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Rheinischer Schulmann - 7.1889 (7)

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Bibliographic data

fullscreen: Rheinischer Schulmann - 7.1889 (7)

Periodical

Persistent identifier:
1002762790
Title:
Rheinischer Schulmann
Subtitle:
evangelische Zeitschrift für Erziehung und Unterricht in Schule und Haus
Document type:
Periodical
Publication year:
1883
Place of publication:
Neuwied {[u.a.]
Language:
German
Collection:
Religionspädagogische Zeitschriften
ZDB-Nummer:
2555164-4
Access restriction:
OPENACCESS

Periodical volume

Persistent identifier:
1002762790_07
Title:
Rheinischer Schulmann - 7.1889
Document type:
Periodical volume
Publisher:
Heuser
Publication year:
1889
Collection:
Religionspädagogische Zeitschriften
Access restriction:
OPENACCESS

Periodical issue

Title:
Heft III
Document type:
Periodical
Structure type:
Periodical issue
Collection:
Religionspädagogische Zeitschriften
Access restriction:
OPENACCESS

Article

Title:
Aus der Praxis für die Praxis!
Author:
Petry, Emil Friedrich Theodor
Person in original:
von Emil Fr. Th. Pretry, Lehrer in Zorn
Document type:
Periodical
Structure type:
Article
Collection:
Religionspädagogische Zeitschriften
Link zum Katalog:
1002762790-07-1328716109615-18
Access restriction:
OPENACCESS

Contents

Table of contents

  • Rheinischer Schulmann
  • Rheinischer Schulmann - 7.1889 (7)
  • Title page
  • Title page
  • Inhalt des siebenten Jahrganges
  • Heft I (1)
  • Heft II (2)
  • Heft III (3)
  • Die Schöpfung
  • Aus der Praxis für die Praxis!
  • Die Fabel und ihre Verwertung im Schulunterrichte
  • Wilhelm Hey
  • Vermischtes
  • Beurteilung neuer Schriften
  • Neuigkeiten der pädagogischen Litteratur
  • Briefkasten
  • Zwei neue Kaiserlieder
  • Heft IV (4)
  • Heft V (5)
  • Heft VI (6)
  • Heft VII (7)
  • Heft VIII (8)
  • Heft IX (9)
  • Heft X (10)
  • Heft XI (11)
  • Heft XII (12)

Full text

74 
diesen hochwichtigen Gegenstand : „Die 
Schulstrafen" unsere Ansicht in 
Thesen nieder. 
Thesen. 
I. Wesen und Zweck. 
1. Die Strafe ist Wiedervergeltung, 
Sühne des Rechts. Die Strafe im 
pädagogischen Sinne ist ein Heil- oder 
Zuchtmittel, das Zurückrufen der außer 
acht gelassenen Vorschriften (Gesetze) 
in das Bewußtsein des Übertreters 
mit der ernsten Absicht, ihn abzu 
schrecken und dergestalt zu bessern. 
II. Notwendigkeit und Berech 
tigung. 
2. Die Strafe ist in keinerlei Be 
ziehung Willkür, weder die Strafe 
an sich, noch das Maß, sondern nach 
jeder Beziehung hin N o t w e n d i g k e i t, 
wie dies Vernunft und Erfahrung be 
zeugen. 
3. Die Berechtigung der Strafe 
überhaupt folgt aus ihrer göttlichen 
Anordnung. Die äußere Strafbefugnis 
des Lehrers dagegen resultiert aus der 
Übertragung des elterlichen Rechtes an 
dieselben und aus der ihm vom Staate 
zuerkannten Stellung und Macht und 
erstreckt sich so weit als die elterliche 
Macht selbst. 
III. Grundsätze. 
4. Der Lehrer übe Gerechtig 
keit; er erforsche daher die Ursache 
des Fehltrittes, erwäge die Schwere 
desselben, die Art und den Grad der 
Übertretung, berücksichtige die Indi 
vidualität und den Seelenzustand des 
Kindes und messe hiernach Art und 
Grad der Strafe gewissenhaft ab. 
5. Die Strafe, so nachdrücklich sie 
auch sein mag, darf niemals eine des 
potische sein, niemals ein „Über 
gewicht," wohl aber ein „Gleich 
gewicht." Sie sei einfach, natürlich, 
stufengemäß, der göttlichen Züchtigung 
ähnlich. 
6. In Beziehung auf körperliche 
Strafen gilt das Wort Goethes: „Er 
fühle sich gestraft. Und strafen heißt 
dem Jüngling (Kinde) wohlthun, daß 
der Mann uns danke." 
7. Die äußeren Strafen müssen 
zunehmen, jemehr Trotz, Faulheit rc. 
zunimmt; sie müssen abnehmen, je 
mehr der Geist und seine Besserung 
zunimmt, sie müssen aufhören, wenn 
die Liebe die Kinder regiert und der 
heilige Geist in ihr Herz eingezogen 
ist. (Zeller.) 
8. Die Verfassung des Lehrers 
während des Strafaktes, der nur nach 
der Unterichtsstunde stattfinden sollte, 
(kleinere Vergehen werden auf der 
Stelle gerügt), sei ernst, würdevoll, 
leidenschaftslos und mitfühlend. Das 
Kind fühle in der Strafe die 
Liebe — die Notwendigkeit sich 
zu bessern. 
III. 
Die Fulicl und ihre Verwertung im Schulunterrichte. 
Von Kubach in Meiderich. 
I. KurzeÜbersichtüberdieEnt- 
wickelungsstufen der Fabel. 
Als in grauer Vorzeit unsere Vor 
fahren sich von dem gemeinsamen indo 
germanischen Stammvolke loslösten und, 
ihre ursprüngliche Heimat verlassend, 
neue Wohnsitze suchten und dieselben 
in den germanischen Urwäldern fanden, 
haben sie dort noch Jahrhunderte lang 
als Jäger, Nomaden, Fischer und Acker 
bauer in innigem, kindlichem Verkehr 
mit der Natur und der Tierwelt ge 
lebt. Obwohl die alten Germanen 
mit der Mehrzahl der Tiere in stetem 
Kampfe sich befanden, teils um sich 
ihrer zu erwehren, teils um durch Be 
siegung derselben ihre^Bedürfnisse zu 
befriedigen, so. hatten sie doch an der 
Beobachtung des Lebens dieser Tiere
	        

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