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Quartalheft der Katholischen Schulzeitung - 1.1878 (1)

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Bibliographic data

fullscreen: Quartalheft der Katholischen Schulzeitung - 1.1878 (1)

Periodical

Persistent identifier:
1002764262
Title:
Quartalheft der Katholischen Schulzeitung
Document type:
Periodical
Publisher:
Auer
Publication year:
1878
Place of publication:
Donauwörth
Language:
German
Collection:
Religionspädagogische Zeitschriften
ZDB-Nummer:
2555177-2
Access restriction:
OPENACCESS

Periodical volume

Persistent identifier:
1002764262_01
Title:
Quartalheft der Katholischen Schulzeitung - 1.1878
Document type:
Periodical volume
Publication year:
1878
Collection:
Religionspädagogische Zeitschriften
Access restriction:
OPENACCESS

Periodical issue

Title:
[Heft 4]
Document type:
Periodical
Structure type:
Periodical issue
Collection:
Religionspädagogische Zeitschriften
Access restriction:
OPENACCESS

Article

Title:
Das "Züchtigungsrecht" in Schule und Haus
Subtitle:
(eine culturhistorische Studie)
Author:
Kösterus, ...
Person in original:
von Kösterus
Document type:
Periodical
Structure type:
Article
Collection:
Religionspädagogische Zeitschriften
Link zum Katalog:
1002764262-01-1373814941051-21
Access restriction:
OPENACCESS

Contents

Table of contents

  • Quartalheft der Katholischen Schulzeitung
  • Quartalheft der Katholischen Schulzeitung - 1.1878 (1)
  • Title page
  • Inhaltsverzeichniß
  • Periodical issue (1)
  • [Heft 2] (2)
  • [Heft 3] (3)
  • [Heft 4] (4)
  • Das "Züchtigungsrecht" in Schule und Haus
  • Die Geometrie in der Volks- und Fortbildungsschule
  • Die Volksschule auf der Pariser Weltausstellung
  • Luxemburger Schulwesen
  • Chronik der staatlichen Schulverordnungen
  • Rückblick auf die neueste pädagogische Literatur

Full text

189 
der instinctiven Abneigung des Unglaubens gegen alles specifisch Christliche. 44f ) Im Ge 
gentheil waren die in den Kloster- und Stistsschulen herrschenden „clericalen" Grund 
sätze im fraglichen Punkte im allgemeinen geradezu mustergiltig und wir glauben den 
Pädagogen der Neuzeit keinen nützlicheren Rath ertheilen zu können, als das Studium 
und die Nachahmung ihrer mittelalterlichen Collegen, eines heiligen Anselm, eines Othlo, 
eines Vincentius von Beauvais, eines Maphäus Vegius u. s. w. Ist es ihnen aber zu 
mühevoll, so weit in das Alterthum zurückzugehen, so können sie denselben maßvollen 
Tact in der Bestrafung auch in den uns näher liegenden Schulen der Ordensleute, zu 
mal der Jesuiten und Schulbrüder lernen. In den Schulregeln der Väter der 
Gesellschaft Jesu heißt es: „Der Magister schlage keinen mit seinen eigenen Händen, 
außer inwieweit die Weise unserer Studien es zuläßt, wo es Gesetz ist, daß der 
Corrector, welcher von der Societät nicht ist, genommen werde, so oft es zu jenem 
Extrem kommt, daß einer mit Ruthen gezüchtigt werden soll."") Das Reglement der 
Schulbrüder aber widmet den Strafen acht Paragraphen (37—44), welche vorschreiben: 
„Strafen dürfen nur selten, stets nur mit völliger Selbstbeherrschung, ohne 
Zorn, ohne Beleidigung, körperliche Züchtigung aber d»rf nie während der Kate- 
chisation oder des Gebetes und, außer der Schreibstunde, nur am Standorte des Lehrers 
vollzogen werden." Ein späteres Generalcapitel fügte bei: „Schläge sollten nur in sel 
tenen Ausnahmsfällen, und zwar mittelst eines etwa acht Linien breiten, 
ungefähr vierzehn Zoll langen Lederstückes aus die flachen Hände er 
theilt werden." 46 ) 
II. 
Die Geometrie in der Volks- und Fortbildungsschule. 
(Von A. Knorzer, Realschullehrer in Amberg.) 
II. 
'er der Sache etwas ferner steht, der wird immer noch sehr schwer einsehen, 
wie man in unsern Volksschulen diesen Unterrichtsstoff zu bewältigen ver 
möchte, und zwar so, daß der Schüler hiebei auch, was als Hauptsache zu betrachten 
ist, in formaler Hinsicht Gewinn ziehen könnte. Ich hoffe aber die letzten Zweifel zu 
lösen, wenn ich ausführe: 
Wie der Unterricht in der Elementargeometrie ertheilt werden soll. 
Wie sehr das „Wie" auch vom Einflüsse auf das „Was" ist, ersteht man gleich- 
nißweise beim Unterricht im Lesen. Wie lange bedurfte es bei der Buchstabirmethode, 
bis unsere Schüler sicher lesen lernten, wenn sie es überhaupt dazu brachten? In 
welcher staunenswerth kurzen Zeit vermögen wir sie, wenn wir es darauf anlegen wollen, 
nach der neuen Methode zur Sicherheit und Fertigkeit im Lesen zu führen! Und es 
dürfte schwerlich ein so stupides Kind zu finden sein, dem man nicht lesen lernen könnte. 
Habe ich doch schon ein paarmal in meinem Leben fast blödsinnige Kinder zum Lesen 
**) In einer von C. Volckhausen herrührenden Abhandlung in der „Gartenlaube" (.1865, Nr. 43, 
S. 678), worin die Kinder- und RetlungSanstalt im bekannten, in glänbig-protestantischem Sinne ge 
leiteten „Rauhen Hause" bei Hamburg bekriltelt wird, schreibt der Verfasser: „Man sagt, die Kinder 
werden dort mit barbarischer Strenge behandelt, bekommen viel Prügel, müssen 
hungern u. s. f. Diese Nachrede ist ohne Zweifel falsch. Sie ist auf die iustinctive Ab 
neigung der Hamburgischen Bevölkerung gegen die specifisch christliche RetlungSmethode über 
haupt zurückzuführen." Diese „instinctive Abneigung gegen das specifisch Christliche" ist auch der tiefste 
und hauptsächlichste Grund aller Verleumdung der mittelalterlichen wie der neueren katholischen An 
stalten und Sitten seitens der Liberalen. — 45 ) Schmidt a. a. O. S. 206. — 46 ) Kellner a. a. O., I., 327.
	        

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