkt des Sprechunterrichts zu machen. 
Die hochdeutsche Umgangs 
sprache wollen wir als die zweite 
der vier genannten bezeichnen. Sie 
wird von einem Teile der gebildeten 
Stände beim mündlichen Verkehr ge 
sprochen und steht etwa in der Mitte 
zwischen Dialekt und Schriftsprache. 
Sprache des Unterrichts kann sie auch 
nicht sein; denn die Schule strebt zum 
Vollkommenen hin. Mit der luthe 
rischen Bibelsprache, als der 
dritten Art, werden die Kinder im 
Religionsunterrichte bekannt gemacht. 
Bis zu einem gewissen Grade lernen 
sie dieselbe auch gebrauchen. Unter 
richtssprache kann sie aber nicht sein, 
da sie die Sprache früherer Jahr 
hunderte ist. Die vierte Art endlich 
ist die hochdeutsche Bücher 
sprache, wie sie uns in den besten 
Erzeugnissen der deutschen Litteratur 
vorliegt. Sie ist durch strenge.Sprach- 
gesetze geregelt und Gemeingut des 
deutschen Volkes geworden. Dieser 
Vorzüge wegen ist sie die Sprache des 
Unterrichts. 
Fragen wir weiter, wie diese Unter 
richtssprache beschaffen sein muß, so er- 
giebt sich als Antwort die Forderung, 
daß Lehrer und Schüler dieselbe in
	        

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